|
Auch der Nobelpreisträger Julius Wagner von Jauregg (1857-1940) soll jetzt posthum entnazifiziert und sein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof wie das von Major W. Nowotny liquidiert werden. Wagner von Jauregg sei nämlich "Rassenhygeniker" gewesen und habe dieses Gedankengut bereits unterer der Schuschnigg-Diktatur verbreitet und sich in dieser Zeit auch als Nationalsozialist hervorgetan, heißt es in einer Erklärung des sog. Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes. (Unter der Schuschnigg-Dollfuß-Diktatur 1933-1938 war die NSDAP wie alle anderen Parteien verboten und Parlamentswahlen abgeschafft.) Wagner-Jauregg soll sogar im Jahre 1940 einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP gestellt haben..Auch ein ehemaliger SPÖ-Stadtschulrat, Vorsitzender einer "Historikerkommission" zur Untersuchung der Wiener Ehrengräber, spricht sich für die Aufhebung des Ehrengrabes aus. Der Gemeinderat der sog. Grünen, David Ellensohn, der sich beim Kampf gegen das Ehrengrab des Jagdfliegers W. Nowotny besonders hervorgetan hatte, ist mit von der Partie. Er fordert auch die Umbenennung des Wiener Wagner-Jauregg-Weges und eines nach dem Medizin-Nobelpreisträger benannten Gemeindebaus. In Wien tragen ein Gemeindebau und der Wagner-Jauregg-Weg den Namen des Arztes (1857-1940). In Linz gibt es die Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg. Das Konterfei Wagner-Jaureggs zierte auch die 500-Schilling Banknoten. Als Psychiater führte Wagner von Jauregg u. a. die künstliche Malariainfektion zur Heilfieberbehandlung der progressiven Paralyse ein. [14. Januar 2004] |