Anläßlich des Internationalen Tages der Muttersprache am 21. 2. 2007 wurde in Südtirol eine Spracherhebung bekanntgegeben. 

Der Welttag der Muttersprachen ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zum Schutz und zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt. 

Aus der Erhebung „Südtiroler Sprachbarometer 2004(1)“ geht hervor, dass 73,1% der Bevölkerung Deutsch als ihre Muttersprache betrachten, 22,4% Italienisch, 3,8% Ladinisch und 1,0% eine andere Sprache. Die am weitesten verbreitete Sprache in Südtirol ist der deutsche Dialekt. Als die landesweit am weitesten verbreitete Sprache gilt der deutsche Dialekt. Er ist mit 80,5% auch die meist gesprochene Sprache am Arbeitsplatz. Es folgen das Italienische (64,3%) und das Hochdeutsche (40,5%). Im Privatleben ist der Gebrauch des deutschen Dialekts noch ausgeprägter: nahezu alle (95%), die sich der deutschen Sprachgruppe zugehörig erklären, sprechen mit Eltern, Verwandten und Bekannten im Südtiroler Dialekt. 97,9% der Angehörigen der deutschen Sprachgruppe erachten Italienisch als Zweitsprache. 81,9% der Angehörigen der italienischen Sprachgruppe erklären hingegen, Deutsch als Zweitsprache zu betrachten. Von der ladinischen Bevölkerung wird zu 25,3% Deutsch und zu 44,1% Italienisch als Zweitsprache empfunden. Für 44,3% der Ladiner gilt sowohl Deutsch als auch Italienisch als Zweitsprache. Mehr als die Hälfte der Südtiroler Bevölkerung spricht bei der Arbeit auch eine andere Sprache als die eigene Muttersprache 53,1% der Bevölkerung Südtirols gebrauchen bei der Arbeit täglich auch eine andere Sprache als ihre eigene Muttersprache. Weitere 14,4% tun das mehrmals in der Woche. Im Privatleben ist die Häufigkeit, mit der eine andere Sprache gesprochen wird, deutlich geringer: 31,1% haben dazu mindestens einmal in der Woche Gelegenheit. Etwa 70% der Bevölkerung geben an, selten oder nur gelegentlich Gelegenheit zu haben, eine andere Sprache als die eigene zu sprechen. Diesbezüglich können aber erhebliche Unterschiede nach Bildungsniveau beobachtet werden: Je höher der Studientitel desto öfter macht man

Volksabstimmung in Südtirol

Francesco Cossiga, 1985-1992 Staatspräsident von Italien und jetzt Senator auf Lebenszeit, hatte im Mai 2006 einen Gesetzesentwurf angekündigt, wonach in Südtirol eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Italien, Unabhängigkeit oder die Rückkehr zu Österreich stattfinden sollte. Der Plan sah vor, dass bei einem Ja die italienische Armee und die Finanzwache binnen 48 Stunden abgezogen werden. Der Landeshauptmann von Südtirol Durnwalder reagierte zurückhaltend, die Südtiroler Volkspartei werde das prüfen. Cossiga hat den Plan inzwischen wieder zurückgezogen. 

Der Gesetzesentwurf für ein Referendum zur Unabhängigkeit bzw. Rückkehr Südtirols zu Österreich hat für Wirbel vor allem in Südtirol selbst gesorgt. Nach dem Zurückziehen des Papiers durch den Senator auf Lebenszeit kritisierte Francesco Cossiga die Südtiroler Spitzenpolitiker scharf. Er wolle nie mehr Südtiroler Boden betreten, ließ der frühere italienische Staatspräsident über Medien ausrichten.

"Die Bozner Bande von Durnwalder & Co" interessiere mehr das Geld aus Rom als die nationale Frage, schrieb Cossiga in einem offenen Brief an die in Bozen erscheinende Tageszeitung "Dolomiten". Italiener zu sein, bringe ihn dazu, die Nationalität anderer zu respektieren. Sein Schreiben schloss er mit "Lebe hoch Südtyrol".

Mit vier Fragen wollte der Senator unter anderem klären, ob Südtirol ein freier Staat sein oder zu Österreich zurückkehren wolle.

Bei einem positiven Ausgang des Unabhängigkeitsreferendums hätten alle italienischen Streitkräfte und die Finanzwache binnen 48 Stunden abgezogen werden sollen. Polizei und Carabinieri hätte Cossiga der Landesregierung und der lokalen Justiz unterstellt.

SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle kommentierte den Rückzieher Cossigas damit, dass der Senator offenbar die Einigkeit und Geschlossenheit der Südtiroler brechen und einen Keil in die Bevölkerung treiben wolle. Natürlich hätte die SVP den Entwurf Cossigas auf der Parteileitung am Montag behandelt, also knapp vier Tage nachdem Cossiga seinen Gesetzentwurf eingereicht habe. Er habe die Causa sehr ernst genommen und nehme sie auch weiterhin ernst, betonte der SVP-Chef.

Den Rückzieher und die Angriffe auf  Südtirol und auf die SVP könne er nicht nachvollziehen. Es bleibe eben nur eine Erklärung, dass Cossiga es auf eine gezielte Provokation angelegt habe. Das Selbstbestimmungsrecht sei kein Spielzeug. Gemeinsam mit ihm hätten 113 weitere SVP-Bürgermeister und -Vizebürgermeister des Landes sowie im Sommer 2004 auch alle Abgeordneten der Südtiroler Volkspartei in Brüssel, Rom und Bozen durch die Unterzeichnung entsprechender Erklärungen ein deutliches Signal gesetzt, dass die Selbstbestimmung ein unverzichtbares Recht sei und bleibe, betonte Pichler Rolle.

Die Landtagsabgeordnete der Südtiroler Freiheitlichen Abg. Ulli Mair forderte dagegen den sofortigen Rücktritt von Landeshauptmann Luis Durnwalder, der sich rund um den Selbstbestimmungs-Gesetzentwurf von Cossiga "wie ein Elefant im Porzellanladen" aufgeführt habe. Durnwalder sei es nie und nimmer um die Selbstbestimmung gegangen. Sein volkstumspolitisches Gerede sei nur pure Heuchelei, um Schützen und Parteiabtrünnige milde zu stimmen und er sei mittlerweile längst voll integrierter Bestandteil des italienischen Staates ist. "Wir Freiheitlichen entschuldigen uns bei Senator Cossiga im Namen jener Südtiroler, denen die Eigenständigkeit vor Geld und Glimmer geht", erklärte Mair.

[27. Mai 2006] 

Zweifel an österreichischer Nation

Auch für den früheren italienischen Staatspräsidenten Francesco Cossiga gibt es keine österreichische Nation. In einem Interview mit der am 11. 8. 2005 erschienenen Ausgabe des Südtiroler Magazins "FF" meinte er (in Übereinstimmung mit  Südtiroler Politikern), die Südtiroler seien keine österreichische sondern eine deutsche Minderheit. 

"Und jetzt sage ich euch etwas, was euch ganz sicher nicht gefällt: Die Österreicher sind Deutsche. In diesem Punkt hatte Hitler Recht. Die österreichische Nation gibt es nicht. Oder gibt es etwa eine österreichische Musik, eine österreichische Literatur?", wurde Cossiga zitiert. Die Südtiroler seien "eine deutsche Minderheit". 

Österreich gebe es als Staat, nicht aber als Nation. Die österreichische Nation sei "eine Erfindung der Austrofaschisten von (Engelbert) Dollfuß. Karl Renner, der große Sozialist und später erster österreichischer Bundespräsident, hatte für den Anschluss gestimmt". Dazu muss man ergänzen, dass die österreichischen Sozialdemokraten bis zum Verbot durch die Dollfuß-Diktatur den Anschluß an das Deutsche Reich anstrebten, den die provisorische Nationalversammlung Deutschösterreichs 1918 sogar beschlossen hatte. Der Anschluss wurde dann durch den Vertrag von St. Germain verboten. 

In Österreich sprachen sich immer wieder  Politiker für den Erhalt der Zugehörigkeit Österreichs zur deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft aus, was auch ein Programmpunkt der FPÖ war.  So sagte z. B. der damalige FPÖ-Bundesobmann Jörg Haider 1988 in einem Interview: " Das wissen Sie so gut wie ich, dass die österreichsiche Nation eine Missgeburt gewesen ist, eine ideologische Missgeburt, denn die Volkszugehörigkeit ist die eine Sache und die Staatszugehörigkeit ist die andere Sache, und wenn man es jemandem freistellt, sich als slowenischer Österreicher zu bekennen, als ungarischer, als kroatischer, dann muss es auch möglich sein, sich als deutscher Österreicher zu bekennen. Und das ist auch das, was in unserem Programm formuliert ist...."

