Bill Gates trifft FPÖ-Regierungsmitglieder

Anlaß des Besuchs von Bill Gates in Wien war eine Konferenz von Software-Entwicklern in der Hofburg, bei der Gates am späten Nachmittag des 4. 2. 2002 seine ".net"-Initiative erläuterte. Zuvor traf er mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP), anschließend mit Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser (beide FPÖ) zusammen. 
 Wien Riess-Passer nutzte das Zusammentreffen, um mit dem Microsoft-Gründer über die Weiterentwicklungs- und Anwendungsmöglichkeiten von E-Governement zu sprechen. Auch Finanzminister Karlheinz Grasser traf mit dem erfolgreichen Amerikaner zu- 
sammen, um mit ihm finanz- und wirtschaftspolitische Gedanken auszutauschen.

Gates wollte über Projekte von Microsoft in den nächsten Jahren sprechen, konkret dürfte über den Einsatz des Internet in der Verwaltung (E-Government) und im Bildungsbereich diskutiert worden sein. Am Abend nahm Gates an einem Empfang der Industriellenvereinigung teil, der ebenfalls in der Hofburg stattfand. 

Gates stattete Wien seinen dritten Besuch ab. Zuletzt, 1994, propagierte er Windows NT als "die nächste große Sache", den Aufstieg Microsofts vom Einzelplatzcomputer zu Netzwerkcomputern. Diesmal geht es um die ".Net-Strategie" zur Eroberung des Internets.
 Bill Belustigend fand Bill Gates die Frage Finanzminister Grassers, ob er nicht Österreicher werden wolle. Beide dürften dabei an die hohen Steuern in Österreich gedacht haben.
Kritik kam anlässlich des Wien-Besuchs von Bill Gates vom linken politischen Spektrum.
Die Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) rief dazu auf, Bill Gates zu enteignen und Microsoft unter UNO-Kontrolle zu stellen. Daß Bill Gates am Wochenende die "Auswüchse der Globalisierung" kritisiert habe, genüge nicht. Es gehe nicht um ein "Herumdoktern an Symptomen" oder "um Almosen, die Gates immer wieder für karitative Zwecke spendet".  Ziel müsse es sein, die Strukturen zu verändern, "die es Konzernen wie Microsoft ermöglichen, jährlich Milliarden Dollar an Gewinnen einzufahren", so die KPÖ.

[5. Februar 2002]

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Kongreß der Ernährungswissenschaftler in Wien

Der alle vier Jahre abgehaltene internationale Ernährungskongreß findet erstmals in Österreich statt.  Wien ist als Kongreßstadt absolut "in", vor allem Ärzte und Wissenschaftler finden immer häufiger ihren Weg in die Donaustadt. Jetzt sind's die Ernährungswissenschaftler, die Wien zum ersten Mal auserkoren haben: Der "International Congress of Nutrition", der alle vier Jahre abgehalten wird, findet ab kommenden Montag, 27. bis zum 31. August im Austria Center Vienna statt. "Damit ist der Kongreß nach mehr als 16 Jahren erstmals wieder in Europa", vermerkt Kongreßpräsident Ibrahim Elmadfa nicht ohne Stolz. Stolz kann Elmadfa, Vorstand des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Wien auch auf die Teilnehmerzahl sein: "Mit knapp 3500 Teilnehmern bewegen wir uns im absoluten Spitzenfeld." Die Wissenschaftler kommen aus 110 Ländern, die Japaner sind mit 430 Teilnehmern am stärksten vertreten. Das große Interesse beruht sicher auch auf dem Kongreßprogramm, das mit mehr als 100 Symposien und Workshops alle Gebiete der Ernährungswissenschaften abdeckt, aber auch mit Neuigkeiten aufwartet: "Zum ersten Mal werden wir ein Focus-Symposium ohne konkurrierende Parallelveranstaltung, abhalten", sagt Elmadfa. Bei diesem Symposium (30. 8. 2001, Vormittag) werden Afrikaner über die Ernährungsprobleme und -situation ihres Landes informieren. Neben dem fachlichen kommt freilich auch das gesellschaftliche Programm nicht zu kurz. Und wenn am Mittwoch, dem 29. August, alle großen Heurigen Grinzings belegt sind, dann tummeln sich dort Ernährungsexperten aus aller Welt. 
 
 

Polizistenkongreß in Wien

"Dienst durch Freundschaft" lautet das Motto der International Police Association (IPA). Die Mitglieder des Vereins rekrutieren sich ausschließlich aus dem Kreis der Exekutive. Nächste Woche tagen die Polizisten in Wien. Die IPA fördert die Fortbildung und internationale Kontakte, leistet aber auch soziale Funktionen. In Österreich ist die IPA seit 40 Jahren vertreten, zum Jubiläum werden vom 27. August bis 2. September zu einem Treffen Polizisten aus 19 Ländern erwartet.

