Kannibalismus-Aufruf gegen rechte Demonstranten in Leipzig Während Politiker auf Bundesebene dazu übergehen, auch Aufdecker ihrer Praktiken gerichtlich verfolgen zu lassen, ließen sich lokale Gegner der Versammlungs- und Meinungsfreiheit in Leipzig (Sachsen) jetzt etwas besonders Originelles einfallen.
"Mit Frühstücks-Brunch, wo Braune aufgefressen werden, das ist der Hintergedanke von den Jugend ist bunt Bündnis.." erklärte wörtlich ein Vertreter einer Vereinigung "Courage zeigen" am 3. 8. 2002 in Leipzig. Er meinte damit eine Ausspeisung mit Schokolade, Brötchen und "anderen braunen Sachen..", die vorerst symbolisch aufgefressen werden sollten. Anschließend zogen die so gestärkten Störtrupps in Richtung Hauptbahnhof Leipzig, um die dort beginnende rechte Demonstration zu stören. Neu war dabei auch, daß die Linken jetzt sogar amerikanische Kriegsverbrechen den Deutschen anlasten wollen. Eines ihrer Transparente zeigte die Parole "Ohne Nazideutschland kein Hiroshima", ein eindrucksvolles Zeugnis der Geschichtskenntnisse der Linken.
Die von den Nationalisten veranstaltete Demonstration war als "Trauermarsch zur Erinnerung an die Opfer des Atombombenabwurfes von Hiroshima" angemeldet.
Ca. 250 Nationalisten sammelten sich am 3. 8. 2002 ab 12 Uhr beim Hauptbahnhof Leipzig und marschierten dann durch die Stadt zum Ostplatz, wo bis 19 Uhr die Abschlußkundgebung stattfand. Der Marsch zum Völkerschlachtdenkmal wurde unter fadenscheinigen Begründungen wieder verboten. Der Organisator der Demonstration erklärte, man werde in Leipzig solange demonstrieren, bis ein Zug bis zum Völkerschlachtdenkmal erlaubt werde. Ca. 2000 Polizeikräfte verhinderten ein Zusammentreffen der Störtrupps mit den Demonstranten.
[3. August 2002]
Nationale Demonstration in Leipzig Am 13. 7. 2002 demonstrierten ca. 800 Nationalisten unter Führung der Aktivisten Christian Worch und Steffen Hupka in Leipzig (Sachsen). Die Demonstranten wollten vom Hauptbahnhof bis zum Völkerschlachtdenkmal marschieren, was von den Behörden auch diesmal verhindert wurde. Deswagen sind laut Worch demnächst weitere Demonstrationen geplant, um endlich da Völkerschlachtdenkmal zu erreichen.
Ein Großaufgebot der Polizei und des Bundesgrenzschutzes hatte den Bereich an Osthalle des Hauptbahnhofes sowie entlang der Marschstrecke abgesperrt, kontrollierte insbesondere die von der Stadt gemachten Auflagen. Dazu zählten unter anderem das Verbot, Springerstiefel und Bomberjacken der Firma LONSDAL zu tragen, da im Firmennamen die Buchstaben NSDA vorkommen, die als Abkürzung für NSDAP verstanden werden könnten... Diese Kontrollen der Demonstranten waren wieder schikanös langwierig und dauerten von 12 bis 15 Uhr, dennoch wurde kein Grund gefunden, einen der Patrioten festzunehmen.
Die Gegner der Versammlungs- und Meinungsfreiheit versuchten durch eine Ausspeisung mit einer Gulaschkanone unter dem Titel "Brunch gegen Rechts" Gegendemonstranten zu werben.
Wegen ihrer geringen Zahl versuchten die Gegendemonstranten, sich in den Zug der Patrioten einzuschleichen und mitzumarschieren. Wegen der zu erwartenden Störaktionen wurde das aber von den Ordnern und der Schutzpolizei unterbunden. Nach einer Kundgebung am Ostplatz zogen die Nationalisten wieder zum Hauptbahnhof zurück, wo die Demonstration um ca. 18 Uhr beendet wurde.
