Der Salzburger Gemeinderat hat am 7. 2. 2007 ein fünfjähriges
Verbot für "moderne Kunst" im öffentlichen Raum abgelehnt.
Diese Forderung war Kern des Kontracom-Bürgerbegehrens "Salzburg
bleib frei".
Lediglich zwei Gemeinderäte stimmten für das
fünfjährige Moratorium, das der Schweizer Christoph
Büchel - ironisch - in seinem Bürgerbegehren im Sommer 2006
gefordert hatte. Die Aktion war ja ursprünglich Teil des
Kunstfestivals Kontracom. Die Stadt musste das Begehren aber
schließlich wirklich durchführen, da über 2.000
gültige Unterschriften zusammenkamen.
An dem Bürgerbegehren "Salzburg bleib frei" vom 27. 11. bis 2. 12.
2006 beteiligten sich 1970 Personen (1,91 % der Wahlberechtigten), 1786
(90 %) stimmten mit JA und 180 (9,16 %) mit NEIN
Salzburg bleib frei
Während im Jahre 2006 für über dreihundert Volkstumsvereine
in Salzburg 100000.- Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt
wurden, wurden 2006 für ein "Kontracom-Festival" von zehn größtenteils
ortsfremden "modernen Künstlern" aus Geldern österreichischer
Steuerzahler 1,35 Millionen Euro locker gemacht. In der Stadt Salzburg
wurden dann deren "Kunstwerke" zur Schau gestellt wie z. B. ein umgedrehter
 |
Helikopter, ein Viagra - Denkmal oder das Ziffernblatt
einer Turmuhr mit elf statt zwölf Stunden. |
Jede Kritik an diesem provokanten Treiben wurde natürlich sofort
mit Hinweis auf die Freiheit der Kunst etc. abgewimmelt. Als Höhepunkt
der Provokation veranstaltete einer der Kontracom-Künstler eine ironisch
gemeinte Unterschriftenaktion, die in Anlehnung an das letzte FPÖ-Volksbegehren
"Salzburg bleib frei" genannt wurde. Sehr zum Erstaunen der modernen Künstler
und ihrer ebenso aus Steuergeldern subventionierten Propagandisten in den
Systemmedien unterschrieben mehr als 2000 Salzburger, sodass nunmehr tatsächlich
eine Volksbefragung in Salzburg durchgeführt werden muss.
Hier ein Auszug des Textes zur Unterschriftenaktion, der auf der Webseite
der modernen Künstler www.salzburgbleibfrei.at in ironischer Absicht
veröffentlicht wurde, an dem man allerdings bemängeln muss, dass
hier der Begriff Kunst missbräuchlich zur Bezeichnung der Kontracom06-Werke
verwendet wird:
Wir beantragen die Durchführung eines Bürgerbegehrens
gemäß § 53d des Salzburger Stadtrechts:
Der Gemeinderat der Stadt Salzburg soll beschließen,
dass die Salzburger Altstadt - für die Dauer eines fünfjährigen
Moratoriums - frei von Gegenwartskunst im öffentlichen Raum bleibt.
Salzburg hat eine der schönsten Altstädte der ganzen Welt. Die
Bürger und Bürgerinnen haben sich seit Jahrzehnten für den
Erhalt dieser einzigartigen Altstadt eingesetzt. Besinnen wir uns im Mozartjahr
2006 wieder auf die Qualität und Werte der Kunst- und Kulturstadt
Salzburg!
Das mit insgesamt 1,35 Millionen Euro - davon
tragen 900.000 Euro alleine die Stadt und Land Salzburg - subventionierte
Kunstfestival Kontracom06, insbesondere dessen geplante Wiederholung im
zweijährigen Rhythmus, stellt einen respektlosen Angriff auf das Kulturverständnis
der Salzburger Bevölkerung und der vielen Besucher dar.
Schluss mit der Verschandelung unseres Weltkulturerbes!
Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat,
wird die so genannte Gegenwartskunst auf öffentlichen Plätzen
der Altstadt immer wieder bewusst als vorprogrammierter Skandal und unsinniges
Provokations- und Machtmittel einiger profilierungssüchtiger
Kuratoren, Künstler und Politiker eingesetzt: die mit Einkaufswagen
zugepflasterte Mozartstatue, die „Mozartine“ am Ursulinenplatz, das Viagra-Denkmal
vor dem Festspielhaus, überdimensionierte Mozartkugeln in der ganzen
Altstadt, eine nackte Frau am Kreuz und neuerdings der umgedrehte Hubschrauber
auf dem Residenzplatz und ein riesiger Bauzaun beim Mirabellgarten!
Die Salzburger Altstadt darf unter keinen Umständen
erneut durch übersubventionierte und missverständliche Gegenwartskunst
zur "Gstättn" degradiert werden.
• Für die Respektierung des Salzburger Altstadterhaltungsgesetzes,
dies gilt auch für die von
öffentlicher Hand subventionierte „zeitgenössische
Kunst". Für die unverzügliche Wiederherstellung des früheren
Zustandes der durch diese Nicht-Kunst verschandelten Altstadt.
• Für die Rücknahme der verfehlten
Subventionspolitik durch die verantwortlichen Salzburger Politiker. Verwendung
des Steuergeldes für reale, sinnvolle Projekte, die tatsächlich
allen Bürgern und Bürgerinnen zu Gute kommen, statt Verschwendung
von Mitteln der öffentlichen Hand!
• Für die Revidierung des fragwürdigen
und verfehlten Kulturleitbilds und Kulturentwicklungsplans der Stadt Salzburg
mit seinem elitären und geschmacklosen Kunst- und Kulturverständnis.
Wir sammeln stadtweit Unterschriften. Wir brauchen
keinen Kunstbeirat. Der Kunst Ihre Kunst, der Freiheit Ihre Zeit! Benutzen
Sie das direkt-demokratische Recht einen Antrag auf die Durchführung
eines Bürgerbegehrens zu stellen, um Ihre Meinung frei kund zu tun.
Unterstützen Sie uns auf dem
Weg zum überparteilichen Bürgerbegehren!
In einer Kulturstadt vom Range Salzburgs sollten
sich auch die zeitgenössische Kunst und die Politik ihrer öffentlichen
Verantwortung wieder bewusst werden!
ars@salzburgbleibfrei.at
www.salzburgbleibfrei.at
Das Bürgerbegehren wurde jetzt tatsächlich ausgeschrieben,
hier die amtlichen Hinweise:
Die Fragestellung lautet:
Soll der Gemeinderat der Stadt Salzburg beschließen: „Die Salzburger
Altstadt hat für die Dauer eines fünfjährigen Moratoriums
frei von Gegenwartskunst im öffentlichen Raum zu bleiben.“
Antwort: Ja oder Nein
Stichtag: 20. Oktober 2006
Abstimmungszeitraum
Montag 27. November 2006 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Dienstag 28. November 2006 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Mittwoch 29. November 2006 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Donnerstag 30. November 2006 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Freitag 01. Dezember 2006 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Samstag 02. Dezember 2006 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Stimmberechtigt sind alle österreichischen Staatsbürger und
alle Staatsbürger anderer Mitgliedsstaaten der Europäischen Union,
die bis zum Ende des letzten Tages des Abstimmungszeitraumes (2.12.2006)
das 16. Lebensjahr vollendet haben, am Stichtag (20.10.2006) in der Stadtgemeinde
Salzburg ihren Hauptwohnsitz haben und vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen
sind. Staatsbürger eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen
Union können an der Abstimmung nur teilnehmen, wenn sie am Stichtag
in der Unionsbürger-Wählerevidenz eingetragen sind.
Auflage des Wählerverzeichnisses:
Das Wählerverzeichnis liegt in der Zeit von 20. bis 24. November
2006 jeweils Montag bis Donnerstag 7.30 bis 16 Uhr und Freitag 7.30 bis
13 Uhr im Einwohner- und Standesamt, Saint-Julien Straße 20 (Kieselgebäude),
4. Stock, Zimmer Nr. 455 auf. Einsprüche gegen das Wählerverzeichnis
sind unzulässig.