IPA Austria
IPA-Tagung am 28. 8. 2001 im Wiener Rathaus

Ein britischer Sergeant hat den Verein 1950 in England aus der Taufe gehoben. Arthur Troop war der Meinung, Polizisten auf der ganzen Welt hätten die selben Probleme und sollten daher über die  IPA  zusammenkommen. "Nach dem Krieg war die internationale Zusammenarbeit ja noch nicht üblich", erläuterte am Montag Chefinspektor Richard Benda, Generalsekretär der IPA-Österreich. Mittlerweile gehören dem Verein 350.000 Mitglieder (davon allein 35.000 in Österreich) aus fast 60 Staaten an.

"Wir haben zum Jubiläum Beamte aus angrenzenden Ländern, aber auch aus Staaten wie Russland und den USA eingeladen", so Benda. Das Programm sieht einen Empfang im Rathaus, einen Festgottesdienst im Stephansdom und eine Donaufahrt in die Wachau vor. Da die meisten Polizisten in ihren Uniformen nach Wien reisen werden, gibt das bestimmt ein beeindruckendes Bild. Außerdem demonstrieren die Wiener Beamten den Kollegen im Rahmen einer Darbietung ihr Können.

[25. August 2001]

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Mathematiker-Tagung in Klagenfurt

Der sinnvolle Einsatz von modernen Computer-Lernprogrammen im Mathematik-Unterricht war Thema einer Mathematiker - Tagung, die bis zum 11. 8. 2001 an der Universität Klagenfurt (Kärnten) stattfand. 250 Experten aus 40 Ländern nahmen daran teil. 

Diskutiert wurde vor allem über den künftigen Einsatz von Computerprogrammen im Mathematik-Unterricht. Die neuen elektronischen Technologien sollen so eingesetzt werden, daß sie die Kreativität der Schüler fördern.  An der Universität Klagenfurt wurde dazu ein Projekt erarbeitet, das im kommenden Schuljahr in ganz Österreich weitergeführt wird.

Die Technik hat sich weiterentwickelt: Es ist längst nicht mehr nur die Frage, ab wann Taschenrechner im Schulunterricht eingesetzt werden sollen. Für höhere Schulstufen gibt es z. B. schon Computer-Programme, die komplizierte geometrische Formen anschaulich machen können. Für jüngere Schüler wurden spielerische Mathematik-Lernprogramme entwickelt. Und auch in der Algebra kann heute mit Computersoftware vieles rasch erledigt werden, was früher erst mühsam "händisch" errechnet werden musste. 

Den Mathematik-Didaktikern geht es nun vor allem darum, all diese Techniken sinnvoll einzusetzen: Sie sollen zwar das rein Rechnerische erleichtern, grundlegende Kenntnisse sollen dabei aber nicht auf der Strecke bleiben, sagt der Aachener Univ. Prof. Walter Oberschelp: "Der Mathematik-Schüler muß zunächst lernen zu gehen. Aber es gibt sehr lange und mühselige Wege. Der Computer kann eine Art Skateboard sein, mit dem der Schüler Ziele erreicht, die er sonst nie erreichen würde." 

Eine Gleichung vom Computer ausrechnen zu lassen hat nach den Didaktikern erst dann einen Sinn, wenn der Schüler das Prinzip verstanden hat und die Gleichung auch selbst lösen könnte. Richtig eingesetzt können Computerprogramme aktives Lernen und kreatives Denken durchaus fördern, sind sich die Fachleute einig. 

Eine internationale Studie, an der die Universität Klagenfurt federführend beteiligt war, hat allerdings ergeben, daß es mit dem kreativen Lernen in Österreich vergleichsweise schlecht bestellt ist.  Deswegen wurde bei der Tagung in Klagenfurt eine Initiative zur Förderung von Innovationen im Mathematikunterricht diskutiert.  Projektleiter Prof. Konrad Krainer vom Institut für Forschung und Fortbildung an der Universität Klagenfurt dazu: "Im Rahmen dieses Projekts spielen neue Technologien eine wichtige Rolle. Durch sie besteht die Chance, daß das selbstständige Lernen gefördert wird." Obwohl Anfang 2000 europäische Linkspolitiker wegen der FPÖ-Regierungsbeteiligung zu einem Boykott Österreichs bei internationalen Kongressen aufgerufen haben, finden jetzt wieder zahlreiche solche Kongresse in Österreich statt. 

[12. August 2001]

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