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Eines der Wahlkampf-Themen der FPÖ für die EU-Wahl ist der Irak-Krieg. Die Spitzenkandidaten wollen Unterschriften gegen den "Irak-Wahnsinn" sammeln. Außerdem treten sie gegen Gentechnik und Liberalisierung der Wasserreserven an. Eine klare Stellungnahme gegen die geplante EU-Verfassung, die den Brüsseler Kommissionsbürokraten Sowjet-Politbüroähnliche Vollmachten verschaffen soll, vermißt man bei der FPÖ bisher leider. Spitzenkandidat Hans Kronberger sieht den Irak-Krieg nicht als neues Wahlkampfthema, weil "ich schon lange vor der Wahl am 13. Juni dagegen aufgetreten bin". Er hat auch eine Unterschriften-Kampagne gegen den Krieg und die Greueltaten gestartet. "Unser Ziel sind eine Million Unterschriften als Basis für eine Petition auf EU-Ebene", sagte er am 21. 5. 2004 bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Mit einer Unterschriften-Liste unter dem Titel "Wer schweigt, stimmt zu. Stopp dem Irak-Wahnsinn" solle der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, ihre Stimme zu erheben. Gefordert werden eine Sonderkonferenz der EU-Außenminister, ein sofortiger Abzug der Truppen von EU-Ländern aus dem Irak sowie der Aufbau einer souveränen Regierung im Irak unter Kontrolle der UNO und unter Mithilfe der Nachbarstaaten des Irak. "Auch in anderen Ländern wird es solche Initiativen geben", ist Kronberger überzeugt. Enttäuscht sei er über die Haltung der ÖVP und der Aussage von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP), "hier können wir nicht eingreifen." Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) forderte die Bundesregierung
erneut auf, die Zahlungen an die EU einzustellen, so lange europäische
Soldaten im Iran im Einsatz sind. "Ich bin überzeugt, daß es
demnächst eine FPÖ-Initiative
dafür geben wird", merkte er an.
Im EU-Wahlkampf will der Landeshauptmann alles daran setzen, daß die Bürger zur Wahl gehen. "Daher ist es wichtig, kritische Stimmen wie Hans Kronberger zu unterstützen", betonte Haider. Kronberger will im EU-Parlament den Kampf gegen die Gentechnik führen und bezeichnete die Freigabe als "Skandal". Der Hunger in der Welt sei kein Produktions- sondern ein Verteilungsproblem. Der Kärntner Spitzenkandidat Franz Großmann will sich gegen die Liberalisierung der Wasserreserven und die Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes einsetzen. Er befürchtet eine Ausbeutung der Arbeiter. Außerdem ist er für mehr Kontrolle durch das Parlament. FPÖ-Landesgeschäftsführer Manfred Stromberger nannte drei Mandate als Ziel. Der offizielle Wahlkampfauftakt erfolgt am 25. 5. 2004 in Klagenfurt. [21. Mai 2004]
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Die EU habe in der Irak-Frage enormen Handlungsbedarf, sagte der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) am 14. 5. 