Wie die FARS-Nachrichtenagentur am 26. 12. 2005 berichtete, forderte der Präsident des Iran, Mahmoud Ahmadinejad, die Einrichtung einer Historikerkommission, die beweisen solle, dass die Ermordung von 6 Millionen Juden im 3. Reich nie stattgefunden habe. Präsident Ahmadinejad äußerte diesen Vorschlag, nachdem seine Kommentare, wonach Israel in westliche Länder wie die BRD und Österreich verlegt werden solle, von westlichen Medien und dem UN-Sicherheitsrat kritisiert worden waren. Mohamed Ali Ramin, der Vorsitzende der Gesellschaft zur Verteidigung moslemischer Minderheiten erklärte gegenüber FARS, Ahmadinejad fordere, dass die europäischen Regierungen westlichen Gelehrten erlaube, ihre Forschungen zum Holocaust zu publizieren. Ahmadinejad wünsche, dass die Kommission die tasächlichen Vorgänge betreffend Holocaust aufkläre.

[27. Dezember 2004]
 
 

Nach dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad hat am 22. 12. 2005 auch der Führer der ägyptischen Moslembruderschaft den Holocaust als Mythos bezeichnet. 

"Die westliche Demokratie hat - sofern der Mythos des Holocausts betroffen ist - jeden angegriffen, der nicht die Darstellung der Söhne Zions teilt", hieß es in einer Erklärung von Mohammed Mahdi Akef.

Die von ihm geführte islamistische Moslembruderschaft ist seit kurzem die stärkste Oppositionsgruppierung im ägyptischen Parlament. Sie tritt auch in Jordanien, Syrien und der Türkei als organisierte Kraft auf. Zu ihren radikalen Ablegern gehört die palästinensische Hamas, eine Gruppe die einst von den Israelis als Gegenkraft gegen die PLO gefördert wurde.

Als Beispiele für die Intoleranz des Westens in Bezug auf die Darstellung der Judenverfolgung nannte Akef den französischen Schriftsteller Roger Garoudy und den britischen Historiker David Irving. Garoudy war 1998 verurteilt worden, weil er den Holocaust in Frage gestellt hatte. Irving droht im Januar ein ähnliches Verfahren in Österreich. Die Anklage wirft ihm  "Wiederbetätigung für den Nationalsozialismus" bei einem Vortrag im Jahre 1998 vor, da das entsprechende Gesetz gegen "Holocaustleugner" erst 1992 beschlossen wurde.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Akefs Stellvertreter sich in ähnlicher Weise über den Holocaust geäußert.

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Der Sprecher des Außenministeriums in Teheran Hamid-Reza Asefi verurteilte am 18. 12. 2005 die Reaktionen der EU und der  USA auf die Reden des Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad vom 14. und 8. 12. 2005. Die Bemerkungen des Präsidenten des Iran über das zionistische Regime seien ein Beitrag zu einer wissenschaftlichen Debatte. Es überrasche, wie der Westen eine  wissenschaftlichen Debatte führe. Die Art der Reaktion der Europäer und der Westmächte auf die Rede des Präsidenten habe keinen Platz in einer zivilisierten Welt. Die Europäer seien es gewohnt, sich in Monologe zu verlieren, aber die EU solle lernen, auch gegensätzliche Meinungen anzuhören, anstatt anerkannte Normen zu mißachten, meinte Asefi einen Tag nachdem die EU in Brüssel die Äußerungen des Präsidenten Ahmadinejad verurteilte.

[18. Dezember 2005] 

Zentralrat der Juden in Deutschland fordert Maßnahmen gegen den Iran

Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentralrats  der Juden in Deutschland, sagte gegenüber dem ZDF am 9. 12. 2005 zu den Äußerungen  des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad: "Die Äußerungen dieses  Mannes vor einigen Wochen und jetzt auch gestern sind das Schlimmste,  was ich in dieser Hinsicht von einem Staatsmann gehört habe seit  Adolf Hitler."

