|
Mit leichten Gewinnen sowohl für die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) als auch für die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) ist am 6. 4. 2006 die Personalvertretungswahl der österreichischen Exekutive zu Ende gegangen. Im neuen, zusammengelegten Zentralausschuss von Polizei, Gendarmerie und Kriminaldienst konnte die FSG ihre absolute Stimmenmehrheit noch leicht ausbauen. Die freiheitliche AUF verlor zwar weiter, zieht aber ebenfalls in den neuen Zentralausschuss ein. Nach dem vorläufigen Endergebnis kommt in dem neuen, gemeinsamen Zentralausschuss für das "Öffentliche Sicherheitswesen" die FSG auf 51,64 Prozent der Stimmen, was einem Plus von 0,4 Prozentpunkten entspricht. Die ÖAAB-FCG-Fraktion erzielte 35,73 Prozent - plus 0,26 Prozentpunkte. Die AUF erreichte 10,35 Prozent, ein Minus von 1,51 Prozentpunkten. In dem neuen zusammengelegten Zentralausschuss für das "Öffentliche Sicherheitswesen" ist die FSG damit mit 7 Mandaten vertreten, die FCG mit 4 und die AUF mit einem. Das bedeutet keine Veränderung der bisherigen Stärke, wenn man die Verhältnisse in den drei früher getrennten Zentralausschüssen von Polizei, Gendarmerie und Kriminaldienst auf den jetzt zusammengelegten umlegt. Verglichen mit der Verteilung der Mandate vor der Zusammenlegung der drei Personalausschüsse von Polizei, Gendarmerie und Kriminaldienst brachte die Wahl keine Veränderung der Machtverteilung. Auch in der ebenfalls neu gewählten Sicherheitsverwaltung gab es nur leichte Verschiebungen. Die FSG verlor zwar 0,75 Prozentpunkte, hat aber mit 77 Prozent hier immer noch eine Dreiviertelmehrheit. Die FCG hält bei 23 Prozent, die AUF hat hier nicht kandidiert. Die Mandatsverteilung lautet nun fünf zu eins, es wurde ein Mandat weniger vergeben als bisher. Die Neuwahl war notwendig geworden, weil in Österreich Gendarmerie und Polizei mit 1. Juli 2005 zusammengelegt wurden. Die Wahlbeteiligung lag um 2,4 Prozentpunkte niedriger als 2004, aber mit 88,7 Prozent immer noch relativ hoch. Innenministerin Liese Prokop (ÖVP) freute sich sowohl über die hohe Wahlbeteiligung als auch über die FCG-Zugewinne. Sie bot allen Personalvertretern eine konstruktive Zusammenarbeit an. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos sprach von einem "tollen Ergebnis" vor allem angesichts der Turbulenzen der letzten Tage rund um BAWAG und ÖGB. Das kleine Plus von 0,4 Prozent sei "auf Grund der Situation doch überraschend und besser als erwartet". FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky führte das leichte Minus der AUF darauf zurück, dass die FPÖ nach der BZÖ-Abspaltung "immer noch Wunden heilen" müsse. Er sei aber zuversichtlich, dass die Partei das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen werde. Für die FPÖ-nahe AUF gab es teilweise sensationelle Einzelergebnisse. In Wien hat die AUF mit 14,6 Prozent stark zugelegt, in den Dienststellenausschüssen zwei Mandate dazu gewonnen. Im Stadtpolizeikommando Landstraße erhielt die AUF 40,99%, im Stadtpolizeikommando Innere Stadt 33,55% oder im Stadtpolizeikommando Donaustadt 25,68% der Stimmen, im Kriminalkommisariat West 29,2 %. In Kärnten erhielt die AUF für den Fachausschuss 20 Prozent. Im Bezirkspolizeikommando Spital a.d. Drau 51,08% sowie im Bezirkspolizeikommando Völkermarkt 45,83%. In der Steiermark etwa erhielt die AUF im Bezirkspolizeikommando Graz 57,59%, im Bezirkspolizeikommando Liezen 60%, im Bezirkspolizeikommando Feldbach 34,31 % oder im Bezirkspolizeikommando Mürzzuschlag 42,22. In Oberösterreich erhielt die AUF im Bezirkspolizeikommando Ried im Innkreis 39,47%, im Bezirkspolizeikommando Schärding 40% oder im Bezirkspolizeikommando Urfahr/Umgebung 25,4%. In Niederösterreich konnten die freiheitlichen Personalvertreter etwa im Bezirkspolizeikommando Gänserndorf 20,32% verbuchen, Im Burgenland im Stadtpolizeikommando Eisenstadt 23,75 %. [7. April 2006] |
| Bei den Personalvertretungswahlen der Exekutive in Wien vom 6. 4. 2006
haben die Sozialdemokratischen Gewerkschafter ihre absolute Mehrheit verteidigen
können. Veränderung bei den Mandaten gibt es keine. Die Fraktion
Sozialdemokratischer Gewerkschafter hält nach der Wahl fünf Mandate,
die Fraktion christlicher Gewerkschafter zwei Mandate und die freiheitliche
AUF ein Mandat.
