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Beim zweiten Durchgang der Parlamentswahl vom 17. 6. 2007 in Frankreich erreichte Sarkozys Partei UMP nach ersten Hochrechnungen mit 319 von 577 Sitzen die absolute Mehrheit. Front National hat im zweiten Wahlgang nur in einem Wahlkreis kandidiert (die Tochter Le Pens erreichte in einem Wahlkreis Calais mehr als 12,5 %, Bedingung für Teilnahme am 2. Wahlgang), im zweiten Wahlgang erhielt sie 41,65 % der Stimmen.... UMP.........................314 Sitze
In Frankreich hat die konservative Regierungspartei UMP von Staatschef Nicolas Sarkozy den ersten Durchgang der Parlamentswahl am 10. 6. 2007 klar gewonnen. Nach Hochrechnungen hat die UMP und ihren Verbündeten rund 40,9 Prozent der Stimmen gewonnen. Sie könnten sich damit nach der zweiten Runde am kommenden Sonntag wegen des geltenden Mehrheitswahlrechtes bis zu zwei Drittel der 577 Sitze in der Nationalversammlung sichern. Die Sozialisten (PS) und ihre Partner erhielten 27,2 Prozent der Stimmen; dies würde 60 bis 170 Mandate bedeuten. Die Wahlbeteiligung war die niedrigste seit 1958, der Gründung der fünften Republik. Zur Wahl der Abgeordneten waren 43,8 Millionen Franzosen aufgerufen. Schätzungen gingen davon aus, dass zwischen 37 und 40 Prozent von ihnen angesichts des erwarteten Sieges des Sarkozy-Lagers gar nicht erst zur Abstimmung gingen. Den bisher größten Anteil von Wahlverweigerern hatte es 2002 gegeben, als 35,58 Prozent der Franzosen nicht abstimmten. Vorläufige Ergebnisse: UMP.........................39,5 %
Präsidentenwahl 2007 in Frankreich Nicolas Sarkozy hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich am 6. 5. 2007 gewonnen. Hochrechnungen zufolge stimmten 53 % der Franzosen für den Kandidaten der Konservativen. Die Sozialistin Royal kam demnach auf 47 %. Sarkozy rief das Land nach seinem Wahlsieg zur Einheit auf. In einigen Vorstädten kam es nach bekanntwerden des Wahlsieges Sarkozis zu Protesten Jugendlicher Immigranten, hunderte Autos wurden angezündet. [6. Mai 2007] Neokonservativer mit französischem Pass >> Bei der traditionellen Mai-Kundgebung vor der Pariser Oper empfahl der Vorsitzende der Front National Le Pen am 1. 5. 2007 seinen Anhängern, bei der Stichwahl am 6. 5. keinen der beiden Kandidaten zu wählen, sondern sich der Stimme zu enthalten. Da die sozialistischen Kandidatin S. Royal die Wiedereinführung des Verhältniswahlrechtes versprochen hatte, wäre ihr Sieg diesbezüglich für die Partei Le Pens günstiger, da diese durch das Mehrheitswahlrecht benachteiligt wird. Bei der letzten Parlamentswahl konnte die FN trotz eines Stimmenanteiles von über 15 Prozent keinen einzigen Kandidaten durchbringen. Präsidentschaftswahl 2007 Beim ersten Durchgang der Präsidentenwahl in Frankreich vom 22. 4. 2007 kam der konservative N. Sarkozy auf 31,1 Prozent und die sozialistische S. Royal auf 25,8 Prozent der Stimmen. Der Zentrumspolitiker Bayrou erhielt 18,5 und Le Pen von der Front National 10,5 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung der 44,5 Millionen Wahlberechtigten war mit 84,5 Prozent überraschend hoch. Le Pen erklärte am Wahlabend, er werde am ersten Mai eine Wahlempfehlung für die Stichwahl vom 6. Mai geben. Ergebnisse weiterer Kandidaten: Besangenot: 4,4 %, De Villiers: 2,6 %, Buffet: 1,9 %, Nihous: 1,6 %, Voinet: 1,6 %, Laguiller: 1,5 %, Bove: 1,4 %, Schivardi: 0,4 % Parteitag der Front National >>
