Ausbildungsinstitut für Tibetische Philosophie und Medizin

Am 31. Oktober 2008 eröffnet das Tibetzentrum – Internationales Institut für Höhere Tibetische Studien (I.I.H.T.S.) in Hüttenberg/Kärnten. Das Institut steht unter der Schirmherrschaft Seiner Heiligkeit des XIV Dalai Lama und bietet ab November Seminare zu den Themen "Traditionelle Tibetische Medizin und Philosophie" an. “Unser Ziel ist es, die körperliche und geistige Gesundheit zu fördern sowie das kostbare Erbe der Tibetischen Kultur zu bewahren“, so der Ehrw. Geshe Tenzin Dhargye, Tibetischer Lama und Direktor des Instituts. 

In Seminaren, Vorträgen, Workshops, Kulturveranstaltungen sowie Trainings wird ab November 2008 authentisches Wissen in den Bereichen Indo-Tibetische Kulturwissenschaft und Traditionelle Tibetische Medizin und Astrologie angeboten. Ab Herbst 2009 starten die Zertifikatslehrgänge in Tibetisch-Buddhistischer Wissenschaft und Philosophie sowie Traditionelle Tibetische Therapiemethoden. Neben dem umfangreichen Bildungsangebot soll das Tibetzentrum - IIHTS ein Forum des Dialogs und des Austausches für verschiedene Kulturen und Religionen werden.

Wissenschaft des Inneren

Die Tibetisch-Buddhistische Wissenschaft und Philosophie wird häufig auch als „Wissenschaft des Inneren“ bezeichnet. Gemeint ist damit die Wissenschaft des Geistes, des Bewusstseins, die daran arbeitet, die letztendlichen Ursachen für Glück und Leid zu erkennen. „Wir müssen mit unserem eigenen Bewusstsein arbeiten, um die Ursachen für Leiden zu überwinden und die Ursachen für Glück zu schaffen“, so die Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama, der nicht müde wird, die Menschen zu ermutigen, ihren Geist kennen zu lernen und zu schulen, um mehr Glück und Freude zu kultivieren.
In Seminaren und Lehrgängen werden Übungsmethoden in authentischer Form weitergegeben und die TeilnehmerInnen sollen lernen, Wege zu beschreiten, auf denen sie im Alltag mehr Freude, Frieden und Ausgeglichenheit erlangen können.

Tibetische Heilkunde

Die Tibetische Medizin stützt sich auf die Buddhistische Wissenschaft und Philosophie und arbeitet sowohl präventiv als auch heilend. Sie hat zum Ziel, das innere und äußere Gleichgewicht wiederherzustellen, denn Gesundheit wird als Zustand der Balance, der Ausgewogenheit, definiert. Um dieses Gleichgewicht zu erlangen, wird besonders auf eine dem jeweiligen Typus angepasste Nahrungsaufnahme geachtet. Daher zielt eine wichtige Heilmethode der Tibetischen Medizin auf die richtige Ernährung. Ebenso wichtig ist aber auch die Praxis der Ethik, da aus buddhistischer Sicht die eigentlichen Krankheitsursachen in den Geistesgiften Gier, Hass und Unwissenheit liegen.

Als weitere Heilmethode bietet die Tibetische Medizin für viele Krankheiten spezifische Kräuterpillen und darüber hinaus spezielle therapeutische Anwendungen, wie Massagen, Bäder, Schröpfen, Moxibustion usw. In der Tibetischen Medizin spielt auch die Astrologie eine bedeutende Rolle: Sie wird z.B. für die Errechnung des idealen Einnahmezeitpunkts herangezogen, um so die Wirkung der Medikamente zu verstärken.

Mag.a Caroline Gedermann
Tibetzentrum – I.I.H.T.S., 
Reiftanzplatz 1, 
A-9375 Hüttenberg, 

+43426320084,
cg@tibetcenter.at, 
http://www.tibetcenter.at/

http://www.men-tsee-khang.org/

Privatuniversität im Tibet-Zentrum in Kärnten

Für das tibetische Zentrum in Hüttenberg (Kärnten) sind am 30. 7. 2008   zwischen dem Land Kärnten und den Tibetern die Verträge unterzeichnet worden. Im November 2008 starten die Lehrgänge für tibetische Medizin und Philosophie.

