Auch Mossul und Kirkuk unter Kontrolle der Kurden

Mit der Einnahme der Erdölstädte Mossul und Kirkuk ist der gesamte irakische Teil Kurdistans unter Kontrolle beiden kurdischen Führer Talibani und Barsani. Mit den Kurden rückten auch irreguläre US-Söldner in die Städte ein, die auf einen baldigen Abzug der Kurden drängen, um die Türkei nicht zu verärgern, die mit einem Einmarsch drohte. In Bagdad wurden dutzende Plünderer verletzt, als Händler ihre Läden verteidigten. Das Rote Kreuz sprach von chaotischen Zuständen in den Krankenhäusern.

Kurdistan

Die US-Einheiten und die irakische Armee einigten sich nach kurdischen und US-Angaben auf ein Waffenstillstandsabkommen für Mossul. Die kurdischen Kämpfer begannen nach türkischen Angaben mit ihrem Abzug aus Kirkuk, US-Verstärkung näherte sich der Stadt. Auch die kurdischen Kämpfer, die am Morgen in Mossul eingerückt waren, würden "so bald wie möglich" abziehen, sagte der türkische Außenminister Abdullah Gül. Er habe dafür "Garantien" der USA bekommen. Die Türken fürchten Unabhängigkeitsbestrebungen der  Kurden auch im eigenen Land, wenn das staatenlose Volk die Kontrolle über die wichtigen nordirakischen Städte behält. 

Ein Vertreter der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) sagte, die US-Armee habe mit irakischen Kommandeuren eine friedliche Übergabe von Mossul ausgehandelt. Der Sprecher des US-Zentralkommandos in Katar, General Vincent Brooks bestätigte, der Kommandeur einer US-Spezialeinheit habe den unterzeichneten Waffenstillstandsvertrag eines Befehlshabers des 5. Korps der irakischen Armee akzeptiert. Mossul ist wegen seiner Ölfelder und einer Raketenbasis strategisch wichtig.

In Kirkuk und Mossul zogen Plünderer durch die Straßen. Die Lage sei außer Kontrolle, sagte der am 10. 4. 2003 als Gouverneur eingesetzte Risgar Ali Hamgam in Kirkuk. Mehrere Menschen seien getötet oder verletzt worden.

In Bagdad griffen angesichts der anhaltenden Plünderungen Ladenbesitzer zu Selbstjustiz. Mit Gewehren, Pistolen und Eisenstangen wehrten sie sich gegen Gruppen von Menschen, die ihre Geschäfte leer räumen wollten. Mindestens 25 Menschen wurden mit Schussverletzungen ins El-Kindi-Krankenhaus gebracht. Die Klinik im Osten der Stadt war am Vortag geplündert worden, nur noch zwei Ärzte leisteten erste Hilfe. 

US-Truppen rückten nach eigenen Angaben weiter auf Tikrit vor, die Geburtsstadt von Saddam Hussein. Am 13. 4. kam es zu Kämpfen in Tikrit.

[13. April 2003]


 
"Friendly Fire" in Kurdistan

Im Nordirak wurden am 6. 4. mindestens 18 kurdische Kämpfer durch US-Bomben getötet und Dutzende verletzt. Angeblich war es ein irrtümliches "Friendly Fire".  Wahrscheinlich wollten die US-Militärs aber damit die Kurden davor warnen, die Erdölfelder und die Städte Kirkuk und Mosul zu besetzen. Diese Städte wären für die Bildung eines kurdischen Staates wichtig und es dürfte Geheimabsprachen zwischen der USA und der Türkei geben, die Bildung eines selbstständigen Kurdenstaates zu verhindern.

Bei Kämpfen in der südirakischen Stadt Basra sind am 6. 4. 2003 drei britische Soldaten getötet worden. Das teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Damit ist die Zahl der in dem Konflikt getöteten britischen Soldaten auf 30 gestiegen. Nach den Worten von General Peter Wall stießen die Briten auch am Abend in der zweitgrößten irakischen Stadt noch auf Gegenwehr. Das britische Militär habe den größten Teil der Stadt unter Kontrolle. Nach BBC- Angaben sind mehrere hundert irakische Kämpfer getötet worden.

