Belgiens Außenminister zeigt Reue Der belgische Außenminister Louis Michel sieht die Beziehungen zu Österreich wieder "vollkommen normalisiert", nachdem es im Zuge der Sanktionen der 14 EU-Staaten gegen die ÖVP-FPÖ Regierungskoalition im Vorjahr zu Spannungen gekommen war. Das Kapitel der Sanktionen sei "abgeschlossen", so der Chef der wallonischen Liberalen, dessen Land am 1. Juli für sechs Monate die EU-Präsidentschaft übernommen hat. Michel traf am 11. 7. 2001 Österreichs Außenministerin Benita Ferrero-Waldner zum Gespräch.
Michel war im Vorjahr innerhalb der EU einer der schärfsten Kritiker der FPÖ-Regierungsbeteiligung. Gegenwärtig befindet er sich auf einer Tour durch die EU-Hauptstädte zur Präsentation des belgischen EU-Programms. Michel sagte, die belgische Präsidentschaft werde alle Minister - auch jene der FPÖ - "absolut normal" behandeln. Er kündigte sogar an, im kommenden Winter in Österreich Ski fahren zu wollen. Im Februar des Vorjahres hat Louis Michel den Belgiern wegen der FPÖ-Regierungsbeteiligung noch von einem Skiurlaub in Österreich abgeraten.
Anschließend reist Michel nach Italien, gegen dessen nunmehrigen Regierungschef Berlusconi er auch Sanktionen angedroht hatte, um einen Wahlsieg der Mitte-Rechts-Parteien in Italien zu verhindern.
[11. Juli 2001]
Belgische Außenpolitik: Sympathien für Kongo - Diktator Große Sympathien für Diktator Cabila zeigte der Außenminister Belgiens L. Michel. Während belgische Diplomaten bei
informellen EU - Treffen den Saal verlassen, wenn österreichische Minister das Wort ergreifen und den Österreichern auch nicht die Hand geben, begrüßt Belgiens Außenminister den Diktator Cabila am 15. 3. 2000 sehr herzlich durch Handschlag. Ist doch dieser nur bemüht, durch militärische Gewalt in einem seit Monaten andauernden Bürgerkrieg die Bevölkerung des Kongo einer neuen Diktatur zu unterwerfen. Belgien unterstützt den neuen Diktator traditionellerweise ebenso wie seinen korrupten Vorgänger Mobuto. Nach Wunsch Belgiens soll die EU diesen und auch
zahlreiche weitere Militärdiktatoren durch massive Geldzuwendungen und "Schuldenerlaß" unterstützen.Dagegen reicht Belgien etwa der Rücktritt Jörg Haiders als FPÖ - Parteichef noch lange nicht: Außenminister Louis Michel
erklärte in einem Interview mit dem Wochenmagazin "Le Journal du Mardi", daß er "die aktuelle österreichische Regierung
stürzen" wolle. "Jörg Haider", so Michel, "ist ein Neonazi.(...) Wolfgang Schüssel ist sein Komplize aus purem persönlichem
Ehrgeiz."Als Bumerang scheinen sich aber die Aufrufe zu einem Tourismus - Boykott gegen Österreich zu erweisen:
Tourismusmesse in Brüssel
Unfreiwilligen "Werbeeffekt" durch politischen WirbelVon Besuchern fast "gestürmt" und von zahlreichen internationalen Medienvertretern "belagert" wurde Donnerstag vormittag bei der Eröffnung der Ferienmesse in Brüssel der Österreich-Stand. Nachdem der Brüsseler Bürgermeister zunächst den Auftritt der Österreich Werbung (ÖW) und ihres rot-weiß-roten Logos
verboten hatte, hagelte es Proteste aus Österreich, aber auch aus Belgien. "Jetzt verläuft jedoch alles wie ursprünglich geplant", betonte die Direktorin der Österreich Werbung in Belgien, Ingrid Sieder. "Wir sind mit Genugtuung und Freude hier".Der Brüsseler Bürgermeister Francois-Xavier de Donnea hatte den Stand der Österreich Werbung mit österreichischen Symbolen "aus Sicherheitsgründen" untersagt, weil er Anti - Haider - Demonstrationen befürchtete. Die Österreich Werbung tritt nun bei der Messe offiziell als "Association des Entreprises Autrichiennes du Tourisme" auf - im Einvernehmen mit der Messegesellschaft, betont Sieder. Das durch die Medienberichte angeheizte Interesse könnte der Messe, aber auch dem Österreich-Stand genutzt haben, vermutet die Niederösterreicherin Sieder nun sogar einen unfreiwilligen "Werbeeffekt" durch den Wirbel. Ihre TV - Interviews wurden teils mit Tourismus-Werbefilmen umrahmt.
Jährlich kommen laut Sieder 350.000 Belgier nach Österreich, davon 80 Prozent Flamen, die insgesamt für 2,1 Millionen Nächtigungen bleiben. Ob und wie sich die bilateralen belgisch - österreichischen Spannungen seit der schwarz-blauen Regierungsbildung auf die Gäste auswirkten, könne man erst mit Veröffentlichung der Zahlen für Februar sagen, gibt sich Sieder zurückhaltend.
Am zwischen Neckermann und Italien-Werbung gelegenen Österreich-Stand in der großen Messehalle präsentieren sich mehrere Partner unter dem rot-weiß-roten Logo der Österreich Werbung: Oberösterreich Touristik, die Region Pyhrn - Eisenwurzen, die Hotelgruppe "Autriche pro France", die Tourismusregion Tiroler Zugspitze, Pitztal Imst und die Ferienregion Kufstein. Neben Hochglanzprospekten in flämisch und französisch setzt man auf die Klassiker Natur und Gemütlichkeit, ein humorvolles Tiroler Trachtenpärchen verbreitet "Österreich-Schmäh", und auch Schnaps wird ausgeschenkt.
Bereits einige Minuten nach der Messe-Eröffnung um 10 Uhr vormittags drängten sich Fotografen, Fernsehteams und
interessierte Belgier um die 60 m2 große Informationsfläche über das Urlaubsland "Oostenrijk". Die meisten waren entsprechend der Tageszeit Pensionisten, die sich in Katalogen und durch persönliche Beratung über ihr nächstes Urlaubsziel informieren wollten.[16. März 2000]
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Grüße aus Österreich.....
Skiurlaub in Österreich -
Nein Danke !Eine Werbeaktion des
belgischen Außenministers
vom Februar 2000....