Protest gegen Besuch des Präsidenten Israels in Wien

Vom 19. bis zum 22. 10. 2004 beehrte der Präsident Israels Österreich mit einem Staatsbesuch, obwohl der Israelische Botschafter aus Protest gegen die FPÖ-ÖVP Koalition bereits im Jahre 2000 aus Wien abberufen wurde.

Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) begrüßte den Präsidenten am Vormittag des 19. 10. am Flughafen Wien-Schwechat. Bundespräsident Heinz Fischer empfing den Staatsgast dann offiziell im Burghof mit militärischem Zeremoniell.

Nach einem ersten Gespräch mit Fischer traf Katzav noch am 19. 10.den Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich.

Für die Sicherheit Katzavs sorgten rund 300 Beamte der Verkehrsabteilung, Sicherheitswache und der Einsatztruppe "Cobra".

Schon am Vortag des Staatsbesuches wurden alle Punkte, an denen der israelische Präsident vorbei kommt, gründlich untersucht. Auch die Kanalisation unterhalb der Fahrtroute wurde kontrolliert.

Am 20. 10. wurden Gespräche mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP), der scheidenden Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) und mit Nationalratspräsident Andreas Khol (ÖVP) geführt. Treffen mit FPÖ-Regierungsmitgliedern waren nicht vorgesehen. Nach Mittag wurde Katzav mit Präsident Fischer in einer Flotte von Black-Hawk Kampfhubschraubern in das mit Israel-Fahnen reichlich geschmückte Konzentrationslager Mauthausen transportiert, wo Gedenkfeiern abgehalten wurden.

Katzavs Österreich-Besuch ist der erste eines israelischen Staatspräsidenten in der Geschichte beider Staaten.

Auf die Frage, ob der Besuch ein Eingeständnis sei, dass der Boykott Österreichs nach den Wahlen 2000 voreilig war, hatte Katzav vor seiner Abreise gegenüber dem "Kurier" gesagt: "Vergangene Ereignisse sind damit nicht ungeschehen, aber es gibt immer ein Auf und Ab. Was war, sollte ruhen."

Katzav,  Fischer
Die Präsidenten Katzav und Fischer mit mosaischer Kopfbedeckung zu Besuch im Konzentrationslager 
Mauthausen (Oberösterreich)

Gegen den Besuch des israelischen Präsidenten war u. a. von den Organisationen Aktion Frieden für Palästina,  Palästinensische Gemeinde, Österreichisch Arabische Union und Arabischer Palästina Club eine Demonstration auf dem Heldenplatz geplant. Diese wurde jedoch verhindert, indem der Heldenplatz hermetisch abgesperrt wurde. Vor der Absperrung versammelten sich am Mittag des 19. 10. etliche Demonstranten mit palästinensischen Fahnen und Spruchbändern gegen den Zionismus.

[21. Oktober 2004]

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