Auch in Bagdad wurden vom 4. bis 6. 4. hunderte Irakische Soldaten und zahlreiche Zivilisten getötet und verwundet. Die Krankenhäuser in Bagdad sind überfüllt und können aus Mangel an Medikamenten und Personal ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen. Mindestens ein US-Panzer wurde von den Irakern zerstört, über Tote auf US-Seite gibt es keine zuverlässigen Angaben.

Über dem Zentralirak bei Kerbela wurden nach Angaben des Pentagons am 3. 4. 2003 ein Hubschrauber und ein Kampfjet abgeschossen. Laut US-Verteidigungsministerium ist die Zahl der Opfer unklar. Die Millionenstadt Basra im Süden des Landes ist nach BBC-Angaben inzwischen von drei Seiten eingeschlossen. Amerikaner und Briten setzen bei ihren Angriffen nach britischen Medienberichten inzwischen auch Streubomben ein. Wegen ihrer verheerenden Wirkung verlangen Menschenrechtsorganisationen seit langem deren Ächtung..

Ein amerikanischer Arzt hat den Medien vorgeworfen, die Schrecken des Golfkriegs nicht ausreichend zu dokumentieren. Die Berichte gingen kaum auf die schweren Verletzungen der Opfer ein, kritisierte Gene Bolles, Leiter der neurochirurgischen Abteilung am US-Militärkrankenhaus in Landstuhl (Rheinland-Pfalz). "Wir mußten bereits verheerende Wunden behandeln - abgerissene Arme, Beine oder Hände, Verbrennungen, schwere Hirnverletzungen und Nervenschäden", sagte der Mediziner der im US-Staat Colorado erscheinenden Zeitung "Boulder Daily".

Der Arzt verwies darauf, daß es sich bei den Opfern zumeist um sehr junge Menschen handele. "Sie sind fürs Leben gezeichnet. Viele Leute scheinen sich darüber überhaupt nicht im Klaren zu sein." Bis zum 4. 4. 2003 seien seit Beginn des Irak-Krieges 281 US-Soldaten in sein Krankenhaus gebracht worden, doch die Fernsehberichte über ihre Verwundungen würden in der Regel von den grausamen Details gesäubert. Bolles nannte dies völlig inakzeptabel.

[6. April 2003]

Nur wenig Verluste bei den Aggressoren

Während durch die Invasionstruppen im Irak bereits hunderte Zivilisten umgekommen sind, halten sich die Verluste für die Aggressoren in Grenzen. Im Südirak sind am 30. 3. 2003 mindestens drei Amerikaner und ein Brite ums Leben gekommen. Beim Absturz eines US-Hubschraubers starben nach Angaben des US-Zentralkommandos in Doha (Qatar) drei amerikanische Marineinfanteristen. Ein weiterer Soldat sei verletzt worden. Nach Behauptung des Pentagon deute alles auf einen Unfall hin. Ein britischer Marineinfanterist wurde nach Angaben des Kriegsministeriums in London aus einem Hinterhalt erschossen. Mehrere andere Soldaten seien verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich auf der Halbinsel Fau. Nach Angaben des Ministeriums waren in Vororten der belagerten südirakischen Stadt Basra am Abend des 30. 3. wieder heftige Kämpfe im Gang. 

Zwei britische Soldaten, die sich weigerten, sich an den Kämpfen im Irak zu beteiligen, da dabei unschuldige Zivilisten getötet werden, wurden am 30. 3. in ihre Garnison nach Colchester, Essex (England) zurückgeschickt. Ihnen droht eine zweijährige Haftstrafe. Auch einem weiteren britischen Soldaten droht ein Kriegsgericht, da er sich weigerte, überhaupt England zu verlassen, während andere religiöse Gründe für ihre Weigerung, sich am Krieg zu beteiligen angaben..