Die Unterzeichnung des Vertrages ist der erste von zwei Schritten für das geplante Großprojekt in Hüttenberg. Die Tibeter können nun ihr wissenschaftliches Lehrangebot mit Seminaren und Vorlesungen im Musikzentrum des Nachbarortes Knappenberg beginnen, so der Direktor des Tibetzentrums Geshe Tenzin Dhargye.

Man plane ein öffentliches Fest am 31. Oktober 2008 und ab November wolle man mit den Lehrangeboten für tibetische Philosophie und Medizin beginnen. Geplant sei dann auch die notwendige Akkreditierung einer tibetischen Privatuniversität in Hüttenberg.

Geshe Tenzin Dhargye betonte, es handle sich dabei um ein europaweit einzigartiges Projekt. Lehrpersonal und wissenschaftliches Lehrprogramm kommen von den tibetischen Universitäten in Indien.

Das Internationale Institut für Höhere Tibetische Studien (IIHTS) ist ein tibetisches Ausbildungs- und Gesundheitszentrum. Ziel ist es, das kostbare kulturelle Erbe Tibets zu bewahren, weiterzuentwickeln und vor allem auch an interessierte Menschen im Westen weiterzugeben. Im Fach "Indo-Tibetische Kulturwissenschaften" werden Wissen und Erkenntnisse aus der buddhistischen Philosophie und Psychologie vermittelt. Dabei geht es u.a. um die Funktions- und Wirkungsweisen des Bewusstseins.

Die Abteilung "Traditionelle Tibetische Medizin" beschäftigt sich mit der im Westen momentan sehr gefragten tibetischen Heilkunst.

Seminare und Vorlesungen werden vorerst im Musikzentrum des Nachbarortes Knappenberg abgehalten werden.

Die Lehrgänge können weltweit über die tibetische Homepage  im Internet abgerufen werden.

Für alle Interessenten soll als Quartier das Knappenberger Geozentrum angemietet werden, sagte Landeshauptmann Jörg Haider. Bildungsreferent Uwe Scheuch verwies auf den Premierencharakter des Projektes in Hüttenberg.
Die Lehrgänge werden weltweit auch über die tibetische Homepage im Internet angeboten. Anmeldungen und Anfragen gebe es bereits.

Schritt Zwei sei ebenfalls in Vorbereitung, versprach Haider den absehbaren Bau eines entsprechenden Hotelprojektes. "Es gibt in den nächsten Wochen konkrete Informationen von meiner Seite", so der Landeshauptmann.

Das Land Kärnten fördert das einzigartige Bildungsangebot in den nächsten Jahren mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt steht nach wie vor unter der Schirmherrschaft seiner Heiligkeit, des 14. Dalai Lama.

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Während der Weihnachtsfeiertage 2007 wurde vom Land Kärnten und dem tibetischen Büro in Genf eine Absichtserklärung für ein tibetisches Ausbildungszentrum in Hütttenberg unterzeichnet.

Die Absichtserklärung wurde von Landeshauptmann Jörg Haider am 24.Dezember. und vom tibetischen Büro in Genf am 25. Dezember 2007 unterzeichnet. Die wesentlichsten Punkte beinhalten die Einrichtung eines Ausbildungszentrums für tibetische Philosophie und für tibetische Medizin, bei guten Verlauf - so heißt es in diesem Papier- könnte das Projekt als Privatuniversität versucht werden.

