Israelischer Präsident besuchte Holocaustgroßdenkmal Am 1. 6. 2005 besuchte Israels Präsident Katsav das Holocaustdenkmal in Berlin. Es war vor dem Besuch des israelischen Staatspräsidenten von Unbekannten mit Hakenkreuzen bemalt worden. Die Täter malten die NS-Symbole nach Polizeiangaben mit einem Stift an vier Stelen in der Mitte des Mahnmals, obwohl die Stelen mit einer Anti-Graffiti-Schicht bedeckt worden waren. Polizisten entdeckten die Hakenkreuze am 1. 6. 2005 gegen 7.00 Uhr. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Mahnmals entfernten die Hakenkreuze noch rechtzeitig vor Eintreffen des Staatsgastes am Vormittag. Bereits am 12. 5., zwei Tage nach der Eröffnung, wurden Hakenkreuzmalereien am Holocaustdenkmal entdeckt.
Einen Tag vor seinem Holocaustdenkmalbesuch hielt Katsav eine Rede vor den Bundestagsabgeordneten, in der er u. a. folgendes erklärte:
„…Für die Shoa kann es weder Vergeben noch Verzeihen geben. Zahlreich sind die Angehörigen des jüdischen Volkes, die die von den Nazis tätowierten Zahlen noch auf ihrem Arm tragen. Die seelischen Narben sind auch in der zweiten und dritten Generation noch spürbar. Die Familien der Opfer und Überlebenden der Shoa trauern und weinen bis zum heutigen Tag. Das jüdische Volk fühlt weiterhin den Schmerz und das Leid.
“…Die Shoa wird immer den Anfangs- und den Schlusspunkt bilden. Sie ist das schwarze Loch, in dem ein Großteil der Lichtstrahlen verschwindet. …
… Wir, das jüdische Volk, glaubten, dass nach den Greueltaten der Nazis die Welt den Antisemitismus nie mehr dulden würde. Wir glaubten, der Antisemitismus bilde eine Erscheinung die der Geschichte angehört, der alten Welt, dem alten Europa.
Wir werden heute Zeugen einer Welle des wiederauflebenden Antisemitismus, wie wir sie seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gekannt haben, einer Welle, begleitet von aggressiver Hetzpropaganda.
Die Antisemiten nutzen die moderne Technologie, die Massenmedien, die Globalisierung und die Demokratie dazu aus, um die Thesen des Antisemitismus in nie dagewesener Stärke und Form zu verbreiten. Der Antisemitismus ist nicht nur eine Tragödie für das jüdische Volk, sondern auch eine moralische und historische Niederlage für die Menschheit, die Niederlage der Führer der Welt, die Niederlage der freien Welt.
Wir möchten den Regierungen Europas unsere Wertschätzung ausdrücken, unter anderem der Bundesregierung, die mit entschiedenen Schritten gegen die Welle des Antisemitismus vorgehen - diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus. Unerlässlich sind Gesetzgebung und -ausführung, Erziehung und Aufklärung der Öffentlichkeit.
Leider fördern radikale islamistische Kräfte in Europa im Verbund mit rechtsextremen und linksextremen Kräften den Antisemitismus und den Antizionismus. …
… Die wachsende Legitimation neonazistischer Kräfte und ihre zunehmende Verankerung in der deutschen Öffentlichkeit bereiten uns Sorgen.
Es besteht die Gefahr, dass das Anwachsen des Neonazismus das Ende des Nachkriegszeitalters verschiebt und die Entfernung vom Krieg verhindert.
Man muss jeden Ausdruck der neonazistischen Lehren schon in den Anfangsstadien bekämpfen, bevor sie sich ausbreiten und einnisten können.
Seien wir auf der Hut - lassen wir uns nicht überraschen, wenn die Terrororganisationen die Neonazis für die Ausführung von Terroranschlägen ausnutzen.
Ich schätze die absolute Ablehnung der Neonazis von Seiten der großen Mehrheit der Deutschen.
Ich schätze die beeindruckende Zahl der Deutschen, die vor dem Brandenburger Tor gegen die Neonazis demonstrierten.