Ein britischer Fernsehjournalist im Nordirak ist am 30. 3.  angeblich bei einem Sturz vom Hoteldach ums Leben gekommen, wie sein Sender Independent Television News (ITN) mitteilte. Der 48-Jährige wurde tot auf dem Hotelparkplatz in der Stadt Sulajmanijah gefunden. Sein Tod scheine nicht mit den Kampfhandlungen in Zusammenhang zu stehen, erklärte ITN. Die Front ist rund 50 Kilometer entfernt, Kämpfe in der Stadt gab es nicht. Augenzeugen hatten ihn allein auf das Dach des Hotels gehen sehen. Er ist bereits der zweite Reporter von ITN, der seit Kriegsbeginn in Irak ums Leben kam. Der andere wurde in der Nähe von Basra getötet, nach ITN-Angaben möglicherweise versehentlich von amerikanischen oder britischen Soldaten. Zwei Kollegen werden noch vermißt.
Journalisten, die sich nicht der US-Militärzensur unterwerfen sind offenbar Freiwild für die Aggressionstruppen und werden wahrscheinlich absichtlich getötet.

Zwei von der US-Armee aus dem Irak ausgewiesene israelische Journalisten sind nach eigenen Angaben von amerikanischen Soldaten mißhandelt worden. Die beiden Journalisten - Dan Scemama vom Fernsehsender Kanal Eins und Boas Bismuth von der Tageszeitung «Jediot Achronot» - hielten sich ohne US-Akkreditierung im Irak auf und begleiteten die US-Truppen zusammen mit zwei portugiesischen Reportern. Sie befanden sich 72 Stunden in US-Gewahrsam. Ein Pentagon-Sprecher erklärte, die vier hätten die Sicherheit der US-Soldaten bedroht. Deshalb hätten die Soldaten den Befehl erhalten, die Journalisten nach Kuwait zu bringen. Scemama erklärte am 30. 3., den vieren seien über längere Zeiträume Nahrung und Wasser verweigert worden. Ferner hätten sie eine ganze Nacht in einem kalten Zelt still stehen müssen. Einer der portugiesischen Journalisten sei von fünf US-Soldaten geschlagen und getreten worden, nachdem er darum gebeten habe, seine Frau anrufen zu können. Die Reporter seien am 25. 3. 100 Kilometer vor Bagdad, zwischen den Städten Kerbela und Nadschaf, in US-Gewahrsam genommen und der Spionage beschuldigt worden. Sie hätten stundenlang mit dem Gesicht im Sand auf dem Boden liegen müssen, bevor sie einer Leibesvisitation unterzogen worden seien, sagte Scemama im israelischen Rundfunk. Er und die anderen seien 24 Stunden lang in ihrem Jeep außerhalb des Stützpunkts eingeschlossen gewesen.

Afghanistan, Afghanistan

In Afghanistan sind am 29. 3. 2003 zwei US-Söldner getötet worden. Ein weiteres   Mitglied der US-Invasionstruppen wurde verletzt, wie das US-Kontingent der sog. Internationalen   Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) mitteilte. Demnach ereigneten sich die Vorfälle bei Gefechten in der   südwestlichen Provinz Helmand. Die USA hatten in Südafghanistan fast zeitgleich mit ihrem   Angriff auf Irak eine Großoffensive gegen angebliche  islamische Extremisten gestartet. An der Operation "Tapferer Schlag" sind etwa tausend Soldaten und Kampfhubschrauber vom   Typ Apache, Black Hawk und Chinook beteiligt.

Das Hauptquartier der "Internationalen Schutztruppe für Afghanistan" (ISAF) ist am Abend des 30. 3. bei einem Raketenangriff getroffen worden. Eine von zwei Raketen schlug in dem Gebäudekomplex der ISAF ein, der in der Nähe der US-Botschaft und des Präsidentensitzes liegt, wie die Polizei mitteilte. Minuten nach dem Angriff war die Anlage abgeriegelt, Sicherheitskräfte standen vor dem Gebäude Wache. Am Eingang bezogen zwei gepanzerte Fahrzeuge Stellung und blockierten die Hauptstraße. Eine zweite Rakete landete den Angaben zufolge im Osten von Kabul.

[30. März 2003]

Rückschläge für die Invasionstruppen im Irak und in Afghanistan

Nachdem es zu Beginn des Überfalls auf den Irak hieß, man erwarte einen baldigen Kollaps des Regimes und die US- und UK-Söldner würden als Befreier begrüßt werden, gab es am 22. und 23. 3. 2003 herbe Rückschläge für die Aggressoren. In Orten, die schon als erobert gemeldet wurden, gab es plötzlich Kämpfe mit Verlusten für die Okkupanten. "Heute war ein harter Tag für die Koalition", sagte ein Sprecher des zuständigen US-Zentralkommandos am 23. 3. in Qatar. Es gab etliche Opfer auch unter US- uns UK-Truppen.

