DEUTSCHE SPRACHWELT
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Tag der Muttersprache:
1.000 Gründe für die deutsche Sprache gesucht

Erlangen, 19. Februar 2010 – „1.000 Gründe für die deutsche Sprache“ will die DEUTSCHE SPRACHWELT mit vereinten Kräften zusammentragen. Anläßlich des Internationalen Tags der Muttersprache am 21. Februar stellte die Sprachzeitschrift heute ihre Aktion vor. Ziel ist es, ein Zeichen gegen die Verdrängung der deutschen Sprache zu setzen und das Bewußtsein für den Wert der Muttersprache zu fördern, erklärte Chefredakteur Thomas Paulwitz.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT ruft deswegen alle Freunde der deutschen Sprache auf, ihre Zuneigung zur deutschen Sprache zu begründen und den Satz „Ich mag die deutsche Sprache, weil …“ zu ergänzen. Über einhundert Gründe hat die Sprachzeitung bereits mit Hilfe ihrer Leser gesammelt und ins Netz gestellt.
Wer will, kann die Bekundung seiner Sympathie für Deutsch über ein Eingabeformular an die DEUTSCHE SPRACHWELT senden. Die Sprachzeitung veröffentlicht die Gründe dann auf einer eigenen Netzseite, die sie fortlaufend ergänzt.

Es sei höchste Zeit für ein deutliches Bekenntnis zur deutschen Sprache. Denn ihre Verdrängung aus zahlreichen Gebieten habe ein erschreckendes Ausmaß erreicht, so Paulwitz. Als Beispiele nannte er den Niedergang von Deutsch als Wissenschaftssprache, die rein englischen Beschriftungen an vielen Läden und die geplante Einführung von Englisch als Gerichtssprache: „Auf Ausländer macht es den Eindruck, daß uns Deutschen unsere Sprache nichts mehr wert ist.“ Daher solle die Aktion „1.000 Gründe für die deutsche Sprache“ allen Verantwortlichen zeigen, wie wichtig den Deutschen ihre Sprache ist, und warum es notwendig ist, Deutsch zu erhalten und weiterzuentwickeln.

In jüngster Zeit gebe es jedoch auch Entwicklungen, die Hoffnungen weckten. Dazu zählten die Deutsch-Initiative des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer und die Ankündigung des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, die Bahnsprache wieder verständlicher zu machen. Diese guten Ansätze wolle man mit der Aktion unterstützen.

1.000 Gründe für die deutsche Sprache:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/forum/1000.shtml

Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2010-02-19.shtml

Die DEUTSCHE SPRACHWELT ist mit rund 80.000 Lesern die größte deutsche Zeitschrift für Sprachpflege und Sprachpolitik. Sie ist Sprachrohr und Plattform einer ständig wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT tritt für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache und für ein neues Sprachbewußtsein ein. Die Druckausgabe erscheint vierteljährlich.

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Chefredakteur: Thomas Paulwitz
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Tag der deutschen Sprache: Bundestagswahlprogramme geprüft

Erlangen, 11. September 2009 – Der morgige Tag der deutschen Sprache findet rund zwei Wochen vor der Bundestagswahl statt. Welche sprachpolitischen Forderungen stellen die Parteien? Die Zeitschrift DEUTSCHE SPRACHWELT hat die Wahlprogramme der sechs im Bundestag vertretenen Parteien geprüft. Wie bereits zur Europawahl veröffentlicht sie Sprachprüfsteine, um sprachbewußten Wählern bei ihrer Entscheidung zu helfen. Denn nach einer Umfrage des Instituts für deutsche Sprache finden 78 Prozent der Deutschen, daß mehr für die deutsche Sprache getan werden sollte.

Die meisten sprachpolitischen Forderungen stellen CDU/CSU (9) und Bündnis 90/Die Grünen (7), die wenigsten „Die Linke“ (2). In allen Parteien bezieht sich etwa die Hälfte der Forderungen auf Einwanderer. So fordern außer der „Linken“ alle Parteien, die Deutschkenntnisse der Einwanderer zu verbessern.

Außerdem sind sie sich einig, die Sprache von Kindern schon vor Schuleintritt zu fördern. Alle sprachpolitischen Forderungen der FDP finden sich auch bei CDU/CSU. Bei Schwarz-Gelb gibt es die meisten Übereinstimmungen. So fordern ausschließlich CDU/CSU und FDP, besonders Einwanderinnen beim Deutschlernen zu fördern und die Stellung der deutschen Sprache in der Welt zu stärken.

Der DEUTSCHEN SPRACHWELT fällt außerdem auf, daß CDU/CSU trotz eines entsprechenden CDU-Parteitagsbeschlusses nicht die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz fordern. Weiterhin wenden sie sich in der Programmkurzfassung auch auf englisch an die Wähler („Dear Citizens“). Andererseits entfernten sie entbehrliche Anglizismen aus den Programmentwürfen. Die Grünen fordern einen „Green New Deal“. „Damit entfernen sie sich vom deutschsprechenden Wahlvolk und vernebeln ihre eigenen Aussagen“, so die Sprachzeitung. Die FDP verzichtet auf Doppelnennungen wie „Bürgerinnen und Bürger“, „um den Text lesefreundlicher zu gestalten“. Bis auf die FDP bieten alle Parteien ihre Programme auch in „leichter Sprache“ an.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT arbeitete bei ihrer Untersuchung mit dem Sprachausschuß des 1644 gegründeten Pegnesischen Blumenordens zu Nürnberg zusammen.

