B e s t e l l u n g

Eine Eckartschrift mit einer Auswahl von kurzen Sinnsprüchen deutscher Dichter ist im Mai 2003 von der  Öst. Landsmannschaft  herausgegeben worden. Die Schrift hat 98 Seiten und kostet ca. 7 EURO.

Sieben der folgenden 15 Gedichte finden sich auch in der Eckartschrift:

Dich wundert´s, daß sie gegen dich schreiben,
wiewohl du sie behelliget nie? 
Dies ist's just, was sie dir nimmer verzeihen, 
daß du kein Lump bist so wie sie

Emanuel Geibel 

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Die Menschen sind nicht immer
was sie scheinen,
doch selten etwas besseres.

G. E. Lessing 

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Dumme Gedanken hat jeder,
nur der Weise verschweigt sie.

Wilhelm Busch

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Die Tugend geschlagener Völker ist
die Geduld und nicht die Resignation.

Oswald Spengler 

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Die Wahrheit kann warten,
denn sie hat ein langes Leben vor sich.

Arthur Schopenhauer

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Greif nicht in ein Wespennest;
doch wenn du greifst, so stehe fest!

Matthias Claudius 

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Vieles kann ein Volk entbehren,
Wenn dazu die Not es zwingt;
Doch dem Feinde muß es wehren,
Der es um die Sprache bringt.

In ihr wurzelt unser Leben
Und erhält durch sie Bestand:
Wer sich ihrer hat begeben,
Der verlor sein Vaterland.

Martin Greif

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National sein heißt nicht, fremde Völker hassen,
sondern das eigene Volk lieben.

Peter Rosegger

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Alles was auf Erden besteht,
beruht auf Ehre und Treue,
wer heut´ die alte Pflicht verrät,
verrät morgen auch die neue.

Adalbert Stifter

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Inder, Türken, Hottentotten
sind sympathisch alle drei,
wenn sie leben, lieben, lachen
fern von hier in der Türkei.
Doch wenn sie in hellen Scharen,
wie die Maden in dem Speck,
in Europa nisten wollen,
ist die Sympathie schnell weg.

Heinrich Heine

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Die glücklichen Sklaven sind
die erbittersten Feinde der Freiheit.

Maria von Ebner Eschenbach 

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Blind wird die Jugend,
die kein Vorbild sieht.

Herbert Böhme

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Es ist nicht schwer,
in guten Tagen 
das Fahnentuch voranzutragen
der stolzen Reihe.
Erst wenn im Sturm die Fetzen knattern,
der zage Haufe will zerflattern,
zeigt sich die Treue.

Joseph Hieß

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Nie war es unsre tiefste Not,
Daß uns die Welt geschlagen
In Buße, Bann und Bettelbrot.
Stets wich die Nacht dem Morgenrot,
Wir wuchsen im Ertragen.

Was uns an Mark und Herzen frißt,
Das hat kein Feind verstanden
Mit neidischer Gewalt und List:
In unserm eignen Bruderzwist
So werden wir zuschanden.

Glüht über unsern Stirnen nicht
Des einen Sternes Helle?
Blüht nicht auf unserm Angesicht
Des einen Blutes Welle?
O faßt die Hand, die Bruderhand!
Laßt eure Kräfte wehen
Zu einer Flamme hellem Brand!
So werden wir bestehen.

E. G. Kolbenheyer

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Denk es Mutter

Wenn deine Mutter alt geworden
Und älter du geworden bist,
Wenn ihr, was früher leicht und mühelos
Nunmehr zur Last geworden ist,

Wenn ihre lieben treuen Augen
Nicht mehr wie einst ins Leben seh’n,
Wenn müd’ gewordnen Füße sie
Nicht mehr tragen woll’n beim Geh’n,

Dann reiche ihr den Arm zur Stütze,
Geleite sie mit froher Lust;
Die Stunde kommt, da du sie weinend
Zum letzten Gang begleiten mußt!

Und fragt sie dich, so gib ihr Antwort,
Und fragt sie wieder, sprich auch du,
Und fragt sie nochmals, steh’ ihr Rede,
Nicht ungestüm, in sanfter Ruh’!

Und kann sie dich nicht recht versteh’n,
Erklär’ ihr alles froh bewegt;
Die Stunde kommt, die bitt’re Stunde,
Da dich ihr Mund — nach nichts mehr frägt.

A. H.“Denk es”  Morgenpost, München, 14. Mai 1925
 

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