Die Folterung deutscher Gefangener durch die Alliierten

Die Berichte über Folterungen durch Soldaten der Alliierten nach der Befreiung Afghanistans (2001) und des Irak (2003)  wurden größtenteils ignoriert und abgestritten, bis die Bilder von Abu Ghraib (Baghdad) auftauchten. Es gibt jetzt auch genügend glaubwürdige  Berichte , die zeigen, daß diese Foltermethoden besonders bei den  US-Militärs durchaus üblich waren und schon z. B. bei den US Interventionen bzw. Okkupationen in den Philippinen oder in Mittel- und Südamerika angewendet wurden. Die schwarze Kapuze, meist durchtränkt mit Urin oder Kot, die man auf Photos von Abu Ghraib sehen konnte, waren in den Folterkammern Guatemalas bekannt als "la capuchi", der Metallrahmen, an die mit Kapuzen versehene nackte Gefangene in Kruzifixposition gebunden wurden hieß "la cama".

US-General Schurz schrieb in "Political Papers" (1913, New York) über die Grausamkeiten der US-Soldaten auf den Philippinen u. a. : “Es werden Grausamkeiten begangen, die an Dschingis Khan und Tamerlan erinnern. Um Geständnisse zu erpressen, wurden die Einwohner gefoltert, wie dies bei der Inquisition der Fall war. Zu Tausenden wurden die ‘gooks’ [Philippiner] ermordet, deren Sprache und Kultur die Soldaten nicht verstanden und die nicht willens waren, die amerikanische anzunehmen.”.......

Verhör

Die Folter-Tradition der USA >>

Abu Ghraib Images >>

Wenig berichtet wird darüber, daß von den Westalliierten ähnliche und ärgere Foltermethoden auch 1945 nach der Befreiung Deutschlands bei deutschen Gefangenen angewendet wurden.

Damals hat es brutalste Folterungen gegeben. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wollte man durch Folter, beispielsweise Zertrümmerung der Hoden, Geständnisse erpressen, um Deutsche an den Galgen zu bringen und Argumente für die Umerziehung des deutschen Volkes zu sammeln. U. a. sind die Geständnisse im sogenannten Malmedy-Prozess so zustande gekommen.

Die deutschen Gefangenen die durch amerikanische Henkershand starben, wurden vorher durch die amerikanischen Vernehmungsbeamten (meist mosaischen Glaubens), in erster Linie Kirschbaum, Entres, Metzger, Perl, Ellowitz, Shumaker, Ellis, Thon, Surowitz und anderen als Ermittler und zum Teil Staatsanwaltsgehilfen mit allen Praktiken mittelalterlicher Foltermethoden behandelt. Als z. B. ein wegen einer angeblichen Beteiligung an der Erschießung alliierter Flieger angeklagter Feldwebel Schmitz die ihm unterschobenen Handlungen energisch bestritt, ging der Vernehmer, Mister Fisher, folgendermaßen vor: "Fisher begann zu toben ... Er setzte die Pistole an Schmitz' Schläfe und lud durch und forderte noch einmal eine andere Aussage. Schmitz schwieg. Und dann prasselten die Schläge mit der Pistole über seinen Schädel, die Faust des Leutnants traf ihn mehrfach ins Gesicht. Ein englischer Sergeant spie ihn an. Mit blutender Nase und geplatzter Kopfhaut kam Schmitz in seine Einzelhaft zurück. Pointner, Witzke und Albrecht waren lange Wochen vorher nach gleichen Methoden behandelt worden. Sie unterschrieben jedoch das englisch geschriebene Protokoll, welches ihnen am nächsten Tag vorgelegt wurde. Eine eigene Aussage hatte keiner von ihnen machen dürfen, sondern sich darauf zu beschränken, Fragen zu beantworten."
(K. W. Hammerstein, "Landsberg - Henker des Rechts?", Wuppertal 1952, Seite 104)

Einer der größten Scharfmacher war der berüchtigte Major Abraham Levine. Meist fanden die Vernehmungen nur abends oder in der Nacht statt. Fisher oder Levine schlugen die Angeklagten, quälten sie oder setzten sie zumindest unter seelischen Druck. Über die Methoden in Landsberg berichtet K. W. Hammerstein: "Manchmal werden die Verurteilten in Schwitzzellen bis zu 80 Grad gebracht, um dort 'verheizt' zu werden. Den unglücklichen Opfern werden Kapuzen aufgeworfen, die von dem geronnenen Blut der unter ihnen vorher geschlagenen Kameraden starren."

Nur selten kamen diese Brutalitäten in die Öffentlichkeit. Durch einen Irrtum wurde anstelle eines beschuldigten Heinrich Heinemann der 60jährige Leo Heinemann schwer in Ketten gefesselt, von Borkum nach Emden zur Vernehmung gebracht. Man setzte ihm gleich eine geladene Pistole an die Stirne und wollte ihn zwingen, ein Schuldbekenntnis zu unterschreiben. Als er sich weigerte, schlugen zwei Sergeants den Gefesselten nieder, daß er lange Zeit bewußtlos war. Als sich sechs Wochen später der Irrtum aufklärte und Leo Heinemann gegen seinen Sohn Heinrich ausgetauscht wurde, kam der Vater krank und mit gebrochenem Nasenbein in die Heimat zurück.

Zu den furchtbarsten Schindern in US-amerikanischer Uniform, die von Deutschen Geständnisse angeblicher Kriegsverbrechen erfolterten, zählten die Vernehmer Perl und Thon. Sie führten vor allem in Schwäbisch Hall ein Terrorregiment. Gerecht denkende Amerikaner, hauptsächlich Oberst Everett, mobilisierten in den USA die Öffentlichkeit gegen das Unrecht an kriegsgefangenen Waffen-SS-Soldaten. Der amerikanische Richter Colonel Edward Leroy van Roden wurde schließlich zum Mitglied einer offiziellen Untersuchungs-kommission unter Vorsitz von Gordon Simpson vom obersten texanischen Gerichtshof ernannt. Im folgenden Auszüge aus van Rodens Bericht (zitiert nach: Maurice Bardeche, »Nürnberg oder die Falschmünzer«, Wiesbaden 1957):  Die als »Beweise« vorgelegten »Geständnisse« wurden von Männern erpreßt, die zunächst einmal drei, vier oder fünf Monate lang in vollkommener Abgeschlossenheit gehalten worden waren. Sie wurden in einen Raum mit vier fensterlosen Mauern eingesperrt. Täglich wurden zwei kärgliche Mahlzeiten durch eine an der Zellentür angebrachte Fallklappe hereingeschoben. Sie durften nicht miteinander sprechen. Man verweigerte ihnen jegliche Verbindung mit ihrer Familie, einem Priester oder einem Pastor. In einigen Fällen genügte diese Behandlung bereits, um Deutsche soweit zu bringen, daß sie vorher abgefaßte Geständnisse unterschrieben. Diese im voraus angefertigten Geständnisse belasteten nicht nur den Unterzeichner, sondern oft auch andere Verdächtige.

In anderen Fällen, so fuhr Richter van Roden fort, seien auch direkte körperliche Folterungen sadistischer Art zur Erpressung von "Geständnissen" angewendet worden. Der amerikanische Jurist: Die Ermittler stülpten den Angeklagten eine schwarze Kapuze über den Kopf, schlugen sie dann mit Schlagringen ins Gesicht, versetzten ihnen Fußtritte und hieben mit Gummischläuchen auf sie ein. Mehreren deutschen Angeklagten waren die Zähne ausgebrochen, bei einigen die Kinnladen zertrümmert. In 139 überprüften Fällen war allen diesen Deutschen - außer zweien - mit solcher Gewalt in die Hoden geschlagen worden, daß eine dauernde Invalidität daraus entstand. Dies war eine Standard-Prozedur unserer amerikanischen Ermittler....

