Solarien gefährlicher als Zigaretten Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Lancet Oncology“ veröffentlicht wurde, stuft Solarien als krebserregend ein. Die internationale Krebsforschungsbehörde IACR in Lyon setzte laut Mitteilung vom 29. 7. 2009 Solarien auf die Liste der krebserregendsten Substanzen und Einflüsse.
Nicht nur der regelmäßige Sonnenstudiobesuch ist damit als hochriskant eingestuft wurden, auch das Sonnenbaden im Allgemeinen. Der Unterschied: Die Intensität der UV-Strahlung ist bei 20-minütiger künstlicher Sonne genauso intensiv wie ein ganzer Tag am Strand.
Wenn man bereits vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig Solarien besucht, steigt das Hautkrebs-Risiko um bis zu 75 Prozent.
Bisher wurden die entstehenden Zellschäden vor allem auf UVB-Strahlung zurückgeführt. Anhand von Tierversuchen wurde aber festgestellt, dass auch UVA und UVC-Strahlen ähnlich gefährlich sind. Daher wurden sie nun von der WHO als krebserregend eingestuft – zuvor wurden sie als „möglicherweise krebserregend“ geführt.
Neben der erhöhten Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, erhärtet sich durch zahlreiche neue Studien auch der Verdacht, dass durch UV-Strahlen die Gefahr der Tumorenbildung im Auge deutlich ansteigt.
Infolge der Ergebnisse hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Krebsgefahr infolge des Sonnenbadens unter der Bräunungslampe in die höchste verfügbare Risikokategorie eingestuft. Damit steht der Gang ins Solarium auf einer Stufe mit Zigarettenkonsum und dem Umgang mit Asbest. Im Jahr 1992 waren Sonnenbänke von der WHO nur als "wahrscheinlicher" Auslöser" von Krebs bewertet worden.
Bereits im Juni 2009 wurde im Bundestag ein Gesetz beschlossen, wonach ab Anfang 2010 in der BRD Personen unter 18 Jahren öffentliche Solarien nicht mehr benutzen dürfen.
[29. Juli 2009]
Sonnenlicht ist für fast alle Lebewesen überlebensnotwendig, das Licht ist wichtig etwa zur Bildung von Vitamin D und damit zur Stärkung der Knochen, oder auch für die Bildung des Glückshormons Serotonin. Serotonin wirkt der Frühjahrsmüdigkeit entgegen und bewahrt uns vor depressiven Verstimmungen. Doch auch beim Sonnenlicht kommt es auf das richtige Maß an, denn zuviel Sonne kann die Haut stark schädigen. Aus harmlosen Muttermalen können bösartige Melanome und Tumore werden. Der Zeitpunkt einer Erkrankung ist schwer abzuschätzen, oft treten bösartige Melanome erst Jahre nach intensivem Sonnenbaden auf.
Seit 1983 haben sich die Neu-Erkrankungen von bösartigen Melanomen in Österreich mehr als verdoppelt. Nach Angaben der Statistik Austria sind im Jahr 1983 444 Menschen in Österreich an derartigen Melanomen erkrankt, im Jahr 2003 waren es 1.061. Im Österreichvergleich gibt es die meisten Neu-Erkrankungen in Tirol, die wenigsten in der Steiermark, Niederösterreich liegt im Mittelfeld. Dramatisch sind auch die Zahlen in Bezug auf Sterbefälle durch Hautkrebs. 1983 sind 189 Menschen an Hautkrebs gestorben, im Jahr 2003 waren es 299. Das Melanom ist auch der Tumor mit der höchsten Steigerungsrate in Mitteleuropa.