Das irakischen Fernsehen zeigte Tote US-Söldner in Blutlachen auf einer Straße. Einige Leichen waren verstümmelt. Fünf Gefangene, darunter eine Frau, sagten, sie kämen aus den US- Bundesstaaten Kansas, Texas und New Jersey. Ihnen stand die Angst deutlich ins Gesicht geschrieben, war ihnen doch eingeredet worden, sie werden mit Blumen und Gastgeschenken von der unterdrückten irakischen Bevölkerung empfangen werden. US-Präsident George W. Bush, der unter Bruch der Genfer Konvention auf Kuba seit Monaten Kriegsgefangene aus Afghanistan wie Tiere hält, warnte den Irak davor, amerikanische Kriegsgefangene zu mißhandeln. Wer dies tue, werde als Kriegsverbrecher betrachtet.

Kriegsminister Rumsfeld erklärte sogar, das Zeigen der amerikanischen Kriegsgefangenen im Fernsehen sei ein Bruch der Genfer Konvention. Die vorher von westlichen Sendern gezeigten Bilder von knieenden irakischen Kriegsgefangenen schienen dagegen in Ordnung zu sein. 

US-Eliteeinheiten stehen nach Berichten des irakischen Fernsehens bereits 160 Kilometer südlich von Bagdad. Zwischen Verbänden der irakischen Armee und US-Soldaten kam es nach Angaben des irakischen Fernsehens zu Kämpfen um den schiitischen Wallfahrtsort Nadschaf nur 160 Kilometer südlich von Bagdad.

Auch in der als eingenommen gemeldeten Hafenstadt Umm Kasr im Süd-Irak leisteten irakische Soldaten und Zivilisten hartnäckigen Widerstand, berichtete der britische Fernsehsender Sky News. Die nahegelegene Millionenstadt Basra wird nach wie vor verteidigt, obwohl die Aggressoren in einem weiteren Bruch des Völkerrechtes die Wasser- und Stromversorgung der Stadt lahmgelegt haben. Das Wasserwerk befindet sich westlich von Basra und wurde von britischen Truppen besetzt und abgeschaltet. Über siebzig Zivilisten wurden bisher in Basra getötet und hunderte verletzt. Um Bagdad brannten mit Öl gefüllte Gräben, um der feindlichen Luftwaffe die Sicht zu nehmen.

Ein britisches Militärflugzeug vom Typ "Tornado", das vorher die Zivilbevölkerung in Basra bombardiert hatte, wurde an der Grenze von Kuwait von einer Patriot-Flugabwehrrakete der US- Truppen abgeschossen, bestätigte das britische Oberkommando. Die beiden Piloten wurden getötet. Zuvor hatten Amerikaner und Briten schon drei Hubschrauber bei angeblichen Unfällen verloren. Dabei waren 19 Soldaten getötet worden.

Bei einem Anschlag eines US-Soldaten wurde am vierten Kriegstag ein hoher Offizier getötet, zwölf wurden verletzt. Im "Camp Pennsylvania" in Nordkuwait warf nach ein junger US-Soldat Handgranaten in Zelte von Offizieren der 101. US- Luftlandedivision. Er wurde sofort überwältigt und verhört. Das läßt Rückschlüsse auf die Stimmung der Söldnertruppen zu, die ja teilweise nur als "Heimatschutz" in den USA rekrutiert wurden und nicht damit rechneten, für die US-Ölindustrie und Israel in fernen Ländern kämpfen zu müssen.

Der irakische Informationsminister Mohammed Sajjid el Sahhaf warf Amerikanern und Briten vor, in Basra Streubomben auf zivile Ziele geworfen zu haben. 77 Zivilisten seien getötet, 366 verletzt worden. Ein irakischer Militärsprecher sagte, die Iraker leisteten heroischen Widerstand.

Bilder von durch Luftangriffe verstümmelten Leichen und verletzten Kindern im Irak wühlten die Menschen in der arabischen Welt auf. Besonders schrecklich fanden Fernsehzuschauer die von El Dschasira ausgestrahlten Bilder eines toten Kindes, dem die Schädeldecke fehlte.