Eward L. van Roden, als Offizier und Richter in Strafsachen nicht zartbesaitet, war über die schrecklichen alliierten Unrechtstaten an Deutschen dermaßen erschüttert, daß er von der »Chicago Tribüne« am 12. März 1949 mit dem harten Wort zitiert wurde: Wenn Gerechtigkeit Platz greifen soll, dann müßte man die ganze amerikanische Armee nach den Vereinigten Staaten zurückführen, um sie dort abzuurteilen.
Auch der britische Marineoffizier, Kriegsgeschichtler und Publizist Captain Russell Gren-fell beschäftigte sich mit den Untersuchungsergebnissen van Rodens. In seinem 1954 in New York erschienenen Buch »Unconditional Hatred« (deutsch: »Bedingungsloser Haß?«, Tübingen 1954) schrieb er: Der Richter fand, daß gefangene Deutsche verschiedenen Formen der Mißhandlung unterworfen wurden, bis - mit den Worten der Zeitschrift »Pictorial« - »starke Männer zu gebrochenen Wracks wurden, bereit, jedes Geständnis zu murmeln, das ihre Ankläger von ihnen verlangten«.

Zu den von den Ermittlern angewandten »Überredungsmethoden« gehörte auch, so fuhr Grenfell fort, daß brennende Streichhölzer unter die Fingernägel der deutschen Gefangenen getrieben, daß falsche Priester - mit Kruzifix und Kerze - zur Abnahme der Beichte zu den Gefangenen geschickt wurden, in der Hoffnung, auf diese Weise belastende Aussagen zu erlangen. »Verheimlichte Dokumente«, zweiter Band, bringt folgenden Bericht eines der Geschundenen von Schwäbisch Hall, Heinz Rehagel: Unter Schlägen und Tritten wurde ich bei der Einlieferung in eine Zelle getrieben. Hohes Fieber und Nierenschmerzen ließen mich sofort nach einem Arzt rufen. Er kam zwar, bedeutete aber, mir nicht helfen zu können. Selbst meine Bitte nach zwei zusätzlichen Decken lehnte er ab. So verblieb ich mit zwei dünnen Decken in kalter Zelle, bei völlig undichtem Fenster, mir selbst überlassen. Wiederholtes Rufen und Bitten wurden ignoriert. Kurz vor Weihnachten kontrollierte mich ein amerikanischer Dolmetscher. Meine Frage, warum wir eigentlich da seien, beantwortete er mit wüsten Schimpf Worten. Die Bitte, von meiner Gattin eine Nachricht erhalten zu dürfen, sie mußte Ende November entbunden haben, begegnete er mit gemeinen Beleidigungen gegen meine Frau. Als ich mir das verbat, schlug er mir mehrmals mit der Faust ins Gesicht. Als ich zur ersten Vernehmung geführt wurde, erhielt ich Schläge mit einem Knüppel gegen Brust, Leib und Geschlechtsteile. Bei meiner ersten Vernehmung lernte ich Oberleutnant Perl sowie Harry Thon, einen deutschen Emigranten, kennen. Thon gab sich als Major und Oberstaatsanwalt aus. Thon: »Sie sind Rehagel?« - »Ja.« (Thon schlägt mich ins Gesicht.) »Sie sind auch ein blödes Stück Scheiße.« Das war die Begrüßung durch die Vertreter der späteren Staatsanwaltschaft. In vielen weiteren Fallen stand ich Rede und Antwort. Doch nicht zur Zufriedenheit der Herren. Nicht die Wahrheit wollte man, sondern einen Prozeß mit Sensation. Mir machte man die herrlichsten Versprechungen, nur sollte ich meinen Kompanie-Chef, den Regimentskommandeur und Oberleutnant Christ, belasten. Als Versprechungen wirkungslos blieben, folgten Drohungen wie: »Na, wir haben ja die Mittel, um Sie zum Sprechen zu bringen«, oder: »Wenn Sie nicht wollen, lassen wir Sie einfach verschwinden; Schnellverfahren sowie Hinrichtungen erfolgen hier täglich«. Am zweiten Abend nach dieser Andeutung wurde ich gegen 21.00 Uhr in Hose und Hemd auf den Hof geführt. Ich hörte das Entsichern von Waffen, dann die Frage: »Sind Sie katholisch oder evangelisch, haben Sie noch einen Wunsch?« Danach überließ man mich etwa 15 Minuten seelischen Qualen und führte mich unter Schweigen zur Zelle zurück. Als Nachrichten über sadistische Methoden bei den Terror-Tribunalen in Amerika durchsickerten, erhoben sich Stimmen des Protestes. Am 20. Mai 1949 erklärte Senator Joseph R. McCarthy (zitiert in Ulrich Stern, »Die wahren Schuldigen am Zweiten Weltkrieg«, München 1990): " Als Anwalt und als Richter des Kreisgerichtes in Wisconsin kenne und achte ich das amerikanische System der Justiz. Ich glaube, die Welt hat eine Demonstration amerikanischer Rechtspflege erwartet, die selbst auf unsere besiegten Feinde angewendet werden soll. Stattdessen sind Gestapo- und GPU-Methoden angewandt worden. Ich habe Zeugenaussagen gehört und dokumentarische Beweise gesehen, die besagen, daß angeklagte Personen Schlägen und körperlichen Mißhandlungen unterzogen wurden in Formen, wie sie nur von kranken Gehirnen erfunden werden konnten. Sie wurden Scheinprozessen und -Hinrichtungen ausgesetzt, man drohte, ihre Familien der Lebensmittelkarten zu berauben, welches alles die Ankläger rechtfertigten als notwendig zur Schaffung »der richtigen psychologischen Atmosphäre zur Erlangen von Geständnissen«. Ich bin fest davon überzeugt, daß unschuldige Personen ebensogut wie schuldige auf diese Weise in die »richtige psychologische Atmosphäre versetzt«, Geständnisse machen oder alles und jedes bestätigen werden. Ich will nicht, daß mörderische Nazis freigesetzt werden. Ich will nur, daß Unschuldige geschützt werden.

Während die von den Befreiern zensurierte Lizenzpresse in Deutschland nichts über diese Vorgänge berichten durfte, wurden die brutalen Folterungen damals oft ganz offen vor US-Journalisten ausgeübt, die dann in den USA darüber berichteten. In Lüneburg fand vor einem britischen Militärgericht der erste große KZ-Prozeß der Nachkriegszeit statt (Verfahren in Sachen Begräbnissen). Zweihundert Journalisten waren eingeladen, um das Tribunal gegen die 47 Angeklagten zu verfolgen. Wie »Beweise« in Begräbnissen beschafft wurden, schildert der britische Publizist Alaun Moorehead. Sein Bericht, aus dem der folgende Auszug stammt, erschien 1954 in dem von Cyril Colonel in London herausgegebenen und vom jüdisch geführten Verlag »Weidenfeld & Nicolson« gedruckten Buch »He Golden Horizont«: Als wir uns den Zellen der gefangenen Sämänner näherten, begann der aufsichtsführende Sergeant schon im voraus wild zu brüllen. »Wir hatten heute früh Vernehmungen«, lächelte der Captain.  »Ich fürchte, der Anblick ist nicht sehr hübsch.« Die Journalisten wurden in die Zellen geführt, die voller stöhnender, blutbesudelter Menschen lagen. Ein Mann dicht zu meinen Füßen, dessen Hemd und Gesicht von Blut dick überkrustet war, machte vergebliche Versuche aufzustehen; endlich kam er auf die Knie und schließlich mühsam auf die Füße und stand nun, heftig zitternd, die blutigen Hände hilflos von sich gestreckt, vor uns. »Auf mit Euch!« brüllte der Sergeant die anderen an. Die Gefolterten rafften sich einer nach dem anderen auf, indem sie sich an der Wand hochschossen. »Weg von der Wand!« Sie stießen sich mühsam ab und taumelten nach der Mitte der Zelle. In einer anderen Zelle hatte der englische Militärarzt soeben eine Vernehmung beendet. »Los!« schrie der Sergeant, »steh auf!« Der Sämann lag in seinem Blut auf dem Boden. Er kroch zu einem Stuhl, legte die Arme auf den Sitz und schob sich mühsam halb in die Höhe. Noch ein Schub: Er war auf den Füßen und warf uns flehend die Arme entgegen: »Warum macht Ihr mich nicht tot?« keuchte er mühsam. »Warum macht Ihr mich nicht ganz tot? Ich kann nicht mehr...»Das sagt er uns schon den ganzen Morgen, der dreckige Bastard«, grinste der Sergeant.