Linksbündnis erreicht in 21 von 23 Regionen die Mehrheit Im zweiten Wahlgang der Regionalwahlen am 28. 3. 2004 gewannen die Linksparteien
(Wahlbündnis von Grünen bis Kommunisten) die Mehrheit in fast
allen Regionen (außer Lothringen). Das Ergebnis ist den reaktionären
Konservativen zu verdanken, die sich weigerten, mit der Front National
ein Wahlbündnis einzugehen. Sie könnten sich ein Beispiel an
der ÖVP nehmen... Wahlbündnisse sind wegen des in Frankreich
eingeführten Mehrheitswahlrechtes eine zwingende Notwendigkeit. Die
rechten Parteien hätten in zahlreichen Regionen in einem Wahlbündnis
die absolute Mehrheit erreicht. Im zweiten Wahlgang durften nur Parteien
kandidieren, die im ersten Wahlgang mehr als zehn Prozent der Stimmen erreichten..
Das konservativ-bürgerliche Lager des französischen Premierministers Jean-Pierre Raffarin hat schon beim ersten Wahlgang der Regionalwahl am 21. 3. 2004 eine klare Niederlage einstecken müssen. Die Opposition erzielte im ersten Wahlgang Hochrechnungen zufolge landesweit rund 40 Prozent, die Regierungspartei von Staatspräsident Jacques Chirac, UMP, und die zentrumsdemokratische UDF kamen zusammen nur auf 34 Prozent. Die Front National Le Pens erhielt etwa 17 Prozent der Stimmen, die allermeisten entfielen auf die Nationale Front Jean-Marie Le Pens. Die Wahlbeteiligung lag mit etwa 60 Prozent höher als erwartet. Der sozialistische Exkulturminister Jack Lang sprach am Sonntagabend von einer «klaren Bestrafung» für den unpopulären Regierungschef. Das linke Wahlbündnis besteht aus Sozialisten, Kommunisten und Grünen. Die rechten Parteien hätten eine klare Mehrheit von 51 % der Stimmen, da aber UMP und UDF ein Bündnis mit der Front National ablehnen werden die Linksparteien nach dem in Frankreich geltenden Mehrheitswahlrecht die meisten Sitze in den Parlamenten gewinnen. Der Rechten droht jetzt beim zweiten Wahlgang am nächsten Sonntag der Verlust mehrerer Regionen. 1998 hatte sie 14 Regionen gewonnen, die Linke acht. Le Pens Nationale Front dürfte in 19 der 22 Regionen die Zehn-Prozent-Hürde übersprungen haben und kann dann dort beim zweiten Wahlgang wieder antreten. Diese Konstellation geht traditionell zu Lasten der reaktionären Rechten. In der Region Poitou-Charentes, wo Raffarin 14 Jahre Präsident war, steht seine Nachfolgerin Elisabeth Morin nach dem ersten Wahlgang offenbar auf verlorenen Posten gegen die sozialistische Exministerin Ségolène Royal, die zwischen 40 und 46 Prozent erzielte. Möglich scheint auch ein Machtwechsel nach links in Rhône-Alpes mit der Hauptstadt Lyon. In Provence-Alpes-Côte-d'Azur liegt die UMP/UDF-Liste nur knapp vor der Nationalen Front, aber klar hinter der Listen des amtierenden Regionalpräsidenten Michel Vauzelle von den Sozialisten. In Paris gilt eine Kabinettsumbildung nach den Wahlen als wahrscheinlich. Einige Minister müssen sich voraussichtlich zwischen ihrem regionalen Mandat und ihrem Regierungsamt entscheiden, zudem gelten Erziehungsminister Luc Ferry und Gesundheitsminister Jean-François Mattei als Wackelkandidaten. Sollte der «Denkzettel» für Raffarin nach Meinung von Staatspräsident Chirac allzu deutlich ausgefallen sein, ist auch der Regierungschef gefährdet. Trotz