Demonstration der Milchbauern in der Steiermark

Knapp 100 Milchbauern der IG Milch blockierten am Vormittag des 14. 9. 2009 Autobahnknoten St. Michael (Steiermark)
"Die Sorgen sind für uns Bauern alle gleich. Es gibt wirklich arge Probleme mit den Milchpreisen, das Überleben vieler Landwirte ist gefährdet. Eine Durststrecke durchzuhalten, ist eine Sache. Aber jetzt ist akuter Handlungsbedarf", meint Alfred Mossauer, Obmann der Leobener Bezirksbauernkammer, der sich ebenfalls bei der Demo blicken lässt. Bemerkenswert, steht er damit doch in Widerspruch zur Bauernkammer, die einen Streik für nicht zielführend hält. Gleichzeitig plädiert Mossauer für mehr Einigkeit in der Bauernschaft.

Man müsse auf die triste Situation aufmerksam machen: "Die Bilder von dieser Demo müssen um die Welt gehen, damit alle sehen, dass wir zu unseren Kollegen in Europa halten", sind sich die IG-Milch-Vertreter einig. Konsumenten verärgere man mit solchen Protestaktionen nicht, ist sich Landwirt Karl Krempl aus Leoben sicher: "So oft gehen wir ja auch nicht auf die Straße." Auch ein Milchlieferstreik würde niemandem weh tun außer den Bauern selbst: "Schließlich müssen wir das mit unserem Gewissen ausmachen, wenn wir Milch herschenken." Streiks und Protestaktionen seien für die Bauern wichtig: "Wenn man das Gefühl hat, ein Einzelkämpfer zu sein, hat man schon verloren."

[14. Septembwer 2009]
 
 

Demonstration der Milchbauern in Wien

Am 29. 4. 2009 hielten österreichische Milchbauern auf dem Heldenplatz und auf der Ringstraße in Wien eine Großkundgebung ab. Ca. 1500 Personen mit ca 300 Traktoren nahmen an der Kundgebung teil. Die Bauern fordern, dass sie künftig selbst entscheiden dürfen, wieviel Milch sie produzieren, um das Angebot der Nachfrage anzupassen. Derzeit sind die Produktionsquoten von der EU-Kommission in einem Quotensystem vorgegeben. 

Protest
"Wir sind Bauern und keine Knechte der EU-Kommission" konnte man auf einem der Transparente lesen...

Der den Bauern bezahlte Milchpreis sank innerhalb eines Jahres von 42 auf 29 Cent pro kg. Auch in anderen europäischen Ländern wurde für einen gerechteren Milchpreis demonstriert.
In ganz Europa drückt das Überangebot an Milch die Milchpreise weiter nach unten. Aktuell wird aufgrund der falschen politischen Entscheidungen in 2008 ein Drittel der Wertschöpfung bei der Milch zerstört. Ernst Halbmayr,  European Milk Board (EMB)-Vorstandsmitglied aus Österreich: " Dies ist gleichbedeutend mit der Zerstörung von 100% der bäuerlichen Einkommen; denn für die Bezahlung der bäuerlichen Arbeit bleibt bei Milchpreisen von 25 Cent nichts mehr übrig. Die Familien haben faktisch kein Einkommen mehr aus der Milch."

[29. April 2009]

Milchbauern
 

Streik der Milchbauern

In einem Gipfelgespräch von Bauernkammer, Handel und Molkereien am Abend des 2. 6. 2008 in Wien wurde vereinbart, die Preise für Milch vorerst nicht weiter zu senken.

Die IG-Milch wurde zu diesen Gesprächen nicht geladen und fordert weiterhin eine Erhöhung des Milchpreises und Fortsetzung des Streikes.

Die Milchbauern in der Schweiz haben am 3. 6. 2008 ihren Streik beendet, nachdem ihnen vom Handel eine Preiserhöhung von sechs Rappen pro Liter Milch gewährt wurde.

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Wegen zu geringer Milchpreise wurde am 29. 5. 2008 auch in Österreich von der IG Milch zu einem Lieferstopp aufgerufen. Laut Angabe der Molkereien wird aber kaum weniger Milch geliefert. Die österreichische Landwirtschaftskammer hält einen Lieferboykott derzeit für nicht angebracht. Die Milchbauern verlangen 40 Cent pro Liter Milch von den Handelsketten, diese bezahlen derzeit 38 Cent. "Wir appellieren an alle Milchbauern, ihre Lieferungen an die Molkereien ab heute, Donnerstag (29. 5.), vollständig einzustellen", sagte Obmann Ewald Grünzweil. Gespräche mit dem Bauernbund und der österreichischen Landwirtschaftskammer über die Einbindung der Milchbauern in die Preisgestaltung seien gescheitert.

