|
Hans-Jörg Schimanek, der zum BZÖ-Spitzenkandidaten für die bevorstehende Wiener Gemeinderats- bzw. Landtagswahl gewählt wurde, war bei der vorhergehenden Wiener Wahl in Wien-Floridsdorf als FPÖ-Kandidat (er wollte Bezirksvorsteher werden...) sehr aktiv gegen die Überfremdung im allgemeinen und gegen den dort geplanten Bau von Moscheen im besonderen. Erstaunlicher Weise will das BZÖ in Wien mit diesem Spitzenkandidaten jetzt auch unter den moslemischen Neo-Österreichern türkischer Herkunft werben. Dafür spricht ja andrerseits die Einstellung Jörg Haiders, der sehr intensiv für den Beitritt der Türkei zur EU geworben hatte und der erst nach Bekanntwerden von für die Türkei negativen Meinungsumfragen plötzlich für einen Stopp weiterer EU-Beitritte ist. Immerhin haben auch die BZÖ-Regierungsmitglieder für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gestimmt, was die neue Freundschaft zu den Türken durchaus glaubwürdig erscheinen läßt. Durch die Aufstellung von Ishak Gökce auf Platz sechs der BZÖ-Kandidatenliste wird das BZÖ bei den türkischen Gästen oder Neoösterreichern sicher einen guten Eindruck machen, es ist aber anzunehmen, dass die zahlreicheren türkischen Kandidaten der Wiener "Grünen" sicher besser ankommen. Wie es Jörg Haiders Schwester und Sozialministerin Ursula Haubner mit BZÖ-Kandidaten Gökce auf Wahlwerbung ergangen ist, berichtet die Wiener Zeitung vom 03.08.2005: „Auf dem Brunnenmarkt wird er von allen Standlern mit einem freundlichen „Merhaba“ begrüßt – und auch der „Ministerin Ursula“ reicht man die Hand und ruft „Wählt BZÖ“. Von einem Getreidehändler lässt sich Haubner die Verwendung türkischer Lebensmittel erklären, beim Tee im „Halis Börek Salonu“ macht sie mit dem Besitzer und Parteikollegen Halis Edes das nächste Treffen mit ihrem Bruder aus. „Wir haben für Herrn Dr. Jörg immer Sympathie gehabt“, unterstreicht auch Ishak Gökce die Freundschaft zum Kärntner Landeshauptmann. Besonders wichtig sei ihm die Integration der türkischen Zuwanderer – „Wir wollen keine Parasiten, sondern Türken, die her kommen und arbeiten“. Im BZÖ fühlt er sich gut aufgehoben, denn „seit Kreisky haben die (Parteien) uns immer nur am Schmäh geführt“. Ursula Haubner betont, dass ihre Partei demgegenüber die Interessen der türkisch-stämmigen Österreicher berücksichtige.“ Zweisprachige Einladungen zu einem "Interkulturellen Familienfest“ verschickt derzeit das Wiener BZÖ. „Miteinander in Wien“ heißt das Fest, welches in einer Kneipe im 16. Bezirk mit Beteiligung Jörg Haiders stattfinden soll. ![]() [17. September 2004]
|