Auszug aus einem Brief des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm an den Nürnberger US-Hauptankläger Robert Klempner vom Mai 1948 über die Terror-Tribunale: Am meisten beeindruckt wurde ich von Dokumenten, aus denen zu ersehen war, daß bei den Vorbereitungen der Anklage in diesen Prozessen, die hernach mit Todesurteilen geendet haben, verbrecherische Quälereien angewandt worden sind, um Aussagen und Geständnisse zu erpressen.

Auf Material über Foltermethoden bei den alliierten Terror-Tribunalen, das ihm Kardinal Firnis, der Vorsitzende der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz zugeleitet hatte, reagierte der Apostolische Visitation Aloisius Muench aus den USA am 27. November 1948 schriftlich wie folgt: Man schämt sich wirklich, daß so etwas geschehen ist. Meine einzige Genugtuung in der Sache ist, wie aus den Namen ersichtlich, daß es nicht wirkliche Amerikaner waren, die die Vorverhöre führten.....

Der englische Autor Butler zitiert in seinem Buch "Legion auf Deut" auszugsweise aus den Aufzeichnungen eines gewissen Bernard Charge, der in britischer Uniform bei der Gefangennahme von Höß (einer der Lagerkommandanten von Ausschwitz) dabei war. Demzufolge erpreßte man zunächst von Frau Höß den Aufenthaltsort ihres untergetauchten Mannes. Dabei wurden Methoden angewandt, die Butler so bezeichnet: »Ausgeklügelte Techniken des ununterbrochenen und erbarmungslosen Verhörs.« Die Serganten in britischer Uniform fanden Heus schließlich am 16. 3. 1946 auf einem Bauernhof. Einer der britischen Soldaten schrieb darüber: "Er lag ganz oben auf einer dreigeschossigen Schlafkoje und war mit einem seidenen Schlafanzug bekleidet. Wir fanden später heraus, daß er seine Cyanidpille, die ja die meisten von ihnen bei sich trugen, verloren hatte. Nicht daß er eine große Chance gehabt hätte, sie zu benutzen, denn wir hatten ihm schon eine Taschenlampe ins Maul gerammt. Als Auftakt der "Behandlung" wurde  Höß  zusammengeschlagen. Man legte ihn nackt auf den Schlachttisch des Bauernhofes und prügelte längere Zeit auf ihn ein. Dann schüttete man ihm größere Mengen Whiskys in den Mund. Das gewaltsame Einflößen von Alkohol dürfte neben den sonstigen Foltermethoden ein probates Mittel gewesen sein, Geständnisse nach Wunsch der Umerzieher zu erpressen. Wollte der Gefolterte die Augen schließen, stieß ihm Charge seinen Dienststock unter die Augenlider und befahl in deutscher Sprache: "Halt Deine Schweinsaugen auf, Du Schwein." Im Gefängnis Heide (Niedersachsen) wurde dann mit der "Vernehmung" von Höß begonnen, die schließlich in seine "Geständnisse" mündete, u. a. unterschrieb er ein in London vorbereitetes Protokoll, wonach während seiner Zeit als KZ-Kommandant von Ausschwitze zwei Millionen Juden vergast worden seien. Wahrescheinlich wurden ihm noch ärgere Folterungen und die Auslieferung an die Polen angedroht, damit er im Gerichtssaal alle Vorwürfe zugab. Später bestätigte Höß im Nürnberger Prozeß nur mehr die vorgelesenen angeblichen Geständnisse, es gab keinerlei Diskussion oder Kreuzverhör, wie man bei  Anschuldigungen von solcher Tragweite erwarten würde. Beobachtern fiel Höß apathisches Verhalten bei der "Zeugenaussage" auf. Später wurde der KZ-Kommandant doch nach Polen ausgeliefert, wo nach einem weiteren Schautribunal seine Hinrichtung stattfand.

Dem Herausgeber der Zeitschrift  "Stürmer", Julius Streicher, wurden u. a. mit einer Reitpeitsche regelmäßig die Hoden zerschlagen, dann wurde ihm eine Dornenkrone aufgesetzt und er konnte nackt mit geschwollenen Hoden von Journalisten photographiert werden. Streicher wurde vom Nürnberger Siegertribunal zum Tode verurteilt und anschließend vom Henker der Befreier ermordet, obwohl er sich nur als Schriftsteller betätigt und nie einen Menschen verletzt oder getötet hatte. 

Wie der Kanadier Jammer Banque nachwies, sind nach dem Krieg rund eine Million deutscher Kriegsgefangener in amerikanischen „oben air ad hunger camps“ sowie in französischen Lagern umgekommen. Ernest Hemingway brüstete sich in seinen Erinnerungen sogar, einen deutschen Kriegsgefangenen getötet zu haben...

[u. a. Auszüge aus dem Buch "Terrortribunal", ISBN 3-924309-33-7, FZ-Verlag ]

[30. Mai 2004]

Folterung deutscher Gefangener (Teil 1, Nationalzeitung) >>

Folterung deutscher Gefangener (Teil 2) >>


Folterung deutscher Gefangener (Teil 9) >> 
 

„Zerschlagene Hoden, gebrochene Kiefer, herausgeschlagene Zähne“ 

Wie USA-Sadisten im besiegten Deutschland folterten und killten

„In Deutschland erinnert man sich noch an die Nachkriegslager der USA für internierte Militärangehörige und Zivilisten“, hofft Juri Igrinjow, Rundfunkkommentator der Stimme Rußlands. „Bis Mitte 1946 haben fünf Millionen Menschen diese Lager durchlaufen. Wie der kanadische Forscher James Bacque [1] berichtete, der in Archiven der US-amerikanischen Streitkräfte nachforschte, wurden in diesen Lagern in jener Zeit etwa eine Million Deutsche getötet. Diese Menschen sind nicht gestorben, sie wurden vernichtet. Das war wohl kaum eine Heldentat“ [2]. Er habe diese Lager mit allen Demütigungen mitgemacht, bestätigt Erich Zanzinger aus Suben am Inn. Der ehemalige Hauptmann der deutschen Wehrmacht ist von den laufenden Skandalmeldungen aus dem Irak nicht im geringsten überrascht: „Wer 1945 die Lager in den Rheinwiesen, in Büderich, Remagen, Sinzig usw. er- und überlebt hat, findet nur eine Bestätigung für die Gemeinheit und den Sadismus, mit dem die deutschen Kriegsgefangenen von GIs behandelt wurden. Als 1946 die Transporte von Übersee in der Heimat eintrafen, sagte ein US-Transport-Offizier: ,Gentlemen – ihr habt bis jetzt das christliche Amerika kennengelernt – nun lernt ihr das unchristliche Amerika kennen – ich schäme mich dafür!’“[3].

