Riess-Passer plant neue Wählertäuschung "Keine Werbekampagne", sondern eine "Informationsoffensive der Regierung zur EU-Osterweiterung" soll nach dem Willen von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (FPÖ) die "Österreich - Plattform" werden. Zusammen mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) präsentierte sie am 6. 4. 2001 in Wien diese Aktion, mit der die Bevölkerung ausgewogen über die Chancen und Risken der Erweiterung "informiert" werden soll. "Man darf über die Menschen nicht drüberfahren", betonte Riess-Passer. Deshalb müsse man über wichtige Fragen der Osterweiterung wie die Arbeitnehmer-Freizügigkeit oder die Atomenergie, die bei der Bevölkerung Ängste auslösten, "offen diskutieren". Den Vorwurf, daß bei den Österreichern besondere Skepsis über die EU-Erweiterung herrsche, wies die Vizekanzlerin zurück. Aber: "Österreich ist besonders betroffen."
Von den vor den Wahlen genannten Bedingungen, wie Abschaffung der Benes- Dekrete und der AVNOJ - Beschlüsse glaubt die Frau Vizekanzlerin gar nicht mehr sprechen zu müssen. Die bevorstehende Masseneinwanderung von billigen Arbeitskräften liegt natürlich ganz im Interesse der Großindustrie und ihrer Vertreter in der ÖVP. Wieso sich aber eine FPÖ - Funktionärin an dieser Propagandaaktion der Globalisierer beteiligen muß, bleibt rätselhaft.Für Ferrero-Waldner ist die "Österreich-Plattform" die "andere Seite der Strategischen Partnerschaft", die Österreich mit den benachbarten EU-Beitrittskandidaten aufbauen will. "Mit dieser Plattform werden wir in den kommenden vier Jahren einen fairen, offenen Dialog nach innen mit der Bevölkerung führen", sagte sie. Lobend äußerte sich der Vertreter der EU-Kommission in Wien, Wolfgang Streitenberger: "Österreich ist das einzige EU-Mitgliedsland, in dem es einen so breiten Dialog gibt." Wien bekommt einen überproportionalen Anteil an finanziellen Mitteln aus Brüssel. Von den bis 2006 für Erweiterungs-"Information" in den Mitgliedsländern budgetierten 60 Millionen Euro (825,6 Mill. S) gehen zehn Prozent nach Österreich, obwohl dessen Anteil an der EU-Bevölkerung nur zwei Prozent betrage. Da Österreich zu den "Nettozahlern" der EU gehört heißt das, daß die Steuerzahler die EU - Propaganda gegen das eigene Volk auch noch selbst bezahlen müssen. Aus Österreich selbst kommen weitere 20 Mill. S. Zur "Information" der Bevölkerung wird ein "Informationspartner - Netzwerk" aufgebaut, in das unter anderem politische Parteien, Sozialpartner und Länder eingebunden werden sollen. Zudem wird es "Informationsveranstaltungen" (soll heißen EU - Propaganda) und eine eigene Homepage geben. "Damit können wir die Erweiterung zu einer Erfolgsstory machen", glaubt Ferrero-Waldner. Sie meint natürlich zu einer Erfolgsstory für die Industrie, die dringend billige Arbeitskräfte braucht.
[7. April 2001]
FPÖ verliert dritte Landtagswahl Vor einem Dilamma standen die Anhänger der FPÖ wie bei den Wahlen in der Steiermark und im Burgenland auch bei den Landtagswahlen für Wien. Einerseits lehnen sie die massiven Sparmaßnahmen und Belastungen der einheimischen Steuerzahler zwecks neuerlicher Wiedergutmachungszahlungen in Milliardenhöhe sowie die von der Regierung gewünschte Osterweiterung ab, andrerseits ist durch die rotgrüne Gefahr in Wien die FPÖ doch noch als das kleinere Übel anzusehen.
