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Neue Demonstrationen auf dem Heldenplatz geplant
Am 8. Mai ist der 57. Jahrestag der Teilkapitulation der Deutschen Wehrmacht
gegenüber den Westmächten in Reims. Die endgültige Kapitulation
fand am 9. Mai 1945 (mit Keitl, Jodl und Schukow) in Berlin-Karlshorst
statt. Für den 8. Mai 2002 planten Wienr Burschenschaften ein Heldengedenken
auf dem Heldenplatz in Wien und haben eine entsprechende Veranstaltung
polizeilich angemeldet. Linksradikale haben daraufhin für diesen Tag
ebenfalls zwei Veranstaltungen angemeldet, wahrscheinlich planen sie wieder
Störungen der rechten Kundgebung nach Vorbild der Ausschreitungen
vom 13. April 2002, als sie anläßlich der Wehrmachtsausstellung
mit Pflastersteinen auf Polizisten losgingen.
Nachdem die Linken zwei Jahre lang mindestens einmal pro Woche meist
unangemeldete Demonstrationen (gegen "Schwarz-Blau") mit hohen Sachschäden
und zahlreichen verletzten Polizisten durchführten, rufen sie jetzt
nach Verboten, weil es erstmals in zehn Jahren eine rechte Demonstration
gegeben hat. Auch SPÖ-Bürgermeister Häupl erklärte,
man müsse die rechte Demonstration verbieten, aber die linke zulassen.
Innenminister Strasser (ÖVP) hat noch nicht entschieden, wer am 8.
Mai in Wien demonstrieren darf. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ)
hat sich gegen "rechte" Demonstrationen ausgesprochen. Innenminister Ernst
Strasser erklärte am 23. 4. 2002 vor dem Ministerrat gegenüber
Journalisten, es sei rein rechtlich gar nicht möglich, schon zu diesem
Zeitpunkt eine Entscheidung zu verkünden. Letztlich liege die Beurteilung
bei der Polizei und der Sicherheitsdirektion. immerhin haben sich die Behörden
dazu durchgerungen, die unangemeldete und rechtswidrige Dauerdemonstration
linker Regierungsgegner, eine auf dem Heldenplatz aufgestellte Holzhütte
"Besorgter Bürger" wegzuräumen. Das ist die richtige Antwort
für jene, die nach einem Verbot rechter (angemeldeter) Demonstrationen
schreien, aber selbst dauernd rechtswidrig und militant demonstrieren.
Der SPÖ-Landtagspräsident im Wiener Rathaus mißbrauchte
am 25. 4. sein Amt und erklärte während der amtlichen Eröffnung
der Landtagssitzung, er lehne "rechte" Kundgebungen ab er appeliere an
die Wiener Sicherheitsbehörden und an Innenminister Ernst Stasser
(ÖVP), die geplanten Demonstrationen zu verbieten. Die Kundgebungen
und Demonstrationen stünden im Gegensatz zur Wiedererstehung der Republik
Österreich, so Hatzl. Die Wiener hätten ein Recht darauf, sich
sicher zu sein, daß es für diejenigen, die noch der NS-Zeit
oder Großdeutschland nachtrauerten, kein Platz oder Veranstaltungsort
in Wien gegeben sei.
Abgeordnete Karin Landauer von den Wiener Freiheitlichen übt Kritik
an den Aussagen Hatzls. Er habe seinen Landtagsvorsitz und die Geschäftsordnung
mißbraucht und Strasser unterstellt, nicht rechtmäßig
vorzugehen.
Auch Ingrid Korosec von der Wiener ÖVP verurteilte die parteiische
Aussage Hatzls.
Am 24. 4. 2002 kam es in Wien zu einer eher neutralen Massendemonstration
von Studenten und Universitätsbediensteten gegen das geplante Hochschulreformgesetz
der ÖVP-Bildungsministerin Gehrer.
Auf der Universität Wien versperren Demonstrierende in Jacken
der Privatangestelltengewerkschaft Studenten und Professoren den Weg, es
kam zu Rangeleien. Studenten sollten zu einem "Streik" veranlaßt
werden, die Agitatoren dürften aber keine Studenten gewesen sein.
Demonstration gegen die Hochschulreform am 24. 4. 2002 in Wien
Bei der Dienststellenversammlung in der Aula der Uni Wien geißeln
Sprecher der Professoren, des Mittelbaues und des nicht-wissenschaftlichen
Personals die Schwächen der Reform - vor allem im Visier ist Bildungsministerin
Gehrer. Ein Redner erinnert an die Demonstrationen von 1968 und erntet
stürmischen Beifall. Angeblich sollen sich auch Burschenschaftler
in der Nähe des Siegfriedskopfes (ein Kriegerdenkmal in der Universität)
an der Kundgebung gegen die Regierungspolitik beteiligt haben. "Wir begrüßen
die Burschenschafter und laden sie ein, sich dem Protest anzuschließen",
soll einer der Streik-Organisatoren gesagt haben..
Dann formiert sich der Zug auf der Ringstraße, um über den
Heldenplatz zum Bildungsministerium zu ziehen. Es dürften ca. 15000
Personen an der Demonstration teilgenommen haben.
[24. April 2002] |