Seit Beginn des Krieges gegen den Irak sind mindestens drei Journalisten - ein Russe, ein Australier und ein Brite - getötet worden. Zwei Mitarbeiter des britischen TV-Senders ITN galten weiter als vermißt. Sie wurden wahrscheinlich von britischen und US-Truppen erschossen, da nur solche Journalisten geduldet werden, die sich der Zensur des Militärs unterwerfen.

US War-Crimes

Im Norden des Irak bombardierten die US-Terrorbomber am 22. 3. einige aus Lehmhütten bestehende Dörfer,  wobei über sechzig Zivilisten getötet wurden. Die US-Propaganda behauptete, dort befänden sich El Quaida-Terroristen. Die Aggressoren wissen genau, daß diese angeblichen Terroristen, eine Gruppe namens Ansar al-Islam, längst geflüchtet waren, aber ähnlich wie bei den Morden an der Zivilbevölkerung in Afghanistan sollen die Dorfbewohner dafür bestraft werden, den Freiheitskämpfern Unterkunft gewährt zu haben

Millionen Menschen gingen am Wochenende erneut gegen den Krieg auf die Straße. Bei Ausschreitungen wurden in Spanien und Bahrain mehr als 100 Menschen verletzt.

Black Hawk down auch in Afghanistan

Beim Absturz eines amerikanischen Hubschraubers sind am 23. 3. 2003 in Afghanistan alle sechs US-Söldner an Bord ums Leben gekommen. Nach Militärangaben aus Washington war der Helikopter bei einem Krankentransport, als er nördlich von Ghasni abstürzte. Die Maschine vom Typ HH-60 Black Hawk sei nicht abgeschossen worden, wurde behauptet.

[24. März 2003]


 
BRD-Kriegsminister Struck mußte in Kabul in Luftschutzbunker flüchten

Kriegsminister Struck (SP), der auf Befehl der USA die "Freiheit Deutschlands" am Hindukusch verteidigen lassen will, konnte sich am 10. 2. 2003 persönlich ein Bild von der Lage in Afghanistan machen. Nach einer Propagandaveranstaltung mit der Marionettenregierung Afghanistans stattete er dem Lager der BRD-Truppen in Kabul ein Besuch ab. Der Kriegsminister, der - typisch für die Politikerkaste der BRD - selbst nie beim Militär gedient hatte, wurde von einem Raketenangriff auf das Militärlager überrascht und mußte mit dem Journalistentroß und den Bundeswehrangehörigen eilends in den Luftschutzbunker des Lagers flüchten, wo alle drei Stunden ausharren mußten und somit Gelegenheit hatten, über die "Bedingungslose Solidarität" zur USA nachzudenken. Anfang Februar gab es einen ähnlichen Anschlag auf das Bundeswehrlager. 

Zuvor hatten die BRD und die Niederlande mit einem feierlichen militärischen Appell gemeinsam die ISAF-Führung übernommen. An der Zeremonie in Anwesenheit des unter Bewachung von US-Elitetruppen stehenden afghanischen Präsidenten Hamid Karsai nahmen rund 300 Ehrengäste teil, darunter Struck und sein niederländischer Kollege Henk Kamp. Aus Angst vor Anschlägen fand die Kommandoübergabe auf dem Gelände einer deutschen Schule unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Karsai dankte in einer kurzen Ansprache dem scheidenden türkischen ISAF-Oberbefehlshaber Generalmajor Hilmi Akin Zorlu für die Leistungen in den vergangenen acht Monaten und äußerte sich überzeugt, daß der deutsche Generalleutnant Norbert van Heyst diese Arbeit ebenso erfolgreich fortsetzen werde. Dank der Tätigkeit von ISAF beginne sich das Leben in Kabul und Umgebung wieder zu normalisieren, behauptete Karsai.

[10. Februar 2003]


 
Karsai-Truppen fahren auf Landmine

Bei der Explosion einer Landmine sind am 1. 2. 2003  im Südwesten Afghanistans bei Kandahar vier Soldaten der Karsai-Marionettenregierung getötet und fünf verletzt worden. Wie die Behörden mitteilten, kam ein Kleinlastwagen der Armee in der Provinz Nimros offenbar von der Straße ab und fuhr auf eine Landmine. Der Unglücksort liegt in einer Wüste nahe der pakistanischen Grenze. 