Im Blasmusikzentrum Hüttenberg könnten die Lehrkurse stattfinden, das Geozentrum in Hüttenberg würde als Quartier für Lehrpersonal und Kursteilnehmer dienen. Eine Grobplanung für ein fünfjähriges Kursprogramm und -Budget würde von den Tibetern vorbereitet. Für das Ausbildungszentrum sollte ein Verein mit Sitz in Hüttenberg gegründet werden. Gewünschte Mitglieder sollen neben dem Dalai Lama das Tibet-Büro in Genf, das zentrale Institut für höhere tibetische Studien, sowie das tibetische, medizinische und astrologische Institut, die Gemeinde Hüttenberg sowie das Land Kärnten mit der Tourismusholding sein.

Der Verein wäre gemeinnützig und würde sich aus den Einnahmen aus Kursen und aus Förderungen finanzieren. Die Grobplanung dafür solle bis Ende Jänner 2008 abgeschlossen sein. Danach sollen Beschlüsse in der Regierung folgen. Die entsprechenden Verträge sollen Ende Februar soweit sein, der Start der Bildungskurse ist für Oktober 2008 geplant.

Es gibt aber auch mögliche kritische Punkte im Papier: Die Tibeter wollen bei Funktionieren des Ausbildungszentrums den Verein später in eine Gesellschaft mit tibetischer Mehrheit und damit mit Entscheidungsmehrheit umwandeln.
 

In der unverbindlichen Absichtserklärung heißt es ausdrücklich, der Exklusivitätsanspruch für das Hotel-Projekt von Robert Rogner junior widerspreche der Auffassung der Tibeter. Dieser Widerspruch müsse vor verbindlichen Verträgen aufgeklärt werden.

Landeshauptmann Jörg Haider nimmt für sich in Anspruch, das wegen der Differenzen zwischen Tibetern und Rogner zum Stillstand gekommene Projekt, durch sein Gespräch mit dem Dalai Lama wieder in Bewegung gebracht zu haben. Das Land habe damit seine Vermittlerrolle wahrgenommen, jetzt sei Robert Rogner junior am Zug, sagte Haider-Sprecher Stefan Petzner.

Rogner freut sich über die neue Entwicklung. Damit er sein Gesundheitshotel in Hüttenberg baut, müsse aber die touristische Vermarktung des Gesamtprojektes Hotel und Privatuniversität gesichert werden - auch durch einen Exklusivitätsanspruch der Universität, sagte Rogner junior. Sie soll der Motor für die weltweite Vermarktung sein:

"Wie schaut das aus, ist eine Einzigartigkeit gegeben, oder ab wann ist eine Einzigartigkeit gegeben, ab dann ist es realistisch, von einem Baubeginn zu sprechen." Laut Rogner werde man nur dann Gäste ins Görtschitztal bekommen, wenn die Entwicklung weltweit einzigartig sei. Es müsse eine einzigartige Strahlkraft geben, denn warum sollten sonst Leute ins Tal kommen, meinte Rogner.

Nächste Etappe für das Großprojekt ist eine Gesprächsrunde aller Beteiligten im neuen Jahr.

Das geplante Tibetzentrum in Hüttenberg ist bereits ein Jahr in Verzug. Der ursprüngliche Investor, die Rogner International Gruppe, sollte 1,5 Mio. Euro investieren, den Rest die öffentliche Hand. Nach Protesten der Politik gab es eine Ausschreibung.

Tibet

Grundsteinlegung für Tibet-Zentrum

In Hüttenberg (Kärnten) wurde am Sonntag d. 14. 5. 2006 der Grundstein für das tibetische Kulturzentrum gelegt worden. An dem Festakt nahmen über 4000 Personen teil. Auch der Dalai Lama nahm an der Zeremonie teil. Der Friedensnobelpreisträger wünscht sich einen Ort des kulturellen Austauschs. Er gedachte auch seines langjährigen Freundes Heinrich Harrer - und, passend zum Muttertag, den Müttern, die allen Menschen als erste "Liebe und Zuneigung" vermitteln, wie er sagte.

