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Hoher Festkommers! "Und setzet Ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein!" Dieser Satz - scheinbar beiläufig in einem wunderbaren Liedtext von Friedrich Schiller versteckt – drückt das Gegenmodell zur hedonistischen Spaßgesellschaft aus. Jenes Gegenmodell dem sich die Deutsche Burschenschaft seit nunmehr 190 Jahren und mit ihr das gesamte deutsche Waffenstudententum verschrieben hat. Da geht es nicht um falsches Pathos, um prahlerischen Todesmut. Da geht es um den Kern des idealistischen Weltbildes. Es geht um die Gewissheit, wahrhaft Grosses nur durch persönlichen Einsatz, durch persönliche Aufopferung und freiwilligen Verzicht auf Genuss, erreichen zu können. Es weist auf unseren Ehrbegriff hin und es steht für das, was uns Waffenstudenten ausmacht. Die Feigheit herrschet, die Hinterlist Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen schreien geradezu nach unserem Beitrag. Mit den Worten Schillers aus dem vorzitierten Lied zusammengefasst könnte man formulieren: Die Feigheit herrschet, die Hinterlist. Das herrschende menschliche Phänomen in der sogenannten westlichen Zivilisation ist geprägt von Sattheit, Egozentrismus, Wertefreiheit und Lebenssinnlosigkeit. Die Gesellschaft soll möglichst viel für den Einzelnen, der Einzelne möglichst wenig für die Gemeinschaft leisten. Diese Denkweise wird von der veröffentlichten Meinung bestärkt. Findige Personen an den Schalthebeln der Macht haben längst erkannt, dass Menschen - in diesem Geisteszustand gehalten - die größten Feinde der Freiheit, nämlich glückliche Sklaven sind. Wesentliches Element, ist die Umdeutung der Geschichte. Der Stolz auf die Leistungen der Vorfahren, etwa die positive kollektive Erinnerung an die Leistungen der deutschen Wehrmacht und die negative kollektive Erinnerung an den alliierten Bombenterror und die Vergewaltigungsorgien der Roten Armee, um nur zwei Beispiele heraus zu greifen, gilt es zu beseitigen. Ewiggestrige Die Ewiggestrigen haben sich längst enttarnt, mit ihrem Dauerfeuer der Bedenkveranstaltungen, Mahnmale und Bußritualen. Es wird dreist verharmlost – etwa bei den Opferzahlen in Dresden, es werden Rechtfertigungsversuche gesucht – etwa die Vergewaltigungsorgien der Roten Armee, und es wird aufgerechnet – etwa bei den Vertreibungsverbrechen. Wenn ich mir die aufgeregten Reaktionen auf Aussagen in der Öffentlichkeit betrachte, die nicht der offiziösen Geschichtsbetrachtung entsprechen, könnte man fast zu dem Eindruck kommen, dadurch wird der ganze Staat in Frage gestellt. Und das erstaunliche ist: Das ist tatsächlich so. Welch ein Armutszeugnis für das Staatswesen. Der Befreiungsmythos wird zur Grundlage unserer Republiken. Wankt diese völlig einseitige Geschichtsdarstellung, wankt das Fundament des Staatswesens. Bricht ein Mosaikstein heraus, funktioniert das System nicht mehr. Ja das ist der Grund für die hysterischen Reaktionen auf alles, was zu einer differenzierten Betrachtung führt. Und jene, deren Macht und Einfluss auf diesen Mythos aufgebaut ist, machen ernst. Ein Zustand der Unfreiheit wird etabliert. Tugendterror: Tabu = Gesetz Der Arbeitstitel – insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland - lautet: „Aufstand der Anständigen“. Dabei wird folgendermaßen vorgegangen: Zuerst wird die semantische Grenzen zwischen geltendem Gesetz, und dem was sie selber gerne hätten und deshalb zur Selbstverständlichkeit zum „Tabu“ erklären, aufgeweicht und verwischt. Angestrebt wird die Formel: „Tabu = Gesetz!