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Ungeachtet weltweiter Proteste hat Israel seine Offensive im Gazastreifen fortgesetzt. Laut Ärzten in Gaza sollen die Israelis Phosphor-Granaten abgefeuert haben. Mindestens 55 Menschen seien in der Nacht auf den 11. Januar 2009 durch Phosphorgranaten verletzt worden. "Die Art der Verbrennungen, die diese Menschen haben, können nur von weissem Phosphor verursacht werden", sagte ein Arzt. Eine Sprecherin der israelischen Armee dementierte den Einsatz von Phosphorgranaten. Zuvor hatte bereits die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert, Israel setze weisses Phosphor ein und riskiere damit Hautverbrennungen bei Zivilisten. Der Einsatz von Phosphorgranaten ist umstritten, nach internationalem Recht aber nicht grundsätzlich verboten. Nach palästinensischen Angaben kamen in der Nacht zum Sonntag d. 11. 1. mindestens drei Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Westlich von Gaza-Stadt starben zwei Palästinenser bei einem Luftangriff. Im Dorf Chusa östlich von Chan Junis sei durch Panzerfeuer eine Frau getötet worden, mindestens 60 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Arzt des Nasser-Spitals. Die humanitäre Lage in Gaza verschärfte sich. Bewohner klagten, Trinkwasser- und Lebensmittelvorräte gingen zur Neige. Die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sagte dem "SonntagsBlick", die humanitäre Situation im Gazastreifen sei "absolut katastrophal". Die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Blutvergiessens sollen am 11. 1. weitergehen. Nach Gesprächen in Kairo und Ramallah traf der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Abend des 10. 1. in Israel ein. Er bemüht sich um einen konkreten Arbeitsplan für einen Waffenstillstand. Der Ruf nach einer internationalen Truppe für den Gazastreifen wird lauter. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel signalisierte die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands zur Teilnahme an einer internationalen Mission, die sicherstellt, dass die Hamas Israel nicht mehr mit Raketen beschiesst. Die Hamas wehrt sich allerdings gegen ausländische Soldaten im Gazastreifen. Das machten ihre Vertreter bei Gesprächen in Kairo deutlich. Weltweit demonstrietren am Samstag erneut zehntausende Menschen gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Große Kundgebungen gab es etwa in Paris, wo bis zu 100000 Menschen protestierten. Die meisten Demonstrationen verliefen friedlich, so auch in Bern, wo 7000 Menschen auf die Strasse gingen. Dagegen kam es in London zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten. Drei Beamte wurden verletzt, ein Polizist wurde bewusstlos geschlagen. In Washington demonstrierten mehrere tausend Menschen. Der Protest im Lafayette Park vor dem Weissen Haus verlief friedlich. Die Demonstranten forderten auf Schildern und Sprechchören ein "freies Palästina". [11. Januar 2009]
"Befreier" massakrierten Zivilbevölkerung mit Phosphorgranaten Bei ihrer Großoffensive in der für Sunniten heiligen Stadt Falludscha vor einem Jahr sollen die US-Truppen laut dem italienischen Fernsehen in großem Ausmaß Phosphorgranaten eingesetzt haben. Diese Angriffe hätten sich direkt gegen die Zivilbevölkerung gerichtet, die zum Teil Brandwunden bis auf die Knochen davongetragen habe, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RaiNews24 am 8. 11. 2005. Die Autoren der Dokumentation beriefen sich unter anderem auf die Aussagen von amerikanischen Soldaten. Dagegen erklärte US-Oberstleutnant Barry Venable dem britischen Hörfunksender BBC am 16. 11. "Weißer Phospor ist eine konventionelle Munition, keine chemische Waffe, wir benutzen es in erster Linie als Verdunkler, für Rauchvorhänge oder zur Markierung von Zielen. Es ist aber auch als Brandwaffe gegen feindliche Kämpfer eingesetzt worden", fügte der Pentagonsprecher hinzu. Weißer Phosphor sei nützlich, um Aufständische aus Positionen zu vertreiben, die nicht mit normaler Artillerie erreicht werden könne. Weißer Phosphor ist nämlich nicht nur eine Brandwaffe sondern auch eine chemische Waffe, da beim Verbrennen giftige Dämpfe entstehen, die Schleimhäute, Augen und Lungen der Opfer angreifen, und schwerste Verletzungen verursachen. Der direkte Einsatz gegen Menschen ist daher nach der Konvention über Chemische Waffen verboten. Außerdem wurden in Fallujah von den US-Truppen neuartige Brandwaffen (Thermobaric fuel-air weapons), bei deren Einsatz ganze Gebäude sofort in sich zusammenstürzten und alle Bewohner getötet werden. Diese Waffen wurden mit der Behauptung eingesetzt, dass sich in Fallujah, ein Ort mit 300000 Einwohnern, keine Zivilisten, sondern nur Aufständische befinden. [26. November 2005] |