Die deutsche Demokratie ist widerstandsfähig und wird Wege finden, gegen dieses Problem anzugehen.
Wir haben das moralische Recht von Deutschland zu verlangen, keinerlei neonazistische Philosophie in Deutschland Fuß fassen zu lassen.
Die Bundesrepublik ist es sich selbst schuldig, den Opfern der Shoa und dem jüdischen Volk, ihren eigenen Idealen und den Werten, nach denen die junge Generation erzogen und geformt wird.
Die junge Generation muss davor bewahrt werden, von Hasspropaganda und Indoktrinierung verführt zu werden. Wie furchtbar wäre es, wenn diese Generation die Taten der Nazis als unterhaltenden Horrorfilm ansähe. Die Lehre der Shoa bildet die Möglichkeit, universelle Werte zu vermitteln. Wir haben in der Vergangenheit erlebt, wie undemokratische Kräfte die demokratischen Einrichtungen ausnutzten, um an die Macht zu gelangen. …… Der 8. Mai 1945, der Tag der Befreiung, ist ein Freudentag für die Menschheit und auch für Deutschland. Nur auf diese Art und Weise kann man die Seele der Jugend stärken. Wir müssen den nächsten Generationen ganz klar verkünden, dass die Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg für die Welt, für die Menschheit, für die universellen Werte, einen wichtigen Sieg darstellte - ein wichtiges Ereignis und eine wichtige Entwicklung in der deutschen Geschichte. …
___________ Als erstes israelisches Regierungsmitglied hat Außenminister Silvan Shalom am 19. 5. 2005 Holocaustgroßdenkmal in Berlin besucht. Shalom ließ sich vom Geschäftsführer der Stiftung für die ermordeten Juden Europas, Hans-Erhard Haverkampf, durch die 2.711 Stelen führen und besichtigte den Ort der Information.
Am Mahnmal für die Deportation jüdischer Bürger mit der Reichsbahn während der NS-Zeit, dem "Gleis 17" am Bahnhof Grunewald, hielt Shalom eine Rede auf Hebräisch. Mit der früheren Richterin Ruth Recknagel, Enkelin eines deportierten Ehepaars, ging der Außenminister auf dem Gleisbett entlang.
Shalom hat die Deutschen dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Die Bundesrepublik dürfe dies nie vergessen, sagte er. "Wir haben die Verpflichtung, nicht zu schweigen an jedem Ort, an dem der Antisemitismus wieder sein Haupt erhebt", sagte Schalom. "Wir haben die Verpflichtung, entschieden und unermüdlich zu handeln, damit das Andenken an die Opfer nicht verwischt."
Shaloms Visite ist Teil der Feiern zum 40. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Diese Beziehungen seien nie normal, sagte Shalom. Es seien andere als mit jedem anderen Land: "Aber alles in allem handelt es sich um Beziehungen, die sehr gut sind, sehr stabil, die weiter für die Zukunft stabilisiert werden müssen."
Jüdische Gemeinde Berlin: Holocaustmahnmal ist Horror Eine Äußerung des US-Architekten Peter Eisenman hat in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erstmals grundsätzliche Kritik am Holocaust-Mahnmal ausgelöst. Die Gedenkstätte sei für Juden nicht von Vorteil - weder für die Lebenden noch für die Toten, sagte Gemeindevorsitzender Albert Meyer am 7. 3. 2004 in Berlin. Meyer fürchtet, daß das Mahnmal zu einem innerstädtischen Dauerkonflikt zwischen nichtjüdischen und jüdischen Bürgern führen werde.