“ - Im Zeichen dieser Formel entfaltet sich das, was seit der französischen Revolution von 1793 als Tugendterror bekannt ist. Gesetzestreue genügt dann nicht mehr, man muss dauernd und übereifrig versichern wie sehr man die aufgerichteten Tabus respektiert, anbetend sich vor ihnen im Staub windet. Wer die Anbetung des Tabus verweigert ist reif für Maßnahmen. Die Polizei ist mit derlei Maßnahmen überfordert. An ihre Seiten treten die Tugendwächter. Diese Banden stellen jeden als Tabumissachter auffällig werdenden zur Rede, brüllen ihn nieder, schlagen ihn nieder und rufen nach der Polizei, wenn er sich wehrt. Genau dieser Art ist der „Aufstand der Anständigen gegen Rechts“: Mit Polizei ist den rechten Parteien nicht beizukommen, und Gesetzesänderungen sind schwierig, müssten sie doch offen und frontal gegen den Geist der Demokratie und der Meinungsfreiheit durchgesetzt werden. - In der BRD war es beispielsweise die Mär von Sebnitz, wonach hysterisch behauptet wurde, Rechte hätten ein Kind ertränkt. Im Bundestag versteigt sich ein Festredner unter tobendem Beifall sämtlicher Fraktionen, dass beim Umgang mit Rechten die „Samthandschuhe aus zu ziehen sein“. Soll bedeuten, den Boden des Gesetzes zu verlassen und zuzuschlagen. Hektisch wird vom Verfassungsschutz daran gearbeitet in die rechten Parteien Agent-Provokateure ein zu schleusen, welche dort die Rhetorik anschärfen. Wenn es gar nicht mehr anders geht, werden Ausnahme- und Anlassgesetze gegen Rechte Parlamentarier erörtert. In der BRD ebenso wie in Österreich ! Angst vor der freien Meinungsäußerung Ja, Mut zeichnet die Tugendterroristen nicht aus, feig sind sie: Sie haben schlicht und einfach Angst vor der freien Meinungsäußerung. Oft auch vor der Darstellung von Realitäten. Sie führen das Wort Demokratie ständig im Mund, und fürchten doch das Volk als Träger der Macht. Und zu Recht ! In der konkreten Tagespolitik etwa: Weshalb sonst, wird den Deutschen die Volksabstimmung über EU-Verfassung und Türkeibeitritt vorenthalten ? Und weshalb sonst müssten sie ihre Geschichtsdarstellung ständig wiederholen und jammernd staatliche Sanktionen für Ungläubige einfordern ? Nichts führt zum Guten, was nicht natürlich ist Die größte Schwäche der antinationalen, von pathologischem Selbsthass gezeichneten Kreise ist: Sie negieren nur allzu gerne die Wirklichkeit der Lebensgesetze, auf der unsere nationale Weltanschauung basiert. - Außer es geht um die bedrohte Artenvielfalt im Regenwald oder um Hunderassen. Die Ausbildung der Völker und Kulturen aber ist Ausdruck höchster Ausdifferenzierung des Menschen, verschiedene Lösungsansätze an die sich jeweils bietenden Lebensumstände. Ihre Erhaltung und Bewahrung ist ein nicht zu unterschätzender Wert. Es ist immer noch die beste Grundlage für eine funktionierende Sozialordnung. - Wohin die ideologisch begründete Unterdrückung von Völkern führt , lehrt uns die Geschichte bis zur Gegenwart. Um es mit Schiller zusammen zu fassen: „Nichts führt zum Guten, was nicht natürlich ist“. Alles auf der Erde muss, nur der Mensch will In diese Realität wurden wir Deutsche, egal auf welchem Staatsgebiet, hineingestellt. Mit den besten Möglichkeiten der Bildung, der persönlichen Entfaltung, freigestellt von existenziellen Problemen. - Ein Privileg ? NEIN, - für uns viel mehr ein Auftrag. Nicht umsonst sagt Schiller: „Alles auf der Erde muss, nur der Mensch will“. Er meint damit die Freiheit, sich zu entscheiden, nicht nur den persönlichen Vorteil zu maximieren, sondern seine Möglichkeiten zum Wohle der Gemeinschaft und zwar konkret des Volkes zu nutzen. Verantwortung für jene zu übernehmen, die nicht die gleichen Möglichkeiten haben. Die Zukunft aktiv zu gestalten: sich nicht treiben zu lassen und mehr oder weniger interessiert zu beobachten, was rundum passiert. - Der Beitritt zu einer Korporation ist bereits ein deutlicher Hinweis, dass man den Auftrag erkannt hat ! Die Energie, die von den deutschen Studentenverbindungen - egal unter welchen staatlichen und politischen Vorzeichen – seit ihrer Gründung ausgeht, ist enorm. Nicht umsonst können wir darauf verweisen, dass bei allen fortschrittlich positiven Ereignissen Burschenschafter maßgeblich beteiligt waren: – bei der Revolution 1848, im Frankfurter Paulskirchenparlament, bei der Etablierung der Freiheitsrechte in den verschiedenen Verfassungen, bei den Freikorpskämpfen nach dem ersten Weltkrieg, im Südtiroler Freiheitskampf, und beim beharrlichen Kampf gegen die Perversion des sogenannten Antifaschistischen Schutzwalls der DDR, dieser blutigen Grenze mitten durch Deutschland. – Um nur einige wenige Ereignisse zu nennen. Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren Der Ausgang des Einsatzes war immer ungewiss. Abwägende Philister haben bestimmt immer gute Argumente gefunden, weshalb es gescheiter wäre, sicherheitshalber zu Hause zu bleiben. Aber immer im Sinne Schillers: Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren ! hat uns der Erfolg Recht gegeben. Eine Bemerkung noch zur Deutschen Burschenschaft: Vor 15 Jahren habe ich ebenfalls im Rahmen einer Kommersrede zum Zustand der Deutschen Burschenschaft mit den Worten Lichtenbergs festgestellt: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber eins ist sicher, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll“. Kurz danach spalteten sich ein paar Burschenschaften von der Deutschen Burschenschaft ab. Heute ist unsere Deutsche Burschenschaft dadurch weitaus stärker und geschlossener. Von der neu gegründeten Vereinigung habe ich schon lange nichts mehr gehört. - Es zeigt, dass es oft für Organisationen besser ist, wenn sich jene, die mit ihren Grundsätzen nichts mehr anzufangen wissen, abspalten ! radikale Absage an den nivellierenden Zeitgeist Friedrich Schillers Todestag als Anlass für diesen Kommers bedeutet keineswegs, einen historischen Rückblick zu machen oder alten Zeiten nach zu trauern. Nein, Schiller als Person und sein Werk, stehen für Weiterentwicklung, Höherentwicklung des Menschen, stehen für die aktive Zukunftsgestaltung. Es ist eine radikale Absage an den nivellierenden Zeitgeist. Wobei eines klar zu stellen ist: Ablehnung des Zeitgeistes heißt nicht Modernitätsverweigerung. Die nationale Sache verdient zeitgemäß vertreten und bestmöglich präsentiert zu werden. Wir leben in der Gegenwart, wir haben uns den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen und wir müssen uns der Ausdrucksformen unserer Zeit bedienen. Ablehnung von Computer, Internet und mobiler Kommunikation ist vielleicht amüsant und schrullig – wer etwas bewegen will, darf sich den neuen Kommunikationswegen und den Ausdrucksformen nicht verschließen. Die nationale Sache verdient zeitgemäß vertreten und bestmöglich präsentiert zu werden! Und noch ein Missverständnis spreche ich an: Zweifellos ist das studentische Fechten, die Mensur, nach strengen Regeln auch Verletzungen in Kauf zu nehmen und dennoch stehen zu bleiben, eine großartige Schule für das Leben und absolut unverzichtbar für die Korporationen ! - Aber gerade politische Auseinandersetzungen laufen nach anderen Gesetzmäßigkeiten ab. Da entscheidet es nicht unbedingt, den Kopf hin zu halten und tapfer zu beziehen. Weil es keinen Unparteiischen gibt, der die verbotenen Hiebe oder die miserable Stellung des Gegners rügt. Es kann Stärke demonstrieren, einen Hieb wegstecken zu können, aber es ist kein Erfolg, verprügelt zu werden! Warum wagen, wo nichts gewonnen wird und alles verloren werden kann Lassen wir uns keine Schlachten aufzwingen, die wir nicht gewinnen können. Bieten wir Tugendterrorristen und den in ihrem Sog üppig blühenden Medien nicht durch unbedachte Aussagen die Möglichkeit uns zu vernichten und zu ächten. Michael Kohlhaas darf nicht als Leitfigur herhalten. Wer durch sein Verhalten und seine Aussagen seine Existenz verliert, oder den Medien und den politischen Gegner das Zerrbild eines humorlosen Extremisten bietet, hilft nichts. Im Gegenteil, Gutmenschen samt Anhang benötigen den Popanz dringend als Rechtfertigung