Gesamtuntersuchung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/archiv/

Pressemitteilung: http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/ pm-2009-09-11.shtml
 
 

Tag der Muttersprache 2009:
für verständliche Finanzsprache

Erlangen, 20. Februar 2009 – Wird die „Hypo Real Estate“ zur „Pfandbriefbank“? Nach Auffassung von Sprachfreunden bietet der morgige Internationale Tag der Muttersprache den Anlaß, sich im Finanzwesen auf eine verständlichere Sprache ohne entbehrliche Fremdwörter zu besinnen. Am Mittwochabend hat der Sprachausschuß der 1644 gegründeten Nürnberger Sprach- und Literaturgesellschaft „Pegnesischer Blumenorden“ über Fremdwortersetzungen beraten. Dabei schlug er unter anderem „Pfandbriefbank“ für die zu rettende „Hypo Real Estate“ und für „Bad Bank“ die deutsche Entsprechung „Auffangbank“ vor. Das berichtete heute der neue Leiter des Sprachausschusses, der Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Thomas Paulwitz.

Unternehmen, Politiker und Medien ständen in der Verantwortung, für Verständlichkeit und Durchsichtigkeit zu sorgen. So schrieb „Spiegel online“ mißverständlich von „Bad-Banks, die Giftassets übernehmen sollen“. Auf englisch bedeutet „gift“ Geschenk, gemeint waren jedoch „Giftanleihen“. Deutsche Zeitschriften mit englischen Titeln wie „Young“ und „Tomorrow“ seien offenbar veraltet und von gestern und werden eingestellt, ironischerweise im Zuge eines „Change Programmes“ von Burda mit dem Titel „Concentrate, Integrate, Innovate“. Paulwitz rief dazu auf, auch die deutsche Sprache in den Mittelpunkt eines Erneuerungsprozesses zu stellen. 

Eine im Januar veröffentlichte Untersuchung von „Marketagent“ fand heraus, daß die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken oft unverständlich sind. Fachleute schätzen den wirtschaftlichen Schaden, den unverständliche Texte verursachen, auf mindestens eine Milliarde Euro jährlich. Immer mehr Unternehmen entdecken daher wieder die Vorzüge einer verständlichen deutschen Sprache, gerade Banken und Versicherungen. Besonders vorbildlich hätten sich in jüngster Zeit die „ING-DiBa Austria“ und die NÜRNBERGER Versicherung hervorgetan, so Paulwitz. Die ING-DiBa hat ihre AGB nach den Kriterien der Verständlichkeit und Übersichtlichkeit vollständig umgeschrieben. Die NÜRNBERGER stellt Mitarbeiter an, die „Versicherungsdeutsch in eine allgemein verständliche und überzeugende Sprache“ übersetzen. Die DEUTSCHE SPRACHWELT ruft Banken und Versicherungen dazu auf, diesen Beispielen zu folgen.

Pegnesischer Blumenorden:  http://www.blumenorden.de

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[20. Februar 2009]

Tag der deutschen Sprache:
Erstes Haus der deutschen Sprache wird eingeweiht

Erlangen/Köthen/Bitterfeld-Wolfen, 12. September 2008 – Das bundesweit erste Haus der deutschen Sprache wird am morgigen Tag der deutschen Sprache eingeweiht. Die Stadt Köthen/Anhalt übergibt Sprachpflegern die Schlüssel für die ersten Räume. Ziel ist, mit Hilfe des Hauses das Bewußtsein für die Schönheit und den Wert der deutschen Sprache zu stärken. Es soll Wissen über die Sprache vermitteln und den einzelnen dazu ermuntern, die Muttersprache zu pflegen und weiterzuentwickeln. Zunächst werden eine Geschäftsstelle, eine Bibliothek und ein Archiv aufgebaut.

Träger des Hauses sind neben der Stadt die „Theo-Münch-Stiftung für die deutsche Sprache“ und die „Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt“ (NFG). Die Gesellschaft führt das sprachpflegerische Erbe des ersten deutschen Sprachvereins von 1617 fort. Sie dient als Dach für Sprachfreunde und Sprachvereine. Das Haus befindet sich gegenüber dem Köthener Schloß (Schloßplatz 1). Davor steht das Denkmal des Gründers der Fruchtbringenden Gesellschaft, des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579 bis 1650). Nach ihm soll das Haus der deutschen Sprache „Fürst-Ludwig-Haus“ heißen. „Mit diesem Haus besteht die einzigartige Möglichkeit, der bedrängten deutschen Sprache einen Ort der Kräftigung zu geben“, erklärte Thomas Paulwitz, NFG-Vorstandsmitglied und Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT. Er hat einen Plan für das Haus entwickelt.