Als der schamhafte Amerikaner seine persönliche Anständigkeit zum Ausdruck brachte, war die Ehre der US-Armee längst wieder durch abscheuliche Verbrechen befleckt. Auf ihrem probolschewistischen „Kreuzzug in Europa“ [4] erreichte am 29. April 1945 eine Einheit der amerikanischen Thunderbird-Division die oberbayerische Kreisstadt Dachau. Das 1473 Mann starke Stammpersonal des dortigen Konzentrationslagers hatte sich am Vortag abgesetzt und die Bewachung einer Genesendenkompanie aus dem angrenzenden, vom KZ jedoch völlig getrennten Ausbildungslager der Waffen-SS anvertraut. Um das KZ, in welchem auch noch eine tödliche Typhus-Epidemie wütete, wieder los zu werden, meldete SS-Obersturmführer (= Oberleutnant) Heinrich Skodzensky, begleitet von einem Vertreter des schweizerischen Roten Kreuzes, dem Anführer der Amerikaner: „Ich übergebe Ihnen hiermit das Konzentrationslager Dachau mit 30.000 Insassen, 2340 Kranken, 27.000 in den Außenlagern und 560 Wachsoldaten.“ Der Offizier spuckte dem Deutschen ins Gesicht, schrie: „Du Schweinehund!“ und befahl ihm, sich in einen der Jeeps zu setzen, der sofort wegfuhr. Kurz darauf hörte man Schüsse und der Befreier brummte zufrieden: „Der Bastard ist tot.“

US-Massenmord an Waffen-SS-Soldaten in Dachau

Dann stürmten Amerikaner in das SS-Lager und machten Jagd auf die dortigen Soldaten. 122 SS-Angehörige, die sich sofort ergeben hatten, wurden trotzdem erschossen. Weitere vierzig Mann wurden von KZ-Insassen mit Waffen ermordet, die sie von den Amerikanern erhalten hatten. 358 SS-Leute wurden gefangengenommen, zwölf von ihnen machte ein MG-Schütze nieder. Die restlichen 346 Mann blieben vorläufig am Leben, bis der  Oberleutnant Jack Bushyhead auftauchte. Der Cherokee-Indianer aus dem Staate Oklahoma befahl, die Gefangenen an die Wand zu stellen und mit Maschinengewehren niederzumähen. Als dies geschehen war, traten Befreite in blau-weiß gestreifter Kluft in Aktion, um mit Pistole, Spaten und ähnlichen Mordwerkzeugen die US-Bluttat nachzubessern. Dreißig weitere SS-Leute wurden „im Kampf erschossen“, zusätzliche zehn, denen die Flucht zunächst gelungen schien, wurden eingefangen und der Rache der Insassen überlassen, die sie zum Gaudium der Mordamerikaner massakrierten, teils lebend in Stücke rissen.

Eine Stunde nach dem Massaker spazierte US-General Frederick mit einigen höheren Offizieren durch das Lager. Ein Offizier schlug vor, die Leichen der Ermordeten zu verstreuen und gestellte Aufnahmen zu schießen zum Beweis dafür, daß man die Opfer „auf der Flucht erschossen“ hatte. Da der US-Soldat Arland Musser den Massenmord photographisch festgehalten hatte, mußte man (nach amerikanischen Quellen) den Vertuschungsgedanken fallen lassen. Den fürsorglichen Vorgesetzten blieb nichts anderes übrig, als gegen die Mörder in Uniform zu ermitteln, doch ist es zu einem Verfahren gegen Bushyhead und die anderen Gangster niemals gekommen.

Blieb der Massenmord auf Grund bewußter Untätigkeit der US-Justiz auch ungesühnt, so sind die 560 Opfer des Verbrechens nicht vergessen. Der schwerkriegsversehrte SS-Oberscharführer (= Feldwebel) Hans Linberger, der nur deshalb überlebt hat, weil ihn die Mörder für tot hielten, wurde an der Ostfront schwer verwundet. Nach langem Lazarettaufenthalt wurde er am 9. März 1945 zum Ersatztruppenteil nach Dachau kommandiert. Am 29. April 1945 legten die durchwegs schwerversehrten und nicht frontverwendungsfähigen Ersatzleute ihre Waffen nieder, meldeten sich beim Chefarzt des Standortlazaretts Dr. Schröder und wurden in eine Baracke eingewiesen. In einer anderen Baracke waren evakuierte Frauen und Kinder untergebracht.

Während sich das Sanitätspersonal auf die Kapitulation vorbereitete, ging Linberger, durch seinen leeren Ärmel als Schwerversehrter erkennbar, mit einer Rotkreuz-Flagge in der Hand den anstürmenden Amerikanern entgegen. Als er erklären wollte, daß das Lazarett selbstverständlich waffenlos übergeben werde, setzte ihm ein GI eine MPi an die Brust, schlug ihm ins Gesicht und schoß im Flur einer Lazarettbaracke einen unbekannten Verwundeten zusammen, der regunglos liegenblieb. Ärzte, Apotheker und sonstiges Sanitätspersonal wurden aus den Behandlungsräumen gejagt. Der leitende Arzt Dr. Schröder, der das Lazarett formgerecht übergeben wollte, wurde so zusammengeschlagen, daß er einen Schädelbasisbruch erlitt.

Maschinengewehrsalven

Die Amerikaner trieben alle Gehfähigen mit den Frauen und Kindern ins Freie. Mit vorgehaltener Pistole plünderten sie die Gefangenen aus und nahmen den SS-Leuten Uhren, Ringe, Füllhalter und Geld ab. Dann wurden die Opfer in den Hof des Heizwerkes gejagt und mußten sich an einer Mauer aufstellen. Die Amerikaner brachten ein Maschinengewehr in Stellung. Während Kriegsberichter die Gruppe photographierten und filmten, eröffnete der MG-Schütze das Feuer. Mit einem Feuerstoß von links nach rechts und zur Mitte zurück legte er die Masse der an der Wand stehenden vierzig Männer um, Frauen und Kinder sahen mit weitaufgerissenen Augen zu.

„Der unmittelbar hinter mir stehende Kamerad fiel mit dem letzten Aufschrei ‚au, die Schweine schießen auf den Bauch’ über mich, da ich mich aus unerklärlichen Gründen einfach fallen hatte lassen“, bezeugte Linberger vor dem Deutschen Roten Kreuz. „So bekam ich nur das Blut des Toten, der aus der Brust stark blutete, über Kopf und Gesicht, daß ich schwer angeschlagen aussah.“ 

Während angetrunkene Häftlinge mit Spaten bewaffnet Verwundete erschlagen wollten, gebot ein US-Offizier weiterem Morden Einhalt. Die Überlebenden wurden in die Stadt geführt und in einen Saal des Gasthauses Hörhammer gepfercht. Auf dem Weg dorthin blieben zwölf Tote namenlos liegen. Papiere und Erkennungsmarken wurden auf amerikanischen Befehl entfernt und deutsche Kriegsgefangene mußten die Opfer an unbekannten Orten vergraben. „Während der Erschießungsaktion hat sich die Ehefrau eines Dr. Müller (…) mit ihren zwei Kindern aus Verzweiflung vergiftet. Das Grab dieser Menschen konnte ich ausfindig machen, in diesem sollen acht SS-Angehörige liegen, worunter sich auch Oberscharführer Maier befindet. Maier war Oberschenkelamputierter und wurde an einer anderen Stelle des Lazarettgeländes an der Abgrenzungsmauer zusammengeschossen. Er lag einen Tag mit Bauchschuß und bat Frau Steinmann, daß sie ihn erschlagen solle, da er es nicht mehr ertrage. Der eintretende Tod hat aber Frau Steinmann von dem letzten Wunsch des Kameraden entbunden.“ So der weitere Bericht von Linberger.

