Bischof K. Krenn fordert Abschaffung der Abtreibungen Der Diözesanbischof von St. Pölten (Niederösterreich), Kurt Krenn, fordert die gänzliche Aufhebung der Fristenlösung (Abtreibung auf Staatskosten innerhalb von 12 Wochen) in Österreich. Krenn wurde vom Nachrichtenmagazin profil vom 11. 12. 2000 zum jüngsten Vorschlag von Sozialminister Herbert Haupt befragt, die Frist bei "eugenischer Indikation" (Abtreibung bei erkannter Erbkrankheit) zu verkürzen: "Ich bin froh über den Schritt des Sozialministers. Aber das, was wir wollen, nämlich die Aufhebung der Fristenlösung, ist das sicher nicht. Wir brauchen das Ganze, ohne das können wir nicht zufrieden sein." Von der österreichischen Bundesregierung wünscht sich Krenn Unterstützung: "Ich würde mir wünschen, daß der Regierung die Aufhebung der Fristenlösung gelingt." Groß schätzt er die Chance darauf aber nicht ein. Krenn: "Ich glaube, das wird sich politisch nicht leicht machen lassen, weil von allen Seiten gleich wieder Druck kommt. Österreich braucht nach so vielen Jahren Fristenlösung eine Umerziehung, denn viele können zwischen Gut und Böse nicht mehr unterscheiden. Die Abtreibung ist nun einmal die Tötung eines Menschen.
Bisher wurden die Einwände von Behindertenorganisationen gegen die eugenische Indikation und die Bedenken namhafter Gynäkologen gegenüber der Zwölfwochenfrist schon ernsthaft diskutiert. Bischof K. Krenn rüttelt jedoch mit seinerBotschaft die Bevölkerung auf, sich der eigentlichen Problematik der Massenabtreibungen wieder bewußt zu werden. Es wird geschätzt, daß in Österreich in den letzten Jahrzehnten jährlich bis zu 100 000 Abtreibungen stattgefunden haben. Das ist zwar ein erstrebenswertes Ziel der Linken, um das Land für die erwünschte Masseneinwanderung aus Asien und Afrika reif zu machen, aber es ist möglich, daß nach der politischen Wende nach rechts jetzt zumindest in Österreich ein Umdenken einsetzt. Damit steht der niederösterreichische Bischof auch im Gegensatz zu einigen katholischen Bischöfen der BRD, die die Anweisung des Papstes kritisierten, keine Tötungsscheine zwecks Abtreibung mehr ausstellen zu lassen.
[10. Dezember 2000]