Am Tag der deutschen Sprache findet in Köthen, der „Stadt der deutschen Sprache“, wieder ein Festakt statt. Der sachsen-anhaltische Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz spricht ein Grußwort. Die Sieger des NFG-Schülerwettbewerbs „Schöne deutsche Sprache“ erhalten Preise. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, hält die diesjährige „Rede zur deutschen Sprache“. Sein Thema lautet: „Wider die Selbstvergessenheit einer Sprachnation“. Im vergangenen Jahr hatte Reiner Kunze gesprochen. Bereits am heutigen Freitagnachmittag klären Mitarbeiter der NFG und der DEUTSCHEN SPRACHWELT in der Nachbarstadt Bitterfeld-Wolfen (Robert-Schumann-Platz) über die NFG auf. Die Stadt ist selbst NFG-Mitglied.

schriftleitung@deutsche-sprachwelt.de
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Programm:
http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/
Programm_TDS-2008.pdf

Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/
pm-2008-09-12.shtml

[12. September 2008] 

< Kultur
 
Goethe-Präsidentin fordert fremdsprachiges Kinderfernsehen

Erlangen, 29. Februar 2008 – Verwunderung löst Goethe-Präsidentin Jutta Limbach mit ihrer Forderung aus, Kinder sollten statt deutschsprachiger Fernsehsendungen besser fremdsprachige mit deutschen Untertiteln sehen. Limbach, die eigentlich nicht für die Förderung von Englisch im Inland, sondern für die Förderung von Deutsch im Ausland zuständig ist, sagte am 28. Februar der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Deutsche Untertitelungen fremdsprachiger und auch deutschsprachiger Kinder-Sendungen sind sinnvoll. Sehgewohnheiten ändern sich beständig. Das Fernsehen könnte aktiv daran mitwirken, indem es attraktive fremdsprachige Kinderfilme mit deutschen Untertiteln präsentiert.“ Zweifel an ihrer Befähigung als Präsidentin des Goethe-Instituts hatte Limbach bereits vor wenigen Tagen hervorgerufen, als sie gegenüber dem Deutschlandfunk forderte, jeder solle eine Zweitsprache „adoptieren“ und so intensiv lernen wie seine Muttersprache. Sie selbst sei jedoch bereits zu alt dafür. Schon früher hatte Limbach mit ihrer Forderung „Englisch ist ein Muß!“ für Kopfschütteln gesorgt. Ob der Kurswechsel des aus Steuergeldern finanzierten Goethe-Instituts, weg von der Werbung für die deutsche Sprache, hin zur Werbung für Englisch und andere Sprachen, mit der Bundesregierung abgesprochen ist, erscheint zweifelhaft. Die DEUTSCHE SPRACHWELT fordert Klaus-Dieter Lehmann, der am 1. April als Goethe-Präsident nachfolgt, auf, sich von den Äußerungen Limbachs zu distanzieren und das Goethe-Institut wieder auf seine eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Das Goethe-Institut sei nicht die Außenstelle des „British Council“.
http://www.deutsche-sprachwelt.de/
nachrichten/neues_detail.php?id=493

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Tag der Muttersprache 2008:
Deutsch bewahren

Erlangen, 20. Februar 2008 – Zum morgigen Tag der Muttersprache, der das Internationale Jahr der Sprachen 2008 einleitet, warnt die DEUTSCHE SPRACHWELT davor, daß die immer stärkere Ausrichtung auf Englisch in der Bildung zunehmend auf Kosten von Deutsch als Muttersprache geht. In Krippen und Kindergärten, an Schulen und Hochschulen sei Englisch auf dem Vormarsch, heißt es in einer Stellungnahme der Sprachzeitung. Dabei gerate der Wert einer gut beherrschten Muttersprache in den Hintergrund: Sie erleichtert das Entwickeln und Mitteilen von Gedanken, führt zu einem friedlichen und verständnisvollen Miteinander und stärkt die Identität eines Menschen.

Fremdsprachen seien zwar wichtig, doch nur wer seine Muttersprache beherrscht, könne eine andere Sprache gut erlernen. Das könne man bei türkischen Kindern in Deutschland beobachten, die häufig unter doppelter Halbsprachigkeit (Semilingualismus) leiden, weil sie weder richtig Türkisch noch richtig Deutsch gelernt haben. Auch viele deutsche Kinder beherrschten ihre Muttersprache nur unzureichend. Vor diesem Hintergrund erscheine es bedenklich, daß nun in allen Bundesländern Englisch schon in der Grundschule Pflichtfach ist. Bereits über 300 Studiengänge in Deutschland werden auf englisch gelehrt.

Selbst Institutionen wie das staatlich bezuschußte Goethe-Institut oder der Deutsche Sprachrat, die sich eigentlich der Förderung der deutschen Sprache widmen sollten, sorgten sich lieber um Fremdsprachen und Fremdwörter als um Deutsch. Das Ansinnen der Präsidentin des Goethe-Institutes, Jutta Limbach, jeder solle eine zweite Fremdsprache so intensiv lernen wie seine Muttersprache, sei „missionarisch und weltfremd“. Zwar erweiterten Fremdsprachen den Gesichtskreis, könnten aber niemals so gut wie eine Muttersprache beherrscht werden, die viel tiefer in der Identität eines Menschen verwurzelt ist. Auch die Suche des Sprachrates nach dem schönsten Fremdwort lenke ab. Gefragt seien statt dessen wirklichkeitsnahe Entwürfe zur Förderung der deutschen Sprache. So müßten der Deutschunterricht an den Schulen und Deutsch als Wissenschaftssprache gestärkt werden.

