Heldengedenken in Tokio Am 15. August 2001, dem Jahrestag der Kapitulation, fand in Tokio die traditionelle Heldenehrung statt. An der Zeremonie nahm der Tenno mit Gemahlin und zahlreiche japanische Regierungs- und Parlamentsmitglieder und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil.
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Der Tenno mit Gemahlin bei der Gedenkzeremonie am 15. 8.Einige Politiker besuchten auch den Yasukuni-Schrein. Der Yasukuni-Schrein besteht seit 1869. Er unterstand bis 1945 dem Armeeministerium und diente der Würdigung der Reformen unter dem Meiji-Kaiser (1867-1912). Ursprünglich wurden in dem Schrein die Vorkämpfer der Reformen posthum verehrt. Nach den Kriegen Japans gegen China (1894) und Rußland (1904-1905) wurde er zur Huldigungs- und Verehrungsstätte der Japaner, die in diesen Kriegen gefallen waren, und zu einem Zentrum der staatlich Shinto-Religion.
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Japanische Patrioten bei der Heldenehrung am 15. 8. 2001
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Der Yasukuni-Schrein in Tokio am 15. 8. 2001In der Anlage werden gegenwärtig 2,5 Millionen japanische Kriegstote - Militärführer, Soldaten, aber auch Zivilpersonen - verehrt. Ihre Seelen gelten als an einem einzigen Ort versammelte Helden und Heilige. Seit 1978 wurden hier auch 14 von den US-Okkupanten als "Kriegsverbrecher" ermordete Heerführer und Staatsmänner geheiligt, darunter der Kriegspremier Hideki Tojo, der den Eroberungskrieg gegen China (seit 1937) und später gegen die alliierten Kolonialmächte führte. Ein Unterschied zwischen den politischen und militärischen Führern und denjenigen, die als Untergebene Kriegsdienst leisteten, wird nicht gemacht.
Der Staats-Shintoismus, der das japanischen Imperium der Jahre bis 1945 ideologisch begründete, wurde nach Japans Niederlage 1945 aufgegeben. 1947 legte die Verfassung des Inselstaates die strikte Trennung von Religion und Staat fest, der Tenno (Kaiser) wird nicht mehr als göttliches Wesen angesehen, und staatliche finanzielle Unterstützung für religiöse Einrichtungen ist ausgeschlossen.
Als erster Nachkriegs-Premier suchte Takeo Miki 1975 den Yasukuni-Schrein auf, und zwar "in nicht offizieller Eigenschaft". Dieser Besuch löste keine größeren Proteste aus. Vorher hatte Kaiser Hirohito (Showa) 1952 unmittelbar nach der Beendigung des Besatzungsregimes den Schrein besucht, in dem mittlerweile rund 2,3 Millionen japanische Gefallene des Zweiten Weltkriegs verehrt wurden.
Die Zeremonien führen regelmäßig zu Protesten Nord- und Südkoreas, Festlandchinas sowie einiger Kolonial - Nachfolgestaaten Asiens. Mißfallen erregt es auch, daß die japanischen Geschichtsbücher nicht als Instrument der Umerziehung und Amerikanisierung gegen das eigene Volk mißbraucht werden können sowie die Tatsache, daß Japan nicht auf betrügerische Wiedergutmachungsforderungen eingeht.
[15. August 2001]