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An der sog. Love-Parade am 13. 7. 2002 in Berlin dürften sich auch einige Nationalisten beteiligt haben....[13. Juli 2002]
Protest gegen die Wehrmachtsausstellung in Leipzig Am 8. Juni 2002 fanden in Leipzig (Sachsen) Demonstrationen gegen die dort soeben eröffnete Wanderausstellung der vom Multimillionär Reemtsma bezahlten Vergangenheitsbewältiger statt.
Ca. 1500 Anhänger und Mitglieder der NPD zogen von der Alten Messe zum Bahnhof Stötteritz. Dabei zeigten sie Parteifahnen und Plakate. U. a. gingen Udo Voigt, Herbert Schweiger und Holger Apfel in ihren Reden auf die Behauptungen der Wehrmachtsausstellung ein. Die Veranstaltung verlief ohne größere Zwischenfälle. Etwa 80 Linksradikale, die "An den Tierkliniken" die Demonstration stören wollten, wurden von der Schutzpolizei unter Einsatz von Wasserwerfern vertrieben. Die rechten Demonstranten zogen bis zum Bahnhof Stötteritz, wo die Veranstaltung beendet wurde.
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NPD-Kundgebung am 8. 6. 2002 in Leipzig (Sachsen)Zusätzlich zur NPD-Kundgebung fand in Leipzig gleichzeitig eine Demonstration von ca. 500 Patrioten unter Führung des Hamburger Aktivisten Christian Worch statt.
Auf dem Platz an der Ostseite des Hauptbahnhofs hatten sich die Demonstratnen versammelt. Gegen 14.30 Uhr meldete Versammlungsleiter Worch bei der Polizei Abmarschbereitschaft an. Die Beamten kontrollierten nun, ob die Teilnehmer die Auflagen des Verwaltungsgerichts keine Springerstiefel und Bomberjacken zu tragen, einhielten. Im Gegensatz zur im April von Worch in Leipzig angemeldeten Demonstration, bei der die Kontrolle mehrerer Stunden dauerte und die Demonstration schließlich wegen Zeitablaufs abgesagt wurde, waren die Polizisten dieses Mal nach einer knappen Stunde fertig. "Wir haben keine Verstöße gegen die Auflagen festgestellt", sagte ein Polizeisprecher. Die Demonstranten marschierten sodann in Richtung Ostplatz. Es kam unterwegs zu Störversuchen linker Gegendemonstranten. Rund 80 Linksradikale bewarfen die Worch-Anhänger in der Rosa-Luxemburg-Straße mit Steinen. Die Steinwerfer wurden von Polizisten abgedrängt.
Worch kritisierte während der Kundgebung auf dem Ostplatz die Initiatoren der Wehrmachtsausstellung und bezeichnete die dort präsentierten Inhalte als Lügen. Zudem kündigte der Rechtsextremist vier weitere Demonstrationen in Leipzig für dieses Jahr an. "Drei Mal waren wir vergeblich hier", sagte Worch. Jetzt wolle er mindestens noch drei Mal durch die Messestadt ziehen und mit seinem Demonstrationszug erst am Völkerschlachtdenkmal enden. Die Stadt müsse lernen, daß er und seine Anhänger nicht zu stoppen seien, so Worch. Als Termine nannte er den 13. Juli, jeweils die ersten Sonnabende im August und September sowie den 3. Oktober 2002. Außerdem wolle er im März 2003 wieder in Leipzig demonstrieren.
Eine Gruppe von ca. 100 Altkommunisten mit SED-Fahnen veranstaltete als "Jugendbündnis Jugend ist bunt" einen Protestmarsch gegen rechts. In einer anschließenden Podiumsdiskussion, bei der nur Antifaschisten zugelassen waren, sprach Bürgermeister Tiefensee (SP) zum Thema "Gesicht zeigen".
[8. Juni 2002]