Viele Hoffnungen knüpfen sich an das über 22 Millionen Euro teure Projekt: Die Kärntner Politik, allen voran Landeshauptmann Jörg Haider, erwarten sich einen touristischen Schub für die strukturschwache Region. Für den 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, ist das geplante Zentrum ein Beitrag zum Erhalt der tibetischen Kultur: "Unser kulturelles Erbe steht vor einer großen Herausforderung. Wir als kleine Gemeinschaft versuchen unser Bestes, es zu bewahren." Dies dürfe aber nicht durch Isolation geschehen. Das Kloster-Hotelprojekt in Hüttendorf, das vom Rogner-Konzern ausgeführt wird, könnte "ein Ort werden, wo wir unsere Erfahrungen austauschen können".

Auch für den Landeshauptmann war die Zeremonie "mehr als ein Spatenstich für ein wirtschaftliches Projekt". Der  Dalai Lama werde in Hüttenberg eine ständige Bleibe erhalten, "immer wieder zurückkehren" und so "Wurzeln in der Hüttenberger Heimat" schlagen. "Der Dialog der Kulturen scheint mir gerade in der heutigen Zeit dringend notwendig." Neben dem Zentrum in Hüttenberg wird an einem früheren Bergbau-Standort ein "Center of Tibetan Studies" entstehen.

Neben den zahlreichen Dalai Lama-Fans war auch politische Prominenz zum Festakt angereist. Die Bundesregierung war vertreten durch Vizekanzler Hubert Gobrbach, Justizminister Karin Gastinger und Gesundheitsminister Maria Rauch-Kallat. Haiders Stellvertreter Martin Strutz und Gaby Schaunig nahmen ebenso Platz auf der Ehrentribüne wie weitere Mitglieder der Landesregierung, die Bau-Familie Rogner und Heinrich Harrers Witwe.


 
Heinrich Harrer

Der Bergsteiger, Forscher und Schriftsteller Heinrich Harrer ist am 7. Januar 2006 im 94. Lebensjahr verstorben. Harrer war am 5. 1. ins Deutschordensspital Friesach eingeliefert worden, wo er am 7. 1. um 6.45 Uhr starb. Harrer ist am 14. 1. 2006  auf dem Friedhof in Hüttenberg, Kreis St. Veit an der Glan (Kärnten) zur letzten Ruhe geleitet worden.

Der Verstorbene hatte in seinem langen und bewegten Leben unzählige Auszeichnungen erhalten. So war er Mitglied der Kurie der Wissenschaften in Österreich, Träger der Goldenen Humboldt-Medaille und vieler Ehrenzeichen der Republik Österreich, der BRD, des Landes Kärnten sowie des "Light of Truth Award" der Exilregierung Tibets in Indien.

Mit Heinrich Harrer ist der letzte der vier Bergsteiger gestorben, die 1938 als Erste die Eiger-Nordwand in der Schweiz bezwangen. Ludwig Vörg war schon 1941 in Russland gefallen, Fritz Kasparek verunglückte 1954 in den südamerikanischen Alpen und Andreas Heckmair war im Februar 2005 im Alter von 98 Jahren gestorben.

Kaum ein anderer österreichischer Bergsteiger und Forscher hatte ein derart bewegtes Leben wie Heinrich Harrer. Am 6. Juli 1912 in Knappenberg in der Kärntner Bergbaugemeinde Hüttenberg als Sohn eines Postbeamten geboren, studierte er in Graz Sport und Geographie, wobei er sich das nötige Geld als Skilehrer und Bergführer verdiente und zu einem Rennläufer der Extraklasse wurde. 1934 wurde Harrer Mitglied der damals in Österreich verbotene NSDAP. 1936 trug er als Teilnehmer an den Olympischen Spielen in Berlin die Fahne der österreichischen Mannschaft. 

Am 9. Juli 1938 legte Harrer die letzte Prüfung des Staatsexamens ab, und noch am gleichen Tag fuhr er nach Grindelwald in die Schweiz. Mit seinem Freund, dem Wiener Alpinisten Fritz Kasparek, sowie den aus dem Altreich stammenden Bergsteigern Anderl Heckmair und Ludwig Vörg wollte er die Erstbesteigung der fast 2.000 Meter hohen Eiger-Nordwand im Berner Oberland wagen, an der in den Jahren zuvor zahlreiche Alpinisten gescheitert waren. Nach zweimaligem Biwak in der Steilwand erreichte das Quartett am 24. Juli 1938 den Gipfel.