In Wien waren 6.693 Beamte wahlberechtigt.Die letzte Personalvertretungswahl hatte erst 2004 stattgefunden. Die jetzige Wahl war notwendig geworden, weil Gendarmerie und Polizei mit 1. Juli 2005 vereinigt worden waren, wodurch auch der Zentralausschuss von Polizei, Gendarmerie und Kriminaldienst zusammengelegt wurde. [7. April 2006] Personalvertreterwahlen der Polizei Wien Bei den Personalvertreterwahlen der Wiener Polizei am 21. 1. 2004 gab es einen Erdrutschsieg für die Sozialdemokratischen Personalvertreter. Die Sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG) haben mehr als 15 Prozent bei den Dienststellenausschuß-Wahlen der Wiener Polizei dazugewonnen. Die FSG hält jetzt bei 58,62 Prozent. Auf Platz zwei kamen die Christdemokratischen Gewerkschafter (FCG). Sie schafften 34,03 Prozent (minus 6,73). Die Freiheitlichen Gewerkschafter (AUF) schrumpften auf 7,35 Prozent (minus 8,52). Die Freiheitlichen erreichten ihre besten Ergebnisse in den Bezirken "Döbling" (Vertretung von 18. u. 19. Bezirk) und "Ottakring" (Vertretung von 16. unf 17. Bezirk) mit jeweils 16 % der Stimmen. 1999 waren die Freiheitlichen mit 39,4 % die stärkste Gruppe in "Ottakring" (im 16. Bezirk sogar mit 43,4 %)... Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Franz Pail (FSG) sprach von einer "deutlichen Abfuhr" an die Reformen von Innenminister Ernst Strasser (ÖVP). Unterstützung gab es auch von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Er sieht das Wahlergebnis als "klare Absage an die verfehlte Sicherheitspolitik" sowie die "groß angelegte schwarze Einfärbung" des Exekutivapparates durch Strasser. Die FSG hatte im Dezember 2003 bei den Personalvertretungswahlen der Kriminalbeamten ebenfalls klar gesiegt und 58 Prozent aller Stimmen erreicht. In Wien sind erstmals in der Polizeigeschichte die "schwarzen" Bastionen Währing und Döbling gefallen. Major Hans Golub, der dort als einziger Offizier Wiens angetreten war, meinte: "Jetzt kehrt frischer Wind ein." Insgesamt hält nun die FSG die Mehrheit in allen Wiener Bezirken außer in Neubau, in der Josefstadt und im Alsergrund. Die Personalvertretungswahlen waren Nachtragswahlen. Die schwarz-blaue Regierung hatte im Sommer 2002 eine außerordentliche "Nichtwahlperiode" beschlossen - um, so damals die offizielle Begründung, die Umbauphase bei der Polizei nicht zu gefährden. Doch der Verfassungsgerichtshof hob das betreffende Bundes-Personalvertretungsgesetz im September 2003 als verfassungswidrig auf. Personalvertreterwahlen der Polizei Wien vom 21. 1. 2004
[21. Januar 2004] |