Über tausend Bauern aus den niederösterreichischen Bezirken Amstetten, Scheibbs und Melk folgten am 30. 5. 2008 dem Aufruf der IG-Milch zu einer Protestveranstaltung in die Amstettner Viehversteigerungshalle. Grund dafür sind die jüngsten Preissenkungen für Milch durch verschiedene Handelsketten. Zwar zahlen die Molkereien derzeit den Bauern noch 40 Cent pro Liter: „Doch wenn die Milch im Supermarktregal nur mehr 79 Cent kostet, dann werden auch wir bald weniger bekommen“, sagt Niederösterreichs IG-Milch-Sprecher Michael Scharner aus St. Georgen.

30 Cent in der BRD sind den Bauern eine „Warnung“
 „Denn bei diesem niedrigen Preis kostet die Produktion der Milch den Bauern mehr, als sie dafür bekommen. Wir stellen ein Qualitätsprodukt her und wollen dafür eine faire Entlohnung“, fordert Scharner und ruft zum Lieferboykott auf: Die Landwirte sollen so lange keine Milch mehr an die Molkereien liefern, bis ihnen ein vernünftiges Entgelt garantiert wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Handelsketten mit dem Preis-Dumping aufhören, damit die Kalkulation des Bauernmilchpreises von unten nach oben geführt werden kann.

Jeden Tag machen mehr Milchbauern am Boykott mit
Wie viele Landwirte beim Streik mitmachen, werden die nächsten Tage zeigen. Scharner ist optimistisch: „Jeden Tag werden mehr mittun und am Ende werden 50 Prozent der österreichischen Milch nicht mehr geliefert werden!“ Die Bauern müssten für diesen Streik ihre Höfe nicht verlassen und nicht auf die Straße gehen. „Ihr braucht nur dem Tankwagenfahrer sagen, dass es keine Milch gibt!“
Stattdessen wollen die Landwirte die Milch Schweinebauern als Futter anbieten. Nur das ist fast nicht möglich, da sich kein Transporteur findet, der für die nicht abgegebene Milch (entgeltlich) fährt. „Es traut sich keiner“, sagt Scharner.

Damit landet die Milch in der Gülle. Scharner: „Das tut uns am meisten weh! Nur, wenn Millionen von Bauerngeldern für Biogasanlagen und Körndelheizungen verwendet werden, kann der Milchbauer jetzt nicht als ethischer Sündenbock abgestempelt werden. Das ist eine absolute Ausnahmesituation.“ Die Bauern forderten auch die Kammervertreter auf, sich dem Boykott anzuschließen: „Das ist kein Kampf der IG-Milch, sondern aller Milchbauern um einen fairen Preis.“ Übrigens: Der Streik richte sich nicht gegen die Konsumenten. Ein fairer Milchpreis koste den Konsumenten im Jahr nur 10 Euro pro Haushalt. 

In der BRD bekommen die Milcherzeuger teilweise sogar nur 27 Cent pro Liter, weswegen eine kostendeckende Produktion nicht möglich ist. Bei den Großdemonstrationen vom 27. 5. 2008 in Freising (Bayern) und Leppersdorf wurde vom Bundesverband der deutschen Milchviehhalter (BDM) der unbefristete Lieferstopp ausgerufen. Viele deutsche Milcherzeuger werden keine Milch mehr an die Molkereien anliefern. Die Milchbauern in der BRD werden auch aus der Schweiz und aus Holland unterstützt. Die Schweizer Milchbauern haben zu einem Milchlieferstopp ab dem 28. 5. aufgerufen. Auch der Agrarminister Seehofer (CSU) hat sich gegenüber der Presse unterstützend geäußert. Die österreichische IG-Milch hat den Bauern in der BRD die Unterstützung zugesagt. 

[31. Mai 2008]

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Demonstration der Milchbauern

In Aschbach (Niederösterreich) demonstrieren Milchbauern vor der Molkerei der Bergland-Milch. Sie wollen damit gegen die im Januar 2007 erfolgte Senkung der Erzeugermilchpreise protestieren.

Mit Bussen sind die Milchbauern am Vormittag des 30. 1. 2007 aus Oberösterreich und der Steiermark und sogar aus Kärnten zur Demonstration angereist. Der Vertreter der Milchbauern, Ewald Grünzweil von der IG-Milch spricht von rund 1.000 Demonstranten, die Polizei schätzt die Zahl der Bauern auf 300 bis 400.

Sie protestieren gegen die Senkung des Erzeugermilchpreises mit Jahresanfang um 2,2 Cent pro Liter. Wie die Milchbauern sagen, wäre das ein Einkommensverlust von sieben Prozent.

Der Obmann der Berglandmilch, Anton Hainberger, lässt das Argument der Milchlieferanten aber nicht gelten. Denn immerhin habe die Berglandmilch den Preis für die Bauern erst im Herbst um 3,8 Cent erhöht, jetzt gäbe es ein Überangebot und die Molkerei müsse darauf reagieren. Außerdem sei der Milchpreis derzeit höher als noch vor einem Jahr.