Der Eiger-Erfolg änderte das Leben Harrers einschneidend. Wegen seiner Berühmtheit wurde Harrer 1938 gebeten, als Sportlehrer der SS beizutreten. Seine SS-Uniform konnte Harrer nur einmal, nämlich bei seiner Hochzeit im Dezember 1938 tragen. Kurz darauf wurde Harrer in die deutsche Himalaya-Expedition 1939 zum Nanga Parbat berufen. Zwar wurde bei dieser der Gipfel nicht erreicht, doch immerhin fanden die beteiligten Alpinisten eine neue Aufstiegsroute durch die Diamir-Wand.

Auf dem Rückweg Anfang September 1939 wurden Harrer und seine Gefährten nach der Kriegserklärung Englands an das Deutsche Reich von den englischen Kolonialherren in Indien interniert. Er nützte diese Zeit, um Hindostani, Tibetisch und Japanisch zu lernen.

Heinrich Harrer und Dalai Lama

Nach vier Ausbruchsversuchen aus der britischen Internierung hatte Heinrich Harrer beim fünften Mal Erfolg und entkam am 29. April 1944 gemeinsam mit seinem Expeditionsleiter vom Nanga Parbat, dem Kitzbüheler Diplomingenieur Peter Aufschnaiter, aus dem Lager in Indien.

Es folgte das größte Abenteuer im Leben des Kärntners: eine 21 Monate dauernde Flucht durch ein riesiges, fast menschenleeres Land, in deren Verlauf rund 50 Pässe - keiner unter 5.000 Meter hoch - überwunden und mehr als 2.000 Kilometer zu Fuß zurücklegt wurden.

Am 15. Januar 1946 erreichten sie das ersehnte Ziel: die verbotene Stadt Lhasa in dem damals noch unabhängigen Tibet.

Die Flucht und die danach in Lhasa verbrachten fünf Jahre machten den Kärntner und den Tiroler berühmt und ließen später Harrers Buch "Sieben Jahre in Tibet", das später auch verfilmt wurde, zu einem Welterfolg werden.

Aufschnaiter wurde Berater der tibetischen Regierung in landwirtschaftlichen und städtebaulichen Fragen, Harrer Erzieher, Berater und schließlich Freund des jungen Dalai Lama, der nach der blutigen Niederschlagung des tibetischen Volksaufstandes durch chinesische Truppen 1959 nach Indien flüchten musste. Harrer selbst verließ Tibet bereits 1951.

Die folgenden Jahre führten Harrer in die Anden und zum Amazonas (1953), nach Grönland und Alaska, wo ihm 1955 drei Erstbesteigungen gelangen, in den Kongo und zum Ruwenzori (1957), nach Hawaii und Tahiti (1961).

Ein Jahr darauf folgte seine schwierigste Expedition in das westliche Neuguinea, wo er 30 Gipfel zum ersten Mal bestieg und eng mit den Papuas zusammenlebte.

Auf dieses Abenteuer folgten Reisen nach Nepal, Surinam, Französisch-Guyana, in den Sudan und nach Borneo. 1982 kehrte der Österreicher noch einmal nach Tibet zurück, in den Jahren danach bereiste er Bhutan.

Der Landeshauptmann von Kärnten hat Heinrich Harrer am 7. 1. 2006 als einen in aller Welt bekannten und geschätzten Botschafter des Friedens und des Miteinanders zwischen den Religionen gewürdigt.

Mit Heinrich Harrer würden Kärnten und Österreich eine große Persönlichkeit verlieren, welche mit seiner Weisheit, Güte, Weltoffenheit und Toleranz Vorbild für viele war. Haider betonte, dass sich Harrer auch immer besonders für sein Heimatland Kärnten eingesetzt habe, so sei ihm etwa das geplante  Tibet-Zentrum in Hüttenberg ein persönliches Anliegen gewesen, für dessen Realisierung er einen wichtigen Beitrag geleistet habe.