Auch in der Nähe des Lazarett-Leichenhauses wurden SS-Leute erschossen, wie Linberger später durch Einschläge an der Mauer feststellen konnte: „Das Grab wurde mir als späterem PW (Prisoner of War = Kriegsgefangener, Anm. d. Verf.) im gleichen Lazarettgelände durch die Frau eines früheren KZ-Insassen bekannt, die an Allerseelen 1946 an den Lagerzaun herantrat und weinend ihrer im gleichen Grab bestatteten Kinder gedachte. Die Kinder müssen nach dem Zusammenbruch und der Übernahme des Lazaretts durch die Amerikaner im Lazaretthospital verstorben sein. Weitere in dem eingeebneten Grab bestattete Waffen-SS-Angehörige sind aus dem Suchdienstakt zu ermitteln.“

Abgesehen von Linberger ist das Dachau-Massaker mit seinen 560 Opfern durch eine erstaunliche Fülle von Veröffentlichungen amerikanischen Ursprungs dokumentiert. Sogar Organe deutscher Vergangenheitsbewältigung schweigen nicht tot, daß es Tote gegeben hat, doch minimieren sie das wahre Ausmaß des Verbrechens. Die Gesamtzahl der gegenständlichen Mordopfer sei „kaum größer als 50 gewesen“ [5], beruhigt Jürgen Zarusky nach dem Vorbild jener Apologeten, die die Zahl der Toten von Dresden zu zehnteln pflegen. In den Dachauer Heften, der Hauszeitschrift des Gedenkzentrums, wird den Mördern die Rolle der Rächer gequälter KZ-Häftlinge zugebilligt.

Dachauer US-Schauprozesse mit erfolterten Geständnissen

Dem Dachauer Oberbürgermeister Lorenz Reitmeier machen die US-Truppen trotz des Verbrechens noch heute einen durchaus sympathischen Eindruck: „Sie erwiderten unsere Grüße in überraschender Freundlichkeit“, zerfloß das Stadtoberhaupt nach einem halben Jahrhundert vor Rührung. „Wen wunderte das mehr als die erwachsenen Dachauer, denen jahrelang durch die Propaganda des Dritten Reiches eingebläut worden war, es handle sich bei diesen Truppen um Zusammenrottungen von Gangstern und Verbrechern? Ich kann mich noch recht gut an die Überraschung darüber erinnern, daß ein amerikanischer Offizier in unserer Straße sofort energisch einschritt, als einer der Soldaten sich nicht ganz korrekt verhielt“, verhielt sich Reitmeier politisch korrekt [6].

Der Massenmörder Bushyhead blieb ungeschoren und erfreute sich in Augsburg des süßen Lebens eines Besatzers. Mit seinem Busenfreund Howard Buechner, der als Oberstarzt zum Zeugen des Massenmordes geworden war, unternahm er eine Fahrt auf den Obersalzberg, um Hitlers zerbombten Berghof zu besichtigen. Nach seiner Demobilisierung meldete er sich von Amerika aus als Besatzer nach Deutschland zurück und beglückte das unglückliche Land bis 1948, ehe eine Tuberkulose der militärischen Karriere ein Ende machte. Am Weihnachtstag 1977 starb der Massenmörder, der bis ans Ende seines Lebens unbehelligt geblieben war, eines natürlichen Todes.

Die amerikanische Besatzungsmacht aber hatte ausgerechnet den Schauplatz des Dachauer Massakers zum Austragungsort von Schauprozessen gemacht. In 489 Verfahren brachen rachsüchtige Richter den Stab über 1672 Angeklagte, von denen 1416 verurteilt wurden.

Die Beweismittel bestanden in erfolterten Geständnissen der Angeklagten  und in Aussagen gekaufter Berufszeugen. Von den in Dachau verkündeten 417 Todesurteilen wurden 264 vollstreckt. Die Hinrichtungen fanden im Gefängnis in Landsberg am Lech statt. Proteste der Öffentlichkeit und Interventionen von katholischen und evangelischen Würdenträgern bewirkten  die Einsetzung amerikanischer Untersuchungsausschüsse. Resumee des US-Richters Edward L. van Roden: „In den von uns untersuchten 139 Fällen wurden alle Deutschen bis auf zwei mit unheilbaren Folgen in die Hoden getreten“ [7].

So beklagte sich auch Weihbischof Neuhäusler über diese Methoden schon 1948 in einem Gespräch mit dem Münchner Rundfunk, das aber damals nicht gesendet werden durfte. Es wurde erst nach seinem Tode in der Münchner Katholischen Kirchenzeitung vom 7.1.1974 veröffentlicht. Er schrieb u.a.: “Mich leitet nicht etwa die Absicht, von mir reden zu machen oder gegen amerikanische Justiz zu hetzen oder gegen einzelne Zeugen vorzugehen, […] auch nicht die Absicht, einzelne Personen zu verteidigen, sondern einzig und allein der Wunsch zu helfen, daß die Wahrheit gefunden und Gerechtigkeit geübt werden kann und daß Zweifel beseitigt [werden], besonders wenn Todesurteile vorliegen und vollstreckt werden.” Weihbischof Neuhäusler machte im Zusammenhang mit dem Briefwechsel zwischen Bischof Wurm und Kempner (Stellvertretender Hauptankläger in Nürnberg) einem CDN-Vertreter gegenüber folgende Erklärung: “Anknüpfend an meine Besprechung mit fünf amerikanischen Kongreßmitgliedern habe ich am 24.3.1948 Material von mehreren hundert Seiten über den in Dachau geführten Malmedy-Prozeß (43 Todesurteile, 22 lebenslänglich, 2 zu zwanzig Jahren, 1 zu 15 und 5 zu zehn Jahren) an diese Kongreßmitglieder gesandt. Darunter auch einige Dutzend eidesstattliche Erklärungen von Verurteilten über schwere Mißhandlungen und Täuschungen in der Voruntersuchung, durch die von ihnen Protokolle erpreßt worden seien. Selbst der amerikanische Verteidiger Colonel Everett habe während der Verhandlung diese Protokolle scharf, jedoch erfolglos angegriffen.” “Davon müssen wir dann Fälle unterscheiden, in denen zweifelhafte Zeugen aufgetreten sind in eigentlichen KZ-Prozessen. Ich habe heute gerade charakteristische Fälle auf den Schreibtisch bekommen. Da trat in einem Prozeß, der mit einem Todesurteil endete, ein H. H. – der volle Name kann natürlich jederzeit genannt werden – auf als Kronzeuge. Er hatte folgende falsche Angaben gemacht, die ich mir von der Polizei in München bestätigen ließ: Er heißt sich Rechtsanwalt, ist aber Kaufmann. Er heißt sich Doktor, ist es aber nie gewesen. Er gibt oder gab als Geburtsort Berlin an, ist aber in Hagen geboren (Grund für die falsche Angaben: Damit man seine Strafliste nicht hat nachsehen können). Das Strafregister sagt von ihm: ‘Verbrecherisch veranlagt, sechsmal wegen Diebstahl, Unterschlagung und Urkundenfälschung bestraft.’ Er behauptet, sieben Jahre im KZ gewesen zu sein, in Wirklichkeit waren es bloß 1 1/2 Jahre. Er gab wohl zu, in Dachau als Zeuge aufgetreten zu sein, sagte aber, er hätte nicht geschworen. Die Kriminalpolizei in München besitzt aber Fotos, wo er mit erhobenem Schwurfinger dasteht und auf dem Zeugenstuhl sitzt. Ein anderer Fall ist mir heute noch auf den Schreibtisch gekommen: Ein A. gab eine eidesstattliche Erklärung in einem Fliegertötungsprozeß ab und behauptete, daß von den Angeschuldigten ein allgemeiner Schießbefehl für abgeschossene amerikanische Flieger erlassen worden sei. […] Besonders wichtig wäre es, die Frage der sogenannten Berufszeugen zu klären.”  Der evangelische Landesbischof von Württemberg, D. Theophil Wurm,13 “wandte sich nach einer Mitteilung des ev. Pressedienstes in einem Brief an Professor Robert M. Kempner, gegen die angeblich durch Dokumente belegte Tatsache, daß bei den Kriegsverbrecherprozessen verbrecherische Methoden und abscheuliche Quälereien angewandt worden sein sollten. Wurm gründete seine Beschuldigungen auf Dokumente, die ihm vor Augen gekommen seien und aus denen er ersehen habe, daß bei den Vorbereitungen der Anklage in Prozessen, die mit Todesurteil geendet hätten, verbrecherische Methoden und abscheuliche Quälereien angewandt worden seien, um Aussagen und Geständnisse zu erpressen. […] In einem Telegramm forderte Bischof Wurm die Zurückstellung der Vollstreckung von Todesurteilen. Sie soll bis zur Errichtung einer Appellationsinstanz aufgeschoben werden.” Wie ich aus einem Vortrag von Monsignore Morgenschweis, dem Beichtvater der Angeklagten in Landsberg, weiß, hat der amerikanische Kriegsminister Kenneth Royal eine Zurückstellung angeordnet. Aber General Lucius Clay ordnete die Hinrichtung an: “Das Jahr 1948 war ein ganz schlimmes Jahr. Da sind zum Teil die größten Verbrechen geschehen insofern, als man damals 110 Mann nacheinander hingerichtet hat, obwohl eine eigene [amerikanische] Kommission eingesetzt worden war, die auf Antrag von Neuhäusler und Bischof Wurm gekommen war und festgestellt hat, daß die Urteile [aufgrund von Schein- und Berufszeugen] nicht rechtens waren, so daß von 139 zum Tode Verurteilten 29 sofort freigelassen wurden und bei 110 das Verfahren wieder aufgenommen werden sollte. Wir haben also im Juli 1948 einen Hinrichtungsstop bekommen. Und was geschah darauf durch General Clay? Er begann am 14. Oktober 1948 und ließ jede Woche 10 bis 15 Mann aufhängen. Bis Anfang Dezember wurden 110 Mann hingerichtet, ohne daß die Verantwortlichen gefragt hätten, ob sie schuldig oder unschuldig waren, ob sie den Tod verdient hatten oder nicht.” Laut eines überlieferten Gedächtnisprotokoll aus Clays Arbeitsstab sagte dieser: “Er werde wahrscheinlich in die Geschichte, zumindest in die deutsche Geschichte eingehen als einer der größten Henker aller Zeiten. Er habe bereits etwa 200 Todesurteile unterzeichnet, und dies seien mehr als jemals einer unterschrieben hätte, mit der Ausnahme von vielleicht Hitler und Stalin.”
 

