Schiller-Kommers in der Wiener Hofburg

Anlässlich des 200. Todestages des deutschen Dichters Friedrich Schiller wurde vom Ring Volkstreuer Verbände nach 50 Jahren in Wien wieder eine Schillerfeier veranstaltet, diesmal als Festkommers gemeinsam mit den Deutschen Burschenschaften.

Höhepunkt der Veranstaltung vom 11. 6. 2005 war eine Rede von FPÖ-Obmann Heinz-Christian  Strache. Er referierte über "50 Jahre Freiheit  Österreichs".

Dabei meinte er, die Republik Österreich habe nach dem Zweiten Weltkrieg erst mit dem Staatsvertrag ihre Freiheit und Souveränität errungen. Viele hätten die Ereignisse 1945 als Zusammenbruch empfunden, sagte Strache.

Er stelle jedoch nicht in Frage, dass das Ende der NS-Diktatur für viele persönliche Befreiung gewesen sei. "Ich sage das nicht, um zu provozieren, sondern um die historische Wahrheit kundzutun, erklärte der FPÖ-vorsitzende.

Kritisch äußerte sich Strache erneut zu den Vorgängen rund um die EU-Verfassung. Die Politiker hätten sich über die Köpfe der Menschen hinweggesetzt und würden versuchen, die EU-Verfassung durchzupeitschen.

Der FPÖ-Chef erinnerte in seiner Rede an das nationalliberale Gedankengut der Burschenschafter. Er forderte einen Widerstand gegen die Überfremdung. Man wolle "die Identität, Kultur und Heimat bewahren". Europa könne nur als Bündnis von Vaterländern funktionieren, meinte Strache.

Den in Ungnade gefallenen Bundesrat Siegfried Kampl nahm Strache einmal mehr in Schutz. Er sprach von "Denkverbot und Menschenjagd". "NS-Deserteure sind mit Sicherheit keine Helden gewesen", so habe Kampl seine Aussagen gemeint.

Nach der Rede Straches wurde aus Werken Friedrich Schillers vorgelesen. Gedacht wurde gleichzeitig auch des 190jährigen Bestehens der Deutschen Burschenschaft, die 1815 in Jena (Thüringen)  gegründet wurde.

Der Parlamentsabgeordnete und frühere Sozialminister Herbert Haupt, der von der FPÖ zum BZÖ übergetreten war, wurde, als er das Wort ergriff, lautstark als "Verräter" kritisiert und mit "Raus, raus!"-Rufen zum Verlassen des Festsaals aufgefordert.
Haupts Aufruf zur Einigkeit „der Gesinnungsgemeinschaft“ und Erklärung, er sei zuerst „seiner Heimat Kärnten verbunden“ kam bei einem Teil der rund 1.000 Korporierten nicht besonders gut an. Sie unterbrachen die Rede des Abgeordneten immer wieder mit Zwischenrufen, wie u.a. „Verräter“. Auch die Beteuerung Haupts, er haben nie geleugnet, ein „Waffenstudent“ zu sein und es immer bleiben zu wollen, wurde nicht honoriert.

Zuvor hatten einige Redner zur Wiedervereinigung der Partei aufgerufen, ohne allerdings dabei BZÖ und FPÖ explizit zu nennen. Ein Sprecher der Veranstalter erklärte, nur in der Einheit sei man stark. Er ließ die Parteifunktionäre weiters wissen, dass „Parteien kommen und gehen, wir aber bleiben“.

Vor dem Schillerkommers in der Hofburg fand ab 14 Uhr im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien ein Symposium mit Vertretern der Burschenschaften statt.

Etwa 100 Linksradikale haben am Abend des 11. 6. gegen den Festkommers der Burschenschafter in der Hofburg protestiert.
Der Protestzug war von der Wiener Universität entlang der Ringstraße zum Äußeren Burgtor marschiert. Als es dort kurz zum Blickkontakt zwischen den Linken und den Burschenschaftern kam, heizte sich die Stimmung auf.
Einige der Demonstranten kletterten auf den Zaun der Hofburg und schrien lautstarke antifaschistische Parolen, wie etwa "Kein Fußbreit dem Faschismus". Es kam aber zu keinen gröberen Auseinandersetzungen. Zum Abschied winkten einige Burschenschafter den Demonstranten zu.