vergleichbarer Größe haben die Regionen im französischen Zentralstaat keine mit den machtvollen BRD-Bundesländern vergleichbaren Kompetenzen. Diese liegen in Frankreich nur beim Bau von Schulen, dem Regionalverkehr der Bahn, der Wirtschaftsförderung und in der Umweltpolitik. [28. März 2004] Anmerkungen zu den Regionalwahlen in Frankreich von Günter Deckert (14.04.04) Vorbemerkung - Frankreich hat, ausgenommen bei der EU-Wahl, nicht ein Verhältniswahlrecht wie hierzulande, sondern ein Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen gegenüber dem britischen Mehrheitswahlrecht(1) in einem Wahlgang. - Im 2. Wahlgang sind in den einzelnen "Regionen", die teilweise den alten Provinzen entsprechen, nur die Listen zugelassen, die im 1. Wahlgang mindestens 10% erreicht haben. So ist z. B. die Liste "L´Alsace d´abord" (Das Elsaß zuerst!) eines ehemaligen FN-Mannes mit 9, 2% gescheitert. In der April-Ausgabe der DS erschien bereits ein erster Hinweis, und in den Systemmedien wurde die Niederlage des bürgerlichen Lagers (Chiracisten und Giscardisten), die man in den französischen Medien auch als "la droite" (die Rechte) bezeichnet - die FN wird als "extré`me droite" (extreme/äußerste Rechte) bezeichnet - ausführlich abgehandelt. - In Frankreich, sieht man vom "äußersten rechten Rand" ab, gehen die Uhren ähnlich wie hier: Versagen die "Vereinten Roten aller Schattierungen" kommt die "bürgerliche Rechte" dran, versagt diese, kommen wieder die "Vereinten Roten" zum Zuge. Im Nachfolgenden soll uns logischerweise das Abschneiden der nationalistischen Rechten interessieren, und hier vornehmlich der FN von JMLePen, denn die FN-Abspaltung um B. Mégret spielt praktisch keine (große) Rolle mehr und dürfte ganz abtauchen, wenn bei den EU-Wahlen nicht die "wichtigen 0,5%" erreicht werden, weil die Mégret-Truppe dann pleite sein dürfte. Im Vorfeld der Wahl wurde bereits deutlich, daß die regierende "bürgerliche Rechte" mit erheblich Gegenwind rechnen mußte, denn die Reformen in Frankreich sind ähnlich angelegt wie hierzulande, indes mit dem Unterschied, daß bei uns die "Vereinten Roten/Rotgrünen" in Berlin an der Macht sind. - Der FN, zumindest in den nationalistischen Medien, traute man aufgrund des politischen Umfeldes (typische FN-Problematik um das Problem Einwanderung herum) eine prozentuale Steigerung zu. - Doch bereits nach dem 1. Wahlgang wurde deutlich, daß die Wähler verstärkt auf "links" gesetzt haben, und auch die FN konnte landesweit nicht zulegen, verlor aber auch nicht. Die allgemeinen Ergebnisse des 1. Wahlganges in Frankreich (ohne Überseegebiete):
Wahlbeteiligung 62, 11% - Bürgerliche Linke 40, 15% (9.737.345 Stimmen)
- Bürgerliche Rechte 34,47% (8.358.570) – Nationale Rechte 16, 14%
(3.913.037), darunter FN 14, 70% (3.563.875) - MNR und "Das Elsaß
zuerst!" 1, 44% (349.162) - Äußeste Linke (KPF) 4, 94% (1.199.131)
- Jäger(-Partei)
