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In Grosny (Tschetschenien) mußte die Siegesparade der Russen zum Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 9. Mai 2003 abgesagt werden, da unmittelbar vor deren Beginn ein Bombenattentat verübt wurde, bei dem drei Personen verletzt wurden. Daraufhin wurde aus Sicherheitsgründen die Parade abgesagt. Die Tschetschenen kämpfen seit Jahren für ihre Unabhängigkaeit. Im zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Tschetschenen wegen angeblicher Zusammenarbeit mit der Deutschen Wehrmacht nach Sibirien deportiert. Die Internationale Helsinki-Stiftung für Menschenrechte hat schwere Vorwürfe gegen russische Truppen in Tschetschenien erhoben. In der abtrünnigen Kaukasusrepublik würden weiterhin Zivilisten von russischen Sicherheitskräften verschleppt, mißhandelt und getötet, hieß es in einer Erklärung der Wiener Organisation am 23. 2. 2003. In den ersten beiden Januarwochen seien aus einem Bezirk der tschetschenischen Hauptstadt Grosny elf Männer verschwunden, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Am 14. Januar seien vier weitere Männer in der Nähe des Zentralmarktes entführt worden. Zahlreiche weitere Zivilisten, darunter eine schwangere Frau, seien von russischen Sicherheitskräften geschlagen worden. Die russische Armee hat wiederholt bekräftigt, der Mißbrauch militärischer Macht sei die Ausnahme. Alle Vergehen würden bestraft. Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow sagte dem Radiosender «Echo von Moskau» am 23. 2., im vergangenen Jahr seien 26 Militärangehörige wegen Verbrechen in Tschetschenien verurteilt worden. Vor Militärgerichtshöfen würden 57 Verfahren laufen, darunter 14 Mordfälle, zwei Vergewaltigungen und 18 Raubüberfälle. Wie die moskautreue tschetschenische Regierung mitteilte, töteten tschetschenische Rebellen in den vergangenen zwei Tagen sechs Soldaten bei verschiedenen Angriffen. Die Unterdrückung der Tschtschenen wird von den Bush-Junta der USA gebilligt, um die Zustimmung Rußlands für den sog. Kampf gegen den Terrorismus zu erhalten. Am 12. 5. 2003 detonierte ein mit ca. einer Tonne Sprengstoff beladener
Lastwagen in der Siedlung Snamenskoje im Norden Tschetscheniens, nachdem
er in das Gebäude der örtlichen Verwaltung gerast war. In dem
Haus waren auch die Vertretungen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB
[12. Mai 2003] |