Tag der Muttersprache:
http://www.sprachpflege.info/index.php/
Internationaler_Tag_der_Muttersprache

Internationales Jahr der Sprachen:
http://www.sprachpflege.info/index.php/
Internationales_Jahr_der_Sprachen

Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/
berichte/pm-2008-02-20.shtml
 
 

Tag der Muttersprache:
Deutsch in Europa weiter stärken

Erlangen, 20. Februar 2007 – Anläßlich des Internationalen Tags der Muttersprache, der am morgigen Mittwoch begangen wird, würdigt die DEUTSCHE SPRACHWELT die Bemühungen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft um die Aufwertung der deutschen Sprache in der Europäischen Union, fordert jedoch weitergehende Maßnahmen. „Das Bekenntnis der Bundesregierung zur deutschen Sprache ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärte der Chefredakteur der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz. „Insgesamt ist das aber noch zu wenig, denn Deutsch ist in der EU weit davon entfernt, mit Englisch und Französisch gleichzuziehen.“

Während Österreich in seiner Ratspräsidentschaft vor einem Jahr auf Englisch als Arbeitssprache setzte, verwendet die deutsche Bundesregierung bei offiziellen Auftritten und auf Pressekonferenzen in der EU bewußt die deutsche Sprache. Allerdings reiche das nicht aus, betonte Paulwitz. Deutsch müsse nicht nur bei den öffentlichen Auftritten der deutschen Ratspräsidentschaft gesprochen werden; bei sämtlichen Veröffentlichungen, Datenbanken, Konferenzen und Ausschreibungen müsse Deutsch den anderen verwendeten Sprachen gleichgestellt werden.

Nach wie vor veröffentlicht die Europäische Kommission Wirtschaftsdaten meist ausschließlich in Englisch und Französisch. Auch Hunderttausende Ausschreibungen erscheinen zunächst nur in diesen beiden Sprachen. Diesem Zustand widerspreche die Tatsache, daß ein Drittel der EU-Bürger Deutsch versteht, so Paulwitz. Deutsch sei die Sprache, die in der EU die meisten Muttersprachler hat und am zweithäufigsten als Fremdsprache erlernt wird.
Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, der die Stärkung der deutschen Sprache in der EU vorsieht, müsse deswegen weiter mit Leben gefüllt werden.

„Die Sprachenvielfalt ist Europas kultureller Schatz“, erklärte Paulwitz. Die Verengung auf das Englische als Einheitssprache würde diesen Reichtum vernichten und Identität zerstören. Die deutsche Ratspräsidentschaft sollte daher die Gelegenheit nutzen und ihre Anstrengungen zur Förderung der deutschen Sprache auf europäischer Ebene verstärken. Damit könnte sie Pflöcke einschlagen, die über die EU-Ratspräsidentschaft hinaus sichtbar blieben.

Zur Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/
pm-2007-02-20.shtml

< Kultur
 
Sprachzeitung eröffnet Transferliste für Fußball-Anglizismen

Erlangen, 11. Oktober 2006 – Die DEUTSCHE SPRACHWELT hat heute eine Transferliste für Fußball-Anglizismen eröffnet. In Zusammenarbeit mit der Aktion www.woerterfinden.de, der Wortdatenbank für besseres Deutsch, hat die Sprachzeitung zunächst elf Auswechselwörter ausgewählt, die sie auf die Ersatzbank schicken will. Darunter sind nicht nur Wörter, die schon seit mehreren Spielzeiten eingesetzt werden, wie Keeper (Torwart) oder Goalgetter (Torjäger), sondern auch Anglizismen, die erst seit der vergangenen Weltmeisterschaft unter Vertrag stehen, zum Beispiel Car-Flag (Autofähnchen) oder Public Viewing (Freiluftfernsehen). Für Public Viewing Area wird augenzwinkernd, frei nach Franz Beckenbauer, auch „Schaun-mer-mal-Platz“ vorgeschlagen.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT will mit dieser Aktion zum Nachdenken über den oft überbordenden Gebrauch von Anglizismen anregen. Häufig gebe es geeignete deutsche Entsprechungen. Die Liste sei keine Verbots-, sondern eine Empfehlungsliste. Die Rote Karte werde nicht einzelnen Wörtern gezeigt, sondern vor allem öffentlichen Sprachsündern, die mit dem Einsatz von Fremdwörtern übertreiben. Wer deutsche Wörter verwende, zeige Sprachtreue und fördere die Einheitlichkeit in der Sprache. Das sei wiederum eine wichtige Voraussetzung dafür, daß möglichst viele Mitglieder einer Sprachgemeinschaft einander verstehen können.