2004 bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt(Kärnten). Die EU müsse sich endlich zu den Folterungen und unsäglichen Menschenrechtsverletzungen im Irak zu Wort melden und sie müsse, wenn sie sich als Wertegemeinschaft verstehe, die europäischen Truppen, die Bündnispartner der USA im Irak sind, sofort zurückziehen. Haider sagte auch, es sei nicht zu erklären, daß Polen EU-Förderungen erhalte und zugleich hohe Mittel für den Krieg im Irak aufwende, den niemand wolle. Dies bedeute eine indirekte Mitfinanzierung des Krieges durch die EU, was für eine Wertegemeinschaft nicht akzeptabel sein könne. Sollte Polen die Soldaten nicht zurückziehen, dann könnte die Republik Österreich als EU Nettozahler die Zahlungen einstellen, so der Kärntner Landeshauptmann. Österreich habe besonders gute Kontakte zu arabischen Ländern und fühle sich humanitären Werten verpflichtet, daher sei es auch besonders geeignet, das Wort und die Initiative zu ergreifen. Die Situation der Welt sei sehr ernst, ein Flächenbrand könnte geschehen. Auch Europa sei latent bedroht, so Haider. Die US-Regierung würde die gefährlichen Folgen ihres Tuns völlig unterschätzen. [14. Mai 2004] |
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Ähnlich wie der britische Premier Tony Blair fordert auch der FPÖ-Staatssekretär Karl Schweitzer eine Volksabstimmung über eine europäische Verfassung. Vor der Sitzung des Ministerrats der österreichischen Bundesregierung am 4. 5. 2004 betonte Schweitzer, daß intern über dieses Thema geredet worden sei, es müsse auch in der Koalition darüber gesprochen werden. Der jetzt vorliegende Entwurf einer EU-Verfassung ist auf jeden Fall abzulehnen. Ein herausragendes Merkmal dieser Verfassung ist die sog. Beistandspflicht, mit der die Neutralität untergraben wird und mit deren Hilfe die EU nach der Pfeife der NATO-Aggressorenländer tanzen soll. Bemerkenswert ist auch, daß der Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht, der 9. Mai laut Verfassung der höchste EU-Feiertag werden soll, ähnlich wie in der Sowjetunion, der diese EU immer ähnlicher wird. Leider muß man solche Forderungen der FPÖ wie die Verhinderung der EU-Verfassung mit Skepsis betrachten, wurde doch das Wahlversprechen, eine Osterweiterung bei Beibehaltung der Benes-Dekrete zu verhindern glatt gebrochen. Eine große Frechheit ist es auch, daß die FPÖ im EU-Wahlkampf die Parole "Wir haben euch nicht belogen" verwenden will und dazu erklärt wird, die anderen Parteien seien an der Beibehaltung der Benes-Dekrete und Temelins schuld.. Die Nominierung des Publizisten Andreas Mölzer als Kandidaten zur EU-Wahl muß man dagegen positiv bewerten, obwohl der linksliberale FPÖ-Flügel glaubt, daß der an dritter Stelle nominierte Mölzer sowieso nicht gewählt wird, da die Partei nur 9 % der Stimmen und höchstens zwei Mandate erreichen wird. Es ist zu prüfen ob es nicht eine Möglichkeit der Vorreihung von Kandidaten durch die Wähler gibt, wie bei den österreichischen Wahlen. Generell fürchtet Parteisekretär Schweitzer, daß die Wahlbeteiligung auf 35 bis sogar 30 Prozent sinken könnte. Er wolle sich aber nicht auf Kaffeesud-Lesereien einlassen. Auf die Frage, ob der FPÖ-Spitzenkandidat Hans Kronberger die Latte für die EU-Wahl mit über zehn Prozent nicht sehr niedrig gelegt habe, wollte Schweitzer nicht eingehen. Jedenfalls gebe es "so viele Unwägbarkeiten" bei der EU-Wahl. Was die freiheitlichen Themen für die EU-Wahl betrifft ist laut Schweitzer eines davon die Türkei. Er sei jedenfalls eindeutig gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Man müßte sich auch vorstellen, was dies beispielsweise in Österreich für Gemeinderatswahlen bedeuten könnte. Der neu nominierte EU-Spitzenkandidat der Freiheitlichen, Hans Kronberger, hofft, daß seine Partei bei der EU-Wahl gegenüber den letzten Nationalratswahlen zulegt. Das wären mehr als zehn Prozent und entspräche etwa zwei Sitzen: "Von zwei gehe ich aus. Aber auch ein dritter Sitz ist möglich", meinte er am Abend des 4. 