Eine Bemerkung Eisenmans während einer Kuratoriumssitzung der Mahnmalstiftung hat die Debatte ausgelöst. Der Architekt der Gedenkstätte hatte seinen New Yorker Zahnarzt mit der Frage zitiert, ob Eisenmans Zahngoldfüllungen von Degussa stammen würden. Degussa wird vorgeworfen, Zahngoldfüllungen von toten Juden eingeschmolzen und weiterverwertet zu haben. Daher wurde die Äußerung Eisenmans als antisemitischer Witz eingestuft. "Der sogenannte Witz ist genauso ein Horror wie die Diskussion um die Beteiligung der Degussa am Stelenbau und genauso ein Horror wie das gesamte Mahnmal", sagte der Gemeindechef. Meyer will auf aber aufgrund des Bundestagsbeschlusses für den Mahnmal-Bau nicht eingreifen: "Ich werde nicht das höchste Gremium der Bundesrepublik in Frage stellen." Dagegen geht Julius Schoeps, Meyers Vize und Leiter des Potsdamer Mendelssohn-Zentrums, noch einen Schritt weiter. Schoeps fordert, das Mahnmal umzuwidmen - in eine Stätte, die an alle Menschen erinnert, die aus politischen und rassistischen Gründen ermordet worden sind. Schoeps: "Noch ist es nicht zu spät. " Auch Ex-Gemeindevorsitzender Andreas Nachama äußerte Mißfallen: "Wir Juden haben unser Mahnmal im Herzen und brauchen das nicht. " Aber man könne nichts mehr machen. "Jeder andere als Eisenman wäre weg vom Fenster", kritisierte Nachama den Stararchitekten. Eisenman müsse endlich begreifen, daß er "keine kleine Eisbahn" baue, sondern ein Mahnmal. Nachama wies Äußerungen des Amerikaners zurück, wonach sich der Humor in den USA und Deutschland unterscheidet: "Ich bin mir gar nicht sicher, daß solche Witze in New York erzählt werden können. " Alexander Brenner, Vertreter der Gemeinde im Kuratorium, hatte nach dem umstrittenen Satz die Sitzung zusammen mit der Publizistin Edith Rosh vom privaten Mahnmal-Förderverein verlassen.
Brenner und Meyer haben sich in getrennten Briefen an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse gewandt. Meyer schreibt von einem unglaublichen Vorgang. Es gehe nicht an, das Andenken von Verstorbenen zu beschmutzen. Brenner spricht von einer zynischen Verunglimpfung der vergasten, erschossenen und verbrannten Juden. Er fordert von Thierse wegen des "skandalösen Vorfalls", nicht zur Tagesordnung überzugehen. Eisenmans Witz, gedacht zur angeblichen Erheiterung der Runde, sei an Geschmacklosigkeit nicht zu übertreffen. Es grenze ans Unerträgliche, daß dieser Architekt für das Mahnmal verantwortlich sei. Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und sein Vize, Salomon Korn, unterstützen ihn. "Ich habe nicht vor, mit Eisenman persönlich zu sprechen", so Brenner. Bei Thierse soll sich Eisenman bereits entschuldigt haben.
Thierse rief in seinem Antwortschreiben sinngemäß zum Durchhalten auf und erklärte, da der Bau des Mahnmales bereits so weit fortgeschritten sei, sei eine neue Grundsatzdiskussion unnötig bzw. schädlich.
Die Stiftung Mahnmal für die ermordeten Juden Europas wird auf der nächsten regulären Sitzung am 27. Mai 2004 im Beisein des Mahnmalarchitekten Peter Eisenman über dessen umstrittene Äußerung beraten. Eisenman soll während einer Kuratoriumssitzung erzählt haben, er sei von seinem Zahnarzt gefragt worden, ob seine Goldfüllungen von der Firma Degussa stammten.
Mehr als 400 "Stelen" sind für das Holocaustgroßdenkmal bereits aufgestellt worden. Die Produktionsfirma Geithner aus dem brandenburgischen Joachimsthal bringt in diesen Tagen fast täglich neue Stelen auf das Baugelände. Das Mahnmal soll am 8. Mai 2005, dem 60. Jahrestag der Teilkapitulation der Deutschen Wehrmacht vor den Westmächten eingeweiht werden. (Bekanntlich erfolgte die endgültige Kapitulation erst am 9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst. Der 9. Mai wurde in der Sowjetunion deswegen zum Feiertag erklärt und soll laut EU-Verfassung auch in der gesamten EU - die auch sonst gewisse Ähnlichkeiten mit der Sowjetunion aufweist - der größte Feiertag werden.)
