Staatsbesuch in Stuttgart Zu einem Staatsbesuch kam Bundeskanzler W. Schüssel (ÖVP) am 3. Juli 2000 nach Stuttgart (Baden Württemberg). Er wurde von einer Einheit der Landespolizei mit militärischen Ehren empfangen und von Ministerpräsident E. Teufel (CDU) begrüßt. Die Polizeikapelle intonierte die deutsche Hymne sowie die österreichische Bundeshymne, jedoch nicht die baden - württembergische Landeshymne.
Für Schüssel war es durchaus ein Besuch bei Freunden, wo die Sachgespräche eine viel geringere Rolle spielten als die demonstrative Wirkung des "man spricht mit uns". "Fühlen Sie
sich hier wie zu Hause", rief Teufel bei der offiziellen Begrüßung aus, er wolle jetzt den Boykott der EU 14 seinerseits boykottieren.Aus ihrer Verärgerung über die Sanktionspolitik machten auch
die geladenen Gäste - sowohl beim festlichen Mittagessen im Neuen Schloß in Stuttgart wie auch bei einem Vortrag Schüssels vor Wirtschaftskapitänen in der Deutschen Bank - kein Hehl. Als Teufel und der Präsident der Deutschen Bank, Hilmar Kopper,
die Sanktionen heftig kritisierten, gab es spontanen Applaus.Schüssel erklärte, Baden-Württemberg sei nach Bayern und
Italien der drittgrößte Handelspartner Österreichs. Zu den Sanktionen sagte Schüssel, wenn die Staatsregierungen nicht mit ihm reden, dann werde er sich direkt an die Völker Europas und an die Medien wenden.Auch die Journalisten waren freundlich gestimmt, höfliche Fragen wurden jovial beantwortet. Warum für die ÖVP denn die FPÖ nun nicht mehr außerhalb des Verfassungsbogens stünde? "Damals war Wahlkampf, da muß man sich abgrenzen, das ist auch nicht meine Sprache", so Schüssel (Es war der damalige 2. Nationalratspräsident Khol). Der Besuch kam über Einladung des Ministerpräsidenten von Baden Württemberg zustande.
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Bundeskanzler W. Schüssel und Ministerpräsident
E. Teufel am 3. Juli 2000 in Stuttgart[4. Juli 2000]