| Die Wiener Internetpetition zum Thema Hundekot ist im Internet von
insgesamt 137.885 Personen unterzeichnet worden. Eine Eintragung war bis
zum 30. 4. 2006 möglich. Die Liste soll Mitte Mai im Rathaus übergeben
werden. Bis dahin werden noch jene Unterschriften gezählt, die handschriftlich
auf Listen gesammelt wurden.
Die Petition wurde von einer Elterninitiative gestartet, die sich nicht mit dem Hundstrümmerl-Problem abfinden wollte. Mit der Aufforderung an die Stadtregierung, wonach mittels umfangreicher Kampagne das Wegräumen von Hundekot durch die Tierbesitzer beworben werden soll, waren die Aktivisten bereits erfolgreich. Eine solche Kampagne wird derzeit entwickelt. Elterninitiative gegen Hundstrümmerl Hundekot auf Kinderspielplätzen und in Parkanlagen, wo Kinder spielen könnten, ist ein alltägliches Ärgernis in Wien Mehr als 110.000 Unterschriften hat jetzt eine Elterninitiative gegen Hundekot in Wien gesammelt. Es dürfte vor allem die Kombination aus Elterninitiative, Ärger über den Hundekot und Internet gewesen sein, die nun zu einen gewissen Erfolg geführt hat. Die 29-Jährige Petra Jens ist die Initiatorin dieser Aktion. Zu später Stunde ist die dreifache Mutter noch damit beschäftigt, die Eintragungslisten zu überprüfen und diese von Doppeleinträgen zu befreien. Auf ihrer Homepage werden ständig neue Unterschriften registriert. 70 pro Minute sind keine Seltenheit. Bis 30. April kann man noch unterschreiben. Sie hat die Unterschriftenliste ins Internet gestellt, um Zeit zu sparen. Jetzt kommt sie kaum zum Schlafen, denn im Internet hat sich die Aktion wie ein Lauffeuer verbreitet. Allein hätte sie das aber alles nicht geschafft. Sie erhält Unterstützung von ihrem Lebensgefährten und von Freunden: "Es gibt rund 15 Familien, auf die wir zurückgreifen können und die dann in der einen oder anderen Form mithelfen."
Immer wieder kommen dann auch Mütter, deren Kinder gerade in der Schule sind, in Jens' Wohnung, die als Hauptquartier dient, um Listen zu sortieren und E-Mails zu sichten. Am 30. 4. 2006 wird die Unterschriftenaktion beendet. Im Mai ist eine ähliche Aktion in Baden bei Wien geplant (http://www.baden.hundekot.at/). Bei einem ersten Treffen zwischen Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Vertretern der Bürgerinitiative gegen Hundekot am 31. 3. 2006 haben alle Beteiligten ihren Willen für ein hundekotfreies Wien bekundet. Noch in diesem Jahr soll es eine Kampagne von Seite der Stadtverwaltung geben. Die letzte Kampagne gegen Hundekot lief 2005 in Wien unter dem Titel "Rote Karte für den Mist". Die Stadtverwaltung hat so zum Entsorgen der Hundstrümmerl aufgerufen. "Hundstrümmerl bitte im Sackerl in den Mistkübel" hieß es auf einem Plakat, das die Karikatur eines in flagranti ertappten Hundes zeigte. Ähnlich wurde auch schon in früheren Kampagnen agiert: Es ging vor allem um den Appell an den guten Willen der Hundehalter, etwa 1999 unter dem denkwürdigen Slogan "Jedes Gackerl g'hört ins Sackerl!" Für Aufsehen sorgte ein Projekt in Wien-Wieden, bei dem Langzeitarbeitslose zur Beseitigung des Hundekots eingesetzt wurden. Man vertraute in Wien aber nicht immer nur auf menschliche Arbeitskraft. 1989 wurde der aus Frankreich stammende "Dogofant" getestet, ein mit einer Saugvorrichtung ausgestattetes Motorrad. Der Sauger funktionierte in Wien nicht, angeblich waren die Wiener Hundstrümmerl weicher als jene in Paris. Geschätzte fünf bis zehn Tonnen Kot hinterlassen die wahrscheinlich 100.000 Hunde (nur für 50.000 wird Hundesteuer gezahlt) pro Tag in der Stadt. Rund sieben Millionen Euro pro Jahr gibt die Stadt für die Kotbeseitigung aus. [2. April 2006]
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