[9. März 2004]
Holocaustgroßdenkmalbau eingestellt Der Bau des Holocaust-Großdenkmals in Berlin ist vorübergehend eingestellt worden. Aber nicht aus finanziellen Gründen wegen des Rekorddefezits der BRD, wie man glauben sollte, sondern weil es - Monate nach der Auftragsvergabe - im sog. Kuratorium der Mahnmal-Stiftung zu heftigen Kontroversen über die Baubeteiligung der Firma DEGUSSA gekommen war.
Grund für die Proteste könnte sein, daß man DEGUSSA (Deutsche Gold und Silber Scheide-Anstalt) vorwirft, die Goldzähne von KZ-Opfern eingeschmolzen und zu Goldbarren verarbeitet zu haben. Ein anderer Grund könnte sein, daß DEGUSSA an der Firma "Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung" beteiligt gewesen war, die das Entlausungsmittel Zyklon B hergestellt hatte. Zyklon B soll nach Angabe der Holocaustforscher und auch nach Erkenntnissen von BRD-Richtern und Staatsanwälten zur Vergasung von Millionen Juden eingesetzt worden sein.
Die Vorsitzende des Förderkreises "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", Edith Rosh, bestätigte die Einstellung des Holcaustgroßdenkmalbaues. Wie lange die Ruhepause andauere, sei vorerst unbekannt hieß es.
DEGUSSA sollte das Mittel liefern, mit dem die 2.700 "Stelen" (Betonklötze) auf dem Mahnmalgelände vor Graffitti geschützt werden. Nun müsse nach einem neuen Hersteller gesucht werden. Der Name Degussa sei mit dem Gas Zyklon B und dem Mord an Millionen Juden verbunden, sagte Rosh. Auch wenn das Unternehmen sich an dem Fonds zur Entschädigung der Zwangsarbeiter beteiligt habe, müsse auf die Empfindungen der Holocaust-Überlebenden und der Nachfahren der Opfer Rücksicht genommen werden.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Alexander Brenner, habe sich ebenfalls dafür ausgesprochen, bei Degussa "eine Grenze zu ziehen", sagte Rosh. Degussa war die Mutterfirma der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch), die Zyklon B auf der Grundlage von Blausäure herstellte.
Auch der Leiter der Stiftung Brandenburgischer Gedenkstätten, Günter Morsch, und der Historiker Reinhard Rürup vom NS-Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" gegen Degussa aus. Dem Unternehmen müsse nun erklärt werden, warum es aus dem Bauvorhaben ausgeschlossen werde, sagte Rosh. Sie gehe davon aus, dass Degussa von einer Klage gegen die Entscheidung absieht.
Das Mahnmal nach Plänen des amerikanischen Architekten Peter Eisenman soll 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 2005 eröffnet werden. Das rund 19.000 Quadratmeter große Gelände am Brandenburger Tor soll nicht abgesperrt werden. Daher hatten sich die Planer für Graffiti-Schutz auf den zwischen 40 Zentimeter und 5 Meter großen Blöcke ausgesprochen.
Die Betonklötze werden von einer Firma in Joachimsthal bei Berlin hergestellt. Der auf rund 27 Millionen Euro veranschlagte Bau, zu dem auch ein unterirdisches Informationszentrum gehören soll, soll trotz des ausufernden Milliardendefezits vom Bund finanziert werden.
[25. Oktober 2003]
Baubeginn für Holocaust-Großdenkmal Obwohl die BRD wegen der hohen Sozialaufwendungen für die aus aller Welt einströmenden Ausländer bzw. für wegen ausländischer Lohndrücker arbeitslose Deutsche vor dem finanziellen Ruin steht, soll am geplanten Bau des Holocaust-Großdenkmals festgehalten werden. Die BRD-Regierung hat einen Zuschuß von vorläufig 27 Millionen Euro zugesagt. Der ursprünglich geplante Baubeginn im September 2002 war als nachteilig empfunden worden, da er noch vor dem Termin der Bundestagswahlen lag. So wurden nach 15-jähriger Planungsphase am Samstag d. 16. 8. 2003 in Berlin die ersten "Stelen" (Betonkblöcke) für das Holocaust-Mahnmal errichtet.