5. nach der FPÖ-Vorstandssitzung. Der FPÖ wird der bisher parteilose Ex-Journalist beitreten: Ob sich die Freiheitlichen künftig im EU-Parlament einer Fraktion anschließen werden, ließ Kronberger offen. Die Parteispitze zeigte sich mit der Nominierung Kronbergers durchaus zufrieden. Die Wahl sei der Partei "relativ leicht gefallen", meinte die geschäftsführende Obfrau Ursula Haubner. Der beste Mann der FPÖ in der EU werde an die Spitze gestellt. Parteivorsitzender Herbert Haupt meinte, Kronberger mit seiner Erfahrung gerade im Umweltbereich sei der richtige Mann für die FPÖ. Und Vizekanzler Hubert Gorbach freute sich über einen Helfer im Kampf um den Schutz des österreichischen Wassers. Ein anderes Thema ist für Kronberger vor der Wahl nicht so vordringlich: der EU-Beitritt der Türkei. Für ewig könne und wolle er diesen nicht ausschließen, so Kronberger, derzeit sei er sicher kein Thema. Das sieht der Dritte auf der FPÖ-Kandidatenliste ganz anders. Im Gespräch mit der "Presse" kündigt Andreas Mölzer, Parteiideologe und nach eigenen Angaben National-Liberaler, an: "Wir müssen die EU-Wahl zur Volksabstimmung über den EU-Beitritt der Türkei machen." Daß sich Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider für einen Beitritt stark gemacht hat, kann Mölzer auch nicht verstehen. Europa müsse sich vom Islam abgrenzen - auch von der Türkei, deren Wurzeln in die Turkvölker reichten, so Mölzer. Die bisherigen EU-Abgeordneten der FPÖ sind unrühmlich vor allem dadurch aufgefallen, daß sie sich an der Ausgrenzungspolitik gegenüber den EU-Abgeordneten von Front National und Vlaams-Blok beteiligen wollten, aber wegen Haider selbst ausgegrenzt wurden, eine Ausgrenzung der Ausgegrenzten gewissermaßen. Besonders die bisherige Delegationsleiterin Raschhofer tat sich in solchen Aktivitäten hervor, sie wurde erfreulicherweise nicht mehr nominiert. [5. Mai 2004] |
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Mit einer Farce bei der Abstimmung zur EU-Osterweiterung im Österreichischen Bundesparlament wollte sich die FPÖ aus der Affäre ziehen und den Bruch ihrer mehrfach abgegebenen Wahlversprechen verschleiern. Die Freiheitlichen hatten beschlossen, am 3. 12. 2003 zwei Mandatare "symbolisch" gegen die Erweiterung stimmen zu lassen, während alle anderen Abgeordneten der zusammengeschmolzenen FPÖ-Fraktion für die Osterweiterung stimmten. Damit wollten sie nach der Devise "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß" einen "Protest" gegen die Haltung Tschechiens bei den Benes-Dekreten bzw. beim AKW Temelin zum Ausdruck bringen. Die beiden Abgeordneten, die ausgewählt wurden, sind dementsprechend der Umweltsprecher der Partei, Klaus Wittauer, bzw. Vertriebenensprecherin Barbara Rosenkranz. Das Ja des Großteils der FPÖ begründete der Fraktionsvorsitzende
Scheibner unter anderem damit, daß man jene Erweiterungsländer
nicht habe bestrafen wollen, die ihre Hausaufgaben gemacht hätten.