Harrer verfasste im Laufe seines Lebens mehr als 20  Bücher. In seinem bekanntesten Werk "Sieben Jahre in Tibet" beschrieb er seine Zeit am Dach der Welt, und wie er den Dalai Lama kennen lernte. Das Buch wurde 1997 mit Brad Pitt verfilmt.
 

[7. Januar 2006]
 

 

Nazijäger belästigen Heinrich Harrer

Der bekannte Alpinist und Schriftsteller Heinrich Harrer wird in einer sog. Dokumentation des britischen Fernsehens, die im Frühjahr 2001 gezeigt werden soll bezichtigt, eine "Nazi - Vergangenheit" zu haben. Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein Salzburger Journalist. Er fand angeblich Dokumente die beweisen, daß Harrer schon sehr früh SS, SA und NSDAP-Mitglied war.Die Dokumentation der britischen Firma Chameleon TV trägt den dümmlichen Titel  "Klettern in den Dreißigern zwischen Sport und Nationalsozialismus". Die "Recherchen" des Salzburgers sind ein wichtiger Teil in der britischen Dokumentation.  Die Briten behaupten in ihrer "Dokumentation", viele junge Bergsteiger habe die wirtschaftliche Not dazu getrieben hat, nach Ruhm und Ehre zu suchen, was durch die "politische Propaganda der Nazis" u. a. im Zusammenhang mit der Erstbesteigung der Eiger-Nordwand ausgenutzt worden sei. Harrer hätte nach dem Krieg viel zu wenig getan, um das "aufzuarbeiten" er habe alles "unter den Teppich gekehrt". 

Die Hollywood-Produktion "7 Jahre in Tibet" war für den Salzburger Journalisten der Auslöser, Heinrich Harrers Vergangenheit genauer zu "erforschen" und nach Belegen für seine Vermutungen zu suchen. "Nach eigenen Angaben in einem handschriftlichen Lebenslauf war Harrer seit 1934 bei der SA und auch Parteimitglied der NSDAP. Das war damals nichts Besonderes, aber das Besondere war seine persönliche Nähe zu Himmler. Ich fand es ungerecht, in einer Riesen - Hollywood - Produktion die Geschichte nur von einer Seite zu erzählen, nur die sonnigen Seiten seiner Geschichte zu erzählen. Ich fand es notwendig, auch die anderen Dinge zu recherchieren, um ein bißchen zur Wahrheitsfindung beizutragen", meinte der Journalist. 

Heinrich Harrer war 1939 vor den Briten in Indien geflüchtet und hat als einer der ersten Europäer die Hauptstadt Tibets betreten, wo er in den Kriegsjahren Zuflucht fand. Heinrich Harrer ist ein persönlicher Freund des Dalaih Lama, der ihn immer besucht, wenn er in Europa ist.

Der Journalist versuchte auch, den über 80jährigen Harrer, der in einer Kärntner Ortschaft lebt, persönlich zu belästigen. "Das ist ein trauriges Kapitel. Es hat sehr emotional geendet und wir sind nicht im Guten auseinandergegangen", berichtet der Journalist.

Wer ist dieser Enthüller ? Ein erfolgloser Journalist, der in die Schlagzeilen kommen will ? Es gäbe da noch ein paar Themen: War Mutter Theresa lesbisch? Hat Hermann Gmeiner kleine Kinder mißbraucht? Wie war die Einstellung von Albert Schweitzer zu den Juden? Hat Bertha von Suttner ein Vermögen mit Waffenverkäufen gemacht? War Wallenberg ein persönlicher Freund Himmlers? Die Schreiberlinge, die mit derartigen Behauptungen unter dem Mäntelchen der Gerechtigkeit oder "Aufarbeitung" ihr Geschäft machen wollen, hätten in den Dreißigerjahren wahrscheinlich als erste "Heil Hitler" geschrieen.

[6. Januar 2001]

 Tibet-Friedensmarsch in Wien (2001) >>

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