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Bei zweiter Abstimmung stimmen Iren für Nizza
Nach massiven Propagandaaktionen aller großen Parteien, Unternehmerverbände,
Gewerkschaften und der von den Globalisierern gekauften Systemmedien wurden
die Iren im zweiten Anlauf dazu gebracht, den Vertrag von Nizza in einer
Volksabstimmung zu billigen. In allen anderen EU-Ländern ist es den
Machthabern von vornherein gelungen, Volksabstimmungen zu diesem Thema
zu verhindern, da die Globalisierer nichts mehr fürchten, als die
wahre Meinung der Völker.
Die Eurokraten schütteln sich vor
Lachen über Nettozahler. Frankreich besteht auf weitere
Milliardenzuwendungen und der Kommissionspräsident bezeichnet
Budgetdisziplin als Dummheit
Obszöne Sprüche für die Spaßgesellschaft...
Am 20. 10. 2002 sprachen sich 63 Prozent der Wähler für das
Abkommen aus, 37 Prozent stimmten mit Nein. Die Wahlbeteiligung betrug
diesmal 49,5 Prozent. Die Auszählung der Resultate in allen 42 Wahlkreisen
ergab 906.292 Ja- und 534.887 Nein-Stimmen.
Am Wahlkampf gegen den Vertrag von Nizza nahmen auch Aktivisten der
Initiative für Heimat und Umwelt aus Österreich teil, die in
Dublin Flugblätter verteilten. Ein Argument der Nizza-Befürworter
war u. a., man müsse den armen Ostblockstaaten mit dem Geld der EU-Nettozahler
Gutes tun, da die Nettozahler auch Irland unterstützt hatten....
Beim ersten Referendum im Juni 2001 hatten die Iren den Vertrag von
Nizza noch abgelehnt. Damals stimmten 54 Prozent der Wähler mit Nein.
Damals waren nur 34 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen gegangen.
Der auf dem EU-Gipfel in Nizza im Dezember 2000 geschlossene Vertrag
soll die Brüsseler Bürokraten mit neuer Machtfülle ausstatten.
U. a. verlieren die kleinen Länder das Veto-Recht in den meisten wichtigen
Fragen und sind den Mehrheitsbeschlüssen und Packeleien der großen
ausgeliefert. Außerdem soll eine militärische Eingreiftruppe
gebildet werden, die sich ähnlich wie die NATO-Aggressionstruppen
nach Wunsch der Öl- und anderer Großkonzerne in aller Welt militärisch
betätigen soll. Durch den Vertrag von Nizza soll auch die Osterweiterung
ermöglicht werden, die den bisherigen Nettozahlern astronomische Kosten
verursachen wird und die zugunsten der Großkonzerne billige Arbeitskräfte
in die EU bringen soll.
Die Eurokraten freuen sich aber zu früh, falls sie glauben, daß
es jetzt grünes Licht für die bedingungslose Osterweiterung gibt.
Es ist immerhin u. a. auch notwendig, sich auf dem EU-Gipfel am 24. 10.
2002 in Brüssel auf die finanziellen Grundlagen der Erweiterung zu
einigen. Andernfalls ist der Zeitplan für den Anfang 2004 geplanten
Beitritt von insgesamt zehn Ländern nicht zu halten. Nach Ansicht
der Nettozahler gibt es noch Verhandlungsbedarf in der Frage der Absenkung
der Direktbeihilfen im Agrarbereich, die u. a. von Frankreich abgelehnt
wird.
Trotz des Zerfalles der niederländischen Regierung unter dem christdemokratischen
Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende könnte den EU-Erweiterungsfahrplan
gefährdet werden. Denn die nach dem Sturz des Mitte-Rechts-Kabinetts
unvermeidlich gewordenen Neuwahlen dürften aller Voraussicht nach
erst Anfang nächsten Jahres stattfinden. Das heißt, daß
die niederländische Regierung im Dezember 2002 beim EU-Gipfel in Kopenhagen,
bei dem über die Erweiterung der Union entschieden werden soll, de
facto noch im Amt sein wird. In der Koalitionsvereinbarung der nun zurückgetretenen
niederländischen Regierung heißt es, daß bei jedem Beitrittsland
gesondert zu beurteilen ist, ob es die Beitrittskriterien erfüllt
oder nicht. Vor allem die liberale VVD und ihr Fraktionschef Gerrit Zalm
pochen darauf, daß dies eingehalten wird. Die VVD will erklärtermaßen
den Beitritt von Polen, Lettland und Litauen verhindern.

Auch die schwarzblaue Koalition in Österreich kann beim Gipfeltreffen
der EU noch oder wieder im Amt sein, sodaß von daher sowohl ein Veto
gegen die Aufnahme Sloveniens und auch der Tschechei droht, falls die Benes-
bzw. AVNOJ - Enteignungsdekrete nicht aufgehoben werden. Die Regierungen
dieser Länder glauben wegen der Versprechungen der Brüsseler
Bürokraten scheinbar, eine Rückgabe des geraubten Milliardenvermögens
sei nicht notwendig. Auch gegen Polen wäre wegen des Raubes des Eigentums
von 15 Millionen Volksdeutschen ein Veto notwendig, das ist aber Sache
der BRD. Der Botschafter Tschechiens in Wien hat sich zu Recht darüber
beschwert, daß man immer die Tschechei wegen der Vertreibung der
Sudetendeutschen kritisiere, während doch in Polen viel mehr vertrieben
worden seien...
[20. Oktober 2002]
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