[1] James Bacque: Other Losses, dt. Der geplante Tod. Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945–1946, 6. Aufl. Frankfurt a. Main; Wien 1996 (Ullstein-Buch; 33163).

[2] „Die Mär vom Heldentum. JW dokumentiert Auszüge aus einem Kommentar des Senders ‚Stimme Rußlands’“, in: Junge Welt, 21. 2. 2003.

[3] Erich Zanzinger: „Verhalten der GIs“, Leserbrief, Kronen-Zeitung, 22. 5. 2004.

[4] Dwight David Eisenhower (1890–1969): Crusade in Europe, Garden City, NY 1948; deutsch: Kreuzzug in Europa, Amsterdam 1948.

[5] Jürgen Zarusky: „’That is not the American Way of Fighting’. Die Erschießungen gefangener SS-Leute bei der Befreiung des KZ Dachau”, in Dachauer Hefte 13 (1997), S. 27–55, hier: S. 53.

[6] Lorenz Josef Reitmeier: Rede des Oberbürgermeisters auf der Gedenksitzung des Stadtrates aus Anlaß des 50. Jahrestages der Befreiung, 29. 4. 1995.

[7] Edward L. van Roden: „American Atrocities in Germany“, in: The Progressive, Februar 1949, S. 21f.

tw. Auszüge aus Aula (Juni 2004) 

"Zerschlagene Hoden, gebrochene Kiefer, herausgeschlagene Zähne“
Teil 2

Wie USA-Sadisten im besiegten Deutschland folterten und killten

Die Verbrechen des Holocaust, heißt es, sind singulär. Die US-Untaten im Irak sind es nicht: „Verglichen mit Lucius D. Clay, unserem Befreier [1], ist Minister Rumsfeld ein scheuer Chorknabe“, beschwichtigt Jörg Friedrich („Der Brand“) in der Tageszeitung Die Welt: „Deutschland wurde von den Besatzern überwältigt. 300.000 gefährliche Leute wanderten in einen teils zwei, drei Jahre dauernden Arrest [...]. Beamte, Hochschullehrer, Richter wurden massenhaft entlassen und durch eine Säuberungsmühle gedreht, die Entnazifizierung. Vom 10. Mai 1945 an entzog General Eisenhower den Millionen von Kriegsgefangenen, die er auf Reichsboden eingesammelt hatte, dem Geltungsbereich der Genfer Konvention. Sie hießen nicht mehr Gefangene, sondern ‚disarmed enemy forces‘ (‚entwaffnete feindliche Streitkräfte‘) und sind in den Rheinwiesenlagern verreckt.“ Etwa eine Million Menschen kam in diesen Hungerlagern um. Ihr Tod war, wie der Historiker James Bacque nachwies, „geplant“ [2]. Bundeskanzler Adenauer bezichtigte die Sieger des Nazismus: „Dafür würde er heute aus der CDU ausgeschlossen“, höhnt Jörg Friedrich angesichts des Hinauswurfes des honorigen Martin Hohmann durch die tätervölkisch gesonnene CDU-Chefin und Friedman-Freundin Angela Merkel.

Bushens Behauptung, Folterungen seien „gänzlich unamerikanisch“, ist nachweislich unwahr. Grausamkeiten sind keine „einmaligen Ausrutscher“, sondern US-Usus. Zu den „verschärften Vernehmungen“ von Wissensverdächtigen in Form von „Schlagen, Treten, Demütigen“ einst in Deutschland und jetzt im Irak besteht kein substantieller Unterschied, betont Jörg Friedrich. Die aktuellen Zustände in Guantánamo entsprechen dem in der  Potsdamer Erklärung verankerten ‚automatic arrest‘: „Unsicherheitsfiguren schnappen, Stacheldraht herumziehen, nach außen isolieren, in nachdrückliche Gespräche verwickeln, korrumpieren, weichkochen und auf den umerzieherischen Zahn der Zeit hoffen. Das war das Arkanum der Sicherheitspolitik von Amerikanern, Briten und Russen bis 1949. Keine Befreiung ohne Repression; die lockert sich entweder, wenn Sicherheit einkehrt wie bei uns spätestens 1949, oder falls sich Rechtsskrupel melden. Darin sind die Amerikaner doch unerreicht!“ Den Rest besorgt die „freiwillige Gesinnungskontrolle“. Diese wacht darüber, daß die Umstände von Deutschlands Untergang stets mit dem Begriff der Befreiung und mit nichts anderem verbunden werden.