Die allgemeinen Ergebnisse des 2. Wahlganges ....: Wahlbeteiligung 65, 68% - Linke 50, 35% - Bürgerliche Rechte 36, 88%, FN 12, 38% bezogen auf ganz Frankreich und 15, 30% bezogen auf die 17 Regionen, in denen die FN noch im Rennen war. FN-Ergebnisse, in den 17 Regionen: Elsaß 22% (1. Wahlgang 18, 58%); 151.186 Stimme / 8 "Abgeordnete"; "PACA" 21, 06% (22, 95%) - 409.786 Stimmen / 19 "Abgeordnete"; Nord(en)-Pas-de-Calais 19, 73% (17, 94%) - 336.444 Stimmen / 16 "Abgeordnete"; Picardie 18, 66% (22, 94%) - 155.851 Stimmen / 8 "Abgeordnete"; Champagne-Ardenne(n) 18, 28% (19, 72%) - 99.766 Stimmen / 6 "Abgeordnete"; Lothringen 17, 29% (17, 58%) - 162.971 Stimmen / 9 "Abgeordnete"; Franche-Comté 17, 14% (18, 68%) - 88.134 Stimmen / 5 "Abgeordnete"; Centre 16, 46% (17, 52%) - 173.460 Stimmen / 9 "Abgeordnete"; Languedoc-Rousillon 15, 72% (17, 17%) - 177.568 Stimmen / 8 "Abgeordnete"; Burgund 15, 37% (15, 76%) - 108.124 Stimmen / 6 "Abgeordnete"; Rhone-Alpen 15, 28% (18, 21%) - 355.861 Stimmen / 18 "Abgeordnete"; Haute-Normandie 14,59% (15, 91%) - 113.013 Stimmen / 6 "Abgeordnete"; Basse-Normandie 13, 78% (88.618 Stimmen / 5 "Abgeordnete"; Midi-Pyrénées 12, 06% (11, 77%) - 149.409 Stimmen / 8 "Abgeordnete"; Aqitanien 11, 69% (11, 45%) - 164.047 Stimmen / 7 "Abgeordnete"; Ile-de-France 10, 11% (12, 26%) - 395.481 Stimmen / 15 "Abgeordnete"; Poitou-Charentes 8, 70% (10, 50%) - 70.896 Stimmen / 3 "Abgeordnete". - Insgesamt kam die FN auf 156 Gewählte im Vergleich zu 130 beim letzten Mal. - 1986 hatte die FN 137 Gewählte, 1992 waren es 239 und 1998 gar 275. Bei diesen Wahlen gab es das Verhältniswahlrecht in einem Wahlgang. Neben den Regionalwahlen fanden auch in den "Kantonen" sog. Kreiswahlen statt. - Die FN kam landesweit auf 4, 65%, bezogen auf die 278 "Kantone", in denen sie im 2. Wahlgang noch vertreen war, erreichte sie 20, 80%. – Auch bei den Kantonalwahlen hatte die Linke die Nase vorn: 51, 53%, darunter 38, 34% für die PS (Sozialistische Partei), KPF 4, 74%, Grüne 0, 97%, sonstige Linke 5, 93%. - Die "Bürgerlichen" kamen hier auf 42, 50%, darunter die Chiracisten mit 27, 23%, die Giscardisten mit 4, 65% und sonstige Rechte mit 10, 62% Das Rennen um die Macht in Frankreich ist wieder offener denn je. Es sieht so aus, als hätten die "Bürgerlichen" dort genauso abgewirtschaftet wie bei uns die "Schröder-Fischer-Versager. - Doch im Gegensatz zu hierzulande gibt es in Frankreich eine beachtlich starke nationale Wählerschaft, die bei gleichen Wahlbedingungen wie in brddr-Deutschland auch in der Nationalversammlung, in der die FN nicht vertreten ist, eine starke Vertretung hätte. Und noch etwas: Die Probleme, die gleichen wie bei uns, die in Frankreich dazu führen, daß man "extré`me droite", also "rechtsradikal" wählt, zeitigen bei uns nach wie vor nicht die gleiche politische Auswirkung. Andernfalls müßte die NPD als die originäre nationale Sachwalterin in Prozentbereiche kommen wie die FN. "Am derzeitigen brddr-deutsche Wähler wird das "deutsche Wesen" auf keinen Fall genesen. Hier tut nicht nur umdenken und umschwenken not, sondern nur ein radikales Wählen gegen das "System" der etablierten, anti-deutschen Versager und Sprücheklopfer. Günter Deckert |
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Der frühere Premierminister Alain Juppé, der den Vorsitz der UMP übernehmen dürfte, führte den Erfolg auf Chirac, Raffarin und die Sammlung fast aller Kandidaten des rechten Lagers in der UMP zurück. Zugleich warnte er aber vor Triumphalismus und Revanchegelüsten. Die Linke muß nach dem Debakel von Präsidentschaftskandidat Lionel Jospin gegen den den Präsidenten des Front National Jean-Marie Le Pen endgültig in die Opposition. Die einstigen Regierungsparteien fielen von 320 Mandaten