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Zerstörung der Stromversorgung des Libanon durch Israel
Wieder Aggression gegen Zivilbevölkerung Moralische Belehrungen und aus der Luft gegriffene Verdächtigungen gegenüber Österreich, Abzug des Botschafters aus Wien, aber Bombenangriffe gegen die Zivilbevölkerung des Nachbarlandes - eine seltsame Außenpolitik.
Ähnlich wie im Juni 1999 hat Israel jetzt wieder nach NATO - Vorbild zivile Ziele im Nachbarland Libanon bombardiert. Am 8. Februar 2000 wurden drei Umspannwerke zerstört und so die Stromversorgung des Libanon größtenteils lahmgelegt.
Damit wurde das auf zivile Ziele beschränkte
Waffenstillstandsabkommen von 1996 praktisch außer Kraft gesetzt. Ein ranghoher Regierungsvertreter sagte im Armeerundfunk: Israel sei nicht bereit, die Spielregeln länger zu beachten, wie sie bisher bestanden.Bei den Luftangriffen am 8. 2. handelte es sich um die schwersten seit acht Monaten. Die libanesische Regierung erklärte, die
Schäden seien wesentlich höher als bei den Angriffen im Juni 1999, die damals auf 25 Millionen US-Dollar beziffert wurden.
Israel denkt natürlich nicht daran, irgendeine Wiedergutmachung zu leisten.Nach den Bombardements lagen weite Teile des Libanon für mehrere Stunden im Dunkeln, darunter die Städte Beirut, Sidon, und Tyrus. Wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, wurden bei den Angriffen mindestens 18 Zivilisten verletzt. Zwölf von ihnen kamen ins Krankenhaus.
In den vergangenen beiden Wochen kamen bei Angriffen der Hisbollah fünf israelische Soldaten und ein Offizier der in Israels Diensten stehenden Söldnermiliz SLA ("Southlebanese Army") im israelisch besetzten Süden Libanons ums Leben.
In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung der Hisbollah hieß es, man werde "sehr bald" Vergeltung für die israelischen Angriffe üben. Die israelischen Siedler an der Grenze würden "den Preis
für die Politik ihrer kriminellen Regierung" zahlen müssen.Nach der großangelegten israelischen Militäraktion im Südlibanon mit der Bezeichnung "Früchte des Zorns" hatte Israel im April 1996 ein von den USA und Frankreich garantiertes Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, wonach Zivilisten bei Kampfhandlungen im besetzten Südlibanon strikt geschont
werden sollten.Die libanesische Regierung hat jeden Separatvertrag mit Israel
ausgeschlossen. Ein israelischer Abzug aus dem besetzten Südlibanon sei kein Gesprächsgegenstand, solange er losgelöst sei von der Frage der Räumung der syrischen Golan-Höhen, hatte
der libanesische Staatspräsident Emile Lahoud betont.[8. Februar 2000]
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8. Februar 2000 - Wieder Zerstörung der Stromversorgung
der Zivilbevölkerung im Libanon durch israelische Bomber.