[30. Januar 2007]

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Weitere Proteste der Milchbauern

Vor der NÖM-Molkerei in Baden (Niederösterreich) demonstrierten auch am 20. 4. 2005 mehr als 1.000 Milchbauern. Die IG Milch protestierte damit gegen den nach Meinung der Bauern zu niedrigen Milchpreis.

Auch der bekannte französische Landwirt und Globalisierungsgegner Jose Bove und Bauern aus anderen Bundesländern sind zur Unterstützung angereist. Auf den Transparenten war unter anderem zu lesen: "Ohne Milchbauern keine Molkereien."

Die IG Milch fordert deutlich höhere Milchpreise. Man wolle mit der NÖM verhandeln, sagte Ernst Halbmayr, der NÖ-Sprecher der IG Milch.

Baden
Demonstration am 20. 4. 2005 in Baden

"Wir fordern die Molkereiunternehmen auf, beim Handel bessere Preise durchzusetzen. Wir wissen, dass die Konsumenten bereit sind, höhere Preise zu bezahlen, wenn das auch an die Bauern weitergereicht wird", sagt Halbmayr.

[20. April 2005]

Proteste der Milchbauern

Die niederösterreichischen Milchbauern protestieren derzeit jeden Tag vor der Konzernzentrale der Niederösterreichischen Milch AG (NÖM AG) in Baden bei Wien. Seit April 2005 zahlt diese um zwei Cent weniger für ein Kilogramm Rohmilch. Das sei notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so die NÖM.

Die letzten Proteste der Milchbauern sind erst wenige Wochen her. Das Argument damals wie heute: Durch die Milchpreise seien sie in ihrer Existenz bedroht.

Die Handelsketten würden mit günstigen Milchpreisen Kunden anlocken, die Molkereien würden diesen Druck an die Milchlieferanten weitergeben. Ein Sprecher von NÖM sagte, Konkurrenzfirmen zu NÖM wie Danone beziehen billige Milch u. a. aus der Tschechei, dadurch sei man bei NÖM gezwungen, die Milch billiger einzukaufen. Dazu ist zu sagen, daß die Tschechei von den EU-Nettozahlern wie Österreich massiv finanziell unterstützt wird und daher auch auf diesem Gebiet die österreichische Wirtschaft schädigen kann - alles eine Folge der unüberlegten Osterweiterung, die nur dazu diente, den Großkonzernen höhere Profite auf Kosten der kleinen Steuerzahler in den alten EU-Ländern zu verschaffen. 
 
 

Täglich marschieren nun Milchbauern zum Protest vor dem Betriebsgelände der NÖM in Baden auf. Die NÖM zeigt zwar Verständnis für die Sorgen der Milchlieferanten, man müsse aber im internationalen Wettbewerb auf die Preise im EU-Raum reagieren, heißt es.

Der Verein IG Milch, der eigenen Angaben zufolge rund 4.000 heimische Milchbauern zu seinen Mitgliedern zählt, hat die Erhöhung des Erzeugermilchpreises bis September dieses Jahres auf netto 35 Cent (ohne Mehrwertsteuer, ohne Landeszuschüsse) gefordert und verlangt bis September 2006 eine weitere Anhebung auf das Niveau von 40 Cent je kg, um kostendeckend erzeugen zu können. Sollte diese Forderung nicht erfüllt werden, werde die  IG Milch mit gleichgesinnten Gruppierungen europaweit einen Milchlieferboykott durchführen, kündigte Obmann Ewald Grünzweil an.

Das Problem müsse in Brüssel gelöst werden. Von einem möglichen Lieferboykott will man sich in Baden nicht beeindrucken lassen. Man sei sich aber mit der IG Milch (Interessensvertretung der Milchbauern) einig, sich beim Handel für bessere Preise bei Milchprodukten einzusetzen, so die NÖM. Der durchschnittliche Milchpreis sei 2004 in Österreich mit 33,06 Cent/kg (inkl. USt.) im Vergleich zum Vorjahr fast gehalten worden (-0,18 Cent inkl. USt.), während es in der BRD und anderen Regionen Europas deutlich höhere Rückgänge gegeben habe. Zusammen mit der Milchprämie von 1,18 Cent, die für 2004 erstmalig von Brüssel ausbezahlt wurde, ergab sich daraus ein Plus bei den Einnahmen der Milchbauern aus der Milchwirtschaft um einen Cent/kg; dies sei auch vom Wirtschaftsforschungsinstitut bestätigt worden, hieß es weiter.
Die NÖM bezahlt den Milchbauern ab 1. April um zwei Cent pro Kilo Milch weniger. Die Preisverringerung sei saisonal bedingt, wie es aus der NÖM AG heißt. Bei den Milchbauern sorgt das für Aufregung. 

[15. April 2005)

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