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Im Mai 1902 wurde zu Ehren der deutschen Burschenschaften an der Göpelskuppe bei Eisenach (Thüringen) ein Denkmal geweiht, das allen Burschenschftern, die sich um die Einheit Deutschlands verdient gemacht hatten, gewidmet war. Während der sowjetischen Besatzungszeit wurde es absichtlich dem Verfall preisgegeben. Nach 1989 konnte es jedoch durch privaten Einsatz und durch Spenden und Zuwendungen von staatlicher Seite und der Wirtschaft wiederhergestellt werden. Am 22. Mai 2002 wurde mit der Wiedereröffnung auch das hundertjährige Bestehen des Denkmals gefeiert. Dr. Horst Zimmermann, der Vorsitzende des Denkmalerhaltungsvereins, eröffnete den Festakt vor zahlreichen Burschenschaftern aus dem deutschen Kulturraum sowie vielen Ehrengästen und Eisenacher Bürgern. Ein Grußtelegramm von Bundeskanzler Helmut Kohl wurde verlesen. Er freue sich, daß die Erinnerung an die Frauen und Männer wachgehalten werde, die sich im 19. Jahrhundert für die Einigung Deutschlands eingesetzt hätten, schrieb der Kanzler. In einer Erklärung der Deutschen Burschenschaft hieß es, daß 100 Jahre Burschenschaftsdenkmal für 100 Jahre Verantwortung der Burschenschaft stünden, "für unsere Identität, unsere Sprache, unsere Kultur, Heimat und Volk". Das Denkmal sei kein Götze einer verlorenen Gesinnung, sondern ein Sinnbild von Zuwendung von Werten, die ihresgleichen suchten, die auch gestern, heute und morgen noch Bestand haben würden. Ausdrücklich bedankte man sich bei denjenigen, die zur Wiederherstellung und Erhaltung dieses einzigartigen Bauwerkes beigetragen haben, nicht zuletzt durch Spenden. 7,4 Millionen Mark wurden in das Gesamtareal investiert, 1,7 Millionen allein in das Denkmal. Die Erneuerung des berühmten Deckengemäldes soll im kommenden Winter erfolgen und wird etwa 200 000 Mark kosten, hieß es. Man gab sich zuversichtlich, daß die 13 500 Mitglieder der 120 Cooperationen diese Summe aufbringen werden. Es gelte ein Kulturgut zu erhalten, dessen Bedeutung weit über ein Vereinsdenkmal hinausgehe. Vorsitzender Zimmermann betonte, daß das Denkmal an keinem anderen Ort hätte gebaut werden dürfen als in Eisenach mit seinen toleranten Bürgern, die immer gute Gastgeber gewesen seien.
Landrat Dr. Martin Kaspari sagte, daß die Wartburg und das Burschenschaftsdenkmal immer eine Einheit gebildet hätten und das Denkmal viel zu ertragen gehabt habe, bis hin zur 1987 geplanten Sprengung. Er warnte davor, heute die Väter und Vorväter für den damaligen Zeitgeist zu verdammen. Und er erzählte die Episode, daß ein Japaner 1990 ernsthaft vorhatte, dass Denkmal abzubauen und in Japan wieder zu errichten. Oberbürgermeister Gerhard Schneider sagte, das Denkmal präge das Stadtbild ganz erheblich und sei eine touristische Attraktion, "gebaut in der Blütezeit der Stadtentwicklung". Schon die Blickbeziehungen seien wichtig und das Denkmal der krönende Abschluss der "Karthäuser Höhe". Das Denkmal und die Burschenschaften gehörten zu Eisenach, hob er hervor. Ein Sinneswandel sieht Schneider auch darin, daß es erstmals keine Gegendemonstration gibt, was gut so sei, denn von den alljährlichen Burschenschaftstreffen gingen auch wirtschaftliche Impulse für die Stadt aus.
Anschließend fanden vom 22. bis zum 26. Mai 2002 die Deutschen Burschenschaftstage in Eisenach statt. [26. Mai 2002] |