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Vom 14, bis zum 16. 11. 2005 fand in der Wiener Hofburg eine internationale Konferenz zum Thema "Islam in einer pluralistischen Welt" statt. Spitzenpolitiker, Religionsvertreter und Experten aus aller Welt diskutierten über Möglichkeiten und Chancen des interreligiösen und interkulturellen Dialogs. Von christlicher Seite nahmen an der Tagung Kardinal Christoph Schönborn, der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und der katholisch-chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, teil. Politische Brisanz hatten u.a. die Beiträge des afghanischen Staatspräsidenten Hamid Karzai, des irakischen Kurdenführers Jalal Talabani sowie des früheren iranischen Präsidenten Mohammad Khatami. Weitere Teilnehmer an der Tagung waren u.a. der persönliche Repräsentant von UNO-Generalsekretärs Kofi Annan, Lakhdar Brahimi, die Friedensnobelpreisträgerin von 2003, die Iranerin Shirin Ebadi, sowie der Generalsekretär der Islamischen Konferenz-Organisation, Ekmeledin Ihsanoglu. Das Judentum war durch Rabbi Arthur Schneier vertreten, den Präsidenten der "Appeal of Conscience Foundation" in New York. Auch der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, nahm an der Konferenz teil. Der katholische Publizist Heinz Nussbaumer leitete einige der vielen Diskussionsrunden. Zur Sprache kamen bei der dreitägigen Tagung u.a. Themen wie die Situation der Muslime in der westlichen Welt aber auch jene der Christen in muslimischen Staaten. Wie es von Seiten des österreichischen Außenministeriums heißt, sollte der Meinungsaustausch das gegenseitige Verständnis und die Kooperation zwischen den Kulturen stärken. In einer globalisierten Welt würden die Berührungspunkte zwischen den Kulturen und Zivilisationen zunehmen, gleichzeitig aber auch Misstrauen und Gewalt auf regionaler und globaler Ebene - nicht zuletzt in Europa, wo eine steigende Anzahl muslimischer Bürger Rechte in der Gesellschaft des Gastlandes fordert. Die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) hatte am 14. 11. die Konferenz in den Redoutensälen der Wiener Hofburg eröffnet. Nach einem Grußwort von Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ) kamen an diesem Tag u.a. auch noch UNO-Repräsentant Brahimi und der iranische Altpräsident Khatami zu Wort. Am 15. 11. werden die Präsidenten Karzai und Talabani diskutieren. Der letzte Konferenztag war geprägt von Stellungnahmen der Religionsexperten aus Judentum, Christentum und dem Islam. Zum Abschluss gab es noch eine Podiumsdiskussion mit Kardinal Christoph Schönborn und weiteren hochrangigen Vertretern der Religionen. Bei der Publikumsdiskussion erteilten die moslemischen Konferenzteilnehmer der Idee eines Gottesstaates und dem Terrorismus eine klare Absage. Alle anwesenden Religionsvertreter plädierten für gegenseitige Wertschätzung und Toleranz. Unter anderem nahmen der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der Großmufti von Syrien, Ahmed Bader Hassun, und Rabbi Arthur Schneier, Präsident der New Yorker "Appeal of Conscience Foundation", daran teil. Organisiert wird die Tagung vom österreichischen Außenministerium und der Österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall. Bereits am Sonntag d. 13. 11. 2005 besuchte der irakische Kurdenführer Talabani das Stift Heiligenkreuz (Niederösterreich). Insgesamt waren am Sonntag 50 Gäste im Stift Heiligenkreuz. Den Großteil machte die irakische Delegation aus, mit Präsident Talabani an der Spitze. Er wurde von Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ) und Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) begleitet. Talabani traf dort auch mit einer seit längerer Zeit in Heiligenkreuz wohnenden Kurdenfamilie zusammen. Der Abt des Stiftes führte den Kurdenführer persönlich durch das Kloster. "Es war der ausdrückliche Wunsch des Präsidenten, ein christliches und kulturprägendes Kloster in Österreich zu besuchen" hieß es von Seite der Klosterverwaltung. Interview with President J. Talabani >> [16. November 2005]
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