Bombenanschlag bei Kandahar

Bei einem Bombenanschlag in der Nähe von Kadahar wurden am 31. 1. 2003 19 Personen getötet. Ein Sprecher des Gouverneurs von Kandahar erklärte, die Explosion gehe wahrscheinlich auf das Konto der Taliban oder von Kämpfern des El-Kaida-Netzwerkes. Zuvor hatte er allerdings gesagt, wahrscheinlich sei eine alte Mine aus der Zeit des Kriegs gegen die sowjetischen Truppen oder des Bürgerkriegs explodiert.

Die völlige Zerstörung des Buses läßt vermuten, daß es sich bei dem Sprengsatz nicht allein um eine Personenmine gehandelt haben könnte. Möglicherweise war ein größerer Sprengsatz an der Mine befestigt. Dies war schon während des Kampfs gegen die sowjetischen Truppen eine gängige Praxis auf beiden Seiten.

Zunächst bekannte sich niemand zu einem Anschlag. US- und BRD-Truppen hatten Anfang der Woche in der Region gegen mutmaßliche Taliban-Einheiten gekämpft und Luftangriffe  geflogen. Die Kämpfer sollen sich in den Höhlen nahe der Stadt Spin Boldak versteckt halten. Dabei waren 18 Rebellen getötet worden. Kandahar ist die frühere Hochburg der Taliban.

Deshalb wurde ein Anschlag als Reaktion auf diese Kämpfe nicht ausgeschlossen. Nach Ansicht der USA handelte es sich bei den Rebellen um Mitglieder der Miliz Hekmatjars. Er war während des Kampfs gegen die sowjetischen Truppen massiv vom Westen gefördert worden. Vor einem Jahr kehrte er aus Iran nach Afghanistan zurück und hat mehrfach zum Kampf gegen die USA aufgerufen.

[1. Februar 2003]
 


 
Tote bei Absturz eines US-Hubschraubers in Afghanistan

Beim Absturz eines Militärhubschraubers der US - Okkupationstruppen in Afghanistan sind am 30. Januar 2003 alle vier Insassen ums Leben gekommen. Der Hubschrauber vom Typ UH-60 "Blackhawk" war in der Nähe des US-Luftwaffenstützpunkts Bagram bei Kabul abgestürzt. Die Ursache ist angeblich unklar. Dem US-Kriegsministerium zufolge ergaben erste Ermittlungen keinen Hinweis auf einen Beschuß der Maschine. Die Bush-Regierung sucht die Angelegenheit herunterzuspielen, da sie eine weitere Aggression plant und bisher behauptete, in Afghanistan herrsche nach der "Befreiung"  Ruhe und Frieden. Tatsächlich finden jedoch laufend Kämpfe zwischen Freiheitskämpfern und den Okkupationstruppen statt, die versuchen, das Marionettenregime Karsais zu stützen. Kürzlich kam es zu größeren Kämpfen im Südosten des Landes, wobei angeblich 18 Freiheitskämpfer getötet wurden. 
US-Soldaten hätten nahe Spin Boldak zunächst auf feindlichen Beschuß reagiert und dabei einen Afghanen getötet, einen weiteren verletzt und einen Dritten festgenommen. Der Festgenomene hat (wahrscheinlich nach Anwendung von brutalen Foltermethoden) auf eine Gruppe von 80 bewaffneten Kämpfern hingewiesen, die sich in den Bergen um Aga Ghar aufhielten. Zur Aufklärung in die Region entsandte Apache-Kampfhubschrauber sind beschossen worden und haben aus Maschinengewehren auf die mutmaßlichen Taliban gefeuert. Zur Verstärkung wurde eine US-Flugstaffel angefordert. Der Kommandeur Hafis Abdur Rahdeem soll mit ca. 100 Leuten im Südosten des Landes bei Bagram gegen die Okkupanten kämpfen. Die Rebellen setzen sich aus Talibantruppen und Kämpfern des ehemaligen Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatjar zusammen. 

Hektmatjar

Hekmatjar, ein fundamentalistischer Moslem, hat zu einem heiligen Krieg gegen die US-Truppen und die Marionettenregierung Karsais aufgerufen. Er ist vor einigen Monaten aus seinem Exil im Iran nach Afghanistan zurückgekehrt.