auf 175 zurück. Die Fraktion der Sozialisten hat nur noch 152 Abgeordnete. Schuld an dem Ausmaß der Niederlage der Linken dürfte auch die massive Unterstützung Chiracs durch die linken bei der Präsidenten-Stichwahl gewesen sein. Die Wähler haben dann auch gleich die von Chirac empfohlenen Kandidaten der Konservativen gewählt Während der Parteivorsitzende François Hollande seine Wiederwahl knapp schaffte, scheiterte die frühere Sozialministerin Martine Aubry in Lille überraschend. Exumweltminister Yves Cochet von den Grünen behauptete sich in Paris. Gemeinsam mit anderen Spitzenpolitikern wie den Sozialisten Dominique Strauss-Kahn und Jack Lang rief er zu einer grundlegenden Erneuerung der Linken auf. Die Kommunistische Partei brachte dank der Wahlabsprache mit anderen Linksparteien immerhin 21 Abgeordnete durch. Parteichefin Marie-George Buffet sprach von einem Erfolg, daß die PCF wieder eine eigene parlamentarische Gruppe stellen könne. Mit 4,9 % der Wählerstimmen erreichten die Kommunisten diese Abgeordnetenzahl, während Front National mit 11 % der Stimmen überhaupt keinen Sitz errang... Nach dem Sensationserfolg ihres Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Le Pen konnte sich die rechte Nationale Front in keinem Wahlkreis durchsetzen. Le Pen kritisierte das Mehrheitswahlrecht als undemokratisch. Das neue Parlament repräsentiere «nur einen von zwei Franzosen», sagte der FN-Vorsitzende am 16. 6. in Paris. Außerdem habe Frankreich unter sozialistischen und konservativen Regierungen ohnehin seine Unabhängigkeit an die EU verloren, erklärte le Pen. [17. Juni 2002] |
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Nachdem die konservativen Parteien Frankreichs weitgehend das Programm Le Pens übernommen haben und selbst gegen die Masseneinwanderung und für Recht und Ordnung eintreten, konnten sie im ersten Wahlgang der Wahlen zur Nationalversammlung am 9. 6. 2002 einen deutlichen Vorsprung vor den Linksparteien erreichen. Voraussichtlich werden sie bei der Stichwahl am 16. 6. die absolute Mehrheit in der Französischen Nationalversammlung erringen. Nach Hochrechnungen von Wahlforschungsinstituten erhielten die Konservativen am Sonntag 43,7 Prozent der Stimmen. Auf die linken Parteien entfielen 36,8 Prozent. Für die Stichwahl am kommenden Sonntag wird dem konservativen Bündnis der Gewinn der absoluten Mehrheit in der Nationalversammlung vorausgesagt. Der liberaldemokratische Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin, den Chirac nach dem Rücktritt des Sozialisten Lionel Jospin als Chef einer Übergangsregierung eingesetzt hatte, sagte, er rechne mit einen klaren Mehrheit bei der Stichwahl. Die Botschaft des Abends gebe Vertrauen. "Aber wir bleiben bescheiden." Die Sozialisten hoffen, am kommenden Sonntag mehr Wähler mobilisieren zu können. Parteichef Francois Hollande sagte, er rufe alle auf, am kommenden Sonntag zur Wahl zu gehen. "Es dauert fünf Minuten und steht dann für fünf Jahre." Am Sonntag waren allein 38 Prozent der Wahlberechtigten den Urnen ferngeblieben, was einen neuen Rekord für Frankreich darstellt. Die Kandidaten der rechten Nationalen Front von Jean-Marie Le Pen erhielten am Sonntag nach der Prognose 11,6 Prozent der Stimmen; mit der Partei Megrets zusammen ergeben sich zwölf bis 13 Prozent der Stimmen. Bei