| In einer Sondersitzung der Bezirksvertretung von Wien-Landstraße
ist am 20. 4. 2007 ein Antrag, die von der Schließung bedrohte Markthalle
beim Bahnhof Wien-Mitte zu erhalten, mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ
abgelehnt worden.
In der zweieinhalbstündigen Sitzung wurden die bekannten Argumente
wiederholt: ÖVP, Grüne und KPÖ hoben die Nahversorgungsfunktion
der Halle hervor, die nicht dem Interesse des Bauträgers BAI geopfert
werden dürfe.
Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ) führte erneut den
jährlichen Verlust von 1,4 Mio. Euro und die Sanierungskosten von
bis zu 20 Millionen Euro an.
Der Antrag, die Markthalle zu erhalten, wurde mit den Stimmen von SPÖ
und FPÖ abgelehnt. Angenommen wurde hingegen ein Antrag der FPÖ,
in der umgebauten und in das neue Einkaufszentrum integrierten Halle Spezialitätenstände
zu errichten.
Wieso die FPÖ zuerst für dei Erhaltung der Markthalle demonstriert
und dann für deren Schließung stimmt ist höchst aufklärungsbedürftig.
[20. April 2007]
Landstraßer Markthalle soll erhalten bleiben
Die Landstraßer Markthalle im dritten Wiener Gemeindebezirk soll
in das Neubauprojekt Wien-Mitte integriert und während des Umbaus
aufgelassen werden. Gegen diese geplante Schließung der Markthalle
ist am Donnerstag d. 5. 4. 2007 protestiert worden. Gemeinsam mit einigen
Standlern und Kunden demonstrierten ÖVP, FPÖ, Grüne und
KPÖ gegen die Pläne der SPÖ-Stadtverwaltung, die Halle zu
schließen.
Ende Januar 2008 soll die Landstraßer Markthalle einem Supermarkt
weichen. Von offizieller Seite heißt es dazu, dass die Markthalle
"nicht rentabel" sei und sich eine Renovierung nicht auszahle. Zudem gebe
es in unmittelbarer Nähe den Rochusmarkt.
Zumindest die Demonstranten wollten diese Argumente nicht gelten lassen.
Der Rochusmarkt sei wesentlich teurer, zudem habe man die Markthalle seit
Jahren verkommen lassen, hieß es da. Die Initiative "Rettet die Halle"
wurde bisher von rund 10.000 Menschen unterschrieben. Die gesammelten Unterschriften
sollen dann dem Bürgermeister vorgelegt worden.
Von Seiten der SPÖ hieß es allerdings dazu, dass die Schließung
fix sei. Eine Generalsanierung würde über 20 Millionen Euro kosten.
Für die Standler werde es Ersatzstandorte auf anderen Wiener Märkten
oder faire Ablösen geben, so die SPÖ.
[7. April 2007]
Seltenheitswert hat diese gemeinsame Demonstration von Grünen,
KPÖ, ÖVP und FPÖ...
Es ist höchste Zeit, dass die SPÖ bei der Landstraßer
Markthalle aktiv wird. Eine Schließung ohne Ersatzlösung ist
zu wenig, meint FPÖ-Gemeinderat Dr. Herbert Madejski zu dem Thema,
der Ja zu einem Markt in Wien-Mitte aber Nein zur jetzigen Bruchbude sagt.
Für deren Zustand sind SPÖ und MA-59 verantwortlich, die in
den letzten Jahren nicht einmal die notwendigsten Sanierungen durchgeführt
haben. Es ist daher die verdammte Pflicht der SPÖ, im neuen Komplex
"Wien-Mitte" ausreichende Flächen für die zum Motto des neuen
Marktes passenden Standler anzumieten und unter fairen Konditionen weiterzugeben.
So könnte wieder ein kleiner aber feiner Fleisch- und Biomarkt
für regionale Produkte entstehen, der sicher mehr Kunden haben wird
als die jetzige Markthalle mit ihrem "Bukarest 1977"-Flair. Die SPÖ
ist daher aufgefordert, ihrer Verpflichtung zur Erhaltung des Marktstandortes
"Wien-Mitte" nachzukommen, schloss Madejski.
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