Die Sprachzeitung will die Transferliste erweitern und ruft die Bevölkerung dazu auf, ihr weitere Fußball-Anglizismen zu schicken, die auf die Ersatzbank sollten. Die DEUTSCHE SPRACHWELT hatte bereits zur Europameisterschaft 2004 Aufmerksamkeit mit dem Aufruf erregt, Fußballkommentatoren des Fernsehens ins Sprachtrainingslager zu schicken. Zur Weltmeisterschaft 2006 hatte die Sprachzeitung dann einen Kommentatorenwettbewerb veranstaltet, um Beckmann und Kerner Konkurrenz zu bieten.

Die Transferliste ist unter der folgenden Adresse zu finden: http://www.deutsche-sprachwelt.de/sprachpanscher/
ersatzbank.shtml

Die DEUTSCHE SPRACHWELT http://www.deutsche-sprachwelt.de ist mit rund 80.000 Lesern (Leserbefragung 2002) die größte deutsche Sprachzeitung. Sie
erscheint vierteljährlich und ist Sprachrohr und Plattform einer ständig
wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt und für ein neues Sprachbewußtsein eintritt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT kämpft für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache.

Schriftleitung: Thomas Paulwitz
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Tag der deutschen Sprache:
Deutsche sind sprachempfindlich

Erlangen, 8. September 2006 – Die Deutschen sind ein sprachempfindliches Volk. Das folgt aus der „Befragung zur deutschen Sprache 2006“. Die Ergebnisse veröffentlicht die DEUTSCHE SPRACHWELT zum morgigen „Tag der deutschen Sprache“. Die Sprachzeitung hat in Zusammenarbeit mit dem Textdienstleister „Textfex“ ein Stimmungsbild zur deutschen Sprache erstellt. Es galt herauszufinden, wie die Bevölkerung auf Regelverstöße reagiert und wen sie für fehlerhafte Sprachentwicklungen verantwortlich macht.

Die Mehrheit leidet demnach unter Sprachverstößen: 57 Prozent der Befragten stören sich an Rechtschreibfehlern, nur zwölf Prozent sehen darüber hinweg. Fachchinesisch und vermeidbare Fremdwörter sind für 59 Prozent ein Übel, während 23 Prozent sich nicht gestört fühlen. Der Rest vertritt eine Haltung dazwischen. 36 Prozent wenden sich sogar von Waren oder Dienstleistungen ab, die mit fehlerhaften Texten beschrieben sind.

Die Rechtschreibreform hat sich noch nicht durchgesetzt. Lediglich 28 Prozent richten sich nach ihr, 16 Prozent schreiben nach ihren eigenen Regeln, 56 Prozent weiterhin traditionell. 42 Prozent der „Neuschreiber“ halten nichts von der Rechtschreibreform, während lediglich sieben Prozent der „Altschreiber“ die Reform gut finden. Nur 14 Prozent aller Befragten befürworten die Reform, 66 Prozent lehnen sie völlig ab, 19 Prozent sehen gute und schlechte Seiten. Zahlreiche Befragte urteilten teilweise drastisch über die Reform.

Bei der Frage nach den größten Sprachschlampern erreichten die Medien mit 14 Prozent der Antworten den ersten Platz. Die Werbewirtschaft erhielt elf, die politische Ebene zehn und die unternehmerisch-berufliche neun Prozent. Unter den Privatpersonen wurden besonders häufig Schüler und Studenten als Sprachschlamper bezeichnet (13 Prozent). Aufgrund dieser Ergebnisse fordert die DEUTSCHE SPRACHWELT die Öffentlichkeit, vor allem Medien und Werbetreibende, zu einem bewußten Umgang mit der Sprache auf. Außerdem müßten die Schulen den Deutschunterricht stärken.

Einzelheiten der Befragung, mit Äußerungen zur Rechtschreibreform und Diagrammen: http://www.deutsche-sprachwelt.de/
archiv/befragung_2006.pdf

Zur Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/
pm-2006-09-08.shtml

Textfex
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Ein Denkmal für die Rechtschreibreformer

Erlangen, 1. August 2006 – Für die Urheber der Rechtschreibreform hat die DEUTSCHE SPRACHWELT heute ein Internet-Denkmal enthüllt. Anlaß ist die Einführung der neuesten Fassung der Rechtschreibreform am 1. August und der zehnte Geburtstag der Reform. Vor zehn Jahren haben Vertreter der BRD, Österreichs, der Schweiz und anderer Staaten die Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der Rechtschreibung unterzeichnet.