der Parlamentswahl 1997 hatte die Nationale Front allein noch 14,9 Prozent erreicht. Nach den Prognosen könnte das von Chirac angeführte Rechtsbündnis "Union für die Mehrheit des Präsidenten" (UMP) in beiden Wahlgängen zwischen 380 und 420 der 577 Sitze der Nationalversammlung und damit klar die absolute Mehrheit erringen. Auf die Linke würden danach zwischen 135 und 175 Sitze entfallen. Die Rechtsparteien einschließlich der Nationalen Front könnten mit bis zu vier Abgeordneten in die Nationalversammlung einziehen. In Frankreich wurde wegen des Aufstieges der "Nationalen Front" bereits vor längerer Zeit das Mehrheitswahlrecht eingeführt. [9. Juni 2002] |
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In der zweiten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich am 5. 5. 2002 siegte der Kandidat der Neogaullisten mit ca. 82 % der Stimmen gegen Le Pen, den Vertreter der Front National. Chirac wurde auch von den Linksparteien und der Systempresse unterstützt. Da der Sozialist Jospin als Ministerpräsident zurückgetreten ist, will Chirac am 6. 5. einen bürgerlichen Kandidaten zum Ministerpräsidenten ernennen. Le Pen erklärte am Abend des 5. 5., die Front National sei die einzige Oppositionspartei und der Sieg Chiracs sei durch Meinungsmache der Systemmedien sowie durch totalitäre Methoden seiner Gegner zustandegekommen. Er rief seine Wähler auf, sich auf die kommenden Parlamntswahlen im Juni 2002 vorzubereiten. [6. Mai 2002] |
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Die französischen Sozialisten sind die großen Verlierer in der ersten Runde der Präsidentenwahl. Statt des sozialistischen Premierministers Lionel Jospin tritt in 14 Tagen der Präsident der Front National Jean-Marie Le Pen gegen den konservativen Amtsinhaber Jacques Chirac an. Dieses Ergebnis der Wahl vom Sonntag erschütterte die politische Öffentlichkeit Frankreichs wie ein Erdbeben. In Paris gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen das Wahlergebnis. Der Neogaullist Chirac kam auf 19,67 Prozent, Le Pen von der Nationalen Front erhielt 17,02 Prozent. Nur auf Platz drei kam Jospin mit einem Anteil von 16,07 Prozent. Danach folgten der bürgerliche Zentrumsdemokrat François Bayrou mit 6,89 Prozent, die Trotzkistin Arlette Laguiller mit 5,77 Prozent und Linksnationalist Jean-Pierre Chevènement mit 5,36 Prozent der Stimmen. Robert Hue von der Kommunistischen Partei kam mit 3,4 Prozent nur auf den elften Platz der insgesamt 16 Kandidaten. Der von der nationalen Front abgefallene Meigret erreichte 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte mit etwa 72 Prozent den niedrigsten Wert bei einer Präsidentenwahl seit vier Jahrzehnten. Die Politik der Masseneinwanderung und der bedingungslosen Osterweiterung, die von Chirac und Jospin unterstützt wurde, scheint jetzt auch in Frankreich abgelehnt oder zumindestens ernsthaft hinterfragt zu werden. Chirac betrieb sogleich Panikmache und rief die Franzosen zu einem "demokratischen Ruck" und zur "Verteidigung der Republik" auf. Nach dem Wahlerfolg Le Pens stünden der Zusammenhalt der Nation, die Rolle Frankreichs in der Welt und die Menschenrechte auf dem Spiel meinte Chirac, einer der eifrigsten Befürworter der EU-Sanktionen gegen Österreich wegen der Regierungsbeteiligung der "fremdenfeindlichen" FPÖ.....