Stimmkarten:
Stimmkarten werden ab 6. November 2006 im Einwohner- und Standesamt,
Saint-Julien Straße 20 (Kieselgebäude), 4. Stock oder im Bürgerservice
Schloss Mirabell jeweils Montag bis Donnerstag, 7.30 bis 16 Uhr und Freitag,
7.30 bis 13 Uhr ausgestellt. Letzter Tag der Ausstellung 29.11.2006! Zur
Antragstellung ist ein Identitätsdokument mitzubringen.
Die Antragstellung ist auch schriftlich möglich an:
Einwohner- und Standesamt
Saint-Julien Straße 20
A-5020 Salzburg
oder per fax an: 8072-3519
oder per email an: wahlamt@stadt-salzburg.at
Folgende Daten sind dazu erforderlich:
Familienname und Vorname, Geburtsdatum, Adresse in Salzburg, Telefonnummer
für etwaige Rückfragen im Zusammenhang mit der Stimmkartenanforderung,
Adresse, an welche die Stimmkarte zugestellt werden soll.
Hinweis:
auch mit Wahlkarte ist die Stimmabgabe ausschließlich in einem
Abstimmungslokal in der Stadt Salzburg möglich.
Abstimmungslokal:
Das für Sie zuständige Eintragungslokal entnehmen Sie bitte
dem Hausaushang, welcher zwischen 7. November und 20. November angebracht
wird.
Hotline:
Für weitere Fragen zum Bürgerbegehren steht innerhalb Österreichs
die Hotline 8072-3530 zur Verfügung.
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Von einem Salzburger Traditionsverein gab es einen treffenden Kommentar
zum Treiben von Kontracom06:
Tradition und Geschichte
Auch der Rainerbund, welcher die Tradition des ehemaligen Salzburger
Hausregiment Nr. 59 der alten kaiserlichen Armee pflegt, kam am diesjährigen,
am 12. Mai in der Rainerkaserne abgehaltenen traditionellen Gedenktag,
nicht um das dem Genius Mozart gewidmete Jahr 2006 herum. Der gegenwärtig,
dem Altstadtgesetz zuwiderlaufende Eventrummel von Kontra.Com in Salzburg
war für den Festredner, Ehrenobmann Obst i.R. Thomas Ranzinger Anlass,
eine Wertung von Gechichte und Tradition im Vergleich zu dem aktuellen,
"ideologiebetrachteten Kunstschaffen" vorzunehmen. In seiner vielbeachteten,
vor den anwesenden zahlreichen Festgästen erfolgten Ansprache führte
Thomas Ranzinger u.a. aus: "Man kann dem ideologiebetrachteten
Kunstschaffen dieser Tage ruhigen Gewissens eine Vorreiterrolle auf dem
Gebiete der gnadenlosen Verächtlichmachung unserer Tradition und unseres
kulurellen Erbes zuweisen. Das epochale Zerstörungswerk des Zeitgeistes
reicht ja inzwischen in alle Lebensbereiche hinein. Ob schamlose Fernseh
- Shows oder schockierendes Theater, Homo - Ehe oder Kinderschändung,
geile Werbung oder öffentlicher Seelenstriptease, überall steckt
derselbe richtungsweisende morbide Geist und auch die Absicht dahinter,
die Kontinuität zwischen den Tugenden der Tradition und den Früchten
der modernen Freiheit zu verhindern. Es gehe in letzter Konsequenz darum,
so der Vortragende weiter, Werte und Begriffe ins Gegenteil zu verkehren
und Traditionelles systematisch zu vernichten". Ranzinger verwies
auf die frühere heilende Wirkung von Tradition und Religion mit dem
Ziel, der Anarchie und der Idiotie Grenzen zu setzen. In einem "erzeugten
Chaos" hätten die Menschen die Aufgabe, sich bestimmte sittliche Vorstellungen
und Grundsätze zu bewahren.
[17. November 2006] |