Mit ihrer Aktion will die reformkritische Sprachzeitung den Rechtschreibreformern ein Denkmal setzen. In einer Ehrentafel, die laufend ergänzt wird, stellt sie mit charakteristischen Zitaten die Hauptverantwortlichen der Reform vor. Der Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Thomas Paulwitz, erklärte: „Wir möchten mit diesem Denkmal die historischen Leistungen der Reformer würdigen. Möge ihr Werk nie vergessen werden und den kommenden Generationen zur Mahnung gereichen.“

Die Ehrentafel reicht von A wie Gerhard Augst, dem Vorsitzenden der Rechtschreibkommission, die von 1997 bis 2004 bestand, bis Z wie Hans Zehetmair, der seit Ende 2004 den von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Rechtschreibrat leitet. Augst wird von der Sprachzeitung mit den Worten zitiert: „Die neuen Schreibungen und Regeln lösen gerade bei manchen Schreibkönnern Unbehagen und emotionale Abwehr aus.“ Zehetmair wird mit seiner jüngsten Aussage gewürdigt, er habe sich „aus Fürsorge um die deutsche Sprache geopfert“. Sämtliche Zitate legen ein beredtes Zeugnis davon ab, welchen Widrigkeiten und Herausforderungen die Betreiber der Rechtschreibreform ausgesetzt waren.

Etwaige Befürchtungen, es könne sich bei diesem Denkmal um einen Grabstein der deutschen Rechtschreibung handeln, wies Paulwitz zurück: „Die deutsche Sprache wird sich von der Reform erholen. Schon jetzt bröckelt das Werk an allen Ecken und Enden. Wir werden schrittweise eine weitere Rückkehr zu den bewährten Schreibweisen erleben.“ Die völlig willkürlichen und unlogischen Empfehlungen in der neuesten Auflage des Dudens und die zahlreichen Widersprüche zu anderen neuen Wörterbüchern wie dem „Wahrig“ beschleunigen nach Ansicht von Paulwitz den Rückbau der Reform.

DEUTSCHE SPRACHWELT
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Zum Internet-Denkmal: http://www.deutsche-sprachwelt.de/denkmal.shtml

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Welttag der Muttersprache:
Deutschpflicht für Politiker gefordert

Erlangen, 20. Februar 2006 ­ Zum morgigen Welttag der Muttersprache fordert die DEUTSCHE SPRACHWELT eine Deutschpflicht für Politiker. "Verantwortungsvolle Politiker machen sich dafür stark, daß die Muttersprache geachtet wird. Sie müssen die deutsche Sprache auf nationaler und internationaler Ebene schützen. Demokratie gelingt nur mit einer klaren Sprache als Verständigungsmittel. Dabei müssen die Politiker bei sich selbst anfangen und sich vorbildlich verhalten", erklärte der Chefredakteur der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT hat daher eine Selbstverpflichtung entworfen, die möglichst viele Politiker unterzeichnen sollen. Sie sollen sich demnach dazu verpflichten, auf eine verständliche und bürgernahe Sprache zu achten, mißverständliche und irreführende Ausdrücke zu vermeiden und sich für den Gebrauch und das Ansehen der deutschen Sprache einzusetzen.

Leider sei unter Politikern aller Parteien vorbildliches Sprachverhalten keine Selbstverständlichkeit, so Paulwitz. Gesetzestexte seien für Nichtjuristen oft nicht verständlich genug abgefaßt. Das Werben für Ideen und Konzepte müsse ohne Anbiederung an den vermeintlichen Zeitgeist geschehen. Als abschreckendes Beispiel nannte Paulwitz die Beschriftung eines Plakats der Stuttgarter FDP im aktuellen Landtagswahlkampf: "Go Vote! The Liberal Party in der Conditorei. Meet the Candidates."

Von der Mißachtung der eigenen Sprache sei es nur noch ein kleiner Schritt, Deutsch auf den Rang eines Feierabenddialektes herabzustufen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger habe zum Beispiel verkündet: "Deutsch bleibt die Sprache der Freizeit, aber Englisch wird die Arbeitssprache."

Politiker, die die Selbstverpflichtung unterzeichnen, werden in eine Positivliste aufgenommen, die veröffentlicht wird. In einem ersten Schritt werden alle Bundestagsabgeordneten angeschrieben. Aber auch Politiker der Länder und Gemeinden und auf Europaebene sollen teilnehmen. Die DEUTSCHE SPRACHWELT arbeitet dabei mit weiteren Sprachpflegeorganisationen wie dem Sprachrettungsklub Bautzen zusammen. Daneben ist jeder Bürger aufgerufen, Politiker auf die Selbstverpflichtung aufmerksam zu machen und zur Unterschrift aufzufordern.

Zum Wortlaut der Selbstverpflichtung:  http://www.deutsche-sprachwelt.de/politiker.shtml

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Tag der deutschen Sprache

Erlangen, 9. September ­ Zum morgigen Tag der deutschen Sprache fordert die DEUTSCHE SPRACHWELT, den Deutschunterricht an den Schulen stark aufzuwerten. "Die Muttersprache öffnet das Tor zur Bildung", erklärte der Chefredakteur der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz. Die Anzahl der Deutschstunden müsse erhöht werden. Während in den meisten Ländern der Welt die Muttersprache als Unterrichtsfach etwa ein Viertel des schulischen Gesamtunterrichts ausmacht, sind es in Deutschland nur 16 Prozent: "Das ist bestürzend wenig." Wer sicher in seiner Muttersprache sei, könne auch Fremdsprachen leichter erlernen.