Le Pen sprach nach seinem Wahlerfolg von einer «historischen Chance des nationalen Wiedererstarkens». Die Franzosen hätten den Wechsel gewollt. Die seit Jahren regierenden Chirac und Jospin seien für die dramatisch hohe Kriminalität im Land verantwortlich und es gebe einen zusammenhang zwischen der Massenimmigration und der steigenden Kriminalität. Im letzten Jahr nahm die Kriminalität in Frankreich um 8 % zu. «Das ist eine große Niederlage der beiden Führer des Establishments», erklärte der 73-jährige Gründer der Front National. Die 8 rechten Präsidentschaftskandidaten erreichten zusammen 57 % der Wählerstimmen. Auch im Parlament hätte es schon bei der letzten Wahl eine rechte Mehrheit gegeben, wenn die französischen Rechtsparteien mit Le Pen Wahlabsprachen getroffen hätten. Die Sozialisten trafen Absprachen mit den Kommunisten und erreichten so die Mehrheit der Abgeordneten im Parlament obwohl die rechten Parteien mehr Wählerstimmen hatten. Jospin erklärte in einer kurzen Ansprache, er übernehme die volle Verantwortung für die Niederlage und werde sich nach dem Ende der Präsidentschaftswahl aus dem politischen Leben zurückziehen. Der Wahlerfolg Le Pens sei ein «Donnerschlag» und ein «sehr beunruhigendes Zeichen für Frankreich und unsere Demokratie». Nach fünfjähriger Regierungsarbeit sei er vom Wahlergebnis tief enttäuscht. Er rief seine Partei zur Mobilisierung für die Parlamentswahl im Juni auf. Jospins ehemaliger Finanzminister Dominique Strauss-Kahn und der Grüne Noël Mamère, der auf 5,2 Prozent der Stimmen kam, riefen alle "Demokraten" zum gemeinsamen Vorgehen gegen "Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" auf. Er werde im zweiten Wahlgang für den Neogaullisten Chirac stimmen, kündigte der Sozialist Strauss-Kahn am Abend bereits an. Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, François Hollande, sagte, der Erfolg Le Pens sei auf den "Mißbrauch" des Themas Kriminalität im Wahlkampf zurückzuführen. Das Ergebnis sei ein «großer Schock» für das Land. Der Sozialist Laurent Fabius sprach von einer Katastrophe. Mehrere tausend Menschen demonstrierten in der Nacht zum Montag in Paris und anderen französischen Städten gegen Le Pen. Auf dem Pariser Platz der Republik strömten etwa 10.000 Menschen zusammen, unter ihnen zahlreiche enttäuschte Anhänger der Sozialisten und Kommunisten. Die Demonstranten zogen mit Sprechchören wie «Nieder mit der Front National» zur Place de la Bastille. Auf Plakaten hieß es: «Ich schäme mich, Franzose zu sein.» [21. April 2002] |