[11. August 2005] 

Mozarts deutsches Bekenntnis >>

< Kultur
 
Mozart, Hitler und andere Deutsche

Nach dem verlorenen Krieg griff die 1945 gebildete österreichische Regierung die von den Kommunisten erfundene Idee der "Österreichischen Nation" auf, da dies eine willkommene Gelegenheit zu bieten schien, sich von "den Deutschen" zu distanzieren um so auf eine milde Behandlung durch die Siegermächte zu hoffen. In der Geschichte gab es ja öfter solche Abspaltungen, z. B. entwickelten sich die Niederlande im Laufe der Jahrhunderte zu einer eigenen Kulturnation. Mit Österreich könnte durchaus ähnliches passieren. Nur war es so, daß bis 1938 in allen politischen Lagern Österreichs Einigkeit darüber herrschte, daß die Österreicher zur deutschen Kulturnation gehörten. Damals hat auch niemand bezweifelt, daß Hitler ein Deutscher war. Durch die opportunistische Politik der Nachkriegsjahre wurde aber massiv versucht, den Österreichern einzureden, sie seien keine Deutschen sondern bloß "deutschsprachige" Angehörige einer Österreichischen Nation. Der Begriff der Nation sollte hier im europäischen Sinne als Kulturnation verstanden werden und nicht als bloße Staatsnation.

Ein gutes Mittel dazu waren glatte Geschichtsfälschungen, mit denen man die Österreichische Nation begründen wollte. Dazu hat man z. B. Aussagen berühmter Österreicher so zensuriert, daß deren Bekenntnisse zum Deutschtum einfach gestrichen wurden. Besonders unverfroren ging man diesbezüglich z. B. mit den Aussagen des Dichters Anton Wildgans um, den man als Kronzeugen für einen im Gegensatz zum Deutschen stehenden "Österreichischen Menschen" zurechtfälschte. "Die Rede über Österreich" wurde mit Unterstützung des damaligen österreichischen Unterrichtsministeriums in den Fünfzigerjahren  an mindestens siebzig Stellen - in denen das Deutschtum der Österreicher erwähnt wurde - gefälscht, um Wildgans als Zeugen für die Existenz einer "Österreichischen Nation" zu propagieren. Eine Stelle, die aus dem Text gestrichen wurde lautete z. B.:

"Der österreichische Mensch ist in seiner Sprache und ursprünglichen Abstammung nach Deutscher und hat als solcher der deutschen Kultur und Volkheit auf allen Gebieten menschlichen Wirkens und Schaffens immer wieder die wertvollsten Dienste geleistet...."

Anläßlich eine Umfrage einer bundesdeutschen  Fernsehanstalt   nach den größten Deutschen entblödeten sich österreichische Tageszeitungen (wie z. B. Kurier und Kronenzeitung) nicht, Mozart das Deutschtum abzusprechen und ihn für eine eingebildete Österreichische Nation zu reklamieren. Besonders Mozart war als Schwabe - seine Familie stammte aus Augsburg - nichteinmal österreichischer Deutscher, sondern Salzburger Deutscher, da zu seinen Lebzeiten (1756-1791) Salzburg, wo er geboren wurde, gar nicht zu Österreich gehörte sondern ein selbstständiges Erzbistum innerhalb des Deutschen Reiches war.

Abgesehen davon sind von vielen in Österreich tätig gewesenen Künstlern, denen man das Deutschtum absprechen will, zahlreiche Zitate mit Bekenntnissen zur Deutschen Nation erhalten, die allerdings von den Fälschern der "Österreichischen Nation" gerne unterschlagen werden. 

 Mozart  schrieb z. B. folgendes: 

"...Was mich aber am meisten aufrichtet und guten Muts erhält, daß ich ehrlicher Deutscher bin..."

dann in einem Brief 1785:
"Doch da würde vielleicht das so schön aufkeimende Nationaltheater zur Blüte gedeihen und das wäre ja ein ewiger Schandfleck für Deutschland, wenn wir Deutsche einmal im Ernst anfangen würden, deutsch zu denken, deutsch zu handeln, deutsch zu reden und gar deutsch zu singen!" 

[15. August 2003]

< Kultur