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"Nein, nein, nein"-Sprechchöre empfingen die Diskussionsteilnehmer, darunter auch Peter Hacker vom Fonds Soziales Wien (FSW) und Siegfried Sellitsch, Präsident des sog. Wiener Arbeitersamariterbundes (ASB). "Uns hat keiner gefragt, ob wir die tschetschenischen Flüchtlingsfamilien haben wollen oder nicht. Wir haben keine Wahl gehabt" - das war der Grundtenor der aufgebrachten Menschen bei der Veranstaltung, deren Abhaltung eine bloße Augenauswischerei war, da am 17. 1. 2005 schon die ersten Asylanten einziehen sollen. Stein des Anstoßes ist ein Flüchtlingsheim neben einem Gelände der Österreichischen Bundesbahnen. Rund 150 Menschen sollen in dem Haus des ASB in Jedlersdorf untergebracht werden. Die Anrainer äußerten Angst um ihre Frauen, Kinder und ihre Sicherheit "Kein Tschetschenen-Lager mitten in Floridsdorf" - das war der fast einhellige Tenor einer Bürgerversammlung am 12. Januar 2004 mit knapp 1000 Teilnehmern, die sich in großer Massivität und Deutlichkeit gegen das geplante Flüchtlingsquartier in Wien aussprachen. Davon berichtet heute der Wiener FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, der selbst bei dieser Veranstaltung anwesend war, das Wort ergriff und frenetischen Beifall für seine Position erhielt, die sich mit der Bürgermeinung deckt. Häupl bzw. die Wiener SPÖ habe mit ihrer Asylheimunterbringungspolitik, nach dem Motto, "friß Vogel oder stirb", die Bürger zum überschäumen gebracht. So geht man mit der Wiener Wohnbevölkerung nicht um. Die Bürger haben Angst um ihre Kinder, ihre Sicherheit und um ihr Eigentum. Diese Ängste wurden jedoch flapsig beiseite geschoben und ignoriert. Was Häupl verordnet hat, muß durchgepeitscht werden. Die Bürger werden mit diesen Tatsachen überrollt und mit ihren berechtigten Sorgen und Ängsten allein gelassen, ganz nach dem Wiener SPÖ-Motto: "Da fahren wir mit Demut drüber", so Strache. Ihre Ängste kommunizieren viele aufgeregte Anrainer durch Rufe wie "Raus!" oder "Die woll' ma net bei uns!" Die Eröffnungsstatements der Podiumsteilnehmer gehen unter oder werden vorzeitig abgebrochen, eine Diskussion ist kaum möglich. Ein Anrainer hatte schon vor Veranstaltungsbeginn gemeint, die tschetschenischen Familien seien "Wilde, die sich nicht in die Gesellschaft einfügen können." Dem Präsidenten des Arbeiter-Samariter-Bundes, Siegfried Sellitsch, wird die Situation schließlich zu viel. "Halten Sie die Gosch'n, wenn Sie was hören wollen", empfiehlt er der Menge. Etliche Männer stehen daraufhin auf und stürmen mit erhobenen Fäusten aufs Podium zu. Mit viel Mühe konnte die Veranstaltung weitergeführt werden. Eine derartige Äußerung disqualifiziert den Präsident des Arbeitersamariterbundes Siegfried Sellitsch auf allen Ebenen, so Strache . Die Versammlung eskaliert schließlich nicht vollends, die meisten Anrainer gehen jedoch verärgerter nach Hause, als sie gekommen waren. [13. Januar 2004] |