Immerhin haben die Wiedergutmachungszusagen, mit denen das Wohlwollen der internationalen Wiedergutmachungslobby erkauft werden sollte, innerhalb des ersten schwarzblauen Regierungsjahres bereits 12 bis 16 Milliarden Schilling erreicht und weitere Milliardenforderungen ausgelöst.U. a. forderte der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant unlängst weitere 8 Milliarden als Schadenersatz für die "Vernichtung jüdischer Kulturgüter in Österreich"(wie z. B. die Benutzung eines früheren Gebetshauses in Wien IX als Trafostation), in den USA werden laufend neue Sammelklagen eingebracht und Opferanwalt E. Fagan hatte schon vor längerer Zeit Forderungen in Höhe von weiteren 300 Milliarden Schilling angekündigt. Die früheren FPÖ - Anhänger sehen nicht ein, warum sie eine Sparpolitik zur Erfüllung solcher Forderungen unterstützen sollen. Da helfen deftige Worte Jörg Haider garnichts, seine Reden klingen vielmehr immer hohler, wenn sie nichts anderes als weitere Milliardenzahlungen zur Folge haben ohne die Entschädigung der volksdeutschen Heimatvertriebenen auch nur zu erwähnen. Ähnliches gilt für die geplante Osterweiterung. Wenn nicht klipp und klar gesagt wird, daß es ohne Aufhebung der Benes-Dekrete und AVNOJ - Beschlüsse keine Osterweiterung gibt, dann nutzen diverse unverbindliche Randbemerkungen zu diesem Thema auch nichts. In Wirklichkeit steuert die ÖVP-FPÖ Regierung ganz klar auf eine bedingungslose Osterweiterung zu.
Die FPÖ Führung will diese Problematik geflissentlich übergehen und redet von notwendigen Sparmaßnahmen ohne die Probleme der ewigen Wiedergutmachung bzw. der bedingungslosen Osterweiterung zuzugeben.
So sind auch bei den Wiener Landtagswahlen zehntausende frühere FPÖ - Wähler diesmal nicht zu den Wahlurnen gegangen, wie schon vorher die Wähler in der Steiermark und im Burgenland.
Bei den Landtags- und Bezirksvertretungswahlen vom 25. 3. 2001 erreichte die SPÖ prozentmäßig große Zugewinne sowie eine absolute Mandatsmehrheit, deutliche Zugewinne gab für die Grünen, einen leichten Zugewinn für die ÖVP, Verluste für die FPÖ, und das LIF hat den Wiedereinzug in den Gemeinderat nicht geschafft: Das ist das vorläufige Endergebnis der Wiener Gemeinderatswahl 2001 (ohne Wahlkarten). In Prozenten und Mandaten:
SPÖ 46,81 (+7,66), FPÖ 20,25 (-7,69), ÖVP 16,37 (+1,11), Grüne 12,45 (+4,5), LIF 3,46 (-4,49), KPÖ 0,64
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Ergebnis der Wiener Landtagswahlen vom 25. 3. 2001
In Mandaten bedeutet dies:
SPÖ 52 Mandate (+9) FPÖ 21 Mandate (-8) ÖVP 16 Mandate (+1) Grüne 11 Mandate (+4) LIF und KPÖ 0 Mandate
Die Wahlbeteiligung ist weiter gesunken lag bei 65,6 %.
. 2001 1996 +/- 2001 1996 Wahlber 1096732 1099234 -2502. . Abgeg 719896 752484 -32588 65,64 % 68,46 %Gültige 708083 737849 -29766 98,36 % 98,06 %Ungültige 11813 14635 -2822 1,64 % 1,94 %SPÖ 331481 288868 +42613 46,81 % 39,15 %FPÖ 143380 206122 -62742 20,25 % 27,94 %ÖVP 115942 112616 +3326 16,37 % 15,26 %Grüne 88129 58620 +29509 12,45 % 7,94 %LIF 24476 58666 -34190 3,46 % 7,95 %KPÖ 4518 4202 +316 0,64 % 0,57 %SLP 93 - +93 0,01 % -BCH 64 - +64 0,01 % -[25. März 2001]