Mit der jetzigen
Was hat die FPÖ nicht alles angedroht: Sie werde die EU- Erweiterung
blockieren, Brüssel unter Druck setzen und der
Mit diesem Verrat am Wählerwillen hat die FPÖ auch den letzten
Beschluß der Knittelfelder Putschisten, die in der FPÖ die Macht
übernahmen und für die verheerende Wahlniederlage verantwortlich
waren, verraten. Die dort bekämpften
Die EU-Osterweiterung bringt nur Vorteile für skrupellose Industriebosse,
Spekulanten und Globalisierer, während die arbeitende Bevölkerung
große Nachteile zu erwarten hat. das wird auch von den EU-Bürgern
so gesehen. Nach einer Umfrage vom November 2003 sehen z. B. 60 Prozent
der Österreicher nur wenige oder überhaupt keine Vorteile in
Das Institut "Market" befragte in der Zeit von 25. bis 28. November
2003 einen repräsentativen Querschnitt von 400
Weiters fragte "market", ob man glaubt, daß sich die EU-Erweiterung
gut oder schlecht auf den Lebensstandard der
[3. Dezember 2003] |
| Leere Sprüche:
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) hat im Zusammenhang mit dem Transitstreit zwischen der EU und Österreich mit einem Nein zur EU-Osterweiterung gedroht. Er erinnerte am 2. 11. 2003 daran, daß es noch kein grünes Licht für die EU-Erweiterung durch Österreich und sein Parlament gebe. Die EU solle sich daher ihrer Sache nicht so sicher sein, so Haider. Das Diktat der EU in Sachen Lkw-Transit treffe laut Haider Österreich in seinen elementaren Lebensinteressen. Neben dem ständig steigenden EU-Schwerverkehr in den kommenden Jahren werde auch noch ein Anwachsen der Lkw-Transporte aus Osteuropa und den neuen EU-Ländern Österreichs Umwelt gefährden. Haider: "Österreich ist neben der Schweiz das einzige Land, das vom Transit-Wahnsinn massiv betroffen ist." Die EU solle daher bei den Verhandlungen kommende Woche einzulenken, anstatt in Österreich und im Parlament ein Nein zur Erweiterung zu provozieren. Haider nahm am 5. 11. auch an den Transit-Gesprächen von Verkehrsminister Hubert Gorbach mit den Landeshauptleuten von Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich teil. Kärnten sei nämlich auf der Tauernautobahn und auf der Südautobahn vom Lkw-Transit schwer betroffen. Zwischen Jörg Haider und Kanzler Wolfgang Schüssel hatte es am 5. 11. nach dem Transitgipfel noch ein Vieraugengespräch gegeben: Inhalt dürften nicht zuletzt die FPÖ-Forderungen einer erfolgreichen Transitvertragsratifizierung gewesen sein. Die ÖVP-FPÖ-Regierung beschloß inzwischen, die Parlamentsabstimmung über die EU-Erweiterung zu verschieben und den EU-Erweiterungsvertrag nicht - wie ursprünglich geplant - am 12. November dem Parlament vorzulegen, sondern voraussichtlich erst Anfang Dezember 2003. Die Kärntner FPÖ will in der Transitfrage weiter Druck machen. Das werde sicher am 7. 11. ein Thema im FPÖ - Parteivorstand und bei der nachfolgenden Bundesparteileitungssitzung im Wiener Rathauskeller sein, erklärte der Obmann der FPÖ Kärnten Martin Strutz. "Wir müssen darüber reden, wie wir den Druck auf die EU noch erhöhen können. Der Vetovorschlag von Haider ist für uns daher nach wie vor aktuell." FPÖ-Parlamentsklubobmann Herbert Scheibner wollte sich nicht auf konkrete Forderungen für eine erfolgreiche Ratifizierung festlegen. Zur Aufregung rund um das Programm der nächsten Plenarsitzung reagiert er mit Unverständnis. Scheibner: "Es gab einen einvernehmlichen Vorschlag der Klubobmänner aller vier Parteien bezüglich der Tagesordnung." Andere Behauptungen wären völliger "Unsinn", so Scheibner. Ursprünglich versprach die FPÖ auch, bei Beibehaltung der Benes-Dekrete sowie bei Nichtabschaltung des Atomwerkes Temelin ein Veto gegen die Osterweiterung einzulegen. Davon ist die FPÖ aber inzwischen offiziell abgerückt. Es ist zu befürchten, daß auch die neueste Vetodrohung nur eine leere Drohung ist... [6. November 2003] |