Die Betonklötze werden von der Wilhelmshavener Firma Geithner Bau Ges. m. b. H. hergestellt und sollen mit einer Graffitti-abstoßenden Oberflächenschicht überzogen sein.
Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland erklärten, an der Baueröffnung am 16. 8. nicht teilnehmen zu können, da sie an einem Sabbat nichts arbeiten dürften.Der Architekt des Mahnmals, der US-Bürger Peter Eisenman, belehrte das Volk bei der Inspektion der ersten zehn Säulen wie folgt: "Die Deutschen haben 1933 geschwiegen. Sie sollten nie wieder schweigen. Ich hoffe, dieses Projekt erinnert sie an das Schweigen von 1933 und bringt sie dazu, zu sagen, was sie von ihrem Land halten und wer sie sind." Im Jahr 1933 hatten die Nationalsozialisten die Macht ergriffen. Die Anordnung der 2700 grauen Beton-Säulen unterschiedlicher Größe auf einer Fläche in der Größe von vier Fußballfeldern soll Besucher orientierungslos werden lassen. "Man wird fühlen, wie es ist, allein zu sein", sagte Eisenman.
Das Denkmal für die 6 Millionen ermordeten Juden Europas soll am 8. Mai 2005, dem 60. Jahrestag der Teilkapitulation der Wehrmacht vor den Westmächten, eingeweiht werden. Edith Rosh, die Vorsitzende des "Mahnmal-Förderkreises" forderte jedoch eine Fertigstellung bereits zum 27. Januar 2005, dem 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, da dieses Datum viel wichtiger als der 8. Mai sei.
[16. August 2003]
Wehrmachtsverbrechen auch nicht... Der rechte Aktivist Manfred Röder hat in einer Aktion die Kampagne der Reemtsma-Wehrmachtsausstellung in Zusammenhang mit der Holocaustgroßdenkmal-Kampagne gebracht. Er ließ sich Ende Juli 2001 unter dem Plakat "den holocaust hat es nie gegeben" mit einem eigenen Plakat mit der Aufschrift "Wehrmachtsverbrechen auch nicht..." filmen.
Im Zusammenhang mit dieser Aktion ermittelt jetzt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Roeder wegen "Volksverhetzung".
Roeder habe die Überschrift des Plakats mit der als Provokation gedachten Leugnung des Holocausts so instrumentalisiert, daß er als Bestätigung der Holocaust-Leugner verstanden werden könne, hieß es weiter. Roeder war zuletzt wieder im Juli 2001 wegen "Leugnung des Holocausts" vom Landgericht Schwerin (Mecklenburg) zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.
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M. Röder (r.) vor dem umstrittenen Plakat in Berlin.Der Förderkreis für das Holocaust-Großdenkmal bedauerte, daß sein «Spendenaufruf Anlaß zu Mißverständnissen gab». Er dankt denen, die die jetzige Werbekampagne mitgetragen und finanziell unterstützt haben. Der Kreis hatte schon zuvor erklärt, daß diese erste Stufe der Werbekampagne für Spenden nicht fortgeführt werde. Die Förderer verwahrten sich dagegen, «in irgendeiner Weise mit der Leugnung des Holocaust in Verbindung gebracht zu werden».
[7. August 2001]
Holocaustgroßdenkmalförderkreis wegen Leugnung des Holocausts angezeigt Der Plakat-Slogan "Den Holocaust hat es nie gegeben" muß nach Ansicht der Berliner Staatsanwaltschaft "geprüft" (?!) werden. Das hat die Berliner Staatsanwaltschaft am 1. 8. 2001 mitgeteilt. Gegen den "Förderkreis zur Errichtung des Denkmals für die ermordeten Juden" leitete die Behörde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Leugnung des Holocausts ein.
Das Verfahren gegen die Verantwortlichen für das Plakat soll bereits vor zwei Wochen eingeleitet worden sein. Mehrere Strafanzeigen, darunter die eines ehemaligen KZ-Häftlings, der Familienangehörige in Auschwitz verlor, seien bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte ein Justizsprecher mit. Der von der Mahnmal-Initiative als Provokation beabsichtigte Satz soll auf eine Spendenkampagne für das im Bau befindliche Holocaustgroßdenkmal in Berlin aufmerksam machen.
