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FPÖ-Bundesparteiobmann Abg. H. C Strache kritisierte in einer Pressekonferenz am 19. 2. 2009 die demokratiegefährdenden Verflechtungen des Raiffeisen-Konzerns in der österreichischen Medienlandschaft. Kritisch ins Visier nahm H. C. Strache den Raiffeisen- Konzern und die
Machenschaften von dessen Generaldirektor Konrad.
Konkret kritisierte Strache auch den massiven Zugriff auf die heimische
Medienlandschaft und die dadurch ermöglichte einseitige Manipulation
gewisser Interessensinhaber. "Armin Wolf hat ja schon treffend gesagt:
'Raiffeisen besitzt bereits mehr Medien als Getreidesilos'. Unter anderem
ist Raiffeisen im Print-Bereich beteiligt an Kurier, Österreich und
dem News-Verlag (News, Profil, Trend, Format). Die Finanzierung der Tageszeitung
"Österreich" wird hauptsächlich von der Raiffeisen-Landesbank
Niederösterreich getragen."
Der ORF-Stiftungsratsvorsitzende Pekarek sei übrigens auch Teil des Raiffeisen-Konzerns. "Und er ist eine der Triebkräfte bei der geplanten Umstrukturierung und Verkleinerung des Stiftungsrats. Es ist ja eine Reduzierung des Stiftungsrats von derzeit 35 auf 9 bis 12 Personen geplant und die Ausschaltung der Vertreter der Länder und der Opposition. Das heißt, man will im Stiftungsrat ausschließlich rotschwarze Vertrauensleute sitzen haben. Die Kompetenzen dieses rotschwarzen Proporzrates umfassen dann die Wahl der Geschäftsführung, die Festsetzung der Gebühren und die Entscheidungen über Budget und Personal", gab Strache zu bedenken. In diesem Zusammenhang erinnerte Strache auch daran, dass die ORF-Betriebsräte im September des Vorjahrs den Rücktritt Pekareks gefordert hätten. "Ich darf aus der "Presse" vom 24. September 2008 zitieren: 'Grund dafür sind Überlegungen Pekareks, Unternehmensteile beziehungsweise Sparten des ORF auszulagern oder gar teilweise zu privatisieren. Die Belegschaftsvertreter des öffentlich-rechtlichen Senders vermuten hinter Pekareks Aussagen Interessen des auch im Medienbereich aktiven Raiffeisen-Konzerns. Vor allem weil der Vorsitzende des obersten ORF-Gremiums demnächst nach eigenen Angaben ins "Wiener Raiffeisen-Umfeld" wechselt.' - Wie man hört, plant Konrad auch, Anteile der Kronenzeitung zu kaufen." Strache zeigte auch die 50-prozentige Beteiligung von Raiffeisen an EPA-Media, dem größten Plakatvertreiber, der 45.000 Plakatwände in ganz Österreich besitzt, auf. "Das Unternehmen entstand durch die Zusammenführung von Heimatwerbung (ehemals ÖVP-Besitz), Ankünder (ehemals Wirtschaftsbund-Besitz) und der Außenwerbung von Dr. Heinrich Schuster. Es ist das schwarze Pendant zur roten Gewista. Mitglied der Geschäftsführung der EPA ist übrigens auch Ferdinand Mayer." "Ein weiterer Punkt ist die BIG (Staatsimmobilien): Geschäftsführer
ist Mag. Stadlhuber - Ex-Schwiegersohn, Aufsichtsratsvorsitzende ist Mag.
Michaela Steinacker, seit Juli 2008 Geschäftsführerin bei der
Raiffeisen-Holding Wien-Niederösterreich, deren Kerngeschäftsfelder
die Bereiche Industriebeteiligungen, Dienstleistungen, Medien und Immobilien
sind. Die RHH hält derzeit 660 maßgebliche Unternehmensbeteiligungen,
z.B. Kurier", so Strache.
[19. Februar 2009] Casino-AG läuft Gefahr, unter Raiffeisen-Beteiligung AUA-Schicksal
zu erleiden
Raiffeisen solle wieder die ursprüngliche genossenschaftliche Aufgabe für Österreichs Bauern leben und sich aufs Bankenkerngeschäft konzentrieren, anstatt Casino-Zockereien auf dem Rücken der Bauern vorzunehmen, erklärte heute FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache. "In diesem Bereich braucht es eine neue Bauernbefreiung." Die Casino AG laufe Gefahr, unter Beteiligung von Raiffeisen ein AUA-Schicksal zu erleiden, warnte Strache. Denn auch hier sei die Republik an einem hochverschuldeten Unternehmen beteiligt. Deshalb, so Strache weiter, bräuchte die Casino AG einen strategischen Partner. Dem allgemeinen Glauben, dass die Casino AG ein österreichischer Leitbetrieb sei, widersprächen die Zahlen, denn das offene Kreditrisiko betrage 700 Millionen Euro, erklärte Strache. Es stelle sich die Frage, wie die Casino AG die Bankverbindlichkeiten zurückzahlen wolle, wenn sie in drei Jahren nach den EU-Richtlinien die Monopolkonzession nicht mehr erhalte. Dies sei ein typischer Bereich, wo sich die Republik zurückziehen müsste. Die Münze Österreich, eine hundertprozentige Tochter der OeNB, halte einen 34-prozentigen Anteil an der Casino AG. Die Republik Österreich wiederum sei mit 70 Prozent an der OeNB beteiligt und sei somit indirekt mit etwa 20 Prozent an der Casino AG beteiligt. Die Casino AG schreibe an allen zwölf Standorten im Inland Verluste, und zwar in der Höhe von 1 Million Euro. Und dies sei noch eine geschönte Bilanzzahl, nämlich inklusive der Immobilien. Im Ausland mache Casino ein Plus von 1 Million Euro. Die Casino AG besitze 68 Prozent der österreichischen Lotterien. Von diesem Monopol lebe sie. Um sich dort die Macht zu kaufen, habe die Casino AG 700 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei Raiffeisen, sagte Strache. Sie habe, von Raiffeisen finanziert, die BAWAG-Anteile an den Lotterien gekauft. Raiffeisen habe somit ein Kreditrisiko von 700 Millionen Euro, so Strache. Dies sei deshalb bedenklich, weil die Casino-AG die Monopolkonzession nur mehr drei Jahre besitze. Und nunmehr komme das alte Raiffeisen-Spiel in Gang. Man benutze nun den Shareholder-Pröll, der veranlassen solle, dass die Erteilung der Konzession auch in Zukunft in Richtung Casino AG gehen solle. Stattdessen sollte die Casino AG sich Partner suchen, um aus der Misere zu kommen und sich von Raiffeisen zu lösen. Es gebe genügend erfolgreiche österreichische Partnermöglichkeiten, betonte Strache. [19. Februar 2009] |