Spiegel weiter: "Ich habe einige Male telefoniert mit der Kanzlerin  und habe ihr unmissverständlich erklärt, dass wohl die Zeit der  verbalen Äußerungen, der verbalen Stellungnahmen vorbei ist. Es  müssen jetzt Taten folgen. Und ich habe ihr auch erklärt, dass jetzt  die Zeit ist, um darüber nachzudenken oder eventuell auch Schritte  einzuleiten, um die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen  auf den Prüfstand zu stellen. Denn so geht es nicht weiter. Das ist  unmöglich, dass ein Mann ein Holocaust-Leugner ist, dies auch  unmissverständlich vor der Weltöffentlichkeit sagt, und dass die  europäischen Länder und andere Länder sagen: 'Das ist ja schrecklich!'  Die Zeit der verbalen Empörung ist vorbei. Die Gefahr,die von diesem  Mann und von diesem Land ausgeht, ist nicht zu übersehen. Und wenn man  weiß, dass die Atombombe in seinen Händen ist und er eine Möglichkeit  sucht, diese auch zu transportieren, so glaube ich, dass man in Europa  in der Tat wach werden muss und gemeinsam überlegen muss, was kann man  hier gegen tun – nicht nur im Sinne von Israel und den Juden, sondern  auch im Sinne von Europa." (Bekanntlich hat der Iran keine Atombombe und wird diesbezüglich regelmäßig von der internationalen Atomenergiebehörde kontrolliert, dagegen hat Israel mehrere hundert Atombomben bzw. Atomsprengköpfe, die von modernsten, von der BRD als Wiedergutmachung gelieferten U-Booten abgefeuert werden können. Israel lehnt jede Kontrolle durch die Atomenergiebehörde (IAEA) ab und weigert sich im Gegensatz zum Iran, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten.)

Der westdeutsche Vizekanzler Franz Müntefering (SP) kam der Aufforderung Spiegels sogleich nach will die Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinejad nicht ohne weiteres hinnehmen. Das Land müsse mit Reaktionen der Bundesregierung auf internationaler Ebene rechnen, sagte er am 11. 12. 2005 nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel. Er selbst wolle sich sowohl bei der Europäischen Union als auch bei der Uno für politische Konsequenzen einsetzen, so der Müntefering.
Bundeskanzlerin Merkel (CDU) erklärte, sie weise die Aussagen Ahmadinejad mit Blick auf die historische Verantwortung Deutschlands "auf das Schärfste" zurück. "Die Äußerungen des iranischen Präsidenten sind vollkommen inakzeptabel", betonte die Kanzlerin. 

Staatspräsidenten Mahmoud Ahmadinejad sagte am 8. 12. 2005 in Mekka (Saudi-Arabien) folgendes:

"Zur Lösung des palästinensischen Problems können zwei Fragen gestellt werden: Erstens, woher sind diese Menschen gekommen, z.B. die Menschen, die all diese kriminellen Taten in Jerusalem (Al Quds) zulassen? Wo wurden sie geboren? Wo wurden ihre Eltern geboren? Wo ist ihre Heimat? Was ist ihre Nationalität? Keiner dieser Zionisten ist Palästinenser. Sie kamen aus fernen Ländern.

Wir wollen wissen, warum die Israelis das Recht haben, Palästina zu beherrschen,  Verbrechen zu begehen und zu machen, was sie wollen, aber die Menschen von  Palästina, die in der Region seit Hunderten und Tausenden Jahren leben, nicht das Recht haben, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen und stattdessen für ewig verdammt sind.

Einige europäische Länder sagen, Hitler habe Millionen Juden in Feueröfen getötet, und sie werfen jeden ins Gefängnis, der etwas Gegenteiliges beweist. Obwohl wir diese Behauptung nicht akzeptieren, wenn sie wahr wäre, ist unsere Frage diese: Ist die Tötung unschuldiger Juden durch Hitler der Grund dafür, daß die Europäer die Okkupanten Jerusalems unterstützen ?