Der Beschwerdeführer empfinde den Satz als Bestätigung der Holocaust-Leugner, hieß es weiter. Er beklage, daß der verbotenen Behauptung, die in Großbuchstaben vor dem Hintergrund einer Berglandschaft auf Plakaten, Postkarten und in Zeitungsanzeigen zu sehen ist, durch eine angefügte Erklärung nur ungenügend widersprochen werde.
Die in Kleinbuchstaben gehaltene Erklärung lautet: "Es gibt immer noch viele, die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Spenden Sie deshalb für das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa." Dies, so der Mann, sei vor allem bei flüchtigem Hinsehen kaum zu erkennen. Nach Paragraph 130 Absatz 3 im Strafgesetzbuch der BRD ist der Tatbestand der "Volksverhetzung" erfüllt, wenn der Holocaust öffentlich "gebilligt, geleugnet oder verharmlost" wird.
Die Vorsitzende des Förderkreises, Edith (alias Lea) Rosh, wies den Vorwurf als "lächerlich" und "Wichtigtuerei" zurück. Jetzt werde endlich wieder über den Holocaust diskutiert, meinte sie. Man darf dabei innerhalb der BRD natürlich nur einer vorgegebenen Richtung "diskutieren", andernfalls drohen langjährige Haftstrafen. Einige Angehörige der Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" distanzierte sich von dem Plakat. Die Werbeaktion sei in der Stiftung umstritten, sagten Stiftungsmitglieder. Es handele sich bei der Spendenkampagne um eine unabhängige Aktion des Mahnmal-Förderkreises der Edith Rosh, die gar keine Jüdin sei. Das dadurch eingetriebene Geld kann natürlich trotzdem gut gebraucht werden.
"Das Plakat muß weg", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Michel Friedman dem Berliner Tagesspiegel am 2. 8. 2001. Der gewählte Slogan «Den Holocaust hat es nie gegeben» sei für ihn unerträglich. Es sei auch ein Skandal, daß bisher für das Denkmal nur sowenig Geld gespendet wurde, meinte Friedmann weiter. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, meinte am 2. 8. in der «Berliner Zeitung», wenn man ihn rechtzeitig in die Überlegungen mit einbezogen hätte, hätte er große Bedenken gegen diese Art von Provokation vorgebracht. Er hätte das Plakat so nicht veröffentlicht; es sorge einfach für "Mißverständnisse".
[3. August 2001]
Neue Holocaustgroßdenkmal-Kampagne in der BRD Mit Unterstützung des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und der Jüdischen Gemeinde der Stadt hat am 19. 7. 2001 eine provokante Spendenkampagne für das geplante Holocaust-Großdenkmal begonnen. «den holocaust hat es nie gegeben», heißt es auf einem Plakatmotiv vor idyllischer Bergkulisse. Im Kleingedruckten heißt es weiter, daß es immer noch viele gebe, die den "Holocaust leugnen... und in 20 Jahren werden es noch mehr sein..". Dieser Parole von Leugnern des Holocausts solle man entgegentreten und für das Mahnmal sogar spenden... Die Behauptung, es gebe viele, die den Holocaust leugnen, ist für Deutschland zu relativieren, da hier für die "Leugnung des Holocausts" extrem hohe Haft- und Geldstrafen laufend verhängt werden und somit jede echte öffentliche Diskussion darüber erfolgreich unterbunden wird.
Den Aufruf will der «Förderkreis zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas» bundesweit auf 1.000 Plakaten und einer halben Million Gratispostkarten, in Zeitungsanzeigen und Fernsehspots unter die Leute bringen und damit insgesamt fünf Millionen Mark auftreiben. Auf dem Plakat ist eine Telephonnummer angegeben, bei deren Anwahl automatisch 5.- DM (pro Minute ?) vom Konto des Anrufers abgebucht werden.