[12. Juni 2005] 

 Festrede von Mag. H. Stefan zum Schillerkommers >>

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Schiller-Kommers soll vor Störaktionen geschützt werden

Die Wiener Polizei hat über den Helden- und Ballhausplatz am Samstag d. 11. 6. 2005 ein Platzverbot verhängt. Grund sind geplante Störaktionen einer sog. "Antifaschistischen Linken" gegen den Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg. Die Teilnehmer sollen unbehindert Zutritt zur Hofburg haben, hieß es.

Rund 1.000 Teilnehmer werden laut Veranstalter beim Festkommers aus dem deutschen Sprachraum erwartet. Die Polizei ist auf Auseinandersetzungen vorbereitet.

500 bis 600 Polizisten seien am Samstag im Einsatz, so der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT).

Zwei Demos der Antifaschistischen Linken (AL) wurden untersagt. Die Polizei rechnet aber am Samstagabend jedenfalls mit einem Demonstrationszug der Linksradikalen durch die Innenstadt. Untersagt wurden die Demos, da sie von der Universität über das Schottentor, die Freyung durch die Stadt über den Michaelerplatz auf den Heldenplatz führen sollten und Störaktionen gegen die Burschenschafter zu erwarten sind.

Rund tausend angemeldete Teilnehmer aus dem deutschen Kulturraum werden zu dem national- freiheitlichen Großereignis des Jahres 2oo5 in dem geschichtsträchtigen Ort der Wiener Hofburg am Samstag, den 11.Juni 2005 erwartet. Mit diesem Kommers, der feierlichsten Form studentischer Feste, wird dem genialen Freiheits- Dichter Friedrich Schiller anläßlich seines 2oo. Todesjahres in würdiger Form die Ehre erwiesen.

Die Veranstalter, zu denen der Ring Volkstreuer Verbände, die Deutsche Burschenschaft und die Freiheitliche Partei Wien gehört, haben ein beeindruckendes Programm vorbereitet:

Nach dem feierlichen Einzug der Chargierten in ihren prächtigen Traditionsgewändern hinter der schwarz-rot-goldenen Fahne der vor 190 Jahren gegründeten Ur- Burschenschaft wird ein besonderer Höhepunkt die Festrede von  FPÖ Bundesobmann Heinz- Christian  Strache, selber Burschenschafter, sein. Wird er doch  sicher - gerade in diesem Jahr der vielen Jubiläen - bei seinem Thema "5o Jahre Freiheit Österreichs nach dem 2. Weltkrieg" andere Sichtweisen bringen als in den bisherigen Jubelreden. Gerade im europäischen Konnex ist dabei höchst interessant, daß andere Nachbarstaaten 6o Jahre nach Kriegsende noch immer keine Friedensverträge haben.

   Der unter Leitung der Vorsitzenden der Deutschen Burschenschaft, der Burschenschaft Normannia Leipzig zu Marburg, und der Wiener akademischen Burschenschaft Olympia abgehaltene Fest- Kommers wird natürlich belebt von Vorträgen aus den unsterblichen Werken des Dichterfürsten Schiller, dessen Ideale auch die Gründung nationaler Studentenverbindungen maßgeblich beeinflußt haben. Über Schiller’s Bedeutung für das nationale Denken bis heute und in Zukunft wird der aufstrebende Wiener Landtags- Abgeordnete Mag. Harald Stefan seine Festworte  vortragen.

   Somit wird dieser Festkommers in friedlicher und akademischer Weise ein bleibendes Erlebnis für all die weit angereisten Teilnehmer sein.

Info:
burchhart@kaerngesund.at
netzwart@wkr.at

[10. Juni 2005]

Erlebnisbericht linksradikaler Gegendemonstranten (2002) >>

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