Wenn die europäischen Länder eingestehen, dass sie die Juden im Zweiten Weltkrieg getötet haben und Hitler für die Verbrennung und Vernichtung der Juden verantwortlich war, warum geben sie dann nicht einen Teil Europas den Zionisten, damit diese jede Regierung bilden, die sie wünschen? 

Es ist eine Sache Europas, auf diesem Punkt zu bestehen, aber warum sollte es versuchen, den  Zionisten einen Teil des palästinensischen Landes zu geben. Die BDR und Österreich oder andere Länder können zwei oder drei ihrer Provinzen dem zionistischen Regime überlassen, sodass sie einen Staat bilden können. Bietet einen Teil Europas an und wir werden das unterstützen."

[12. Dezember 2005]
 
 

President Ahmadinejad

Der iranische Präsident Machmud Ahmadinejad erklärte am 14. 12. 2005 als Antwort auf die Kritik an seinen Äußerungen vom 8. 12.: "Der Westen widmet sich dem Märchen vom Massaker an den Juden anstatt die israelischen Angriffe gegen die Palästinenser zu thematisieren." 

Der "Mythos vom Massaker an den Juden" werde in den westlichen Staaten "höher gestellt als Gott, die Religionen und die Propheten", sagte Ahmadinejad in einer vom iranischen Fernsehen übertragenen Rede in der Provinz Sistan-Balutschestan. "Wenn in ihren Ländern jemand Gott in Frage stellt, reagiert darauf niemand, wenn aber jemand den Mythos vom Massaker an den Juden anzweifelt, dann fangen die zionistischen Lautsprecher und die im Sold des Zionismus stehenden Regierungen an zu bellen". Ahmadinejad bekräftigte auch seine Forderung vom 8. 12., der Staat Israel solle in eine andere Weltgegend verlegt werden. 

Der iranische Präsident hatte in seiner Rede, die der Sender Khabar direkt übertrug, seine Forderung nach Verlagerung des jüdischen Staates wiederholt: Wenn der Westen an die Ermordung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges glaube, sollte Israel "ein Stück Land in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada oder Alaska zur Verfügung gestellt werden."

[14. Dezember 2005]

Der Wiener Landtag hat am 15. 12. 2005 auf Initiative der ÖVP eine Resolution verabschiedet, in der die Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinejad auf das Schärfste zurückgewiesen werden.

"Der Wiener Landtag fordert im Interesse der in Österreich friedlich zusammenlebenden Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Herkunft und Religionsbekenntnisse die Bundesregierung auf, mit aller Deutlichkeit die Missbilligung Wiens auszudrücken", hieß es in der Resolution.

In der Antragsbegründung war von "anti-israelischen und antisemitischen Entgleisungen" des Staatspräsidenten die Rede. Alle vier Fraktionen des Rathauses, SPÖ, ÖVP. Grüne und FPÖ stimmten dem Antrag zu.

Ahmadinejad habe zum wiederholten Mal "die historische Tatsache des Holocaust geleugnet, die Vertreibung des jüdischen Volkes aus Israel gefordert und damit das Existenzrecht des israelischen Staates bestritten."

Seine Äußerungen "stellen eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust und deren Nachfahren dar", hieß es weiter.

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Der iranische Parlamentspräsident Gholam-Ali Haddad-Adel hat eine Untersuchung zum Holocaust gefordert. Er reagierte damit auf massive internationale Kritik an Äußerungen von Präsident Mahmoud Ahmadinejad, der in der vergangenen Woche den Holocaust geleugnet und vorgeschlagen hatte, Israel nach Europa zu verlegen.

Haddad-Adel warf den Europäern am 13. 12. 2005 vor, eine derartige Untersuchung zu verhindern. "Wir glauben, dass die Hindernisse, die die Europäer einer Untersuchung in den Weg legen, Zweifel an ihrer Ehrlichkeit aufkommen lassen", sagte Haddad-Adel in Moskau. Eine Untersuchung könne alle offenen Fragen klären.

[15. Dezember 2005]

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