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Die Yuppies mit den eiligen kleinen Köfferchen (mit Schwarzgeld drinnen?) und die Internetgeneration will Edith Rosh mit ihrer Aktion ansprechen.Die Aktion werde sicherlich umstritten sein, räumte Wowereit bei der Vorstellung des Großplakats am Rande des Bauplatzes nahe dem Brandenburger Tor ein. Fatal wäre es jedoch, wenn es ein Plakat wäre, das niemand zur Kenntnis nähme. Das Mahnmal selbst, ein Stelenfeld nach Plänen des US-Architekten Peter Eisenman, soll rund 50 Millionen DM kosten. Der Baubeginn wird nach langen Verzögerungen noch in diesem Jahr erwartet. Bis zum 27. Januar 2004, dem 59. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, soll die Gedenkstätte fertig sein.
Spiegel will bereits weitere Wiedergutmachungszahlungen
Die 10 Milliarden DM der neuesten Wiedergutmachungsrate sind nach Ansicht des Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland zu wenig, um alle Zwangsarbeiter ausreichend zu entschädigen. Um die "absehbaren Finanzlücken" bei der Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter zu stopfen, soll sich die Stiftungsinitiaitve der Wirtschaft um weitere Unternehmen bemühen, die den Fonds aufstocken könnten. Diese Forderung haben der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, und der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, erhoben Eine höhere Zahl von Entschädigungsanträgen dürfe nicht zu Lasten der einzelnen Opfer gehen, sagte dazu der Präsident des Zentralrats der Juden, Spiegel, am 1. 7. 2001 dem Fernsehsender ntv. Auch der grüne Bundestagsabgeordnete Beck mahnte bei der Stiftungsinitiative der Wirtschaft ein stärkeres Engagement an. Da die bislang festgelegte Entschädigungssumme nicht ausreichen werde, solle die Wirtschaft "über die zugesagten 5,1 Milliarden Mark hinaus bei den Unternehmen weiteres Geld einsammeln".
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, sagte beim Bundeswehr-Gelöbnis am 20. Juli 2001 in Berlin-Plötzensee, im Kampf gegen Rechts sei jeder Einzelne gefordert. Die Hoffnung der Nachkriegsjahre, daß Fremdenhaß, Rassismus und Antisemitismus nie wieder in Deutschland Wurzeln schlagen würden, habe sich als Illusion erwiesen. Diese Erscheinungen seien «längst Teil einer bedrückenden Realität» geworden. Inzwischen scheine der Rechtsextremismus sogar eine «neue Qualität» gewonnen zu haben. Was früher meist heimlich geschehen sei, werde zunehmend «öffentlich, unverschämt, provokativ» vorgenommen. Spiegel sprach anläßlich des Gedenkens an den 20. Juli 1944 zu den Soldaten der Bundeswehr.
[20. Juli 2001]
Spiegel fordert noch mehr Geld Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat die Kommunen und Länder zu einer stärkeren finanziellen Hilfe für die 83 jüdischen Gemeinden aufgefordert. Diese stünden vor allem infolge des Zuzugs von Juden aus Osteuropa vor ihrer größten Herausforderung seit 1945, sagte Spiegel der «Welt am Sonntag» vom 22. 7. 2001. Er beklagte, daß die Spendenbereitschaft von Unternehmen stark zurückgegangen sei, seit sie in den Fonds für die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern eingezahlt hätten.
Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland sei die am schnellsten wachsende der Welt. Die Zahl der Mitglieder sei in den vergangenen zehn Jahren von 25.000 auf 90.000 gestiegen, sagte Spiegel. Neben den kulturellen Schwierigkeiten, die die Integration bereite, drückten finanzielle Sorgen. Allein seine Heimatgemeinde in Düsseldorf habe Schulden in Millionenhöhe, die sich wegen des notwendigen Baus einer Schule und eines Kindergartens weiter erhöhen würden, erklärte Spiegel.
Zudem würden etwa 70 zusätzliche Rabbiner benötigt, die man aber nicht mehr wie früher bei Bedarf in den USA oder Israel anwerben könne. Spiegel begrüßte daher die Gründung eines Lehrstuhls für Rabbiner-Ausbildung an der jüdischen Hochschule in Heidelberg: «Es ist ein Wunder, daß es so etwas in Deutschland wieder gibt.» Dies nütze im übrigen auch dem deutschen Ansehen im Ausland.
[22. Juli 2001]