Die mit Urin getränkte oder mit Kot kontaminierte Kapuze, die den Gefangenen von Abu Ghraib verpaßt wurde, ist Standard-Requisit amerikanischer Inquisitoren wie der Metallrahmen, auf den nackte Gefangene in Kruzifix-Position gespannt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten deutsche Gefangene mit den Kapuzen Bekanntschaft, die von dem geronnenen Blut geprügelter Kameraden strotzten und deren übler Geruch bei den Gepeinigten Ekel und Erbrechen erregte. Diese und noch ärgere Quälereien ließen sich amerikanische Sadisten einfallen, um deutschen Soldaten belastende Geständnisse zu entlocken. 

Der Wahrheitsliebe eines ehrenhaften US-Offiziers war es allerdings zu danken, daß die Methoden des Malmedy-Verfahrens ans Licht der Weltöffentlichkeit und zur Kenntnis des amerikanischen Senats gelangten. Austragungsort des schändlichen Schauprozesses war ausgerechnet das KZ Dachau. Bei der Einnahme des Lagers am 29. April 1945 erschossen die amerikanischen Eroberer 560 unbewaffnete Wachsoldaten kurzerhand ohne Verhör [3]. Bald darauf begann man am Ort der US-Untat 489 Schauprozesse, die großteils auf erfolterten Geständnissen und auf Aussagen korrupter Berufszeugen beruhten.

Mysteriöser Malmedy-Prozeß

Im Malmedy-Prozeß waren 74 Angehörigen der 1. SS-Panzerdivision wurde vorgeworfen, unter Führung des Obersten Jochen Peiper [4] bei der Ardennen-Offensive am 17. Dezember 1944 gefangene US-Soldaten erschossen zu haben. In Wirklichkeit waren sie in einem verwickelten und unübersichtlichen Kampfgeschehen gefallen, teils waren sie erschossen worden, als sie zu fliehen versuchten. In einem Brief, den er an seinen Verleger richtete, rühmte sich der berühmte Ernest Hemingway (1899-1961), während der Ardennen-Offensive einen unbewaffneten deutschen Gefangenen erschossen zu haben, als dieser sich weigerte, militärischen Geheimnisse preiszugeben [5]. 

Um zu beweisen, daß die Erschießung von Kriegsgefangenen  Praxis der tapferen Waffen-SS gewesen sei, fahndet die US-Kriegsverbrecherkommission nach Angehörigen der Peiper-Einheit. Peiper selbst wird im Interrogation Center  Freising verhört. Im Military Intelligence Service Center  in Oberursel im Taunus wird er sieben Wochen lang in verschärfter Einzelhaft gehalten. Die Amerikaner sperren ihn in eine Hitzezelle: „Für 24 Stunden wurde ich in eine sogenannte Wärmezelle eingesperrt und diese auf 80 Grad Celsius erhitzt. Die Verrichtung menschlicher Notdurft wurde mir verweigert und mir mitgeteilt, daß ich nunmehr verheizt werde. Da die Dauer der Prozedur und die zunehmende Hitze mich an der Ernsthaftigkeit der Absicht nicht zweifeln ließ, blieb mir als einziger Ausweg die Zerstörung von Heizung und Fenster übrig, wollte ich der Tortur ohne nachhaltige Schädigung meiner Gesundheit entgehen.“

Im Oktober 1945 kommt Peiper in das Camp for Suspect War Criminals nach Zuffenhausen bei Stuttgart. „Die Behandlung war schlecht und erniedrigend. Fünf Wochen wurde ich in einem nahezu völlig dunklen Keller eingesperrt gehalten. An zwei Tagen erhielt ich nichts zu essen und während dreier Wochen konnte ich mich weder waschen noch rasieren. Die sanitären Verhältnisse spotteten jeder Beschreibung. Ich wurde beraubt und beschimpft.“ Er sei der bestgehaßte Mann Amerikas und die Öffentlichkeit verlange seinen Kopf, erfährt Peiper von Oberleutnant William Pearl [6]. In Zuffenhausen zog man alle Angehörigen der 1. SS-Panzerdivision zusammen, deren die „Nazijäger“ in westalliierten Gefangenenlagern habhaft geworden waren. 1.100 Mann wurden in das Zuchthaus Schwäbisch Hall verlegt, um sie auf ihre „Prozeßverwendbarkeit“ zu untersuchen, 700 von ihnen kamen in die engere Wahl.

Unter der Leitung von Oberstleutnant Burton F. Ellis tobte sich das Vernehmungskommando, bestehend aus Hauptmann Raphael Shoemaker, Oberleutnant Robert E. Byrne, Oberleutnant William Pearl, Harry Thon und Joseph Kirschbaum an den wehrlosen Opfern aus. Gedeckt waren die Exzesse durch die Direktive der US-Militärregierung: „Die Verfahren sind im Hinblick auf die volle Erreichung dieser Zielsetzung (Schutz der US-Besatzungsstreitkräfte und Verfolgung der politischen, militärischen und administrativen Ziele) zu führen. Rechtliche und solche Gesichtspunkte, die das äußere Verfahren betreffen, dürfen dieses Ergebnis nicht beeinträchtigen.“ Vom „Verfahren zur Erreichung von Zielsetzungen“ gequält, bequemte sich der Unteroffizier Arved Freimuth zu einem Geständnis, das seine Kameraden belastete. Er hatte etwa 16 Seiten fertig, da hörten Mitgefangenen um 2 Uhr nachts den den Aufschrei: „Ich kann nicht mehr weiterlügen!“ Am  Morgen fanden ihn die Posten erhängt. Das erpreßte, jedoch unfertige Geständnis wurde vom Anklagevertreter aus eigener Erfindung ergänzt und im Malmedy-Prozeß zu Lasten anderer Angeklagter verwertet.

Der Malmedy-Prozeß in Dachau dauerte vom 16. Mai bis 16. Juli 1946. Ein Drittel der Angeklagten war minderjährig. Die Folterknechte von Schwäbisch Hall fungierten als Ankläger. 51 Angeklagte erklärten, schwer mißhandelt worden zu sein. Pearl widersprach unter Meineid. Ihm wurde geglaubt und nicht den Gefolterten. Der amerikanische Verteidiger Oberst Willis M. Everett, ein Anwalt aus Atlanta, legte aus Protest sein Mandat zurück. Alle 73 Angeklagte wurden schuldig gesprochen, 43 einschließlich Peiper zum Tode durch den Strang, 22 zu lebenslanger Haft zwei zu 20 Jahren, einer zu 15 Jahren Haft, und fünf zu zehn Jahren Haft verurteilt. Berufung war ausgeschlossen, eine Überprüfungsinstanz nicht vorgesehen. Der Elsässer Marcel Boltz ist während des Prozesses an Frankreich ausgeliefert worden und wurde von einem Gericht in Mülhausen wegen mangelnder Beweiskraft des erpreßten Geständnisses freigesprochen [7].

Hinrichtungen in Landsberg bis 1951!

Die Vollstreckung der Urteile fand im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg am Lech statt. Dort saßen 1416 Verurteilte ein, davon 426 zum Tode Verurteilte, 199 Lebenslängliche und 791 mit Zeitstrafen Belegte. Militärgouverneur Clay ließ jede Woche zehn bis 15 Mann aufhängen. In der Nacht vom 6. zum 7. Juni 1951 starben die letzten sieben am Galgen. Zur Vollstreckung der Todesstrafe an Malmedy-Verurteilten kam es allerdings in keinem Fall. Rechtsanwalt Everett brachte ein Gnadengesuch ein, wobei er mit Nachdruck auf die rechtswidrigen Verhörmethoden hinwies. Durch zahllose Eingaben an alle nur möglichen Stellen und zuletzt durch den engagierten Einsatz des Senators Joseph McCarthy gelang es, die Vollstreckung auszusetzen.