für ihre Maßnahmen. Auch hier rufe ich Schiller als Zeugen an: „Warum wagen, wo nichts gewonnen wird und alles verloren werden kann“. Das hat mit Feigheit nichts zu tun, das ist eine Frage der Intelligenz und des politischen Geschicks. Eine gewisse optimistische Gelassenheit ist in Wahrheit angebracht! Ich bin der festen Überzeugung: Die natürlichen Grundlagen unserer Weltanschauung sind ein Garant für ihre langfristige Durchsetzung. Und was die Dauerberieselung der Ewiggestrigen betrifft: Desinteresse, Gegenwartsprobleme und historische Forschung – wahrscheinlich nicht von deutschem Boden – werden eine Trendwende bringen. Denken wir nur an die Wehrmachtsausstellung I. Teil, die durch polnische und ungarische Historiker zu Fall gebracht wurde. ästhetische und sittliche Erziehung Sollen wir also doch nur tatenlos zuschauen und warten, dass sich alles zum Guten wendet. Nein, natürlich nicht ! Wir haben unseren Beitrag zu leisten ! Ein wesentlicher Bereich, den ich herausgreife, ist die Ausbildung unserer Mitglieder. Nicht die Vorbereitung auf einen Arbeitsplatz meine ich. Das ist selbstverständlich auch unerlässlich. Ich meine die Schulung in den Grundlagen unserer Weltanschauung, den historischen, den naturwissenschaftlichen, den philosophischen und kulturellen. Aber auch und ganz gezielt, die Typenbildung durch Schulung von Haltung und Auftreten, durch eine ästhetische und sittliche Erziehung, durch die Förderung der geistigen und nicht zuletzt der körperlichen Selbstdisziplin. Und eines ist sicher: Das gereicht dem einzelnen Mitglied auch in seinem privaten und beruflichen Leben zum Vorteil. weltanschaulich gefestigt, gemeinsamer Geist, mit einem starken Willen Ist das Utopie? Nein, das ist in unseren Vereinigungen teilweise längst Realität. Falsche Bescheidenheit und übertriebene Selbstkritik ist fehl am Platz. Auch das Argument unserer angeblichen zahlenmäßigen Bedeutungslosigkeit geht völlig ins Leere. Das wird von Leuten gebraucht, die in Wahrheit genau wissen, welche Ausstrahlung eine dezentrale Organisation mit strengen Regeln, mit einer alten Tradition, mit nach elitären Grundsätzen ausgewählten Mitgliedern, die weltanschaulich gefestigt sind, mit einem gemeinsamen Geist, mit einem starken Willen und der Gewissheit, Keimzelle für eine viel größere Bewegung zu sein, hat. Überhaupt: Zeigen Sie mir eine politische Kundgebung, eine Parteiveranstaltung, die so viele Studenten und Akademiker, mit einem gemeinsamen weltanschaulichen Ideal zusammenführt. Sind unsere Mitglieder erkennbar „anders“, besser als die anderen in Haltung und Gesinnung, dann gewinnen wir die Menschen. Dann setzen wir unsere nationale Sendung in den verschiedensten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisationen noch effizienter um. Konrad Lorenz hat in seinen „Acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ gemeint: gesellschaftliche Entwicklungen sind oft wie ein Pendelschlag, und auch unsere heutige Gesellschaftsform ist eben nur ein solcher. Das bedeutet, das Pendel schlägt unweigerlich wieder um. Schillers Geist lebt Letztendlich wird in den Herzen der Menschen die Politik entschieden und damit die Zukunft des Volkes. Und das macht mich so zuversichtlich. Die Sehnsucht nach dem Vorbild, nach dem Schönen, dem Starken, dem Gesunden, nach Sicherheit und Geborgenheit unter seinesgleichen, also nach Heimat, die Elternliebe, der Familiensinn, der Wunsch, Angehöriger eines selbstbestimmten und stolzen Volkes zu sein, der Wunsch sich weiter, höher zu entwickeln. - All das lebt. - All das überwindet den herrschenden Zeitgeist. - All das arbeitet für uns. Üben wir eine führende Rolle in der Verwirklichung dieser menschlichen Sehnsucht aus. 190 Jahre Deutsche Burschenschaft waren gerade erst der Anfang. - Schillers Geist lebt. - Wir nehmen die Herausforderung an. LAbg. Mag. Harald Stefan |