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Neuer Anschlag auf Siegfriedskopf geplant
Wie zahlreiche andere Gedenkstätten in Wien erinnert auch der "Siegfriedskopf",
ein Kriegerdenkmal im Zentrum der Aula des Hauptgebäudes der Universität
Wien, an den deutschen Charakter Österreichs und ist deshalb den Vertretern
der linken Geschichtslüge von den "deutschsprachigen Altösterreichern",
die keine Deutschen gewesen seien, seit langem ein Dorn im Auge. Besonders
die erfolgreich umerzogenen Linken wie z. B. die Grüne oder sozialistische
Funktionäre der Österreichischen Hochschülerschaft (die,
obwohl nur von einer Minderheit der Studenten gewählt, praktisch eine
Meinungsdiktatur auf dem Universitätsgelände ausüben), fordern
seit langem auch dieses Denkmal zu eliminieren. Daher hatte bereits 1990
der Senat der Universität Wien beschlossen, das Denkmal vom zentralen
Platz in der Aula in den Arkadenhof zu verlegen, scheiterte mit dem Vorhaben
aber am Widerstand des Bundesdenkmalamtes.
Einen neuen Versuch zur Entfernung des Siegfriedskopfes scheint aber
jetzt der Rektor der Wiener Universität, der in bester Metternichscher
Tradition regelmäßig Veranstaltungen Freiheitlicher Studenten
oder Burschenschaftler auf dem Universitätsgelände verbieten
läßt, machen zu wollen. Am 4. 6. 2003 erklärte er,
"Die Universität Wien" (?) sei entschlossen, die Aula und den Arkadenhof
neu zu gestalten. In den nächsten Tagen bis Wochen werde eine Ausschreibung
für die Neugestaltung veröffentlicht. Dabei gehe es darum, die
Denkmäler in Aula und angrenzendem Arkadenhof anders auf- und darzustellen
und damit "die Botschaft, die von diesen Denkmälern ausgeht", zu ändern.
Der "Siegfriedskopf" wurde im November 1923 (nach Behauptung der Linken
sogar am 9. November, dem Tag des Hitlerputsches in München) in der
Aula der Uni Wien von der "Deutschen Studentenschaft" als Gefallenendenkmal
aufgestellt. Der Marmorsockel trägt u.a. die Inschriften "Ehre, Freiheit,
Vaterland" und "Errichtet von der Deutschen Studentenschaft und ihren Lehrern".
Diese Gruppe war der Dachverband aller deutschen Studenten, die Mitgliedschaft
an "deutsche Abstammung und Muttersprache" gebunden. Auch Studenten mosaischen
Glaubens waren als Mitglieder bei den deutschen Studentenverbindungen zugelassen,
z. B. war Victor Adler, der spätere Gründer der Sozialdemokratischen
Partei, an der Prager Universität Mitglied einer Deutschnationalen
Vereinigung. (Bekanntlich forderte Victor Adler 1918 als Außensekretär
der Regierung Renner den Anschluß Deutschösterreichs an das
Deutsche Reich.)
Militante Vertreter der Umerziehung und Linksradikale sehen in dem Denkmal
ein Hindernis für die Verbreitung des Dogmas von der Österreichischen
Nation und ein Symbol für rechtes Gedankengut an den Universitäten,
was im Lande Metternichs sofort Anlaß zu Verbotsüberlegungen
ist. Das Denkmal war und ist deshalb immer wieder Grund für Auseinandersetzungen
und Ziel von Beschädigungen.
Zur Einleitung ihrer Feiern zum Jahrestag
des Sieges der Roten Armee demolierten am 8. Mai 2002 linke Demonstranten
mit Hammer und Meißel das Kriegerdenkmal in
der Wiener Universität. Farbtragende Burschenschaftsangehörige
wurden von gewalttätigen Linken am Betreten der Universität gehindert.
Was sich da in der Aula der Uni Wien am 8. 5. 2002 abgespielt hatte,
wurde zwischen einer skurrilen Studentendemonstration und einem
für linke Gruppen scheinbar legitimen Vorhaben, nämlich der Beseitigung
eines Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges,
angesiedelt. Der Siegfriedskopf hat halt seine Nase verloren, hieß
es damals, die Restaurierung wurde sowieso angeordnet. Der Bericht des
Innenministeriums offenbart anderes: Exzessive Gewalt hatte die Aktion
geprägt, zwei anwesende Polizisten wagten gar nicht einzugreifen oder
gar den oder die Täter zu stellen. "150 Linke" stellten die Polizisten
fest, im ORF-Bericht war der Haupttäter mit Hammer und Meißel
im Vordergrund zu sehen. Aber warum hat die Polizei die versteckte Aufforderung
in der ÖH-Zeitung nicht gelesen? Wieso waren TV-Leute zur Stelle,
die Polizei aber überrascht? Die Polizei und einige andere
sind jetzt in schiefes Licht geraten. Tatsächlich waren am 8.
Mai ab 8.30 Uhr sowohl Kräfte der Sicherheitswache als auch Kriminalbeamte
vor der Uni Wien postiert, teilt innenminister Strasser in der Anfragebeantwortung
mit. In der Uni-Aula aber eben nur die beiden Beamten in Zivilkleidung.
Wer der Vermummte war, der mit Hammer und Meißel - vor laufender
ORF-Kamera übrigens - die Denkmalschändung durchgeführt
hat, ist bis heute nicht geklärt. Geklärt hat der Innenminister
hingegen, daß diese Aktion so gewaltbereit und gefährlich war,
daß die anwesenden Polizisten unerkannt bleiben wollten.
Kurz nach Abschluß der Restaurierung des "Siegfriedskopfes" in
der Aula der Universität Wien ist das symbolträchtige Denkmal
erneut beschädigt worden. Unbekannte Täter hätten den "Siegfriedskopf"
am 26. 8. 2002 mit einem in Säure getränkten Tuch überdeckt,
teilte die Universität am Mittwochnachmittag in einer Aussendung mit.
Der Grad des Schadens steht noch nicht fest, die Uni-Leitung hat bereits
eine Anzeige wegen Sachbeschädigung eingebracht. Spezialisten des
Bundesdenkmalamtes sollen nun eine Analyse über den Grad des Schadens
und die Tiefe der Säureeinwirkung vornehmen. Aus diesem Grund wurde
ab dem 30. 8. 2002 um den "Siegfriedskopf" eine Arbeitseinhausung aufgestellt.
Dieser Bretterverschlag blieb dann bis heute (Juni 2003) bestehen.
[4. Juni 2003] |