Außerdem fordert die DEUTSCHE SPRACHWELT eine andere Ausrichtung des Unterrichts. Deutschlehrer müßten wieder mehr auf Vielfalt und Genauigkeit des Ausdrucks achten, denn das Bemühen um beste Verständlichkeit fördere allgemein das genaue Denken. Darüber hinaus sei es ein Zeichen der Achtung gegenüber den angesprochenen Mitmenschen. Die uneinheitlich gewordene Rechtschreibung wirke diesem Bestreben ebenso entgegen wie das Anbiedern an Jugendliche in pädagogischen Programmen mittels vermeintlich lässig-"cooler" Anglizismen. Als abschreckendes Beispiel nannte Paulwitz das mißlungene Motto einer Nichtraucher-Kampagne: "Be smart, don¹t start".

Des weiteren will die Sprachzeitung, daß der Deutschunterricht die Literatur wieder stärker beachtet. Sie werde derzeit zu sehr von Gebrauchstexten verdrängt. Das Schillerjahr biete einen schönen Anlaß, Friedrich Schillers fesselnde Balladen wiederzuentdecken. Es schade auch nicht, wenn wieder einmal ein Gedicht auswendig gelernt werde.

Zahlreiche Zuschriften von Lesern der DEUTSCHEN SPRACHWELT belegten leider, daß sich nicht alle Deutschlehrer ihrer Verantwortung für die muttersprachliche Bildung bewußt sind. Da ist von einem Deutschlehrer zu lesen, der seine Schüler ständig als "Kids" anredet; oder von Deutschlehrern, die Goethe als "Macho" bezeichnen und im Unterricht links liegen lassen; oder von einem anderen Deutschlehrer, der ausrief: "Goethe? Was brauchen das die Schüler!" Es gelte, so Paulwitz, den Schülern unter Einbeziehung der Eltern wieder die Lust am Lesen zu vermitteln.

Schriftleitung: Thomas Paulwitz DEUTSCHE SPRACHWELT Postfach 1449 D-91004 Erlangen
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Welttag der Muttersprache:
Unternehmen sollen Landessprachen achten

Erlangen, 20. Februar 2005 ­ Anläßlich des morgigen Welttags der Muttersprache ruft die DEUTSCHE SPRACHWELT die weltweit tätigen deutschen Unternehmen dazu auf, die Sprachen der Welt zu achten. "Deutsche Unternehmen sollten dafür Sorge tragen, nicht in einen englischen Sprachkolonialismus zu verfallen", erklärte der Schriftleiter der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz. Das beginne bereits im eigenen Land und höre im Ausland nicht auf. Der Reichtum der Sprachen müsse erhalten bleiben und genutzt werden. Die DEUTSCHE SPRACHWELT schlägt vor, in großen Unternehmen ehrenamtliche Sprachbeauftragte einzusetzen, die bei der Verwendung einer guten deutschen Ausdrucksweise helfen.

"In den Führungsebenen großer deutscher Unternehmen fehlt nicht nur ein Bewußtsein für die Sprachenvielfalt in der Welt, sondern auch das Gespür für die deutsche Sprache", so Professor Hans-Manfred Niedetzky, der Vorsitzende des Vereins für Sprachpflege, der die DEUTSCHE SPRACHWELT herausgibt. "Deutsche Vorstände reichern ihre Reden und Veröffentlichungen mit unverständlichen Anglizismen an und zwingen ihre Mitarbeiter, am Arbeitsplatz Englisch zu verwenden." Zu den Schwarzen Schafen gehören laut Niedetzky zum Beispiel die Unternehmen Allianz, Siemens, Schott, Conti und Metro.

Der Degussa-Vorstandsvorsitzende Utz-Hellmuth Felcht spreche von "Blue Spirit" und den "In-itiativen Linking Knowledge und Solutions to Customer". Der ehemalige Siemens-Lenker Heinrich von Pierer schreibe im Geschäftsbericht, das Management handele nach dem Motto "Cash is King". "Diese Worthülsen sind genauso unverständlich wie das ’SmartsourcingŒ von Josef Ak-kermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank", so Niedetzky.

In Berichten zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung (sogenannten "Corporate Citizenship Reports") streichen dieselben Vorstände vollmundig ihre Verantwortung für die Gesellschaft heraus. "Wenn Unternehmen sich verpflichten, gesellschaftlich verantwortlich zu handeln, dann gehört dazu nicht nur der Scheck für kulturelle Veranstaltungen, sondern auch der verant-wortungsbewußte Umgang mit der jeweiligen Landessprache", so Niedetzky. Der Internationale Tag der Muttersprache biete deutschen Unternehmenslenkern eine gute Gelegenheit, ihre Gleich-gültigkeit oder Abneigung gegenüber der deutschen Sprache abzulegen und in ein gesundes Sprachbewußtsein umzuwandeln.

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Welttag der Muttersprache 2004: 

DEUTSCHE SPRACHWELT fordert größeres Sprachbewußtsein

Erlangen, 20. Februar 2004

Anläßlich des morgigen Welttags der Muttersprache ruft die Zeitung DEUTSCHE SPRACHWELT zu einem bewußteren Umgang mit der Sprache auf. „Unsere Sprache ist zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Nur wenn sich die Sprachgemeinschaft klar zu ihrer Sprache bekennt, kann sie die Gefahren meistern“, so der Schriftleiter der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz. Trotz vereinzelter Erfolge gegen Sprachpanscherei dürfe keine Entwarnung gegeben werden.