[3. Mai 2007]
Hautkrebs als Schönheitsideal
Während früher das Schönheitsideal für Europäer eine makellose weiße Haut war und die vornehmen Damen Sonnenschirme verwendeten, hat sich im Rahmen der Umerziehung das Ideal stark geändert. Die Umerzogenen scheinen sich ihrer Identität zu schämen und wollen scheinbar um jeden Preis wie Inder oder Neger aussehen. Wird doch in zahlreichen Hollywoodfilmen gezeigt, wie gut, edel, mutig und erfolgreich Neger oder andere Farbige sind, während die Weißen als brutale und rücksichtslose Schurken dargestellt werden. Auch die amerikanische Sportberichterstattung wirkt ähnlich. Da alle langsamen Neger in den letzten 10 000 Jahren in Afrika von den Raubtieren gefressen wurden, sind die Neger den Weißen in der Leichtathletik und den abgeleiteten Sportarten stark überlegen, was von der Sportberichterstattung nach Strich und Faden ausgeschlachtet wird. Jedenfalls ist es bei Europäern große Mode geworden, sich in der Sonne oder sogar in Solarien braten zu lassen, um ihren Schönheitsidealen aus Afrika ähnlicher zu werden. Die rasante Zunahme der Hautkrebsfälle in Europa hat jetzt die Deutsche Krebshilfe zu einer Warnung an die Bevölkerung veranlaßt.
Die Deutsche Krebshilfe hat dringend vom Besuch von Solarien abgeraten: «Jeder Besuch im Solarium erhöht das Hautkrebsrisiko», sagte der Dermatologe Professor Eckhard Breitbart auf einer Pressekonferenz der Krebshilfe am 28. 6. 2001 in Hamburg. Er warnte vor der Annahme, daß man sich vor dem Urlaub im Solarium bräunen sollte, um dann am Strand keinen Sonnenbrand zu bekommen.
«Die künstliche UV-Strahlung ist keineswegs gesünder als die natürliche und sollte nicht genutzt werden, um die Haut auf den Sonnenurlaub vorzubereiten», sagte der Fachmann. Nach den Angaben sterben in Deutschland jährlich 3.000 Menschen an Hautkrebs.
Die Krebshilfe startet eine große Aufklärungskampagne, um auf die Gefahren der künstlichen Sonnenbestrahlung aufmerksam zu machen. Rund zwölf Millionen Deutsche gehen jedes Jahr in eines der 90.000 Solarien, wie Geschäftsführer Gerd Nettekoven sagte.
Nach Angaben des Hautkrebsexperten Breitbart geht die Hautkrebsrate in Deutschland steil nach oben. Nach seinen Worten ist die Strahlung in den Bräunungsgeräten der Solarien zwar anders zusammengesetzt als das Licht der Sonne. «Schonender geht sie mit der Haut trotzdem nicht um», erklärte er. Die so genannten UV-A-Strahlen, die vor allem aus den Röhren der Bestrahlungsgeräte kommen, seien mindestens ebenso schädlich wie UV-B-Strahlen.
Breitbart erklärte die Erhöhung des Hautkrebsrisikos durch Solarien so: Jeder Mensch könne nur eine bestimmte Menge an echter oder künstlicher ultravioletter Strahlung vertragen. Danach entstehe Hautkrebs. Sonnenbäder im Solarium belasteten die Haut zusätzlich. «Sie erkaufen sich damit eine vorzeitige Hautalterung», sagte Breitbart über die Benutzung von Solarien.
Die Krebshilfe legte zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention eine Liste von Ratschlägen vor. Danach sollten Jugendliche nicht auf die Sonnenbank gehen, ebenso wenig Menschen mit dem hellen Hauttyp I oder Bürger mit vielen Leberflecken. Auch wer schon Hautkrebs hatte oder einen Fall von schwarzen Hautkrebs in der Familie hat, sollte den Sonnenstudios fern bleiben.
Wer trotzdem geht, sollte nach Ansicht der Krebshilfe darauf achten, dass nur Geräte des Typs II oder III eingesetzt werden und insgesamt (mit echter Sonne) nicht mehr als 50 Sonnenbäder pro Jahr genommen werden. Sonnenbrände sollen ganz vermieden werden und stets eine Schutzbrille getragen werden. Münz-Sonnenbänke seien zu meiden.
Pressesprecherin Eva Kalbheim verglich die Kampagne mit der Aufklärung über die Gefahren des Rauchens. In Deutschland erkranken laut Breitbart jedes Jahr 100.000 Menschen an Hautkrebs, davon 7.000 am hochgefährlichen schwarzen Melanom. 3.000 sterben. 130.000 Broschüren mit dem Titel «Selbstverteidigung für Solariumgänger» liegen bereit und können bei der Krebshilfe (Postfach 1467, D-53004 Bonn) angefordert werden.
[28. Juni 2001]