Der UH-60 Black Hawk Helicopter ist u. a. mit einer 105 mm Bordkanone ausgerüstet und kann außer der Besatzung elf Soldaten befördern. Der Kampfhubschrauber wurde erstmals 1983 bei dem völkerrechtswidrigen Überfall der USA auf den souveränen Inselstaat Grenada eingesetzt.

[30. Januar 2003]

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Deutsche als Kanonenfutter der US-Kriegstreiber

Um die US-Militärmaschinerie für einen weiteren Angriffskrieg freizumachen, erhielt die Bundeswehr den Auftrag, in Afghanistan die dortige Marionettenregierung in Kabul zu unterstützen. Für US-Soldaten ist aus Sicherheitsgründen bereits das Betreten ganzer Stadtbezirke Kabuls verboten. Die unangenehme Aufgabe, dort für Ordnung zu sorgen sollen Soldaten aus Europa und der Türkei übernehmen.

Nur Österreich hat Ende November sein Kontingent von ca. 60 Mann wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage aus Kabul abgezogen. Dagegen haben die sog. Volksvertreter des BRD-Bundestages am 22. 12. 2002 in ausgesprochener Hurrah-Stimmung beschlossen, das Bundeswehrkontingent in Kabul zu verdoppeln. 

Kabul

Am folgenden Tag kam als kleine Weihnachtsüberraschung für die Erfüllungsgehilfen der internationalen Kriegshetzer die Nachricht vom Tod der sieben Bundeswehrsoldaten in Kabul (die erste Meldung sprach von fünf deutschen und zwei afghanischen Toten). Deren Maschine, ein Sikorsky CH-53 Transporthubschrauber, stürzte am 21. 12. um ca. 15.45 Uhr Ortszeit (12.15 CET) etwa fünf Kilometer westlich des als "Camp Warehouse" bekannten Bundeswehr- Feldlagers ab. In einem Haus nahe des Absturzortes vermißt eine afghanische Familie zwei Mädchen. Vorerst sei unklar geblieben, ob sie Opfer des Absturzes geworden seien. Sprecher der Besatzungstruppen behaupten, der Absturz sei ein Unfall wegen Motorschadens gewesen und keinenfalls ein Abschuß durch afghanische Kämpfer..Anfang 2002 stürzten zwei Hubschraubers des gleichen Typs der US Okkupationstruppen in Afghanistan ab, wobei zwei US-Soldaten getötet wurden.

Wenige Stunden vorher wurde ein Soldat der US-Okkupanten im Grenzgebiet zu Pakistan bei einem Feuergefecht mit afghanischen Kämpfern getötet. 

Kanzler Schröder (SP) sagte in Berlin, seine Anteilnahme und sein tief empfundenes Mitgefühl gelte in erster Linie den Familien der Opfer, hält aber den Einsatz in Afghanistan weiterhin für notwendig. Der vormalige Pazifist, Außenminister Joschka Fischer (Grüne), zeigte sich "tief bestürzt und entsetzt", nannte aber sogleich das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan "unverzichtbar".

Nach der Bundestagsentscheidung vom 20. 12. wird die BRD die Truppenstärke zusammen mit den Niederlanden auf rund 2.500 Mann verdoppeln und in der ersten Jahreshälfte 2003 die Führung der ISAF übernehmen. Die multinationale ISAF-Truppe umfaßt 4.800 Soldaten. Kriegsminister Struck (SP) hatte erklärt, der Einsatz in Afghanistan bleibe gefährlich (am 20. 12. erklärte er im Bundestag, die Freiheit Deutschlands müsse am Hindukusch verteidigt werden...). Kurz zuvor hatte es am deutschen Feldlager einen Selbstmordanschlag gegeben, bei dem zwei afghanische Kollaborateure und der Attentäter getötet wurden.

Am 21. 12. wurde ein französischer Journalist in Kuweit von einem US-Panzer überrollt und tödlich verletzt.

Im März 2002 waren in Kabul zwei deutsche und vier dänische Soldaten der ISAF-Truppe bei Entschärfungsarbeiten an einer sowjetischen Flugabwehrrakete ums Leben gekommen.

[21. Dezember 2002]

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