In einer Presseerklärung vom 20. Mai 1949 stellte der Senator fest, daß in den Gefängnissen gefoltert wurde. „Ich habe Beweise gehört und dokumentarische Bestätigungen gelesen, die besagen, daß die Angeklagten geschlagen, mißhandelt und körperlichen Foltern ausgesetzt wurden, die sich nur kranke Gehirne ausgedacht haben konnten“, klagte McCarthy. „Falls die Vereinigten Staaten solche Schandtaten, ausgeführt von einigen wenigen Leuten, unbestraft durchgehen lassen, dann kann uns die ganze Welt mit Recht kritisieren...“

Zur Untersuchung der Prozeßführung in den Dachauer Verfahren setzte der amerikanische Heeresminister im Sommer 1948 einen dreiköpfigen Untersuchungsausschuß ein. Richter Edward L. van Roden, Mitglied dieser sogenannten Simpson-Kommission, stieß auf folgende Methoden, mit denen Geständnisse erpreßt wurden: Dunkelhaft, ständige Störung der Nachtruhe, Schläge mit Fäusten und Metallstangen, Fußtritte gegen Schienbeine und Geschlechtsorgane, Überstreifen von blutverkrusteten, übelriechenden Kapuzen, stundenlanges Warten mit erhobenen Armen, brutale Mißhandlungen mit schweren Verletzungen, Schläge und Tritte bis zur Bewußtlosigkeit, Scheinverhandlung als Schnellgericht mit Todesurteil bei Kruzifix und Kerzen mit falschen Zeugen, falschen Eiden, gefälschten schriftlichen Aussagen unter Mißbrauch amerikanischer Offiziersuniform, Scheinhinrichtung nach Aufforderung zum Äußeren der letzten Worte mit anschließendem Anziehen des Stricks bis zum Eintritt der Bewußtlosigkeit, Versprechungen von Strafmilderung und Freilassung für den Fall der Niederschrift des gewünschten Geständnisses, Drohung mit Repressalien gegen Mütter, Schwestern, Frauen und Kindern, Beschimpfung und Verhöhnung von Familienangehörigen. „Allen außer zweien von den 139 Deutschen, deren Fälle untersucht wurden, waren die Hoden so zerschlagen worden, daß sie nicht mehr zu heilen waren. Das war die ständige Behandlungsmethode unserer amerikanischen Ermittler“ [8]. 

Auf Grund der Grausamkeiten, begangen an Gefangenen in Oberursel, Zuffenhausen und Dachau, wurden von 139 untersuchten Urteilen 29 sofort kassiert, 110 mußten überprüft werden. Allein in Dachau waren von den 1.672 Personen, die in 489 Verfahren vor Gericht standen, 426 zum Tod verurteilt worden. Nach seiner Rückkehr aus Deutschland hielt van Roden in den USA zahlreiche Vorträge, in denen er die amerikanische Öffentlichkeit über die Verbrechen der Siegerjustiz informierte. Sämtliche im Malmedy-Prozeß verhängten Todesurteile wurden schließlich in zeitliche Freiheitsstrafen umgewandelt. Die meisten der Verurteilten sind bereits 1953 wieder in Freiheit. Die letzten Häftlinge verlassen 1958 Landsberg. Als letzter seiner Kampfgruppe kam Peiper 1956 frei.

Für August Eigruber (1907-1947) aber, der in Landsberg gehenkt wurde, gab es keine Hilfe. Der Gauleiter und Reichsstatthalter in Oberdonau war Angeklagter Nr. 13 im Mauthausen-Schauprozeß. Das KZ lag zwar in seinem Gau, doch hatte er auf den inneren Betrieb des Lagers keinen Einfluß. „Gott schütze Deutschland, Gott schütze meine Familie, Gott schütze meine Kinder!“ waren Eigrubers letzte Worte. „Ich schätze es für eine Ehre, vom ungerechtesten und brutalsten Sieger der Welt gehängt zu werden“ [9].

[1] Lucius D. Clay (1897-1978), geb. in Marietta, Georgia, gest. in Chatham, NY, US-General, 1945 Stellvertreter des Oberkommandierenden Eisenhower, ab 1947 Militärgouverneur in Westdeutschland, ließ bis 1951 Todesurteile an Opfern von Schauprozessen vollstrecken, 1961 persönlicher Beauftragter des Präsidenten Kennedy für Berlin-Fragen im Range eines Botschafters. Signalisierte dem Kreml sein Einverständnis zum Bau der Berliner Schandmauer.

[2] James Bacque: Other Losses. An Investigation into the Mass Deaths of German Prisoners at the Hands of the French and Americans after World War II, Toronto 1989, dt.: Der geplante Tod. Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945-1946, 6. Aufl. Frankfurt a. Main; Wien u.a. 1996 (Ullstein-Buch: 33163).

[3] Teil I dieses Aufsatzes, AULA 6/2004, S. 16.

[4] Jochen Peiper (1915-1976), Oberst der Waffen-SS, geb. in Berlin, ermordet in Traves. Zusammen mit seinen Kameraden von der „Leibstandarte“ in US-Haft grausam gefoltert und im Malmedy-Prozeß wegen angeblicher Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt, 1951 zu „lebenslänglich“ begnadigt. Nach der Haftentlassung 1956 bekleidete er eine Stellung in der Industrie, bis ihn „Bewältiger“ zu Fall brachten. Im Alter ließ er sich in Frankreich nieder. In der Nacht zum 14. Juli 1976 rückten seine Mörder in fünf Autos an. Peiper kämpfte bis zum letzten Atemzug gegen die schwer bewaffneten, von allen Seiten auf sein Haus feuernden Banditen, die schließlich mit Molotow-Cocktails das Ende des ungleichen Kampfes herbeiführten. Peiper verbrannte. Die Täter „konnten“ von der französischen Justiz nicht ermittelt werden. Gerhard Frey [Hg.]: Prominente ohne Maske, 1984, S. 331; ausführliche Lebensgeschichte bei Patrick Agte: Jochen Peiper. Kommandeur Panzerregiment Leibstandarte, Berg 1998.

[5] Brief an US-Verleger Charles A. Scribener vom 27. 8. 1949 in: Ernest Hemingway: Ausgewählte Briefe 1917-1961. Glücklich wie die Könige, Reinbek 1984, S. 456.

[6] Emigrierter Rechtsanwalt aus Wien, als Chef-Vernehmer der War Crimes Group maßgeblich an den Mißhandlungen von Gefangenen beteiligt, dann einer der Ankläger im Malmedy-Prozeß. Verstarb im Dezember 1998 im Alter von 92 Jahren in seinem Anwesen in Beltsville, Maryland.

[7] Patrick Agte: Jochen Peiper, S. 387.

[8] Daily News, Washington, 9. 1. 1949; Sunday Pictorial, 23. 1.1949.

[9] Msgr. Karl Morgenschweis [gewesener Gefängnisseelsorger in Landsberg]: „Wie Gauleiter Eigruber starb“, in: Mitteilungen der Wohlfahrtsvereinigung der Glasenbacher 2 (1958), Nr. 5, S. 1-3  = Ders.: „Wie starb Gauleiter Eigruber?“, Signal, April 1958, S. 1; Last Words of Eigruber, War Criminal Prison Landsberg, 28. 5. 1947, National Archives Washington, RG 338, Box 350, zit. bei Florian Freund: „Der Dachauer Mauthausenprozeß“, in: Jahrbuch des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes 2001, S. 64.- Joseph Calasanz Fließer (1896-1960), mutiger Diözesanbischof von Linz, las im August 1947 im Dom der amerikanisch besetzten Donaustadt für das Opfer der US-Mordjustiz eine Seelenmesse.

Dr. Fred Duswald, 
"Aula", September 2004

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