Jeder kann bei sich anfangen, indem er auf eine verständliche Sprache achtet. Doch stehen auch die Sprachbeeinflusser, also Wirtschaft, Politik und Medien in der Pflicht. Zu den Herausforderungen, vor denen wir stehen, gehören unter anderem das Zurückdrängen der Flut überflüssiger Anglizismen, das Überwinden der uneinheitlichen Rechtschreibung, das Stärken der Wissenschaftssprache Deutsch und das Verankern von Deutsch als Arbeitssprache in der EU.

Auf der Welt gibt es derzeit noch 6.000 Sprachen. Alle zwei Wochen stirbt eine davon aus. Unsere große deutsche Sprachgemeinschaft mit 100 Millionen Sprechern hat deswegen auch eine große Verantwortung. „Wenn nicht einmal wir es schaffen, unsere Muttersprache zu bewahren und zu erneuern, welche Hoffnung sollen dann kleinere Sprachgemeinschaften noch haben?“, fragt Paulwitz. Die Sprachzeitung erinnert auch an die 14 Millionen Auslandsdeutschen, die sich noch zu ihrer Kultur und Muttersprache bekennen, und fordert die Bundesregierung dazu auf, die Mittel für die Unterstützung und Vermittlung deutscher Kultur im Ausland wieder zu erhöhen.

Zum Internationalen Tag der Muttersprache gibt die DEUTSCHE SPRACHWELT außerdem eine Sprachschutz-Briefmarke heraus. Das Postwertzeichen mit einem Nennwert von 55 Cent trägt den Aufruf „Die deutsche Sprache gemeinsam erhalten und gestalten“ und ist in Österreich voll frankaturgültig. Die Auflage liegt bei 10.000 Stück. Damit kann jeder, der das möchte, den Sprachpanschern eine „kleben“.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT ist mit rund 80.000 Lesern (Leserbefragung 2002) die größte deutsche Sprachzeitung. Sie erscheint vierteljährlich und ist Sprachrohr und Plattform einer ständig wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt und für ein neues Sprachbewußtsein eintritt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT kämpft für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache.

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Antwort auf Postkauderwelsch:
Zum Tag der Muttersprache
gibt die DEUTSCHE SPRACHWELT
eine eigene Briefmarke heraus

Als Antwort auf das Kauderwelsch bei der Post gibt die Sprachzeitung DEUTSCHE SPRACHWELT jetzt eigene, vollwertige Postwertzeichen heraus. Ausgabetag der ersten Briefmarke ist der "Internationale Tag der Muttersprache" am 21. Februar, doch kann sie schon jetzt auf einer  Netzseite  betrachtet werden. Die Marke mit einem Nennwert von 0,55 Euro trägt den Aufruf "Die deutsche Sprache gemeinsam erhalten und gestalten". Sie ist in Österreich voll frankaturgültig. Die Auflage der Briefmarke liegt bei 10.000 Stück

Gleichzeitig appelliert die Sprachzeitung an den deutschen Bundesfinanzminister Hans Eichel, der für die Ausgabe deutscher Briefmarken verantwortlich ist, die für Mai geplante Europamarke nicht unter das Motto "holidays" zu stellen. Die Österreichische und die Schweizer Post verwenden vorbildlicherweise den Begriff "Ferien". Der Vorsitzende des Herausgebervereins der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Professor Hans-Manfred Niedetzky, fragt Eichel in einem Offenen Brief: "Wenn die politisch Verantwortlichen in Europa sehen, wie ein deutscher Minister grundlos die eigene Sprache aufgibt, wie ernst werden dann die Bemühungen um die Stärkung der deutschen Sprache in den europäischen Institutionen genommen?" 

http://www.deutsche-sprachwelt.de/sprachpanscher/eichel.shtml

Klaus Zumwinkel, im Jahr 2002 als "Sprachpanscher des Jahres" ausgezeichnet, wird die Marke nicht freuen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG ist verantwortlich für sprachliche Ungetüme wie "Lucky Päcks", "Open-Service"-Schalter oder "Overnight"-Zustellungen. Diese Panschereien will die DEUTSCHE SPRACHWELT unterbinden: "Sobald es die Deutsche Post zuläßt, werden wir auch in der Bundesrepublik Sprachwelt-Briefmarken verbreiten." Bis dahin empfiehlt Niedetzky den Bundesdeutschen, ihre Urlaubspost aus Österreich mit der Sprachweltmarke zu versehen: "Dann wird der Aufruf, die deutsche Sprache zu erhalten, auch von der sprachpanschenden Deutschen Post vieltausendmal verteilt werden müssen." Für weitere Markenmotive hat die Sprachzeitung einen Wettbewerb ausgeschrieben.

Medienhinweis!  Anfragen für ein Gespräch mit Professor Niedetzky an: hm-niedetzky@deutsche-sprachwelt.de

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