|
Pornographie für Schüler in Oberösterreich
Während für gewisse Themenkreise (z. B. Fragen der Zeitgeschichte)
die Meinungsfreiheit sehr eingeschränkt ist und Lehrer mit Berufsverboten
und sogar Gefängnisstrafen für reine Meinungsäußerungen
(Z. B. wegen angeblicher "Leugnung von Verbrechen des Nationalsozialismus")
rechnen müssen, verlangen linke Umerzieher schrankenlose "Meinungsfreiheit"
für zahllose volksfeindliche oder perverse Umtriebe. Sie fordern
und erhalten sogar staatliche und auch private Förderung dafür.
Ein neuer Höhepunkt dieses Treibens ist die durch öffentliche
Mittel propagierte und u. a. von der ÖVP-nahen Raiffeisenbank geförderte
Ausstellung eines frühzeitig an Aids verblichenen angeblichen Künstlers
aus den USA. Da dieser nach Meinung der Umerzieher wahrlich ein Vorbild
für die heranwachsende Jugend sein soll, werden massiv unmündige
Schüler klassenweise in diese Ausstellung in Linz gezerrt. Dies geschieht
auf Empfehlung des ÖVP-Landesschulrates von Oberösterreich. Anschließend
sollen sie in den Schulen sogar über die Machwerke Aufsätze schreiben
und darüber diskutieren.
Analverkehr mit Hunden - Ein Werk K. Harings in der Linzer Ausstellung
Ein Landtagsabgeordneter der FPÖ Oberösterreichs wies darauf
hin, daß der Anblick kopulierender Tiere oder Männer für
Kinderaugen eine Zumutung sei. Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Weinzinger
findet es ungeheuerlich, daß der oberösterreichische Landesschulrat
diese Ausstellung empfiehlt. Diese Weisung brachte er in der Landtagssitzung
am 4. 4. 2002 zur Sprache.
Bereits im März 2002 kam der freiheitliche Volksanwalt Ewald Stadler
zum selben Urteil, nachdem sich besorgte Bürger an ihn gewandt hatten.
Sie berichteten, daß minderjährige vor Darstellungen mit perversen,
sadistischen und blasphemischen Handlungen ihre Eindrücke den Klassenkameraden
mitteilen müßten. Stadler beantragte beim Unterrichtsministerium
eine Untersuchung.
Der freiheitliche Abgeordnete Weinzinger wollte jetzt im Landtag den
Fall klären. Er fragte bei ÖVP-Landeshauptmann Josef Pühringer
nach, wie er in seiner Funktion des Präsidenten des Landesschulrates
zur Ausstellungsempfehlung stehe. Pühringer erklärte: "Ich wehre
mich gegen Zensur meinerseits." Als Politiker mische er sich nicht in pädagogische
Entscheidungen ein, die von Fachleuten getroffen werden. Es sei "ja keine
Empfehlung an die Schüler, sondern an die Lehrer." Diese bereiten
ihre Klassen altersgerecht auf die Thematik der Ausstellung - Tod, Gewalt,
Sexualität und Religion - vor. Keith Haring gelte als "ausgezeichneter
Künstler mit internationalem Renommee", meinte Pühringer. Das
sieht der Freiheitliche etwas anders: Ein "Homosexueller und Rauschgiftsüchtiger"
werde auf Volksschüler losgelassen, zeigt er sich empört.
340 Schulkassen besuchten laut der Neuen Galerie Linz seit 24. Januar
2002 die Ausstellung. Darunter waren 35 Volksschulklassen. Alle Klassen
werden von "Museumspädagogen" begleitetet.
[7. April 2002] |